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Navajo Joe - Kopfgeld: Ein Dollar

Navajo Joe - Kopfgeld: Ein Dollar

Ein Film von Sergio Corbucci

Duncan (Aldo Sambrell) und seine Bande sind Skalpjäger, die aus purem Sadismus ganze Dörfer dem Erdboden gleich machen und die Skalps der getöteten Indianer sammeln, um sie für einen lumpigen Dollar zu verkaufen.
Doch sie haben nicht mit Navajo Joe (Burt Reynolds) gerechnet, der sich an ihre Fersen heftet und den Indianerkillern endgültig das Handwerk legen will.
Dies kommt Duncan gleich doppelt ungelegen. Durchkreuzt der verhasste Joe doch permanent seine diabolischen Pläne, die er mit einem verschlagenen Doktor schmiedet, um einen Zug, der reichlich Kohle geladen hat, zu überfallen……

Die Rolle des Navajo Joe sollte für Burt Reynolds der ganz große Durchbruch werden, ganz so wie bei seinem Kollegen Clint Eastwood.
Nur war Reynolds enttäuscht, als er in Italien ankam und herausfand, dass er nicht mit dem zum damaligen Zeitpunkt bekannteren Leone arbeiten sollte, sondern dass sein Director zwar auch ein Sergio war, nur nicht der den er sich vorgestellt hatte.
Zumindest will es so die Legende.
So wurde der Corbucci-Western Reynolds erster Film, bei dem er das Top-Billing erhielt und die Hauptrolle übernahm. Wenngleich sein Part als gewitzter Krieger nicht an den Kultfaktor des „Man With No Name“ in den Dollar Filmen Leones heranreicht.
Zwar brilliert Reynolds, der zum damaligen Zeitpunkt topfit war, in den zahlreichen Actionszenen, wirkt dafür umso blasser in den Dialogsequenzen.
Zudem wird dem so ehrbaren wie unb
armherzigen Navajo Joe die Show ganz gewaltig von seinem Counterpart, dem psychotischen Sadisten Duncan, gestohlen: der wird nämlich vom Spaghettiwestern-Stammgast Aldo Sambrell herrlich diabolisch verkörpert.

„Navajo Joe“ drehte Corbucci 1966. Also im gleichen Jahr wie seinen Kultfilm „Django“, der ja einer der berühmtesten Western italienischer Herkunft werden sollte.
An die große Klasse des bekannteren Werkes kommt der gute Joe jedoch nicht ganz heran.
Dennoch ist „Un Dollaro A Testa“ (so der Originaltitel, der übersetzt etwa „Ein Dollar für einen Kopf“ heißt und sowohl auf den Preis den Duncan für die Skalps veranschlagt als auch auf die Belohnung die Joe für einen getöteten Banditen fordert, anspielt) äußerst sehenswert und natürlich ein waschechter Corbucci. Der Film hat den reißerischen Alternativtitel „An seinen Stiefeln klebte Blut“. Und der passt wie die Faust aufs Auge.
Denn wie man das von Corbucci gewohnt ist, geriet der fertige Film reichlich brutal.
Wenn auch nicht ganz so knallhart und nihilistisch wie in „Il Grande Silenzio“.
Viele der heftigsten und sadistischsten Szenen wurden damals kurzerhand herausgeschnitten. Bislang gab es den Film also nur in einer gekürzten Fassung.
Doch damit ist jetzt Schluss:
Denn Genrespezialist Koch Media hat sich glücklicherweise dieses Kleinods angenommen und präsentiert den Film in gewohnter Spitzen-Bildqualität in einer schönen Sammleredition im Schuber inklusive eines informativen 32-seitigen Booklets mit Artikeln über Corbucci und einem Interview mit dem deutschen Regisseur Dominik Graf: Vorbildlich!

Der Film nimmt in gewisser Hinsicht eine Ausnahmestellung im Genre des Italowestern ein:
Die indigene Bevölkerung Nordamerikas sieht man dort (bis auf wenige Ausnahmen, wie z.B. bei Bruno Matteis erst in den 80ern entstandenem „Scalps“ oder Enzo G. Castellaris „Keoma“) eher im Bereich der Statisten .
Ganz anders bei Corbucci: hier wird ein Indianer sogar zum Titelhelden und zur Hauptfigur.
Zudem versucht Corbucci auch das durch den US-Western verbreitete Bild der Indianer als Barbaren, die es nur auf die Skalps unbescholtener Siedler abgesehen haben, wieder gerade zu rücken.
Das zeigt sich insbesondere in einem Dialog zwischen Joe und einem Sheriff über die „echten“ Amerikaner, die Ureinwohner Amerikas.
So hat der Film dann trotz der Action-Vollbedienung auch eine leicht politische Note bzw einen sozialen Kommentar- was bei Corbucci ja zum guten Ton gehört, wenngleich die Botschaft durch das häufige Geballere natürlich etwas verwässert wird.
Burt Reynolds, der selbst indianische Wurzeln hat, macht seine Sache jedenfalls gut, von einer Weltklasse-Performance ist er aber, wie schon oben erwähnt, weit entfernt.
Das ist aber nicht so schlimm, denn auch beim Rest der Besetzung ließ sich Corbucci nicht lumpen. Neben Sambrell brillieren die umwerfende Nicoletta Machiavelli und Fernando Rey.
Wie überhaupt der Film ein hohes Aufkommen von Genrecelebrities nicht nur vor sondern auch hinter der Kamera aufweist. "Milano Kaliber 9"- Regisseur Fernando Di Leo schrieb am Drehbuch mit und Regieassistent von Corbucci war Ruggero Deodato. Deodato kommt auch noch in einer exklusiven auf der DVD enthaltenen Doku zusammen mit Nicoletta Machiavelli zu Wort.
Produzent war Dino DeLaurentiis (Eine Flut von Dollars), der angeblich Marlon Brando für die Rolle des Joe wollte.

Fazit:
Zum unheilschwangeren Morricone-Soundtrack inszenierte Corbucci einen harten Genrebeitrag, der zwar mit einigen Schwächen zu kämpfen hat und nicht ganz an die anderen Werke des Regisseurs heranreicht, aber dennoch zum Sehenswertesten des Genres gehört.

Credit und Copyright Coverfoto/Coverimage:
Koch Media

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(30. Juni 2009)
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Daten zum Film
Navajo Joe - Kopfgeld: Ein Dollar Italien 1966
(Navajo Joe bzw. Un dollaro a testa)
Regie Sergio Corbucci Drehbuch Ugo Pirro und Sergio Corbucci sowie Fernando Di Leo
Produktion Dino De Laurentiis
Darsteller Burt Reynolds, Aldo Sambrell, Nicoletta Machiavelli, Fernando Rey
Länge 93 FSK 18
Filmmusik Ennio Morricone
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