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Devil Inside - Keine Seele ist sicher

Devil Inside - Keine Seele ist sicher

Ein Film von William Brent Bell

Gäbe es den Teufel noch nicht, die Filmindustrie würde ihn erfinden.
Immerhin spült der Gehörnte mit seinen neuesten Abenteuern alljährlich massig Geld in die internationalen Kinokassen. Über die Qualität der Werke sagt das freilich nicht sehr viel aus.

William Brent Bells „Devil Inside“, ein weiterer Vertreter des Found-Footage-Horrors rund um „The Blair Witch Project“, „Paranormal Activity“ und Co, ist unlängst mit seinem Minibudget von etwa einer Million Dollar an die Spitze der US-Kinocharts vorgeprescht.
Eine reife Leistung, nicht nur in Anbetracht der hochkarätigen Hollywood-Konkurrenz.

In einer Szene des Streifens wird erklärt, dass Dämonen in der Lage sind, von Körper zu Körper zu wechseln.
Ich befürchte, dies könnte möglicherweise auch den phänomenalen Zuschauer-Erfolg in Übersee erklären – vielleicht ist ja Satan höchstpersönlich von der Leinwand auf seine zahlenden Opfer herabgesprungen und greift von diesen auf andere unschuldige Seelen über, die dann gezwungen werden, sich ebenfalls diesen Mumpitz anzusehen.
Zum Glück habe ich mich bereits vor der Vorführung auf alle Eventualitäten vorbereitet und Kreuz, Knoblauch und Weihwasser mit in den Saal genommen.
Man kann ja nie wissen.
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Interessiert sich jetzt noch jemand für den Film? Ja?
Also gut.

Zu Beginn wird uns hochbrisantes Polizeimaterial präsentiert:
Nach einem beunruhigenden Notruf finden Beamte drei verstümmelte Leichen und die Täterin, Maria Rossi (Suzan Crowley), in einem Haus vor.
Die verwirrte Frau wird festgenommen und aufgrund ihres mysteriösen Falls schließlich in eine Psychiatrie in Rom überführt.
Hat eine dunkle Macht von ihr Besitz ergriffen?

Viele Jahre später entschließt sich ihre nun erwachsene Tochter Isabella (Fernanda Andrade), eine Dokumentation über Besessenheit zu filmen und reist dazu mit ihrem Kameramann (Ionut Grama) in die italienische Hauptstadt.
Dort sieht sie zum ersten Mal seit dem Vorfall ihre Mutter wieder. Es ist kein freudiges Ereignis, denn diese erkennt nicht nur ihr Fleisch und Blut nicht wieder, sondern gibt allerlei unsinniges Zeug von sich und ritzt sich umgedrehte Kreuze in die Unterarme.
„Die werden in satanischen Ritualen verwendet“, merkt Vater Ben Rawlings (Simon Quarterman) scharfsinnig zu letzterem an – ein Mann vom Fach, das muss man ihm lassen...

Der Vater ist, wie sein Kollege, Vater David Keane (Evan Helmuth), ein örtlicher Priester.
Beide sind Fachmänner in der Kunst des Exorzierens. Das merkt man ihnen zwar nicht wirklich an, scheint aber so zu sein. Zumindest dürfen wir ihnen, zusammen mit Isabella, bei einer Teufelsaustreibung zusehen, bei welcher ganz schön die Post abgeht.
Spätestens jetzt sind wir uns auch sicher, dass „Devil Inside“ ein waschechter Horrorfilm ist (oder besser: sein möchte): Blut fließt, Menschen kraxeln Wände hoch – da geht etwas nicht mit rechten Dingen zu.

Eine Kollegin bemerkte nach der Vorstellung, dass es doch eigentlich schade sei, dass man aus dem interessanten Thema nur einen so dämlichen Reißer gemacht habe. Eigentlich sei das doch durchaus mal eine Möglichkeit gewesen, sich mit dem spannenden Phänomen Exorzismus im Rahmen eines Spielfilms ernsthafter auseinanderzusetzen.
Da stimme ich ihr durchaus zu, aber verweise in diesem Zusammenhang auch direkt auf Daniel Stamms ungleich intelligenteren „Der letzte Exorzismus“ von 2010, in dem es tatsächlich um mehr als billigen Spuk und Schockeffekte ging.
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Wie dem auch sei:
Ich darf damit fortfahren, dass Isabella und ihre Glaubens-Buddys, deren Treiben übrigens keineswegs vom Vatikan offiziell abgesegnet worden ist, natürlich im weiteren Verlauf noch versuchen, auch Mama die diabolischen Flausen aus dem Kopf zu treiben.
Und selbstverständlich geht da einiges schief, sonst wärs ja langweilig.
Wir erinnern uns – der Deibel kann schließlich auf andere Körper übergreifen...

„Devil Inside“ ist schlecht. Schlechte Idee, schlechte Umsetzung, schlechte Schauspieler.
Mit einer unterirdischen und in ihrer dreisten Vorhersehbarkeit fast schon unvorhersehbaren Schlussszene, nach welcher als Krönung des Schmus noch auf eine Webseite verwiesen wird, auf der weitere Informationen über die „wahren“ Vorfälle abgerufen werden können. Ich habe diese Webseite nicht mehr besucht.

So abgründig ärgerlich das Werk nun in seiner Funktion als Horrorfilm auch sein mag, ich hatte während der etwa achtzigminütigen Spielzeit dennoch meinen Spass.
Und zwar deshalb, weil etliche Dialoge und Momente in ihrer bemühten Ernsthaftigkeit so haarsträubend lächerlich wirken, dass man stellenweise schon schmerzhaft die Lippen aufeinanderpressen musste, um die anderen Zuschauer nicht mit lautem Gewieher zu stören.

Mir haben es vor allem zwei Szenen angetan.
Zum einen wütet eine besessene Person auf einem Dachboden herum.
Die Protagonisten flüchten vor dieser nach unten und laufen zwei Polizisten in die Hände. Der eine Gesetzeshüter zieht seine Waffe und begibt sich allein nach oben, um nach dem Rechten zu sehen.
Daraufhin hört man ein lautes Rumpeln und der Polizist eilt verdeppert die Treppe herab:
„Er hat mir meine Waffe weggenommen!“, gibt er aufgeregt Auskunft. Kein Spass!

Wie urkomisch wäre es jetzt doch gewesen, wenn sich der lahme Kameraspuk zu einem kammerspielartigen Neo-Western gewandelt hätte. Den Gefallen tut uns der Regisseur aber leider nicht. Ich glaube, auf diese Idee wäre er auch gar nicht gekommen.

Die andere Szene ist extrem kurz, hat es aber in sich:
Der erste Exorzismus ist überstanden und der Kamermann ist völlig mitgenommen. Er sitzt am Tisch und schaltet seine Kamera an, richtet sie auf sich. Er holt tief Luft. Wir sind gespannt: Jetzt muss etwas kommen.
Stattdessen: „Ich weiss wirklich nicht, was ich sagen soll.“ Und Schnitt.
Gut gebrüllt, so kann man seinen ersten Eindruck von dem Blödsinn präzise auf den Punkt bringen.
Devil Inside - Keine Seele ist sicherDevil Inside - Keine Seele ist sicherDevil Inside - Keine Seele ist sicher
„Devil Inside“ ist ein ziemlich mieser Film - da müssen wir jetzt aber kein großes Drama draus machen.
Man ist ja schließlich selbst schuld, wenn man ihn sich anschaut. So wie ich. Aber ich habe es ja auch nur für euch getan.

Eine Rezension von Bastian G.
(15. Januar 2012)
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Daten zum Film
Devil Inside - Keine Seele ist sicher USA 2012
(The Devil Inside)
Regie William Brent Bell Drehbuch William Brent Bell & Matthew Peterman
Produktion Paramount Insurge, Insurge Pictures Kamera Gonzalo Amat
Darsteller Fernanda Andrade, Simon Quarterman, Evan Helmuth, Suzan Crowley, Ionut Grama, Bonnie Morgan, Brian Johnson, Preston James Hillier, D.T. Carney
Länge 83 min. FSK ab 16 Jahren
http://www.devilinside-film.de/
Filmmusik Brett Detar & Ben Romans
Deutscher Kinostart: 01.03.2012
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