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Begierde

Begierde

Ein Film von Tony Scott

Das vermögende Ehepaar Miriam (Catherine Deneuve, „Ekel“) und John Blaylock (Pop-Kultikone David Bowie) fristen ihr Dasein in einem luxuriösen und mit antiken Schmuckstücken üppig ausgestatteten Haus in einem noblen Stadtteil New Yorks.
Außer ihnen weiss allerdings niemand dass sie hinter ihrer eleganten Fassade in Wirklichkeit eine uralte Spezies von Vampiren sind, die sich regelmäßig in die schicken Clubs der Stadt aufmachen um menschliche Beute zum Stillen ihres Blutdurstes einzufangen.
Als John, der von Miriam vor Jahrhunderten erst zu der unsterblichen Kreatur gemacht worden ist, aus dem Nichts rapide zu altern beginnt, wendet er sich an die Ärztin Sarah Roberts (Susan Sarandon, „Dead Man Walking“, „Thelma & Louise“). Diese hat vor kurzer Zeit ein Buch verfasst und forscht mit einem Team auf dem Feld der Progerie, einer äußerst dramatischen Form des frühen Alterns bei Kindern.

Zunächst will Sarah John bei seinem Problem keinen Glauben schenken und lässt ihn einige Stunden im Wartezimmer sitzen, in der Hoffnung dass er sich irgendwann von selbst aus dem Staub macht. Während er auf die Untersuchung wartet, erreicht sein Körper bereits das Stadium eines Greises. Entsetzt verlässt er das Gebäude und Sarah kann ihn gerade noch erhaschen, um zu sehen dass dieser ihr kein Märchen aufgetischt hat...
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Inzwischen ist John bereits so schwach dass er kaum noch ein Opfer erlegen kann, und als Miriam zuhause eintrifft bricht ihr Mann vor ihr zusammen – ewig in seinem Körper gefangen, ohne jemals wirklich sterben zu können.
Daraufhin trägt sie ihn auf den Dachboden um ihn in einem Sarg neben all ihren früheren Liebhabern „aufzubewahren“.

Aufgrund ihrer Schuldgefühle taucht Sarah am selben Tag an Miriams Haustür auf, um sich nach Johns Befinden zu erkundigen. Jene erzählt der Ärztin dass er in Europa sei, aber verspricht ihr in Kontakt zu bleiben:
Zwischen den beiden Frauen ist bereits beim ersten Anblick eine Leidenschaft entflammt, die weit mehr als nur Freundschaft bedeuten soll…

Nach etlichen Werbespots hat der Brite Tony Scott (Bruder von „Gladiator“-Regisseur Ridley Scott) mit „Begierde“ 1983 seinen ersten Spielfilm abgedreht, der auf einem Roman von Whitley Strieber („Wolfen“) basiert.
Dass der Regisseur, der mit seinem Nachfolger „Top Gun“ (1986) zum langjährigen Aushängeschild von Bombast-Produzent Jerry Bruckheimer wurde, zuvor in der Clip-Branche tätig gewesen ist, sieht man dem stylischen Werk über nahezu die gesamte Lauflänge an. Bereits der Vorspann, in welchem die Gothic-Band „Bauhaus“ in einer Disco ihren Song „Bela Lugosi's dead“ performt, gleicht einem MTV-Musikvideo aus den frühen 80ern, und auch im späteren Verlauf spielt der Leinwanddebütant Scott gerne mit Farben, Kulissen und Schnitten.

Auch aus heutiger Sicht hat „Begierde“ nichts von seiner optischen Brillanz eingebüßt und gehört wohl zu den vom visuellen Standpunkt her gesehen faszinierendsten Horrorstreifen überhaupt. Doch nicht nur die Optik bläst den Staub von den üblicherweise recht antiquiert anmutenden Vampirgeschichten:
Obwohl es sich bei dem Ehepaar Blaylock ganz offensichtlich um unsterbliche Blutsauger handelt, wird in dem Film das V-Wort stets gemieden und auch die Klischees vom Knoblauch, Sonnenlicht und den hölzernen Pfählen werden außen vor gelassen. Außerdem werden die Hälse der Opfer nicht von spitzen Reißzähnen durchbohrt, sondern von kleinen Messern aufgeschlitzt, die Miriam und John wie Schmuck bei sich tragen.
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Abgesehen von den blutigen Genre-Elementen schlummert unter der Oberfläche aber auch eine bittere Love-Story, die von der Angst vor dem Altern und dem Streben nach ewiger Schönheit angetrieben wird. Im Mittelpunkt des Films steht die unglaublich attraktive Catherine Deneuve als uralte Vampirin, die eigentlich eine fast schon tragische Figur abgibt, da es ihr nicht vergönnt ist, ihr Dasein mit einem ebenbürtigen Menschen zu teilen.
Die Tatsache, dass Regisseur Scott in der zweiten Hälfte eine recht sinnliche Szene zeigt, in welcher sich Miriam und Sarah lieben, hat übrigens beim Erscheinen zu einer großen Empörung unter den konservativen Kinogängern geführt – was mal wieder beweist, dass manche Leute einfach mit einem Brett vor dem Kopf durch die Welt rennen…

Manchmal fällt es allerdings bei den im Vordergrund stehenden, wuchtigen Bildern ein wenig schwer, dem Lauf der Handlung zu folgen, die oft wie ein ästhetischer aber auch verstörender Fiebertraum wirkt. Wer bei Geschichten nur auf Logik achtet, könnte sich mit Tony Scotts kultigem „Style-over-Substance“-Beitrag möglicherweise schwer tun. Das soll allerdings nicht bedeuten, dass der Film einfach einen hohlen optischen Rausch darstellt, sondern dass er eine eher visuelle Erzählweise bevorzugt und Raum für eigene Interpretationen lässt.

Neben der innovativen Inszenierung des Regisseurs müssen noch die durch die Bank überzeugenden Schauspieler und auch die Make-Up-Künstler hervorgehoben werden, die vor allem bei der Darstellung der verschiedenen Alterungsstadien von John wirklich hervorragende Arbeit geleistet haben.

Es mutet schon merkwürdig an dass ausgerechnet Tony Scott diesen Genre-Tipp der frühen 80er erschaffen hat, da dieser nur wenige Jahre später zwar seinem Publikum als Bilderstürmer erhalten geblieben ist, sich aber größtenteils auf die Umsetzungen inhaltlich eindimensionaler Action-Stoffe konzentriert, von denen nur wenige außerhalb ihrer Ästhetik zu überzeugen wussten.
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„Begierde“ ist 2004 über „Warner Home Entertainment“ auf DVD erschienen, wobei der Silberling das gute Stück erneut in seiner ganzen „Cinemascope“-Pracht (Format 2,40:1) erstrahlen lässt. Da gerade die vielgenannten traumwandlerischen Bilder einen grossen Teil des Sehvergnügens ausmachen, kann man diese Version trotz mangelnder Extras jedem aufgeschlossenen Horrorfan empfehlen.

Eine Rezension von Bastian G.
(12. Mai 2008)
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Daten zum Film
Begierde England 1983
(The Hunger)
Regie Tony Scott Drehbuch Ivan Davis, Michael Thomas, basierend auf dem Roman von Whitley Strieber
Produktion Metro-Goldwyn-Mayer, Peerford Ltd. Kamera Stephen Goldblatt
Darsteller Catherine Deneuve, David Bowie, Susan Sarandon, Cliff De Young, Beth Ehlers, Dan Hedaya, Rufus Collins
Länge 93 min. FSK ab 18 Jahren
Filmmusik Michel Rubini, Denny Jaeger
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