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Cairo Time

Cairo Time

Ein Film von Ruba Nadda

von Asokan Nirmalarajah

Bereits seit zwei Jahrzehnten zählt die Amerikanerin Patricia Clarkson zu den renommiertesten, weil talentiertesten Charakterdarstellerinnen des Hollywood-Kinos. Allerdings muss sich die 52jährige Blondine seit ihrem Kinodebüt als Kevin Costners brave Gattin in Brian De Palmas testosterongeladenem Crime-Epos The Untouchables – Die Unbestechlichen (1987) oft mit kleinen Rollen in großen Produktionen begnügen. Etwas mehr als zehn Jahre nach ihrem Einstand konnte sie sich mit zwei vielbeachteten Auftritten (als drogenabhängiges Ex-Model im lesbischen Liebesdrama High Art, 1998, und als todkranke Ehefrau eines Gefängniswärters in Frank Darabonts Stephen-King-Adaption The Green Mile, 1999) profilieren, größere Rollen blieben aber weiterhin aus. Ihre erste und bisher einzige Oscar-Nominierung erhielt Clarkson somit auch als beste Schauspielerin in einer Nebenrolle, für die Independent-Komödie Pieces of April – Ein Tag mit April Burns (2004).

Die kanadische Autorenfilmerin Ruba Nadda (Sabah, 2005) schien dieser Ungerechtigkeit der Filmindustrie entgegentreten zu wollen, als sie Clarkson die Hauptrolle in ihrem sensiblen Liebesdrama Cairo Time (2009) anbot. Zwar spielt die Schauspielerin auch hier die Ehefrau eines Mannes, der sie vernachlässigt und seinen eigenen A
benteuern nachläuft, doch nicht er, sondern sie ist dabei in jeder Szene des Films zu sehen. Dumm nur, dass sich im Laufe des mit 88 Minuten Laufzeit recht kurzen, aber dennoch etwas langatmigen Films über eine erwachsene Romanze zwischen einer verheirateten Kanadierin und einem ägyptischen Single-Mann herausstellt, dass es Clarkson doch an jenen Star-Qualitäten mangelt, um den Film alleine zu tragen. Dabei hat der in schönen, saftigen Farben fotografierte, in einem unaufdringlichen Tempo erzählte Film, der auf dem Filmfestival in Toronto den Preis für die beste kanadische Produktion erhielt, nur ganz bescheidene Ansprüche.
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Die kanadische Magazin-Autorin Juliette Grant (Patricia Clarkson) reist nach Kairo, um ihren Ehemann Mark (Tom McCamus) zu besuchen. Er ist aber durch seine Arbeit für die UN am Gazastreifen verhindert und muss ihren gemeinsamen Urlaub auf unbestimmte Zeit aufschieben. Da bietet sich unverhofft Marks alter Freund Tareq Khalifa (Alexander Siddig) als Juliettes Fremdenführer an. Die sich in ihrer Einsamkeit in dem fremden, exotischen Land nach der Nähe ihres Gatten und ihrer zwei bereits erwachsenen Kinder sehnende Frau vertraut sich dem charmanten Einheimischen an und wird von ihm an die malerischsten Plätze der ägyptischen Hauptstadt geführt. Die zunächst von den aggressiven Annäherungsversuchen einiger muslimischer Männer verstörte Spätvierzigerin verliebt sich nach und nach in die atemberaubend majestätische Stadt und ihre faszinierende, widersprüchliche Kultur, ganz zu schweigen in ihren nicht weniger einnehmenden Reisegefährten Tareq…
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Der „bestrezensierte Liebesfilm des Jahres 2010“, vertraut man der repräsentativen Auswertung von RottenTomatoes.com unter den einflussreichsten US-Kritikern, ist eine ansprechend unspektakuläre, aber gelegentlich ermüdend unaufregende Romanze, die bereits vorbei ist, wenn man glaubt, sie würde gerade erst in Fahrt kommen. Ein Film, der von einer passiven, unmöglichen Liebesbeziehung erzählt, muss, das haben nicht wenige andere Film eindrucksvoll bewiesen (siehe etwa Was vom Tage übrig blieb, 1993), nicht auch zu einer lethargisch erzählten, spannungslose Handlung führen. Die ereignisarme, gemäschlich vor sich hin plätschernde Geschichte von Ruba Naddas Film kommt ohne große Höhepunkte aus und ringt stattdessen vergeblich um eine leise Melancholie über ungelebte Leben und nicht genommene Chancen auf ein neues Glück. Dies können aber weder die gehobene, eindrucksvolle Touristenoptik, noch die unterforderten Darsteller so recht erzeugen.
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Patricia Clarkson, die oft in ein, zwei Szenen in besseren Filmen mit besseren Drehbüchern ganze Lebensgeschichten faszinierender Figuren zu vermitteln weiß, bemüht sich redlich in der unterentwickelten Hauptrolle. Doch weder nimmt man ihr ihre aufkeimende Liebe zu dem Ägypter und die vertraute Zuneigung zu ihrem abwesenden Mann ab, noch überzeugt sie als vermeintlich attraktive reife Frau, denen die meisten Männer im Film nachstellen. Warum ihre Figur selbst nach dem brutalen Annäherungsversuch eines Mannes von der Straße weiterhin darauf besteht, westlich-ignorant in kurzen Röcken, Kleidern und engen Hemden herumzulaufen, ist einem dann doch etwas schleierhaft. Zumal eine andere, von der rassigen Spanierin Elena Anaya (Lucia und der Sex, 2001) gegebene Frau eines UN-Arbeiters im Hotel bleibt oder sich nur in Begleitung hinausbegibt. Den Höhepunkt dieser Fehlbesetzung bildet dann die romantische, märchenhaft schön bebilderte Sequenz, die zwischen Juliette und Tareq (eine Rolle, die dem charismatischen Alexander Siddig von der Regisseurin auf den langen Leib geschrieben wurde) vor den Pyramiden spielt, und in der Clarkson eine eher unbeholfene, weil sehr unerotische Figur macht.

Die DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen bereichern den Film mit einem informativen Audiokommentar der Regisseurin und ihres exzellenten Kameramanns, einem kurzen Making of, einem fröhlichen Q&A von den Filmfestspielen von Toronto und einem eher enttäuschenden alternative Ende.

Eine Rezension von Asokan Nirmalarajah
(31. Januar 2012)
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Daten zum Film
Cairo Time Kanada 2009
Regie Ruba Nadda Drehbuch Ruba Nadda
Produktion Foundry Films, u.a. Kamera Luc Montpellier
Darsteller Patricia Clarkson, Alexander Siddig, Elena Anaya
Länge 88 Min. FSK 6
http://www.cairotime.ca/
Filmmusik Niall Byrne
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