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Dark Water – Dunkle Wasser

Dark Water – Dunkle Wasser

Ein Film von Walter Salles

Ein Gespenst geht um im Filmgeschäft, das Gespenst des Remakes. Alle Mächte der Filmwelt haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, der Filmkritiker und der Kinogänger, Hinz und Kunz, vermeintliche Kenner und klammheimliche Zensoren. Nur die Produktionsfirmen scheint all dies nicht zu stören. Diese Form der Einfallslosigkeit lohnt sich offensichtlich zumindest in finanzieller Hinsicht. Man könnte fast schon von einem filmgeschichtlich verbürgten, todsicheren Konzept sprechen. Denn Remakes gehören seit Beginn des Kinos zum Programm und haben des öfteren ein- und dieselbe Geschichte zu Geld gemacht. Das war mitunter gar nicht mal so schlecht, konnte sich der Kinogänger so in Blu Ray-, DVD- und Videolosen Zeiten eine geliebte Geschichte noch einmal im Kino ansehen. Remakes boten und bieten jedoch auch die Möglichkeit filmtechnische Neuerungen zu verwenden, die zum Entstehungszeitpunkt des Originalfilmes noch nicht zur Verfügung standen. Peter Jacksons Neuverfilmung des Klassikers King Kong und die weiße Frau (1933) ist ein bemerkenswertes Beispiel hierfür. Es gibt natürlich auch haufenweise Negativbeispiele. Den rosaroten Panther hätte Steve Martin ruhig verschlossen im Tresor liegen lassen können.

Man kann sich den Remakes offe
nsichtlich nicht verwehren, auch als Zuschauer nicht. Besonders dann nicht, wenn man das Original kennt. Die Neugier obsiegt fast immer. Vielleicht ist es auch die Vorfreude auf die Schadenfreude, wenn man hinterher feststellen darf, dass das Original um Längen besser war als seine Neuverfilmung und dass man dies ja von Anfang an befürchtet, geahnt oder gar gewusst hätte? Da dreht dann der Kenner in uns durch. Besonders unverzeihlich werden wir, wenn es um US-amerikanische Remakes erfolgreicher, asiatischer Filme geht. Dann kennt der Kenner kein Pardon. Zugegeben, die US-amerikanische Version von Bangkok Dangerous (2008) war nicht sehr ansehnlich, und das obwohl die Pang Brüder ihren eigenen Film neu aufgelegt haben. Sie hätten vielleicht aber auch ihr eigenes Drehbuch als Grundlage nehmen sollen. Gore Verbinskis Amerikanisierung des japanischen Horrorfilmklassikers Ringu (1998) hingegen kann sich durchaus sehen lassen. Der Erfolg von The Ring (2002) zeichnete sich auch verantwortlich für das, was allgemein bereits abwertend als „Remake-Welle“ japanischer Horrorfilme betitelt wird. Dark Water ist somit, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Wellenreiter.
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Nach der Scheidung von ihrem Mann Kyle (Dougray Scott) möchte Dahlia (Jennifer Connelly) mit ihr Tochter Cecilia (Ariel Gade) in eines der vielen Apartmentblocks in Roosevelt Island, New York ziehen. Kyle sähe es lieber, wenn sie sich eine Apartment in der Nähe seiner Wohnung in Jersey City mieten würde. Dahlia lässt sich jedoch nicht umstimmen, da sie bereits eine sehr gute Schule für Cecilia gefunden hätte. Kyle, der dies nicht akzeptieren will, droht Dahlia damit, das alleinige Sorgerecht zu beantragen. Er halte sie ohnehin für psychisch labil und nicht im Stande für ihre Tochter zu sorgen. Dahlia bestreitet dies und bekommt vorerst recht.

Zusammen mit ihrer Tochter besichtigt Dahlia dann auch wenig später eine Apartment in einer Massensiedlung, die nur zwei Blocks von ihrer neuen Schule entfernt ist. Dem Vermieter Mr. Murray (John C. Reilly) ist jede billige, fadenscheinige Ausrede recht um das Apartment endlich zu vermieten. Auch der Hausmeister Veeck (Pete Postlethwaite) macht alles andere als einen vertrauenserweckenden Eindruck. Cecilia ist zunächst gar nicht glücklich mit der Entscheidung ihrer Mutter und würde sich lieber nach anderen Wohnungen umschauen. Als sie jedoch bei ihrem heimlichen Rundgang auf dem Dach des Hauses einen Hello-Kitty-Rucksack findet, ändert sich ihre Meinung schlagartig.

Cecilia will den Rucksack behalten, muss ihn aber zunächst einmal abgeben. Wenn sich der Besitzer oder eher die Besitzerin des Rucksacks nicht innerhalb einer Woche meldet, darf sie sich ihn bei Veeck abholen. Dahlia und Cecilia beziehen erst einmal die neue Wohnung, doch schon kurz darauf beginnt Wasser von der Decke zu tropfen. Es kommt aus dem Apartment 10F genau über ihr. Die Mieter, die Rimskys, sind vor einem Monat ausgezogen und nun scheinen sich dort ein paar jugendliche Vandalen herumzutreiben, die Spaß daran haben, Wohnungen zu überfluten. Als Dahlia das Apartment einmal betritt, steht der Fussboden vollkommen unter Wasser. Sie bemerkt ein Foto, auf dem ein Mann, eine Frau und ein junges Mädchen in Cecilias Alter abgebildet sind. Es stellt sich heraus, dass der Rucksack, den Cecilia zuvor auf dem Dach gefunden hat dem Mädchen auf dem Foto gehört hat.

Sie träumt nun immer wieder von einem jungen Mädchen auf dem Foto und ihr psychischer Gesundheitszustand verschlechtert sich von Tag zu Tag. Zu allem Überfluss scheint dies auf Cecilia abzufärben, die eine imaginäre Freundin entwickelt haben soll. Kyle will nun das alleinige Sorgerecht beantragen, so dass sich Dahlia gezwungen sieht einen Anwalt (Tim Roth) zu nehmen. Dieser sorgt zunächst einmal dafür, dass Veeck die Wasserschäden in der Wohnung behebt. Doch kurz darauf beginnt erneut Wasser von der Decke zu triefen. Auch sonst geschehen seltsame Dinge und alles deutet darauf hin, dass das Mädchen von dem Foto etwas damit zu tun hat …

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Dark Water basiert auf einer Kurzgeschichte des japanischen Schriftstellers Koji Suzuki, aus dessen Feder auch Ringu stammt. Beide Werke wurden zunächst von Hideo Nakata in Japan verfilmt, bevor sie dann einem breiteren Publikum zugänglich gemacht worden sind. Filmidealisten empören sich selbstverständlich gegen solch Bestreben. Wenn einen die Geschichte interessiert, könne man doch genauso gut das Original gucken. Das stimmt natürlich, ist gleichzeitig jedoch ein wenig naiv. Der, ich nenne ihn an dieser Stelle völlig wertfrei einmal, Durchschnittskinogänger möchte einfach keine untertitelten Filme sehen. Gerade in den USA werden viele, ausländische Filme nicht synchronisiert und wenn doch, dann meistens mit grausigen, unstimmigen Ergebnissen. Zudem sehen die Remakes schlicht und einfach hübscher aus. Zugegeben, das ist kein Wert an sich und die Optik alleine macht noch keinen guten Film aus. Doch gerade im Falle von Dark Water bekommen dem Film die paar Dollar mehr äußerst gut. Das Original erinnert da im Vergleich mehr an eine billige TV-Produktion aus den 70igern. Die grauen, tristen, anonymen Massensiedlungen Roosevelt Island bieten einen glaubhaften, Bedrohlichkeit ausstrahlenden Hintergrund für die sich langsam aufbauende psychologische Dynamik. Zwar nimmt Drehbuchautor Rafael Yglesias mit der Erweiterung einiger männlicher Rollen dem Film ein wenig den Wind aus den Segeln, die Darbietungen Scotts, Reillys, Postlethwaites und Roths entschädigen aber mehr als genug dafür. Im letzten Drittel gewinnt Dark Water zudem genügend an Fahrt.

Kurzum, Dark Water ist zwar eine verwässertes Version des japanischen Originals, aber nichtsdestotrotz sehenswert. Geschuldet ist das vor allem den fesselnden Darstellungen der Schauspieler, der Atmosphäre und der hervorragenden Kameraführung Affonso Beatos.
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Chill-Skills:

Feuchtigkeits-Anteil: 7 (Überschwemmungen sind einfach immer schön anzusehen.)
Originalitäts-Bonus: 3 (Das Remake einer Literaturverfilmung. Ein paar eigene Ideen gibt’s trotzdem)
Horrorfaktor: 8 (Nichts explizites, dafür umso mehr Kopfhorror.)
Remake-Anteil: 6 (Es wurden ein paar Rollen unnötig erweitert, den männlichen Darstellern zu liebe.)

Eine Rezension von Anja Mikolajek
(29. Oktober 2009)
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Daten zum Film
Dark Water – Dunkle Wasser USA 2005
(Dark Water)
Regie Walter Salles Drehbuch Rafael Yglesias
Produktion Touchstone Pictures , Pandemonium Productions, Vertigo Entertainment, Post No Bills Films Kamera Affonso Beato
Darsteller Jennifer Connelly, Pete Postlethwaite, Tim Roth, John C. Reilly, Dougray Scott, Ariel Gade
Länge 105 Minuten FSK ab 16
Filmmusik Angelo Badalamenti
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