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Indiana Jones und der letzte Kreuzzug

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug

Ein Film von Steven Spielberg

Nachdem die gefährliche Bundeslade tief in den Museumsarchiven verstaut wurde und sich damit außerhalb der Reichweite der machtgierigen Nazis befindet, bekommt Dr. Henry Jones alias „Indiana Jones“ abermals großen Stress: Hitler und seine Schergen gieren nun nach dem sagenumwobenen heiligen Gral, jenem Kelch, aus dem Jesus beim letzten Abendmahl getrunken haben soll und welcher der Legende nach ewige Jugend schenke.
Zunächst zögert Indy, sich wiederum auf eine strapaziöse Schatzsuche zu begeben, doch als er erfährt, dass sein Vater von der SS entführt wurde und nun an der Deutsch-Österreichischen Grenze gefangen gehalten wird, macht er sich auf eine gefahrenvolle Reise ins Ungewisse, welche ihn tief in die Ratten verseuchten Katakomben von Venedig, direkt in die Höhle des Löwen nach Berlin und schließlich zum heiligen Gral führen wird.

Ein besonderes Highlight im dritten „Indiana Jones“ ist das sich zugleich liebende, zugleich hassende Antihelden-Duo bestehend aus Jones Junior und dem tollpatschigen (seine Missgeschicke passieren ihm immer nur dann, wenn sein Junge gerade nicht hinsieht) Senior, der von Sean Connery, welcher gerade einmal zwölf Jahre mehr als Harrison Ford auf dem Buckel hat, sehr selbstironisch gespielt wird. Nicht nur, dass Vater und Sohnemann mit demselben Blonden Gift in die Kiste steigen (immerhin bleibt alles in der Familie!) und um dessen Gunst eifern, nein, sie geraten auch ständig vom Regen in die Traufe und können sich aus d
en schlimmsten Situationen mehr durch Glück, denn durch Geschick befreien, wobei nicht selten die Rollen vertauscht werden, etwa wenn der ungeschickte Vater immer wieder Mist baut und den Eindruck eines schlecht gehüteten Kindes macht.
Durch diese für Spielberg typische ambivalente Vater-Sohn Konstellation (vgl. auch „Der Weiße Hai“[1975], „Hook“[1991], „Krieg der Welten“[2005]…), die hier auf die Spitze getrieben wird, wird für Junior und Senior die Suche nach dem Relikt gleichzeitig zu einer aufregenden Familientherapie, zur Aufarbeitung jahrelang unterschwellig brodelnder Konflikte und Nichtgesagtes bzw. Tabuisiertes, wie etwa der Vorwurf Indys, dass Pappi ihn sein ganzes Leben lang vernachlässigt und ignoriert habe oder der tragische Schicksalsschlag der Familie, nämlich der frühzeitige Todesfall von Indianas Mutter, wird nun in den schrägsten Momenten angesprochen.
Fragwürdige Unterstützung bekommen die beiden durch Dr. Marcus Brody und den gutherzigen, gemütlichen Sallah, verkörpert vom bär(t)igen John Rys-Davies, ein Gesicht, mit dem man bereits aus dem ersten (bzw. zweiten, denn in chronologischer Reihenfolge betrachtet spielen Indys Erlebnisse im Todestempel ja vor den beiden anderen Wettlauf-mit-den-Nazis-Streifen) Abenteuer vertraut ist.
Auf Seiten der Bösewichte steht diesmal die hübsche, doch kühle Dr. Elsa Schneider. Obwohl sie immer wieder ihre eiskalten Phasen durchmacht, kann sie beim Zuseher dennoch mit einigen Sympathiepunkten auftrumpfen, z.B. wenn sie bei der großen Bücherverbrennung in Berlin weint, und ist in einem Genre, in dem man sehr viel mit Gut vs. Böse arbeitet, eine interessante und erfrischende Rolle. Sie steht für einen Menschentyp, der voller Besessenheit und Machtgier zunehmend pervertiert und trotz gutem Kern jegliche ethischen Skrupel verliert.
Die sadistischen Nazis sind abermals die perfekten Widersacher, welche die Dramaturgie sehr aufwerten. Mit ihren diabolischen, satanischen und von Hass und Gier verzehrten Gesichtern machen sie den Eindruck, sie seien Abgesandte der Hölle selbst und haben kaum noch etwas Menschliches an und in sich.
Indiana Jones und der letzte KreuzzugIndiana Jones und der letzte KreuzzugIndiana Jones und der letzte Kreuzzug
Doch nun zum Drehbuch: bereits der Einstieg ins Geschehen ist grandios. Dieser zeigt eine (für den übrigen Film an und für sich unbedeutende, dafür umso humorvollere und beschwingendere) Rückblende auf ein atemberaubendes Abenteuer des jungen Indiana Jones, gespielt von River Phoenix, der von Harrison Ford höchstpersönlich für die Besetzung vorgeschlagen wurde – trotz hohem Milchbubifaktor eine gute Wahl –, in der Wüstenlandschaft von Utah. Dabei erfahren wir auch endlich, warum der starke Held solch panische Angst vor Schlangen hat, weshalb er so gut mit der Peitsche umzugehen vermag, woher seine Narbe am Kinn (die sich Harrison Ford tatsächlich bei einem Autounfall zugezogen hat) stammt und was es mit seinem vielgeliebten schmuddeligen Hut auf sich hat.

Für die Story haben sich die Herren Lucas und Spielberg so ziemlich alles aus der jüdisch-christlichen Mythologie und alten Heldensagen zusammengeklaut, was ihnen über den Weg gelaufen ist, das Ganze in einen überdimensionalen Mixer gepackt und lange durchgemischt. Was herausgekommen ist, ist ein buntes Feuerwerk aus enormer Spannung, viel Spaß, Situationskomik und einer Extraportion Mystik.
Die Suche nach dem heiligen Gral mag sich zwar nicht ganz so spektakulär und unheimlich-bedrohlich wie diejenige nach der geheimnisvollen Bundeslade aus dem Original, in dem schon einmal ein Deus Ex Machina ein gewaltiges Gewitter aufziehen lässt und als alttestamentlicher Rachegott seinen mordlüsternen Finger gegen die Nazis wendet, gestalten, wird aber immer wieder, vor allem zusammen mit John Williams Gänsehaut-Score extrem mysteriös und märchenhaft, ohne dabei Abstriche beim Versprühen guter Laune zu machen.

Besonders zu empfehlen ist die Originalfassung. Die Nazis und Deutschen haben solch überzeichnete Akzente, dass es schon wieder komisch ist, und wenn Harrison Ford, als Fahrscheinkontrolleur des Luftschiffes verkleidet, auf Deutsch um die Tickets bittet und hierbei gebrochen mit unserer bzw. gegen unsere Muttersprache kämpft, kann sich der Native Speaker des Lachens kaum noch erwehren.
Vielleicht wäre an dieser Stelle noch ein böser Seitenhieb auf die Deutsche Synchronisation angebracht, welche die Phrase der Originalfassung:
Elsa (küsst Indy): „That’s how Austrians say goodbye. “
Colonel Vogel: „And this is how we say goodbye in Germany, Dr. Jones!” (hierauf schlägt er Indy)
falsch übersetzt („Und so verabschieden wir uns bei der SS!“), wahrscheinlich, um die deutschen Filmfans nicht vor den Kopf zu stoßen und Österreich, das sich bezüglich seiner nationalsozialistischen Vergangenheit ohnedies nur allzu gerne in der Opferrolle sieht, nicht zu sehr zu glorifizieren.

FAZIT: Was hätte man am krönenden Abschluss der (vorläufigen) Trilogie besser machen können? Die Antwort auf diese Frage lautet „Gar nichts“. Nicht nur, dass „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ konsequent an seine beiden Vorgänger anknüpft und immer wieder anspielt (vgl. die Wandzeichnung der Bundeslade in den Katakomben von Venedig, während Williams das unheilschwangere Thema aus dem Original anstimmt), seine Charaktere Weiterentwicklungen durchmachen lässt und ungeklärte Fragen auflöst (Dank Daddy erfährt man nun endlich, wem Junior seinen Spitznamen verdankt. Auch George Lucas besaß einen Hund namens „Indiana“, insofern ist Sallahs Frage „Du trägst den Namen eines Hundes?“ tatsächlich wahr), nein, er liefert sogar noch mehr Wortwitz, Charme, Selbstironie, Dynamik und Komik, ohne dabei jemals Gefahr zu laufen im Action- und SFX-Sumpf zu versinken.
Verbunden mit viel Abenteuer- und Kolonialnostalgie, wunderschönen Landschaftsaufnahmen, einer grandiosen (mehr oder weniger) historischen Ausstattung, vielen verschiedenen und interessanten Schauorten, wie z.B. das romantische Venedig, das dem Filmprojekt für einen halben Tag die totale Kontrolle über den Canal Grande verlieh, das fiktive Schloss Brunwald, welches sich angeblich nördlich von Salzburg befinden soll (es aber nicht tut, weil der Rezensent aus dieser Region stammt) und eigentlich Schloss Bürresheim bei Mayen in der Eifel zeigt oder die Roßfeld-Höhenring-Straße im schönen Berchtesgadener Land (und zugleich nahe der ehemaligen Wohnresidenz Hitlers gelegen!) entsteht der liebenswerte geraffte Trip- und Reiseflair (Preisfrage: Wie lange braucht man mit einem Luftschiff von Berlin nach Griechenland?), den man im Original bereits so sehr genoss und im Prequel etwas vermisste.
Und an alle notorischen Filmfehlersuchenden, I-Tüpfelchenreiter und diejenigen, die sich beklagen, dass das ganze fette Spektakel ja historisch betrachtet volkommen inkorrekt inszeniert sei: tut mir leid, in diesem sich selbst nicht ernst nehmendem Genre ist das vollkommen egal. Gerade der bewusste Nonsens ist des Films größte Stärke!
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Eine Rezension von Florian Friedrich
(16. Juni 2007)
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Daten zum Film
Indiana Jones und der letzte Kreuzzug USA 1989
(Indiana Jones and the Last Crusade)
Regie Steven Spielberg Drehbuch Jeffrey Boam
Produktion Robert Watts
Darsteller Harrison Ford, Sean Connery, Denholm Elliott, Alison Doody, John Rhys-Davies, Julian Glover, River Phoenix, Michael Byrne
Länge 127 Minuten FSK 12
http://www.indianajones.com/
Filmmusik John Williams
Kommentare zu dieser Kritik
Zombie-mower TEAM sagte am 17.06.2007 um 03:44 Uhr

ein großartiger Abschluss einer furiosen Abenteuer-Trilogie und zugleich meines Erachtens der beste Teil der Indiana Jones Reihe.

Sicher wesentliche Stärken sind auch hier die tollen, noch abwechslungsreicheren und überraschenderen Storyelemente und Plottwists, sowie das narrative und visuelle Genie von Stephen Spielberg.

Doch was mir diese Jones-Variante am persönlich nähesten ans Herz gebracht hat waren die vielen kleinen Details über Indiana Jones' Vergangenheit, wie seine Kindheit und seine Entwicklung zu einem passionierten Archäologen und Abenteuerer, und besonders die problematische Vater-Sohn-Beziehung, welche Jones Jr. eben diesen typischen Sturrsinn und Durchsetzungsvermögen eingebracht hat.
Neben der nicht minder wie den Vorgängern spannenden Handlung bilden dieses Vorwissen und die stimmigen Ergänzungen des Charakters des Protagonisten ein perfektes Bild und tragen in noch höherem Maße zum Unterhaltungsfaktor bei.
Besonders Sean Connery alias Papa Jones verleiht dem Film einen zusätzlichen Charme und harmoniert wunderbar mit Harrison Ford.
Connery zeigt auch hier wiedermal seine schauspielerische Bandbreite, indem er trotz unsterblichem Bond-Image einen ganz anderen - eigentlich komplett gegenteiligen - Charakter mimt: einen äußerst glaubwürdigen, gutherzigen, aber unverzeihlich vernachlässigenden Vater und verpeilten Archäologen.

Spielberg, Williams, Ford & Connery - ein unschlagbares Dreamteam, wieso nur hat sie das Schicksal nich in zumindest einem weiteren Film zusammen geführt???
Renee TEAM sagte am 17.06.2007 um 20:30 Uhr

Ich finde auch, dass dieser Abschluss mehr als gelungen ist, weswegen ich die Pläne zu einem 4. Teil mit gemischten Gefühlen betrachte.

Sean Connery ist großartig als Indys Vater! Aber mein persönliches Highlight ist doch River Phoenix als junger Indy!
Stefan R. TEAM sagte am 21.06.2007 um 10:36 Uhr

Hier sind aller Guten Dinge wirklich noch drei! Das Spiel zwischen Connery / Ford ist grandios und liefert viele gelungene Momente ("Ich weiß, Vater!"), die man so schnell nicht vergisst. Ob Teil 4 ebenso gelungen ist, wird sich in Bälde zeigen, aber auch ich bin leider etwas skeptisch.

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