Filmkritiken - von Independent bis Hollywood
 
2008 Filmkritiken | 10468 Personen | 3323 Kommentare  
   
Bitte wählen Sie

Email

Passwort


Passwort vergessen

> Neu anmelden

Auch interessant



T√ĖTE!
von Avi Nesher




Meist gelesen¹

1. 
Cannibal Holocaust (Nackt und Zerfleischt)  

2. 
Auf der Alm da gibt's koa S√ľnd  

3. 
Martyrs  

4. 
Troll Hunter  

5. 
Antik√∂rper  

6. 
Supernatural  

7. 
Das Zeitr√§tsel  

8. 
Harry Potter und der Orden des Ph√∂nix  

9. 
Andromeda - T√∂dlicher Staub aus dem All  

10. 
Midnighters  
¹ gilt für den aktuellen Monat

  FILMSUCHE
  Sie sind hier: Filmkritiken > Tony Scott > Domino
Domino RSS 1.0


Domino

Domino

Ein Film von Tony Scott

Wunderh√ľbsches Model aus gutem Hause, Tochter eines Schauspielers und eines Models bricht mit der Glamourwelt und wird Kopfgeldj√§gerin. Aus dieser auch noch wahren Geschichte h√§tte man ja so manches machen k√∂nnen. Ein Drama √ľber ein extremes Leben zwischen High-Society und Unterwelt etwa. Oder noch besser - ein Gangsterpanorama a la "Goodfellas" √ľber die Welt der Kopfgeldj√§ger. W√§re alles drin gewesen.

Jetzt war aber Domino Harvey halt mit Tony Scott befreundet und deshalb kriegen wir das hier ‚Äď einen ADHS Anfall von einem Film, in dem Keira Knightley das toughe Chick gibt und Mickey Rourke mit gro√üen Knarren durch die Gegend l√§uft und sich √ľber Pornos beschwert, die die Cumshots nicht zeigen. Wahrscheinlich ist es ja Scotts gr√∂√üte Leistung, dass man beim Schauen nicht eine Sekunde √ľber etwaige vergebene Chancen nachdenkt.

Kurz der v√∂llige unwichtige Plot. Eben erw√§hntes M√§dchen namens Domino Harvey (Keira Knightley) will mit der k√ľnstlichen Welt ihrer Familie nichts mehr zu tun haben und schlie√üt sich den Kopfgeldj√§gern Ed (Mickey Rourke), der v√§terliche Freund und Choco (Edgar Ramirez), der Love-Interest, an. Die drei sind ein Mordsgespann und Domino entpuppt sich als sehr f√§hige, harte und furchtlose Frau, die schon mal spontan einen Lap-Dance abzieht, um nicht abgeknallt zu werden.
h='100%' border='0' cellspacing='0' align='center'>
DominoDominoDomino
Dann gibt es da noch den Auftraggeber, den Delroy Lindo spielt, der die Truppe mit Arbeit versorgt und dessen Freundin irgendwie Mist baut, wodurch zum einen ein Casinoboss aus Las Vegas um 10 Millionen Dollar erleichtert und zum anderen der Mafia der √úberfall in die Schuhe geschoben wird. Beide Seiten sind ungehalten √ľber diese Vorg√§nge, Dominos Truppe wird beauftragt das alles zu richten und ger√§t zwischen die Fronten. Die Kopfgeldj√§ger werden au√üerdem von einem Kamerateam begleitet, weil sie Teil einer Realityshow sind.

Tony Scott verkompliziert die ganze Sache k√ľnstlich, indem er die Geschichte in R√ľckblenden erz√§hlt, verpackt in Dominos Aussage beim FBI, bei der sie auch noch versucht die Agentin (und damit auch den Zuschauer) auf die falsche F√§hrte zu locken. Au√üerdem werden Textkarten verwendet, zahlreiche Charaktere mit Namenseinblendung eingef√ľhrt und Fotos mit Linien verbunden, die Komplexit√§t vort√§uschen und das Verst√§ndnis von Zusammenh√§ngen erleichtern sollen, die v√∂llig egal sind. Am Ende geht es darum, dass alle das Geld wollen und sich zum Schluss der Las Vegas Mob, die Mafia, das FBI und die Kopfgeldj√§ger in einem Penthouse √ľber den Haufen schie√üen (√úbrigens eine sch√∂ne Reminiszenz ans Scotts "True Romance").

Keira Knightley in der Titelrolle ist eine etwas eigenartige Wahl (obwohl die Entscheidung klarer wird, wenn man Fotos der echten Domino Harvey im Bonusmaterial sieht). Sie bem√ľht sich redlich und zeigt Dinge, die man von ihr nicht erwartet und ihr auch nicht zugetraut h√§tte. Es ist klar, warum sie sich diese Rolle ausgesucht hat. Domino Harvey macht ihr sichtlich Spa√ü und sie h√§ngt sich auch ordentlich rein. Dennoch hat man das Gef√ľhl, hier einer guten Schauspielerin zuzusehen, die zeigt was sie kann und nicht einer jungen Frau die Kopfgeldj√§gerin wird. Mal abgesehen davon, dass sie sich sehr anstrengen muss, um von ihren beiden Kollegen pr√§senzm√§√üig nicht in den Schatten gestellt zu werden. Edgar Ramirez‚Äô leicht psychotischer Choco ist einfach die interessantere und coolere Figur und Mickey Rourke nimmt sich zwar sichtlich zur√ľck, nur ist er halt Mickey Rourke. Dieses ihm mittlerweile innewohnende Gewicht bringt er mit seinem ganzen Talent nicht weg.
DominoDominoDomino
In Nebenrollen tauchen dann noch Christopher Walken als TV-Produzent, Mena Suvari als dessen Assistentin und die "Beverly Hills, 90210" Veteranen Ian Ziering und Brian Austin Green auf, die sich quasi selbst spielen, sowie Tom Waits als etwas angeschrägter Priester, der einem seiner Lieder entsprungen sein könnte.

Ansonsten schneidet Scott wie immer sehr, sehr schnell, l√§√üt die Bilder wackeln, verwendet Jumpcuts, Zeitlupen, Zeitraffer, diverse Verfremdungseffekte (nicht nur beim obligatorischen Drogentrip in der W√ľste), Farbfilter, und alles was der Geier sonst noch so an visuellen Spielereien hergibt. Kurz gesagt ‚Äď er haut zwei Stunden lang voll auf die zw√∂lf. "Domino" ist kurzweilig und ein intensiver, zappeliger Film, der wohl Domino Harveys Innenleben widerspiegeln oder auch einfach nur rocken soll. Wenn er am Ende versucht dir etwas √ľber Freundschaft zwischen den Kopfgeldj√§gern zu erz√§hlen und dass Domino das alles nur f√ľr das Leben eines kleinen Kindes gemacht hat, ist er selber schuld. "Domino" macht Spa√ü. Auch ein zweites Mal.

Eine Rezension von Chris S.
(22. März 2009)
    Domino bei ebay.de ersteigern


Kommentar schreiben | Einem Freund empfehlen

Daten zum Film
Domino USA 2005
(Domino)
Regie Tony Scott Drehbuch Richard Kelly
Produktion Tony Scott, Samuel Hadida Kamera Daniel Mindel
Darsteller Keira Knightley, Mickey Rourke, √Čdgar Ram√≠rez, Delroy Lindo, Christopher Walken, Brian Austin Green, Mena Suvari, Tom Waits, Ian Ziering
Länge 127 min. FSK 16
Kommentare zu dieser Kritik

Kommentar schreiben | Einem Freund empfehlen

 

Impressum