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Illuminati

Illuminati

Ein Film von Ron Howard

Warum bei der Verfilmung von Dan Browns Thrillerromanen nicht der Reihe nach, also vom ältesten Erscheinungsdatum der literarischen Vorlage bis hin zum aktuellsten Lesestoff, vorgegangen wird, erklärt sich wohl so: „Sakrileg“ (in der Originalausgabe „The Da Vinci Code“) schien als verfilmte Version ein vielversprechender Publikumsmagnet zu sein, weil sie neben Spannung, Action und einem von Hollywood-Superstar Tom Hanks verkörpertem Filmhelden auch dank mehr oder weniger enthaltener Anti-Kirchen-Kontroverse nicht nur bei Filmfreaks in aller Munde war. Ein bisschen Stunk gegen die heilige Obrigkeit schadet sicherlich nie, um erst einmal einen Ruf zu bekommen – egal welchen. Dass derselbe Hauptheld laut Buchvorlage aber schon zuvor einen mysteriösen Fall in heiligen Gemäuern klären musste, schadet nichts. Denn so wie man die Bücher auch absteigend nach der Anzahl der Leserschaft und nicht nach ihrem Erscheinungsdatum, nämlich erst „Sakrileg“, dann „Illuminati“ („Angels and Demons“) lesen und verstehen kann, so funktioniert das auch mit deren Verfilmung. (Dass zwischen beiden Weltbestsellern noch ein zu Unrecht weniger beachtetes Buchexemplar aus der Feder Dan Browns schlummert, wird hoffentlich nicht mehr lange unbemerkt bleiben. Wenn die Kirchenmaterie abgearbeitet ist, gibt es vielleicht Raum für eine Leinwandversion von „Meteor“ [„Deception Point“].)

Jetzt aber erst einmal zum aktuellen, laut Buchvorlagen eigentlich ersten, im filmischen Geschehen aber schon zweiten Fall des Symbologieprofessors Robert Langdon (Tom Hanks). Mit Gesellschaft hat dieser sowieso nicht gerechnet, als er frühmorgens im universitätseigenen Indoorpool seine Bahnen abarbeitet, aber erst recht nicht mit einem Vertreter des Vatikan, der ihn in einer mysteriösen Angelegenheit um Hilfe bittet. Die Enklave im Herzen Roms sei von den legendären Illuminati bedroht – einem geheimen Orden, der sich einst im 18. Jahrhundert zum Vorantreiben der Aufklärung gründete, und dem nachgesagt wird, dass er nach seiner offiziellen Auflösung doch noch weiterexistierte, um einen Kampf gegen die katholische Kirche zu führen.
Nun sollen sie also wieder in Erscheinung getreten sein und drohen, mit hochexplosiver Antimaterie, die irgendwo in dem Kirchenstaat versteckt ist, den Vatikan in wenigen Stunden dem Erdboden gleich zu machen. Zudem wurden die vier für die Papstwahl favorisierten Nachfolger des kürzlich verstorbenen Heiligen Vaters Kardinäle entführt – und mit ihrer Ermordung gedroht. Für Professor Langdon beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Mithilfe der Physikerin Vittoria Vetra und der Entdeckung einer Botschaft, die bislang in den geheimen Archiven des Vatikan verweilte, begibt er sich auf die Spur des „Pfad[es] der Erleuchtung“, um so vielleicht die Ermordung der Kardinäle zu verhindern und die Zerstörung des Vatikan aufzuhalten.

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Hollywood-Mainstream? – Vielleicht, aber dafür von der besseren Sorte. „Illuminati“ ist keine Minute langweilig oder gar zu langatmig. Die über zwei Stunden Filmlänge sind gefüllt mit Spannung, Wendungen, Neuentdeckungen. Die Grundidee hat einfach eine Menge zu bieten und verknüpft gekonnt historische sowie naturwissenschaftliche Gegebenheiten mit Fiktion zu einer komplexen, abenteuerlichen Story. Die aufwändige Geschichte hat aber dennoch einen Haken. Wer nicht gerade kurz vor dem Filmabend das Buch von Dan Brown gelesen hat oder sich mit der Institution Kirche und ihrer Geschichte sowie neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um Antimaterie auskennt, dürfte im Laufe des Films schon das eine oder andere Fragezeichen vor sich herschieben. Antimaterie? Camerlengo? Illuminati? Begrifflichkeiten, über die man nicht unbedingt jeden Tag stolpert, werden nur so erklärt, dass man der Handlung ohne größere Probleme gut folgen kann. Ob man aber alles so richtig versteht und inwiefern man sich die Zusammenhänge im Nachhinein noch zusammenreimen kann, ist die andere Frage. Zwar ist „Illuminati“ mit seinen 135 Minuten nicht gerade kurz; Längen entstehen durch Rasanz und einen guten, dramaturgischen Aufbau aber dennoch nicht. Deshalb hätte es der Story vielleicht auch nicht geschadet, noch ein paar Minuten draufzupacken, um einfach noch ein bisschen zu erzählen. Über Antimaterie, Camerlengos, Illuminati und so.

Hat die Romanvorlage mit seinen genauen Wegbeschreibungen von einer Sehenswürdigkeit des Vatikans und Roms zur nächsten geradezu Reiseführerqualitäten, ist die Verfilmung mit entsprechendem Bildmaterial eher karg bestückt. Eigentlich wäre hier nichts passender gewesen, als den historischen Charme dieser Orte detailreich einzufangen und dann ganz groß auf Leinwand zu bannen. Dies hätte dem Film zusätzlich noch einen ganz eigenen Look geben können. Allerdings war hier weniger fehlender Mut zum Aufwand als vielmehr simpler Drehverbot im Vatikan der Grund. Somit entstanden die Kulissen größtenteils am Computer oder wurden im Studio nachgebaut. Aufnahmen, die als Touristen getarnte Filmcrewmitglieder im Vatikan mit einer Handkamera machten, dienten wohl schlussendlich auch nur dazu, die Örtlichkeiten so genau wie möglich nachzustellen.

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Was „Illuminati“ an Bildgewalt fehlt, macht die Besetzung des Staffs mit Ron Howard, der schon bei „The Da Vinci Code-Sakrileg“ seine Regiefinger im Spiel hatte, Hans Zimmer („The Rock - Fels der Entscheidung “) für die Musik und einer Reihe guter Darsteller allemal wieder wett. Ayelet Zurer als Vittoria Vettra ist zum Glück kein blutjunges Modepüppchen, und zum Glück wurde in dem Zusammenhang auch gleich darauf verzichtet, eine für Hollywood-Mainstream typische Liebesstory am Rande zwischen den beiden Protagonisten einzubauen. Nichts wäre für die Kürze der Erzählzeit (es handelt sich nur um ein paar Stunden) unpassender gewesen. Ewan McGregor ("Stay") als schleimiger Camerlengo und Thure Lindhardt ("Into the Wild") als Schweizer Gardemitglied mit Raucherhusten sind nur zwei weitere zu nennende Namen auf einer langen Liste von gut gecasteten, unaufdringlichen Darstellern, die zwar ambitioniert spielen, aber dennoch der Story den Vorrang lassen.

Trotz und manchmal gerade wegen kleiner Abänderungen an der ursprünglichen Handlung ist „Illuminati“ eine sehr gelungene Romanverfilmung, die sich nicht durch übertriebene Kontroversen ins Gespräch bringen muss. Die Story löst wahnwitzige Ideen und Kritik sowohl an der Kirche als auch am Glauben an sich clever auf, ohne dabei zu brav zu werden. Mit einer Story, die einfach fesselt, ist „Illuminati“ perfekte Kinounterhaltung und macht insofern Spaß, als das sie weder zu oberflächlich und simpel noch zu übertrieben anspruchsvoll ist. Ringsherum reihen sich Musik, Regie und Schauspiel obersten Niveaus und dürften sowohl Dan Brown-Fans als auch „Illuminati“-Neulinge auf ihre Kosten kommen lassen.

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Eine Rezension von Anja Strilek
(17. Mai 2009)
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Daten zum Film
Illuminati USA 2009
(Angels and Demons)
Regie Ron Howard Drehbuch Akiva Goldsman, David Koepp
Produktion Biran Grazer, John Calley, Dan Brown Kamera Salvatore Totino
Darsteller Tom Hanks, Ewan McGregor, Ayelet Zurer, Armin Mueller-Stahl, Carmen Argenziano, Stellan Skarsgård, Pierfrancesco Favino, Thure Lindhardt, David Pasquesi, Bob Yerkes, Curt Lowens, Frank Amobi, Marc Fiorini
Länge 135 min FSK 12
Filmmusik Hans Zimmer
Kommentare zu dieser Kritik
anntech86 sagte am 17.05.2009 um 18:29 Uhr

Endlich mal wieder ein guter Film, mit einer durchweg sehr guten Besetzung. Und zum Glück wurde die hollywoodtypische Liebesszene einfach mal weggelassen. Der Film ist wirklich spannend bis zur letzten Minute.
Auf jeden Fall ist Illuminati empfehlenswert.
Micha Barbarez sagte am 18.05.2009 um 14:43 Uhr

Ich kann dne Film auch weiterempfehlen und fand ihn deutlich besser als Sakrileg, obwohl der Killer hier weniger Ausstrahlung besitzt als Paul Bethany in Sakrileg.
Tine sagte am 23.05.2009 um 20:45 Uhr

Dieser Film ist ein Muss für alle, die das Buch gelesen haben. Und wer das Buch noch nicht gelesen hat, kann es ja vorher noch schnell tun. Dann hat man auch keine eventuellen Verständnisprobleme bezüglich Antimaterie etc.
Agent_X TEAM sagte am 01.06.2009 um 09:55 Uhr

"Illuminati" ist in der Tat deutlich besser gelungen als der Vorgänger, der mir zwar auch gefallen hat, jedoch teilweise arg langsam in die Pötte kam. Dafür entschädigt nun dieses Abenteuer mit einer atemlosen Action-Hatz, die sich nah genug an der Buchvorlage hält, um als Adaption durchzugehen, sich aber nicht sklavisch in ihr verbeißt. So präsentiert sich gerade das Ende deutlich realitätsnaher und verkommt zu keiner übertriebenen Visual-Effects-Orgie, bei der der Zuschauer nur ungläubig den Kopf schüttelt. Untermalt von einem gewohnt-brachialen Soundtrack von Hans Zimmer, der sich ein weiteres Mal perfekt durch die abendliche Schnitzeljagd schlängelt, ist "Illuminati" ein tempreicher Blockbuster allererster Güte, den man sich getrost im Kino geben kann.
Renee TEAM sagte am 01.06.2009 um 14:11 Uhr

Kann mich eigentlich nur anschließen. Muss ja nicht alles Gesagte sinnloser Weise wiederholen. Hab richtig Lust, den Film noch einmal anzusehen, und freu mich sogar schon auf die Verfilmung des nächsten Robert Langdon - Abenteuers "The Lost Symbol" (das Buch gibt's diesen Herbst, der Film soll 2012 folgen).
Jeannette TEAM sagte am 04.06.2009 um 21:29 Uhr

Ich fand das Buch eine einzige Frechheit und wollte mir den Film erst gar nicht ansehen. Schnitzeljagden von einem Punkt zum nächsten sind an sich schon total langweilig. Deshalb war ich positiv überrascht: die Locations in "Rom" waren ein hübsches Schmankerl, gerade für Rom-Fans. Die Musik fand ich dagegen auffallend platt und unoriginell. Dafür war aber die Darstellerin der weiblichen Hauptrolle sehr sympathisch.

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