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Astro-Zombies - Roboter des Grauens

Astro-Zombies - Roboter des Grauens

Ein Film von Ted V. Mikels

Inzwischen scheint sich bei kleineren Labels rumgesprochen zu haben, dass sich auch günstige Filme gut absetzen lassen, wenn die Edition nur liebevoll genug produziert ist. Das Haus Anolis hat es ja eindrucksvoll vorgemacht, nun folgt also auch das junge Label „Subkultur Entertainment“ dem Beispiel und veröffentlicht eine Grindhouse-Reihe. Dass sich die Jungs und Mädels dabei an dem Tarantino-Buzzword bedienen ist geschenkt angesichts der Tatsache, dass sich die Reihe in einem wirklich schönen Schuber befindet, der die Wörter „Lust, Grauen, Ekel“ geradezu von sich schreit. Mit dem Wissen, dass Film Nr.1, der vorliegende „Astro-Zombies – Roboter des Grauens“, keinen Schuss Pulver wert sein wird, habe ich – der geneigte Kritiker – natürlich trotzdem zugeschlagen, und auch diese Geschäftsmodell ist aufgegangen: die Box war noch vor Veröffentlichung ausverkauft!

Versuchen wir uns mal an einer Inhaltsbeschreibung – einfach wird das nicht. Da ist also der alternde John Carradine (Star aus zahlreichen Filmen der aber irgendwann nur noch Schotter drehte), der irgendwelche Experimente macht. Sein Ziel: er möchte die titelgebenden Astro-Zombies (oder Astro-Männer, der Film ist da mit sich selbst nicht ganz einig) erschaffen, Roboter-Mensch-Hybriden, die sich über die Kraft der Gedanken steuern lassen (vergesst das gleich wieder, das greift der Film ohnehin nicht mehr auf). Dann gibt’s da Ephraim, Carradines stummen Assistenten, der seine Zeit mit Versuchen an halbnackten
Frauen (na gut, sind wir ehrlich: einer halbnackten Frau) verbringt. Dann ist da ein amerikanischer Ermittler. Der soll ein paar mysteriöse Morde aufklären. Und dann ist da noch ein Wissenschaftler, dessen Freundin ihre Kollegin eben eines dieser Mordopfer ist. Der, also der Wissenschaftler und der Ermittler tun sich zusammen. Und dann ist da noch ein Spion, der einen Wissenschaftlerkongress belauscht und aufgezeichnet hat, auf dem Professor Doktor Doktor Carradine seine bisherigen Ergebnisse vorstellte. Und dann ist da noch ein asiatisches Pärchen, dass erstens von genau diesem Spion erpresst wird, weil die doch bitte auch gerne Astro-Zombies erschaffen wollen. Und dann (!) ist da noch ein Typ bei den beiden, der das ganze zu einer Menage-a-troi macht, aber die dann auch betrügt. Und dieser illustre Cast an Charakteren schlägt nun also knapp 90 Minuten einer nichtvorhandenen Handlung mit endlosen Autofahrten und Pseudoscience auf Seiten Carradines tot. Oh, den Astro-Zombie der mit einer Solarzelle funktioniert und sich deshalb eine Taschenlampe an den Kopf hält (!!), hätte ich in dem Kuddelmuddel jetzt beinahe vergessen...nochmal Glück gehabt!

Ähm, ja. So oder so ähnlich tingelt sich der Film also in einem geradezu schlafwandlerischen Tempo über seine 90 Minuten. Stundenlang darf man Autofahrten beobachten, man darf in geradezu epischer Länge den Experimenten von John Carradine beiwohnen, der die entweder gar nicht kommentiert, oder stumpfen Technobabble von sich gibt. Sehr süß ist aber, wie Regisseur Ted V. Mikels scheinbar es nicht wirklich gewagt hat, Carradine zu sagen was für einen Heuler er da dreht: so ist Carradine nie mit der holden Gefangenen in Unterwäsche in einem Shot zu sehen. Natürlich kann man den Film auch etwas formeller kritisieren; die parallel laufenden Handlungsstränge wollen nie so wirklich ineinander greifen, und auch die Motivation der Charaktere bleibt äußerst nebulös. Verzweifelt wird dann auch über irgendwelche „Schwenkschnitte“ versucht, einerseits eine Verbindung, andererseits eine gewisse Dynamik zu erschaffen, aber auch das mag nicht so wirklich funktionieren. Dass ein Film mit einer solch minimalen Handlung bei 90 Minuten Laufzeit natürlich auch viel zu lang ist, scheint kaum erwähnenswert; gerade wenn ein großer Teil aus endlos ausgedehnten Szenen oder reinen Füllszenen besteht, wie die vorher schon erwähnten Autofahrten.
Astro-Zombies - Roboter des GrauensAstro-Zombies - Roboter des GrauensAstro-Zombies - Roboter des Grauens
Auch bei den Schauwerten gibt es nicht allzuviel zu bewundern. Gegen Ende gibt es ein bisschen Macheten-Gore (unspektakulär), eine halbnackte aber bemalte Tänzerin und ein paar schreiende Frauen in Unterwäsche. Sex und Gore muss man also auch noch woanders suchen. Ein Film, der auch im englischen Original „The Astro-Zombies“ heißt, zeigt diese also kaum. Anstelle dessen reden uninteressante Charaktere nur über die titelgebenden Figuren, oder verbringen ihre Zeit mit Autofahren oder Warten. Nichts, absolut gar nichts passiert in diesem Film! Insofern ist es auch wirklich schwierig, die 90 Minuten relativ konzentriert durchzuhalten. Einzig ab und zu scheint etwas Wahnwitz durch, wenn etwa die Start- und End-Credits von kämpfenden Spielzeugrobotern unterlegt sind (die natürlich gar nix mit dem restlichen Film zu tun haben). Auch der äußerst verworrene Schnitt, wo einfach mal Fragmente anderer Szenen eingeschoben werden, sorgt für Verwunderung.

Macht summa summarum also zwei Sterne. „Astro-Zombies – Roboter des Grauens“ ist also eine fürchterlich schnarchnasige Gurke, und selbst für mich als Trash-Fan wirklich übel langweilig. Und Langeweile ist mit Sicherheit das schlimmste, was man einem Film unterstellen kann. Im Jahr 2002 und schließlich noch 2010 drehte Regisseur Ted V. Mikels tatsächlich noch zwei Fortsetzungen! Ob man über diese hier lesen wird? Wer weiß...

Und nun das große ABER: die DVD ist natürlich klasse, und die ganze Edition somit schwer unterstützenswert. Die liebevoll gemachte Nr.1 der Grindhouse-Edition kommt mit einer sehr schönen Trailershow vor und nach dem Hauptfilm, darunter sogar ein eigens produzierter Zigarettenspot für die Marke „Krebs“. Bild und Ton können überzeugen, sind aber bei weitem nicht fehlerfrei. Aber das etwas abgewetzte Bild mit Laufstreifen etc. passt einfach wunderbar zu dem miesen Film und gibt dem Grindhouse-Schlagwort noch etwas Kontur. Ebenfalls prima: eine recht professionelle deutsche Synchro findet sich Seite an Seite mit dem englischen Originalton. Der ist auch deshalb hörenswert, weil etwa Schauspieler Wendell Corey am Set offensichtlich betrunken war – dies sollte auch sein letzter Film sein. Dazu kommen noch ein paar kleinere Extras wie etwa ein fünfminütiges Interview mit Regisseur Mikels. Einzig einen Audiokommentar – sei es von Mikels oder aber auch von den üblichen Verdächtigen wie etwa Herr Keßler – vermisse ich dann doch leicht.

Kurz und schmerzlos: DVD ist großer Sport, Film ist großer Krampf.

In diesem Sinne:
„Wenn wir ihn nicht unschädlich machen, dann macht er uns alle fertig.“
- „Nein, auf keinen Fall. Es muss doch eine Möglichkeit geben, ihn zu kontrollieren?
„Es gibt keinen anderen Weg, wir müssen ihn vernichten. Dann können wir meinen zweiten Roboter perfektionieren. Sein Gehirn ist moralisch sauber!“

Roboter? Oder waren es doch Zombies? Egal, Hauptsache sie halten sich eine Taschenlampe an die Stirn, um ihre Solarzelle mit Energie zu versorgen!

Eine Rezension von David Kugler
(30. November 2010)
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Daten zum Film
Astro-Zombies - Roboter des Grauens USA 1968
(The Astro-Zombies)
Regie Ted V. Mikels Drehbuch Ted V. Mikels, Wayne Rogers
Produktion Ram Ltd. Kamera Robert Maxwell
Darsteller John Carradine, Wendell Corey, Joe Hoover, Tura Satana, Tom Pace, Joan Patrick
Länge 87:35 FSK
Filmmusik Nicholas Carras
Kommentare zu dieser Kritik
Damocles TEAM sagte am 07.02.2011 um 17:44 Uhr

Tura Satana verstarb am Freitag im Alter von 72 Jahren.

RIP

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