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Flug zur Hölle

Flug zur Hölle

Ein Film von Virgil Vogel

Endlich haben wir die Veröffentlichungen der „Rückkehr der Galerie des Grauens“ eingeholt: „Flug zur Hölle“ aka „The Land unknown“ stand also auf dem Programm, Titel Nummer 5 der Nischen-Sammlung aus dem Hause Anolis. Nach dem doch eher enttäuschenden „Der Satan mit den 1000 Masken“ und dem trashigen aber spaßigen „Bestie des Grauens“ liegt nun Virgil Vogels „Flug zur Hölle“ auf dem Prüfstand und muss sich dem kritischen Urteil stellen. Immerhin steht mit Universal International zumindest theoretisch ein bekanntes Studio mit jeder Menge Geld-Power hinter dem Projekt – und eigentlich war der Film auch mal als große Produktion in Farbe, Cinemascope und mit Stars wie Cary Grant und dem legendären Genreregisseur Jack Arnold am Steuer angedacht; eigentlich. Aber halt auch nur eigentlich. Denn nachdem die Spezialeffekt-Abteilung das Budget verprasste, zog man die Notbremse, strich das Geld drastisch zusammen, und heraus kam halt der B-Film, der „Flug zur Hölle“ dann heute ist.

Doch erstmal zur Handlung: während der großen Byrd-Expedition zur Antarktis 1947 (die gab es übrigens wirklich, auch unter dem Namen Operation Highjump) entdeckt man mitten im ewigen Eis warme Meeresströmungen, die man sich aber nicht erklären kann. Also schickt man in der filmischen Gegenwart eine weitere Expedition los, um dies zu erforschen.
In der Antarktis angekommen, steigen drei Männer (Commander Hal Roberts, Lieutenant Jack Carmen und Captain Burnham) und eine Frau (die – natürlich – Reporterin Maggie Hathaway) in einen Hubschrauber um einen Erkundungsflug durchzuführen. Als ein Sturm aufzieht, versuchen unsere Helden umzukehren, geraten jedoch in die Sturmfront und stürzen ab. Anstelle jedoch auf dem Meer oder Eis zu zerschellen, sinkt der Hubschrauber immer weiter, bis man 1000m unter dem Meeresspiegel überraschend auf Land stößt: ein abgeschlossenes Tal, in dem sich die Welt immer noch im früher Vorzeit befindet – inklusive Dinosaurier, die unseren Helden ans Leder wollen! Und zu allem Überfluss ist auch noch der Hubschrauber defekt...

Der Film könnte auch wieder ein simples Projekt von Richard Cunha und Konsorten sein: eine Abenteuergeschichte in einer unbekannten Welt, voller Monster, Gefahren und einer allgemein exotischen Location. So einfach ist die Sache aber dann doch nicht – zum guten oder zum schlechten. Wie so oft merkt man anhand der handwerklichen Routine, dass ein großes Studio hinter dem Film stand und die Beteiligten somit prinzipiell wussten, was sie da taten – ist ja auch schonmal was. Da kommt aber halt auch das größte Problem des Films: man merkt an allen Ecken und Enden, dass die Produktion mal größer angedacht war und nun das finanzielle Gebälk übel kracht; was umso verwunderlicher ist, weil die Dinosaurier-Effekte, für die die Effektabteilung das Geld angeblich mit vollen Händen ausgab, nicht wirklich überzeugen können. So ist der Tyrannosaurus Rex sofort und dauernd als Man-in-Suit zu erkennen (und sieht dabei schlechter aus als etwa Godzilla), und auch der Wassersaurier ist ein Modell bzw. eine Puppe, die in „Das Ungeheuer von Loch Ness“ nicht sonderlich negativ auffallen würde; und wenn wir uns erinnern, waren die Effekte in dem Streifen auch äußerst krude. Am lebendigsten wirken da noch die riesigen Warane (oder Leguane, keine Ahnung), die durch die Gegend streifen und miteinander kämpfen. Nur haben die halt den negativen Beigeschmack, dass die Tiere sich scheinbar wirklich verletzen.
Flug zur HölleFlug zur HölleFlug zur Hölle
Auch die Ausstattung ist ein zweischneidiges Schwert: Kulissen und Szenarien sind doch recht elaboriert und zeigen manchmal eine gewisse Detailverliebtheit. Da gibt es exotische Faune, eine fleischfressende Pflanze samt Tentakel, einen See mit seltsamen Nebel an der Oberfläche, und so weiter und so fort. Nur merkt man auch hier wieder das stark beschnittene Budget: ursprünglich als großangelegter Außendreh geplant, wurde die Produktion in ein Studio verlegt, so dass man auf gemalte Hintergründe (die meistens auch als solche identifizierbar sind) zurückgreifen musste, und das „unbekannte Land“ allerhöchstens ein kleines, nebelverhangenes Tal ist, das eben auch aus nicht mehr als einem See, dem Hubschrauberlandeplatz und der Höhle von Dr. Hunter (natürlich gibt es da noch einen Verschollenen!) besteht; eine gewisse Klaustrophobie stellt sich ein, was natürlich einerseits das Setting des abgeschnittenen Tals unterstreicht, andererseits den Film aber auch äußerst beengt wirken lässt und unweigerlich die Frage aufwirft, wie denn diese Riesenviecher hier überleben sollen. Und eben diese Beengtheit überträgt sich dann auch die erzählte Geschichte, der trotz des „Twists“ mit dem verschollenen Hunter (oje, dieser Name...) sich eigentlich im Mittelteil ständig im Kreis dreht und nicht wirklich etwas passiert. Nur gut, dass unsere Protagonisten oder Hunter selbst nicht auf die Idee kommen, ihn einfach mit in die Zivilisation zu nehmen. Denn dann wäre der Konflikt zwischen den Parteien ratzfatz gelöst und der Film mindestens eine halbe Stunde kürzer (was umso sinnloser ist, weil er am Ende eh gerettet wird).

So kann also auch all der Nebel im Tal weder die durchwachsenen Effekte noch die dünne Story überdecken. Am besten ist der Film beim Handwerk, wenn etwa Schauspieler geschickt in die Szenen mit den riesenhaften Tieren einmontiert werden, oder etwa ein Modellhubschrauber das Tal (und die Leinwand) unsicher machen darf: das funktioniert alles sehr gut, sieht überzeugend aus, und man fragt sich noch mehr, wofür eigentlich das ganze Geld ausgegeben wurde. Dafür wirken viele Archivaufnahmen (die immerhin aus dem oskarprämierten Dokumentarfilm „The Secret Land“ stammen) sehr gut, wenn auch manchmal etwas selbstzweckhaft: so stürzt am Ende der Hubschrauber der Überlebenden ab, doch alle werden gerettet; man hatte halt das entsprechende Archivmaterial dazu und wollte es unbedingt einsetzen. Darüberhinaus wird auch vieles nur angedeutet: da hat Hunter eine Muschel in die er wie in ein Horn bläst, was den T-Rex abhält; dazu zerstört er regelmäßig deren Eier. Verbindet nun der T-Rex die zerstörten Eier mit dem Geräusch der Muschel? Oder warum hält ihn das sonst ab? Man weiß es nicht, aber der Drehbuchautor sicherlich auch nicht.

Insofern bleibt nicht viel zu sagen: „Flug zur Hölle“ bietet kaum Story, wenig Spannung (immerhin sieht man, das ein Flugsaurier den Hubschrauber beschädigt) und etwas fragwürdige Handlungsmotivationen. Dafür gibt es zumindest „interessante“ (wie das nun auszulegen ist, soll der Zuschauer selbst entscheiden) Spezialeffekte und natürlich wieder die schöne DVD von Anolis. Vier Sterne. Irgendwie.

Eine Rezension von David Kugler
(16. Februar 2012)
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Daten zum Film
Flug zur Hölle USA 1957
(The Land Unknown)
Regie Virgil Vogel Drehbuch László Görög, William N. Robson, Charles Palmer
Produktion Universal International Kamera Ellis W. Carter
Darsteller Jock Mahoney, Shirley Patterson, William Reynolds, Henry Brandon, Douglas Kennedy
Länge 74:58 FSK 12
Filmmusik Henry Mancini u.a.
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