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Großangriff der Zombies

Großangriff der Zombies

Ein Film von Umberto Lenzi

Der Horror!


Versprochen ist versprochen! Kümmern wir uns also flott um den GROSSANGRIFF DER ZOMBIES, den Umberto Lenzi da auf uns hetzt. Im Original hieß der Streifen INCUBO SULLA CITTÀ CONTAMINATA (das kann man, wenn man will, mit "gefangen in der verseuchten Stadt" übersetzen), auf englisch wurde es zunächst zu NIGHTMARE CITY, dann zu CITY OF THE WALKING DEAD. Weil es sich um eine italienisch-mexikanisch-spanische Co-Produktion handelt, gibt es auch einen spanischen Originaltitel, der da INVASION DE LOS ZOMBIES ATÓMICOS lautet. Ihr seht: Die Lage ist kompliziert.

Naja, eigentlich gar nicht. Zumindest, was die Handlung angeht. Da wird in einer namenlosen Stadt die Ankunft von Professor Kleinaltmann (oder wie der hieß) erwartet, der - uh oh - mit einer ungekennzeichneten Militärmaschine ohne Funkkontakt einfliegt. Die Tür geht auf, heraus kommt nicht nur ein messerwetzender Prof (der studentische Zuseher ist solche Bilder ja gewohnt), sondern eine stattliche Anzahl von wüsten Rabauken, sprich: Zombies, die gleich mal das am Flughafen stationierte Militär ausradieren. Zack!

NIGHTMARE CITY ist deshalb in die Zombie-Filmgeschichte eingegangen, weil die miesepetrigen Untoten hier nicht besoffen durch die Gegend torkeln, sondern wie die Losgelassenen rennen, springen, jagen, und nebenher Waffen verwenden und im Team arbeiten. (Einen si
eht man sogar mit einem Hund Fußball spielen, aber wem das zu unrealistisch erscheint, sei vertröstet, daß es sich nur um einen "goof" im Bildhintergrund handelt.) Schade eigentlich, daß das Zombie-Makeup so blöd aussieht - es könnte auch GROSSANGRIFF DER KARTOFFELKÖPFE heissen - sonst hätten wir wirklich Schiß vor den Vandalen.

Schon nach kurzer Zeit wird dem geneigten Zuseher klar, warum heutige Zombiestreifen immer als "blutleer" tituliert werden. Da werden Kehlen durchgeschnitten, Brüste abgehackt, Köpfe zermatscht, und in einer Fulci-ähnlichen Sequenz sticht ein Zombie einer kreischenden Frau mit einer Eisenstange ein Auge aus. Autsch.

Trotz des hohen Matschfaktors sind manche Szenen eher amüsant als gruselig: Großes Kino beispielsweise der Moment, wo die Wilden eine TV-Aerobic-Sendung überfallen, in der eine Gruppe leichtbekleideter Hüpfschnitten eher unkoordiniert herumtanzen, bevor sie verhackstückt werden. Immerhin sind manche Zombies so anständig, sich nach dem Dinner den Mund abzuwischen. Im Schaltraum des Senders beobachtet dann ein Techniker die Szene auf dem Monitor und wundert sich: "Das gehört doch überhaupt nicht zu unserer Sendung!" Ich sag's ja immer: Es ist so schwer, gutes Personal zu finden.

Erfreulicherweise nimmt sich der Film immer wieder ein paar Sekunden Zeit, uns mit nackten Brüsten zu beglücken. Da sind die Italiener wenigstens nicht so verklemmt wie die Amerikaner! Gewisse Handlungsbrüche sind verzeihlich, wenn so gründlich abgefrühstückt wird. Und als Ruhepol dient uns ja immer Hauptdarsteller Hugo Stieglitz (ja, der heißt wirklich so), der - seinen Gesichtszügen nach zu urteilen - von der Zombieinvasion ungefähr so beeindruckt ist wie ein Eskimo von leichtem Schneefall.

Jawoll, meine Herren, der war spaßig! Und trotz des Trash-Faktors doch recht ungemütlich. Schön dreckig, schnuckelige Musik. So mag ich meine Zombies.

Eine Rezension von Christian Genzel
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Daten zum Film
Großangriff der Zombies Italien / Spanien 1980
(Incubo sulla città contaminata)
Regie Umberto Lenzi Drehbuch
Produktion
Darsteller Hugo Stieglitz, Laura Trotter, Mel Ferrer
Länge FSK
Kommentare zu dieser Kritik
sagte am 12.12.2006 um 12:36 Uhr

Der Film ist nicht gut gemacht, man spürt natürlich das knappe Budget. Nächstes Jahr kommt das Remake von Day of the Dead, in dem die Zombies laufen, rennen und springen können, was jetzt schon als echt innovativ verkauft wird. Wie bei Großangriff... zu sehen ist, können sie das jedoch schon seit ein paar Jahrzehnten.
Damocles TEAM sagte am 20.02.2007 um 18:25 Uhr

Wie du schon richtig schreibst, gibt es im Originaltitel gar keinen Zombiebezug.

Deshalb sind die "Monster" im film auch keine Zombies, sondern eben Verseuchte. Sie müssen ja iirc nichtmal sterben.

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