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Blutgericht in Texas RSS 1.0


Blutgericht in Texas

Blutgericht in Texas

Ein Film von Tobe Hooper

Obwohl „Blutgericht in Texas“ bereits mehr als dreißig Jahre auf dem Buckel hat, vermag er nach wie vor nicht nur zartbesaitete Gemüter in Angst und Schrecken zu versetzen. Keinem der drei Sequels oder gar dem Remake mag es dabei gelingen auch nur annähernd an das Original heranzukommen.

Doch was macht den Streifen zu einem solch einmaligen Schocker?
Einerseits mag dies daran liegen, dass der Film mit billigsten Mitteln und einem geringen Budget gedreht wurde, was ihm einen ganz spezifischen Charakter verleiht. Aufgrund geringer Möglichkeiten mit Splattereffekten zu arbeiten, musste der Regisseur Tobe Hooper nämlich kreativ sein und durch einen geschickten Schnitt und geniale Kameraeinstellungen Blut und Gore kompensieren, was ihm auch vorzüglich gelungen ist.
Wenn man daher aus dem Film hinausgeht glaubt man einen der blutigsten Filme gesehen zu haben. Sieht man sich „Blutgericht in Texas“ jedoch Szene für Szene analytisch an, so wird man feststellen das dem nicht so ist. Aufgrund seiner einmaligen Schnitttechnik wird hier nämlich der Wahrnehmung ein Streich gespielt und es gibt tatsächlich kaum Blut oder gar Gore und Splatter zu sehen.
Dieser Trick ist nicht neu: wer die Duschszene von „Psycho“ kennt, der weiß wovon ich spreche. Auch hier meint jeder das Eindringen des Messers in den Körper von Janet Leigh gesehen zu haben, obwohl dies kein einziges Mal gezeigt wird. Genauso funktioniert auch „Blutgericht in Texas“.

Die
Brutalität und Gewalt sind hier eindeutig psychischer Natur. Die unheimlichen Soundeffekte, die überwiegend aus undefinierbaren Geräuschen zusammengesetzt sind und das Geschehen auf der Leinwand durch eine Kakophonie begleiten, spielen dabei eine wesentliche Rolle. Aber auch die vielen kleinen Details wie z. B. das verwesende Gürteltier auf der Straße, der ohrenbetäubende Stromgenerator vor dem Haus der „schrecklich netten Familie“, die morbiden Vorstellungen der Schlächter vom „schöner Wohnen“ und eine permanent kreischende Hauptdarstellerin tragen ihr übriges bei, um eine beinahe schon unerträgliche, kranke und perverse Atmosphäre und Grundstimmung zu schaffen, und das von der Totenschändung bis zum verstörenden, abrupten, wahnsinnigen Ende.

Der Film liefert dabei dem Zuseher keine einzige Identifikationsfigur, sondern zeigt uns lediglich Handlungsabläufe und Ereignisse, die nicht näher erklärt und auch nie aufgelöst werden. Die Aufnahmen und Kameraeinstellungen sind ebenfalls gut durchdacht. Während bis zum Finale die Begebenheiten eher aus nüchterner Distanz in Szene gesetzt werden, geht die Kamera beim großen Dinner immer näher ans Geschehen heran (siehe die Großaufnahmen der schreckensgeweiteten Augen von Sally [Marilyn Burns]). Dadurch entwickelt der Film einen sehr dokumentarischen und voyeuristischen Charakter, was die verstörende Wirkung des Films unermesslich steigert.
Die Schockeffekte geschehen ohne langsamen Spannungsaufbau, sondern unmittelbar und überraschend. Eine der härtesten Filme ist wohl jene Szene in welcher Sally, dem Wahnsinn nahe, minutenlang kreischt und die Kamera genüsslich jedes Detail ihrer Hysterie festhält.

Dennoch ist „Blutgericht in Texas“ voller sarkastischer Untertöne und hat einen beißenden schwarzen Humor. Gerade der Angriff auf das spießige Familienbild der amerikanischen Gesellschaft durch bewusste Verfremdung desselben ist hier offensichtlich.
Nachdem ich „Blutgericht in Texas“ das erste Mal gesehen hatte, war ich ziemlich verstört und schockiert, sodass ich den Film für ein paar Jahre beiseite legte, um ihn später wieder für mich zu entdecken. Heute zählt er sogar zu meinen Favoriten des Genre.


Eine Rezension von Florian Friedrich
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Daten zum Film
Blutgericht in Texas USA 1974
(The Texas Chainsaw Massacre)
Regie Tobe Hooper Drehbuch Kim Henkel, Tobe Hooper
Produktion Tobe Hooper, Lou Peraino
Darsteller Marilyn Burns, Allen Danzinger, Edwin Neal, Gunnar Hansen, Jim Siedow
Länge 83 min FSK ungeprüft
http://www.texaschainsawmassacre.net/
Kommentare zu dieser Kritik
sagte am 17.02.2007 um 12:02 Uhr

Tobe Hooper zählt einfach zu meinen ganz persönlichen "Meistern".
Mag an diesem Film auch besonders die Schnitte und Kameraeinstellungen. Bei vielen Horrorfilmen heute sind die Möglichkeiten im Bereich der Effekte einfach zu groß geworden und dabei werden diese Möglichkeiten ganz übersehen...

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