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Asylum - Irrgarten des Schreckens

Asylum - Irrgarten des Schreckens

Ein Film von Roy Ward Baker

Dr. Martin soll eine neue Stelle in einer Irrenanstalt antreten. Doch statt dem bisherigen Anstaltsleiter Dr. Starr begrüßt ihn Dr. Rutherford, der nach einer Attacke durch einen Insassen im Rollstuhl sitzt. Um den Job zu bekommen, soll Dr. Martin unter den Insassen Dr. Starr finden, der scheinbar wahnsinnig geworden ist. Zu diesem Zwecke führt Dr. Martin mit vier Insassen Gespräche, und jedesmal bekommt er eine Geschichte des Wahnsinns und des Horrors serviert. Doch wer ist Dr. Starr? Wahrlich seltsames scheint in dieser Anstalt abzulaufen...

Neben den britischen Hammer Studios und der Eros Films, die neben zahlreichen Nudistenstreifen auch den günstigen Bruder-im-Geiste "Der Dämon mit den blutigen Händen" produzierten, schaffte es vor allem eine britische Firma neben den Hammer Studios zu Recht zu Ruhm und Ehre im Sektor der klassischen Gruselstreifen: die britische Amicus Productions! Amicus wurde zu Beginn der 60er Jahre von den amerikanischen Autoren und Produzenten Milton Subotsky und Max J. Rosenberg gegründet. Die Firma hörte zwar schon 1975 nach dem Ausstieg Subotskys bis auf wenige Ausnahmen auf, Filme zu produzieren, doch in ihrer kurzen Schaffensperiode brachte es die Firma mit 27 Filmen zu einer ernsthafen Konkurrenz für Hammer. Dies geht sogar soweit, dass viele der besseren Amicus Filme tatsächlich für Hammer Produktionen gehalten werden, was natürlich Unsinn ist und de
r Firma auch Unrecht tut. Trotzdem beschränkte sich Amicus nicht auf plumpe Kopien erfolgreicher Hammerstreifen, sondern spezialisierte sich vor allem auf den Episodenhorror bzw. auf Horroranthologien. Hierbei gibt es eigentlich immer eine Rahmenhandlung, in der die nominelle Hauptperson verschiedene Gruselgeschichten anderer Menschen anhört, so dass man häufig 4 bis 5 Kurzfilme bekommt, die durch eine Rahmenhandlung eine Verbindung bekommen. Auch sind die Filme der Amicus eigentlich fast immer in der Gegenwart angesiedelt, und weniger in vergangenen Zeiten wie bei Hammer. Mit "Asylum - Irrgarten des Schreckens" liegt nun ein recht bekanntes und auch repräsentatives Werk vor.
Asylum - Irrgarten des SchreckensAsylum - Irrgarten des SchreckensAsylum - Irrgarten des Schreckens
Wie bereits erwähnt besucht Dr. Martin in der Rahmenhandlung vier Insassen der Anstalt. Drei von ihnen erzählen die Geschichte, warum sie hier sind, während der vierte Insasse in der Rahmenhandlung verankert ist. Geschichte Nummero uno, "Frozen Fear", wird von der jungen Frau Bonnie erzählt. Es handelt sich um das klassische Thema eines Liebespaares, dass die Ehefrau des Mannes um die Ecke bringt, um das Geld einzustreichen und endlich freie Bahn zu haben. Doch die zerstückelte Leiche in der Gefriertruhe gibt irgendwie keine so rechte Ruhe. Die Handlung ist also bekannt, erinnert an das erste Segment von "Two Evil Eyes", ist aber hervorragend umgesetzt. Kleine Schwächen gibt es hierbei beim Drehbuch, da nicht ganz klar ist, warum Ruth, die Ehefrau, noch zu ihrem Mann steht. Die Voodoo-Einflüsse sind ganz nett, ohne genau erklärt zu werden, dafür gibt es hier effektiv getrickste Leichenteile, ohne in blutiges Geschmoddere auszuarten. Wenn die Tote dann ins Geschehen eingreift, sind die Tricks natürlich recht durchschaubar, erfüllen aber ihren Zweck, sind putzig anzusehen und es gruselt und thrillt für das Alter doch ganz gut. Gegen Ende gibts dann noch ein nettes Detail, was in die Rahmenhandlung übertragen wird, und wir haben die erste - gelungene - Geschichte bereits hinter uns.

Und schon wird Dr. Martin zu Bruno gebracht, einem angeblich Irren Schneider, der mit Luft wie ein Pantomime vor sich hin näht. Er erzählt von "The Weird Tailor", natürlich seine eigene Biographie. Zusammen mit seiner Frau hatte er in London eine Schneiderei, konnten aber leider die Miete nicht mehr bezahlen. Glücklicherweise kommt der seltsame Mr. Smith in den Laden, der ein noch seltsameres Material mitbringt. Aus diesem Stoff solle bitte nach festen Regeln ein Anzug für seinen Sohn geschnitten werden, und beispielsweise darf nur nach Mitternacht gearbeitet werden. Doch nicht nur das Material ist komisch, auch Mr. Smith und sein Sohn haben so manches Geheimnis. Und auch der fertige Anzug verfügt über dunkle Kräfte.
Erneut bekommen wir eine atmosphärisch dichte Horrorstory geliefert, die natürlich vor allem mit der Anwesenheit von Peter Cushing punkten kann, der eine Art Mad Scientist spielt. Desweiteren ist die Tricktechnik hier nochmal gesteigert worden, gerade der fertige Anzug, der in verschiedenen Farben schimmert, ist wirklich sehr gut umgesetzt. Ein bisschen mehr Exposition bzgl. des geheimnisvollen Buches im Besitz von Mr. Smith wäre hier wünschenswert gewesen, dafür ist die Hinleitung zu dieser Geschichte mit dem nähenden Bruno in der Anstalt wunderbar stimmungsvoll gelungen.
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Erneut macht Dr. Martin die Bekanntschaft einer weiteren Insassin, diesmal der jungen Barbara. In "Lucy Comes To Stay" erfahren wir, dass Barbara bereits vorher in einer Anstalt einsaß. Als sie schließlich entlassen wurde, zieht sie in den Landsitz ihres Bruders George, der extra für sie die Haushälterin Ms. Higgins engagiert hatte. Doch es handelt sich weniger um Fürsorge, als um Bewachung von Barbara, und auch ihre Medikamente sollen ihr abgenommen werden. Als Barbara den Besuch ihrer Freundin Lucy ankündigt, trifft sie erneut auf sehr wenig Begeisterung der anderen. Eines Abends muss Miss Higgins das Haus verlassen, und plötzlich erscheint Lucy im Zimmer, da George im Wohnzimmer mit seiner Zeitung beschäftigt ist. Lucy ist sauer weil Barbara immer noch Medikamente nimmt, dabei sollte sie selbst doch genug für Barbara sein. Trotzdem entscheidet man sich zur Flucht, was zu einer grausamen Tat führt, für die Barbara erneut eingewiesen wird.
Diese Geschichte krankt leider am Schlusstwist, bzw. an der heutigen Zeit. Das Geheimnis um Lucy ist leider auf Meilen gegen den Wind schon zu riechen, so dass der Twist in der Rahmenhandlung dann alles andere als faszinierend ist. Vielleicht war das 1972 noch etwas neues, trotzdem kreide ich das als Kritikpunkt an. Sehenswert ist dafür das gegensätzliche Spiel von Charlotte Rampling als Barbara sowie der schönen Britt Ekland als Lucy. Trotzdem bleibt dies vielleicht die schwächste Episode des ganzen Films.

"Mannequins Of Horror" betrifft dann den letzten Insassen, Dr. Byron, und ist auch eng mit der Rahmenhandlung verbunden und wird dementsprechend auch nicht als eigenständige Episode erzählt. Dr. Byron verfolgt ein wahrlich komisches Hobby: er baut kleine Figure mit menschlichen Gesichtern, scheitert bisher jedoch daran, ihnen Leben einzuhauchen. Er kann hier auch relativ unbehindert forschen, da Dr. Rutherford sowieso nicht an dessen Erfolg glaubt. Letztendlich stellt Rutherford Martin zur Rede, wer denn nun Dr. Starr sein möge. Man gerät in Streit, doch schonbald überträgt sich Terror und Wahnsinn in die Gegenwart, und auch wir erfahren, wer Dr. Starr nun ist.
Diese letzte "Halbepisode", die sogleich die Rahmenhandlung zum Abschluss bringt, ist dann wiederrum besser gelungen. Die Puppen sind sehr drollig, lassen schmunzeln, aber ich persönlich finde Puppen ja sowieso ziemlich creepy, daher hat der Plotpoint schon gut funktioniert. Die Entlarvung von Dr. Starr ist dann nochmal ein netter Schlussgag, auch wenn es doch ein bisschen fragwürdig von der Logik her erscheint. Trotzdem zieht diese Episode nochmal ordentlich an, Herbert Lom macht uns den Byron hervorragend, und das Ende des kompletten Films ist dann irgendwie überraschend nihilistisch.
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Bei 3 1/2 Episoden und einer Rahmenhandlung ist natürlich klar, dass man viele verschiedene Gesichte zu sehen bekommt. Und bei der Besetzung läuft einem wirklich das Wasser im Munde zusammen. In der Rahmenhandlung bekommen wir Patrick Magee zu sehen, der natürlich als Mr. Alexander aus Kubricks "Uhrwerk Orange" in Erinnerung geblieben ist. Daneben spielte er auch in "Barry Lyndon" und "Telefon" mit Charles Bronson. Robert Powell spielt Dr. Martin und war unter anderem in "The Jigsaw Man" zu sehen. Ansonsten bekommen wir in den Episoden noch den legendären Peter Cushing aus unzähligen Gothic-Gruslern, aber auch aus "Krieg der Sterne" zu Gesicht, der wieder unglaublich Präsenz trotz kurzer Screentime zeigt. Herbert Lom war nicht nur in zahlreichen Gruselfilmen zu sehen, sondern ist natürlich vor allem durch seine Rolle im Winnetou-Streifen "Der Schatz im Silbersee" berühmt. Britt Ekland war Bondgirl in "Der Mann mit dem goldenen Colt" und spielte auch im Original "The Wicker Man" von 1973. Dem Mainstreamzuschauer am Bekanntesten (was sicherlich auch zu Augenreiben führt) ist dann aber wohl Charlotte Rampling die zum Zeitpunkt des Films junge 26 war, und natürlich in jüngster Zeit bei "Swimming Pool" eine Hauptrolle hatte. Zum Soundtrack wäre noch zu sagen, dass das Titel- und Endlied nicht von Douglas Gamley stammt, sondern hierbei handelt es sich um das sehr bekannte Stück "Night on Bald Mountain". Das Drehbuch stammt übrigens von Robert Bloch, der auch die Vorlage zu Hitchcocks "Psycho" schrieb.

Auf DVD ist der Film endlich legal erschienen, natürlich aus dem Hause e-m-s, als Teil 4 der Reihe "Der phantastische Film". Hierbei ist nicht nur der Film phantastisch, sondern die ganze Veröffentlichung ist toll und absolut unterstützenswert. Erneut bekommt man für kleines Geld ein super Bild, etwas knacksenden und rauschenden deutschen Ton, sowie dt. Untertitel bei den nicht synchronisierten Stellen. Zusätzlich gibt es ein paar Trailer, und die DVD steckt erneut in einem Amaray und einem Pappschuber mit zwei verschiedenen Covern. Kaufen, Marsch Marsch, um es mit den Worten einer großen Kaufhauskette zu sagen. An dieser Stelle natürlich erneut herzlichen Dank an e-m-s für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Fazit: Die Amicus Productions haben uns mit "Asylum - Irrgarten des Schreckens" einen wunderbaren Episodengrusler geliefert. Viele Stars, schöne Geschichte und gute Effekte lassen über so manche Scriptschwäche hinwegsehen, so dass uns hiermit ein echtes Highlight auf einer wunderbaren DVD zur Verfügung steht. Wer in diese Reihe mal reinschnuppern möchte, sei der Film auf jeden Fall ans Herz gelegt.

Eine Rezension von David Kugler
(30. März 2008)
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Daten zum Film
Asylum - Irrgarten des Schreckens Großbritannien 1972
(Asylum)
Regie Roy Ward Baker Drehbuch Robert Bloch
Produktion Amicus Productions Kamera Denys N. Coop
Darsteller Robert Powell, Patrick Magee, Peter Cushing, Britt Ekland, Charlotte Rampling, Herbert Lom
Länge 84:46 FSK 16
Filmmusik Douglas Gamley
4. Teil aus der DVD-Reihe "Der phantastische Film" von e-m-s.
Kommentare zu dieser Kritik
Damocles TEAM sagte am 07.01.2010 um 18:04 Uhr

Dieser tolle Streifen kommt heute um 00:45 auf ARD.
Damocles TEAM sagte am 24.06.2010 um 18:27 Uhr

Ein gutes halbes Jahr später kommt er wieder, diesmal um 00:05 Uhr auf hr.

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