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Far Cry

Far Cry

Ein Film von Uwe Boll

Oh Schock schwere Not! Da freut man sich endlich wieder auf ein weiteres, bisher noch unbekanntes Bollwerk, startet den Film, und merkt plötzlich: Was? Nur zwei Tonspuren? Deutsch, Englisch, aber kein Kommentar? Doch halt, über das Menü der DVD kann man glücklicherweise dann doch wieder zwei verschiedene Audiokommentare des Meisters höchstselbst anwählen. Denn mal ehrlich: Was wäre ein Film von uns Uwe ohne Audiokommentar? Nachdem man sich dem Vorhandensein eben jener versichert hat, kann man sogleich mit der nächsten Videospielverfilmung loslegen. Taugt Far Cry als Film? Immerhin versammelt er eine exquisite Riege an leicht trashigen „Stars“ aus good ol' Germany, namentlich Til Schweiger, Ralf Möller, Natalia Avelon und B-Film-Ikone Udo Kier! Schauen wir uns das doch mal genauer an...

Ein Trupp Soldaten steht im dunklen Wald und fürchtet um sein Leben. Ein Überlebender aus einem anderen Trupp wird zurück zur Basis geschickt, doch wir ahnen es schon: niemand überlebt diese Pre-Credits Szene. Immerhin befinden wir uns auf der Insel von Dr. Krieger, Maler und Wagnerfan (Herr Boll, bitte zur Charakterisierung noch einen Schnauzbart und eine Uniform), der dort als mad scientist des Films Mutanten züchtet. Genauer gesagt Supersoldaten, enorm schnell und immun gegen Kugeln (es sei denn, man schießt ihnen in Mund und Augen, was sogar Sinn macht, danke Herr Boll). Ebenfalls einer der Söldner ist Max, der das ganze Spektakel nicht länger schützen will und daher seiner N
ichte Valerie, einer jungen Reporterin, davon erzählt. Diese wiederrum chartert das Boot von Jack Carver (Schweiger!), um zu der Insel zu gelangen. Es kommt wie es kommen muss: Max fliegt auf, das Boot in die Luft, und Carver muss Valerie aus dem Schlamassel raushauen...

Ach herrje. Welch ein Käse. Die ersten 5 Minuten sind schon für Boll-Verhältnisse erschreckend hirnrissig. Wir haben da also einen Trupp Soldaten. Im dunklen Wald. Mit defekten Autos. Die zielen also in die absolute Dunkelheit und warten auf Verstärkung, als der Überlebende des anderen Trupps aus dem Unterholz bricht, welcher völlig fertig mit den Nerven ist. Und was machen die? Die schicken den Armen erstmal allein (!) weiter durch den dunklen Wald zur Basis, welche scheinbar problemlos in Laufdistanz ist (!). Argh! Ist ja nicht so, dass die ihre Hummer bewachen müssen, als ob da was wichtiges drin ist. Nein, die machen das einfach! Argh! Aber, lieber Leser, es wird noch dümmer. Die Hummer können nicht bewegt werden (wegen einer Wegfahrsperre), da dachte ich mir: Gut, die sind sabotiert, deshalb zielen die auch ohne jegliches Licht in den Wald. Aber halt, als der Überlebende weitergeschickt wird, kommen die Herren endlich mal auf die Idee, die riesige Beleuchtung der Hummer anzuschalten. Meine Güte, ist das alles schon wieder zum Haare raufen dämlich! Und warum zum Geier laufen die nicht alle gemeinsam zur Basis? Aaaaah! Man darf aber ebenso entwarnen: der restliche Schwachsinn hält sich glücklicherweise in Grenzen.
Far CryFar CryFar Cry
Dabei hält sich Far Cry als so ziemlich die einzige Videospielverfilmung Bolls relativ eng an die Vorlage, und nutzt nicht nur den Namen sowie einige Charaktere (etwa Edward Carnby). Natürlich fährt Boll keinen Dschungel mit Palmen auf, da es diese in dem Produktionsland Kanada eben nicht gibt, und Boll dort aus finanziellen Gründen dreht. Aber ansonsten bedient man sich gerne der Motive des Spiels: das Boot explodiert, es gibt diese Insel mit Dr. Krieger und seinen Mutanten (welche zugegebenermaßen abgeändert wurden), und allgemein herrscht relative Daueraction vor. Far Cry, der Film, versteht sich als fire-and-forget Actionstreifen mit stark komödiantischem Einschlag im B-Film-Gewand. Und als das funktioniert der Film sogar überraschend gut, auch wenn er weit von großem Kino entfernt ist, was aber nicht unbedingt Boll zuzurechnen ist. Der schwarze Peter geht hier erneut an das Drehbuch; Ja, Herren Roesch und Scheerer, ich spreche mit Ihnen!

Die Story taugt natürlich gerade noch so, um die 80 Minuten Laufzeit zu füllen. Aber wenn man ehrlich ist, bieten das Spiel und irgendwelche Schwarzenegger-Vehikel der 80er Jahre auch nicht mehr Handlung. Dieser minimale Aufhänger für die krach-bumm-Action ist dann auch nicht so zu kritisieren. Viel schwerwiegender sind erstens die mangelhafte Struktur und zweitens die humoristischen Anflüge des Drehbuchs. Dabei möchte ich ja nichtmal kritisieren, dass Far Cry gerne witzig wäre; diese Story als bierernstes Männerkino zu verfilmen könnte wahrscheinlich eh nur in die Hose gehen und war auch nie so intendiert. Das Problem an der Sache ist nur: das Drehbuch und die Sprüche sind nicht lustig. So einfach ist das. Mit dieser Meinung bin ich bei weitem nicht alleine; bemühte Running-Gags wie die Sex-Leistungs-Skala (ich bitte euch...) oder der geforderte Ersatz für explodierte Boote etc. wechseln sich ab mit One-Linern ohne Schmiss und Verve, sie wirken einfach erzwungen. Und der nominelle comedic sidekick Chris Coppola, der Emilio the food guy spielt, ist ebenfalls nicht witzig; ja nichtmal in den Interviews auf der DVD.

Als Actionfilm wird Far Cry die Struktur zum Verhängnis. Der Showdown beschränkt sich auf eine halbstündige Dauerballerorgie, die zwar ganz gut gemacht ist und ein paar nette Stunts auffährt, aber leider völlig gegen die durchaus imposante Verfolgungsjagd im ersten Drittel des Films abstinkt. Da rasen mehrere dicke Karren durch den dunklen Wald, einige gehen zu Bruch, es wird munter geschossen und gesprengt, und alles endet in einem netten Helikopter-Gag, dessen Finale man die CGI-Natur zwar ansieht, was aber nicht weiter stört. Im Rahmen dieses Films ist das durchaus beeindruckend ausgefallen! Kein Wunder also, dass der nominelle Showdown am Ende sich nicht mit diesem Actionclimax messen kann; nur kann man dem Regisseur kaum alleine die Schuld geben, wenn das Script eben da nicht mehr hergibt. Die zweite große Sequenz, eine Jagd auf Motorbooten ist dann auch eher Füllwerk. Dass die Dialoge kaum über „Feuer!“ „Lauf!“ und ähnliches hinausgehen möchte ich ja bei der Intention des Films genauso wenig ankreiden wie die eindimensionalen Charaktere. Aber wäre ein einziges Alleinstellungsmerkmal zuviel gewesen? Irgendwas, irgendein Element, an das man bei dem Namen „Far Cry“ dann denkt? Ansonsten herrscht über weite Strecken die routinierte Holzhammerinszenierung vor, aber das kennt man ja bereits von Boll.

Aber tatsächlich langweilig ist der Film dann eigentlich doch nie, was auch seine hohe Bewertung begründet. Die Chose macht nie Pause zum Atem holen, ist in knapp 80 Minuten eh gegessen, und technisch ist das ganze auf der Höhe – meistens. Wünschenswert wäre sicherlich, dass Udo Kier nicht so mit angezogener Handbremse spielt, aber wenigstens füttert Boll sein Publikum noch mit ein paar kleineren Gore-Effekten. Selbst Til Schweiger macht seine Sache als Actionheld nicht so schlecht, nur „etwas“ unsinnig ist die Idee des Drehbuchs, Jack Carver – achtung – zu einem Deutschen zu machen! Was für eine Schnapsidee, bei diesem Namen. Egal, als Actionfutter für zwischendurch taugt Far Cry allemal, und da man ja noch zwei Audiokommentare vor sich hat, gibt’s aus Sympathie zum Regisseur und aufgrund der exquisiten Trash-Besetzung immerhin satte 4 Sterne!

Eine Rezension von David Kugler
(12. Dezember 2009)
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Daten zum Film
Far Cry Deutschland, Kanada 2008
(Far Cry)
Regie Uwe Boll Drehbuch Michael Roesch, Peter Scheerer, Masaji Takei
Produktion Brightlight Pictures Kamera Mathias Neumann
Darsteller Til Schweiger, Udo Kier, Emmanuelle Vaugier, Ralf Moeller, Natalia Avelon, Craig Fairbrass, Michael Paré
Länge 90:47 FSK 16
Filmmusik Jessica de Rooij
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