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Bis ans Ende der Welt
von Wim Wenders




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2012

2012

Ein Film von Roland Emmerich

„Today we are one family.“

Sollte in naher Zukunft unvermittelt ein harmlos aussehender Schwabe an der Haustür klopfen und beiläufig nach einer Prise Zucker fragen, wäre es durchaus ratsam, schleunigst über den Abschluss einer Hausratsversicherung nachzudenken. Denn schlimmstenfalls handelt es sich bei dem unscheinbaren Gegenüber um Roland Emmerich, den sparsamsten Katastrophenbeschwörer der Welt, der in seiner Freizeit schon mal eine Horde Aliens und wütende Riesenechsen medienwirksam auf seine Mitmenschen loslässt. Des schnöden Mammons wegen. Klar, dass da keine Zeit für alltägliche Besorgungen bleibt. Manchmal ist es tunlichst angeraten, nicht zu Hause zu sein.


Zuweilen hilft jedoch selbst das nichts. Denn glaubt man den Vorhersagen der Maya-Kultur, soll die Welt, wie wir sie kennen, im Jahre 2012 ihr Ende finden. Ein gefundenes Fressen für „unseren Mann in Hollywood“, der nach der Zerstörung zahlreicher Großstädte am „Independence Day“ [1996] und seiner letzten Mission ins eiszeitliche Übermorgen alias „The Day After Tomorrow“ [2004] nun zum rabiaten Rundumschlag ausholt und sich einfach mal an der kompletten Erde vergreift. Wenn schon, denn schon. Die düstere Prophezeiung des Maya-Kalenders liefert ja auch das perfekte Alibi für eine Materialschlacht der Superlative. Dass hierbei Story und Tiefgang (der über die sich in der vormals idyllischen Landschaft auftuenden Abgründe hinausgeht) auf der Strecke bleiben, sollte je
dem geneigten Filmfan bereits von Vornherein klar sein. Dennoch soll dem interessierten Kinogänger eine kurze Inhaltsangabe nicht verwehrt bleiben:


Im Jahre 2009 mehren sich die Anzeichen, dass die Welt unmittelbar vor einer Katastrophe gewaltigen Ausmaßes steht. Wissenschaftler verschiedenster Nationen, allen voran der geologische Berater Adrian Helmsley (Chiwetel Ejiofor, „Tatsächlich ... Liebe“ [2003]), arbeiten fieberhaft an einem Notfallplan, um den Fortbestand der Menschheit zu sichern. Denn die Zeit ist knapp und das drohende Unheil als solches nicht mehr abzuwenden. Diese schlechten Nachrichten ereilen drei Jahre später – in kosmischen Dimensionen gerade einmal ein Wimpernschlag – auch den Schriftsteller Jackson Curtis (John Cusack, „High Fidelity“ [2000]), als er mit seinen beiden Kindern während eines Camping-Ausfluges im Yellowstone Nationalpark auf den wunderlichen Endzeit-Fanatiker Charlie (Woody Harrelson, „Zombieland“ [2009]) trifft. Zunächst will er dessen scheinbar wirren Ausführungen keinen Glauben schenken, doch als sich plötzlich die Erde zu seinen Füßen auftut, wirft er jede Skepsis über Bord und stürzt sich in den verzweifelten Kampf um das Überleben seiner Familie...


„2012“ ist mit $200 Mio. Produktionskosten Emmerichs bisher teuerster Katastrophen-Thriller, und dieses enorme Budget sieht man der Endzeit-Vision, an der sage und schreibe 16 Effektfirmen beteiligt waren, auch in jeder Einstellung an. Wenn es hier rummst, dann rummst es gewaltig, und das in tricktechnisch nahezu perfekter Manier. Emmerich nimmt sich zwar eingangs etwas Zeit, bis er das Inferno entfesselt, was den Action-begierigen Kinogänger schon das eine oder andere Mal unruhig auf seinem Stuhl herumrutschen lässt; doch das darauffolgende, fast unvermittelt einsetzende Spektakel macht so manche Länge in der 158 Minuten-Produktion wieder wett. Zugegeben ist die Dramaturgie der Katastrophenszenen mitunter sich selbst wiederholend und arg künstlich (eben auf den puren Effekt ausgerichtet), dafür aber umso bildgewaltiger und adrenalinfördernd umgesetzt. Mit Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Flugzeugabstürzen und gewaltigen Tsunamis zieht Emmerich alle Register des Genres und zeigt sichtbare Freude am Inszenieren der totalen globalen Zerstörung, die wiederum Freunde des lauten Getöses und der effektvollen Destruktion vollends befriedigen sollte. Von einer großangelegten Story würde man bei der ohrenbetäubenden Lautstärke sowieso nichts mitbekommen. Bitte melden, sofern jemand etwas Anderes erwartet hat.


Selbstverständlich wird dabei nicht mit den gängigen Konventionen gebrochen und dem Zuschauer ferner das altbekannte Potpourri an Pathos, Sentimentalitäten und zwischenmenschlichen Schicksalen präsentiert. Diese gefühlsbeladenen Momente fallen natürlich auch bei „2012“ nicht ins Ressort der Special-Effects-Crew, sondern werden von der Riege Hollywoodstars mal mehr, mal weniger ernst umgesetzt. Stereotype Überzeichnungen einzelner Figuren (unter anderem Zlatko Burics russischer Ex-Boxer und milliardenschwerer Business-Riese Yuri Karpov) gehören wie so häufig in Emmerichs Vita zur Tagesordnung und werden billigend in Kauf genommen. Schließlich ist uns dabei dank Woody Harrelsons überraschend haarigen, aber erinnerungswürdigen Auftritts als amüsant skurriler Verschwörungstheoretiker Charlie Frost der ein oder andere Lacher vergönnt. John Cusack hat im Film zwar nicht viel Grund zur ausgelassenen Heiterkeit, spielt den Ex-Mann, der um seine Familie und die Liebe seiner Kinder kämpft, aber grundsolide und genauso überzeugend wie Danny Glover („Saw“ [2004]) den sympathisch-heroischen US-Präsidenten. Demgegenüber bleibt Amanda Peet („Akte X: Jenseits der Wahrheit“ [2008]) als Ex-Mrs. Curtis erstaunlich grau und austauschbar wie die Ascheflocken nach dem Vulkanausbruch.


„2012“ ist bombastisches Effektkino, nicht mehr, aber auch keinesfalls weniger. Abgesehen von einigen Längen am Anfang und der ein oder anderen repetitiven Szenenfolge beweist Emmerich erneut sein Händchen für große Desaster und zeigt, dass er nach dem von Kritikern eher verhalten aufgenommenen „10.000 B.C.“ [2008] endlich wieder zur alten Form aufgelaufen ist. Dass die Geschichte dabei weniger innovativ und memorabel daherkommt als das pompöse Spektakel auf der Leinwand, ist – wenn man es im Nachhinein betrachtet – noch längst kein Weltuntergang...



Eine Rezension von Stefan Rackow und Nicole Goldstein
(13. November 2009)
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Daten zum Film
2012 USA 2009
(2012)
Regie Roland Emmerich Drehbuch Roland Emmerich, Harald Kloser
Produktion Centropolis Entertainment / Columbia Pictures / Farewell Productions / The Mark Gordon Company Kamera Dean Semler
Darsteller John Cusack, Amanda Peet, Chiwetel Ejiofor, Oliver Platt, Danny Glover, Thandie Newton, Woody Harrelson, Thomas McCarthy, Liam James, Morgan Lily, Zlatko Buric, Beatrice Rosen, Alexandre Haussmann, Philippe Haussmann, Johann Urb, Jimi Mistry, Blu Mankuma
Länge 158 Minuten FSK ab 12 Jahren
http://www.2012derfilm.de/index.html
Filmmusik Harald Kloser, Thomas Wander
Kommentare zu dieser Kritik
Anj TEAM sagte am 14.11.2009 um 15:16 Uhr

Ich möchte mich bei diesem Film nach einiger Überlegung meiner Sternchenwertung enthalten, werde aber trotzdem verbal ein bisschen was zum Besten geben.

Wo fang ich an? Ich mag die beiden Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor (wie bitte spricht man dessen Namen eigentlich aus?) und John Cusack total gern und schon allein deswegen hätte es mich ins Kino getrieben. Beide Dratseller sind mit ihrer oberflächlich konstruierten Rolle schlichtweg unterfordert... Die hätten sicherlich weitaus mehr drauf gehabt, aber schön, dass sie trotzdem dabei waren.
Da wäre ich auch schon beim Thema Oberflächlichkeit: Klischees, Pathos, Heroismus, HollywoodHollywoodHollywood - und alles so überreizt, dass es schon ein wenig nervt, selbst wenn man sich auf eine simpel gestrickte Story nach Maß eingestellt hat. [Spoiler] Der dem Familienglück im Weg stehenede neue Freund der Mutter verendet (natürlich) und der kleine Junge, der einen ganzen Tag lang Endzeitstimmung und Todesangst vom feinsten erlebt hat, taucht ins eiskalte dunkle Wasser, um seinem Paps bei der Rettung der halben Menschheit zu helfen. Naja - das war doch Mist! Bei der ganzen Oberflächlichkeit muss man bestimmt auch keine politischen Aussagen suchen, wenn man merkt, dass die CHinesen hier als böse Buben, die Tibeter aber als selbstlose Lebensretter dargestellt werden. War bestimmt nur Zufall. Übrigens: Wenn man den Film im Original schaut, ist es total witzig, dass die Figur der deutschen Kanzelerin einen süßen, eben deutschen Akzent hat. Da entfuhr doch jedem "Das soll die Angie sein!" [Spoiler Ende]

Aber, und das ist ein großes ABER: die Effekte sind einfach bahnbrechend. Und dass man das heutzutage noch einmal sagen kann, soll schon was heißen. Schon der Trailer hat mich total mitgerissen und so war es dann letztlich auch beim Film. Wenn man sich darauf einlässt, bedeutet er nämlich Spannung und Adrenalin pur. Wirklich toll anzusehen, unglaublich rasant (nach der schon von euch beschriebenen anfänglichen Länge) udn einfach bombastisch. Für mich als Fan des gepflegten Kabummfilms wirklich ein Hochgenuss.

Fazit: gibt es leider nicht. Ich hab den Film wirklich gern gesehen, aber ich kann mich nicht so recht entscheiden, ob ich ihn nun allein seiner Effekte wegen gut finden soll.
Stefan R. TEAM sagte am 14.11.2009 um 17:30 Uhr

Das mit den Chinesen und Tibetern ist uns ehrlich gesagt gar nicht aufgefallen. Lag bestimmt an dem völlig überzeichneten Charakter des russischen Ex-Boxers. Aber wahrscheinlich hast du recht - war sicher alles nur Zufall... ;)
Anj TEAM sagte am 14.11.2009 um 17:35 Uhr

[Spoiler]

Ja, das ist eben auch etwas, was wahrscheinlich niemandem auffällt, weil es eh nur eine einzige Szene mit Chinesen gibt. Aber in der kamen die Burschen aus dem Reich der Mitte eben ganz schön schlecht weg. ;-)

Was ich irgendwie gemein fand, war der Transport der Tiere zu den Archen. Da fliegen die einfach eine arme Giraffe an einen Hubschrauber gebunden durchs heftige Schneetreiben (oder wars Asche? Hm...) durch die Gegend. Ich mags nicht, wenn Tiere in Filmen geärgert werden! ^^ Warum überhaupt immer bis zur letzten Minute warten und die Archen nicht schon viel früher mit Viehzeug bevölkern?
Naja, die Story hatte eben neben ihrer Nichtexistenz auch noch andere Schwächen ;-)

[Spoiler Ende, aber es kommt eh nüscht mehr ^^]
Renee TEAM sagte am 14.11.2009 um 17:45 Uhr

Asche oder Schnee, wer weiß das schon? War ja eh nix mehr da, wo es sein sollte. Vielleicht waren die also auch längst nicht mehr in China, sondern zurück zuhause; und das waren gar keine Chinesen mehr, sondern Neu-Amerikaner. Selbstkritik? ;)

^^

Aber ernsthaft - nochmal ;) -, die globale Zerstörung kam ja viel schneller, als vorherberechnet (lag das jetzt am Kalender oder an den Wissenschaftlern?!?!). Und das war wahrscheinlich der Grund für den Last Minute - Check-in der Tierchen. Aber hast recht, ein bißchen mehr Komfort wäre nett gewesen. Ein beheizter Käfig, Futterautomat, vielleicht ein Privatmasseur während der anstrengenden Reise... So ist das eben, wenn man als unbezahlter Statist in einem Blockbuster mitmachen will - da muss man sich dann eben solche Bedingungen gefallen lassen.
Anj TEAM sagte am 14.11.2009 um 18:58 Uhr

Also die haben wörtlich gesagt: "Welcome to the People's Republic of China" Ich glaub, die waren echt in China. Oder die Leute da waren ein bisschen verwirrt. Ist ja auch kein Wunder bei der ganzen Weltuntergangsstimmung. ;-)

War das Ende der Welt nicht für 2012 vorgesehen? Dann hätten die doch die Tiere schon 2011 rüberbringen können. Aber okay - ich misch mich da in die Planung nicht ein. Dafür dass das unbezahlte Statisten waren, haben die aber ihren job richtig gut gemacht. Ich hab denen in jeder Sekunde abgenommen, wirkliche Giraffen zu sein ;-)
loveissuicde sagte am 15.11.2009 um 11:26 Uhr

infach nur schlecht!! Die Effekte waren eh super, aber alles schon mal dagewesen (der Meteoriten- bzw. jetzt Vulkangesteinregen aus Armageddon, der Tsunami aus The Day after Tomorrow,...), die Effekte aus dem Computer schauen immer noch aus wie Effekte aus dem Computer, von daher gibts also auch keine Verbesserungen, und nur, weil Emmerich alles in die Schlacht wirft, wird das auch nicht besser. Dann dieses grottenschlechte Happy End (wieso traut er sich nicht einfach, auf ein Happy End zu verzichten, wo doch vorher sowieso Millionen Menschen sterben???), dann dieses blöde Gerede, von wegen alle Menschen sollen dieselbe Chance bekommen. Bullshit! Als ob wirklich jemand glaubt, daß alle Menschen gleich und daher rettenswert wären! Dann ein völlig verweichlichter US-Präsident, der es vorzieht, zusammen mit dem Volk zu sterben und den Gutmenschen raushängen läßt: ebenso unrealistisch. Zum Lachen: die Darstellung Berlusconis, wie er zusammen mit der Familie auf dem Petersplatz betet *'loooooooooooool* Der würd 10 Milliarden zahlen, um der erste auf einer Arche zu sein. Und als I-Tüpfelchen die völlig mißlungene Synchronstimme von Yuri (yeah! Milo aus der Pusher-Trilogie!!!).

Alles in allem: die Handlung grottenschlecht (1/6) und auch die Effekte enttäuschend, weil nichts neues (2/6).

Gibt also net mehr als 2/6 von mir.
Renee TEAM sagte am 15.11.2009 um 13:57 Uhr

Also, waren die Effekte nun eh super oder sahen sie unecht aus? Eins geht doch nur. ;)


Das "Geschwafel" um das Auswahlverfahren drehte sich nicht darum, ob nun alle Menschen auf gleiche Weise rettenswert wären, sondern darum, dass die Entscheidung darüber nicht einfach vom Kontostand abhängig gemacht wird. Das Losverfahren hätte Jedem die gleiche Chance zugestanden, ohne dass irgendein menschengemachtes Klassensystem über Leben und Tod regiert. Klar wären dabei auch Leute auf die Arche gekommen, die so mancher für unwürdig gehalten hätte, während Andere, die es vielleicht mehr verdient hätten, zurückgeblieben wären. Bei dem künstlichen Auswahlsystem kommt es aber auf genau dasselbe raus, nur dass sich hier Jemand anmaßt, die Entscheidung über den Wert eines Menschenlebens übernehmen zu können und zu dürfen - was eben nicht sein darf.
loveissuicde sagte am 15.11.2009 um 14:22 Uhr

Die Effekte waren auf dem neuesten Stand der Technik. Von dem her darf man nicht meckern. Daß dies aber immer noch ein wenig glatt und steril ausschaut, muß aber dennoch erwähnt werden. War heuer dabei, als ein Hochwasser führender Fluß eine Brücke weggeschwemmt hat. Diesen Effekt hat Emmerich nicht ansatzweise erreicht, aber da ich annehme, daß er Zugang zu allem derzeit möglichen Schnickschnack hat, kann ich ihm das nicht ankreiden.
Anj TEAM sagte am 15.11.2009 um 14:47 Uhr

Ich bin mir unsicher, ob man aufgrund einer schlechten Synchronisation auch bei der Bewertung des Films nach unten gehen sollte. Schließlich haben die deutschen Stimmen und Interpreten wenig mit der Originalstimme der Darsteller zu tun. Wenn einem die deutsche Synchro nicht gefällt, muss man den Film eben im Original schauen (und bei Bedarf eben mit Untertiteln). Nur der Originalton kann, wenn man sich schon über den Ton auslässt, eine wirliche Bewertungsgrundlage sein.
loveissuicde sagte am 15.11.2009 um 14:50 Uhr

Die Synchronisation von Yuri ist ja nicht wirklich ausschlaggebend für meine schlechte Bewertung. Sie fügt sich aber gut in das Bild, das ich vom Film habe.
Tine sagte am 16.11.2009 um 18:43 Uhr

Wenn man den Film sieht, dann kann man nur denken, was für ein Quatsch: mutierte Neutrinos, die den Erdkern erwärmen; ein 08/15-Schriftsteller, der super autofahrend ausweichen kann während hinter ihm die Erde aufgeht und die Wolkenkratzer nur so um ihn fliegen; ein 2-Flugstunden-Pilot, dem das Flugzeug natürlich nicht abstürt; Menschlichkeit, die dafür sorgt, dass nicht genug Nahrungskapazitäten für alle auf dem Boot sind (wie hat man das Problem eigentlich gelöst?); Frankreich zwischen Hawaii und China (ach nee, das lag ja an der Verschiebung der Kontentintalplatten) etc. Nur mit ein wenig Sarkasmus ist der Film lustig anzuschauen(an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die tollen Sprüche meiner Kinosesselnachbarn).
Ich gebe diesem Film trotzdem die volle Sternchenbewertung, weil doch so viel erschreckende Wahrheit in ihm steckt; weil er zeigt, dass wir gar nicht wissen können, was Menschlichkeit wirklich ist; weil er klarmacht, wie bedeutungslos das Individuum für die Welt doch ist und wie bedeutend ein Mensch doch trotzdem für andere Menschen sein kann.
Anj TEAM sagte am 16.11.2009 um 19:15 Uhr

An die von dir zuerst aufgezählten Ungereimtheiten hab ich ja serlbst noch gar nicht gedacht... Aber ja, das mit dem Piloten war schon echt... haarsträubend.
Deine Kinosesselnachbarn hätte ich auch gern gehabt. Bei mir hat niemand blöde Sprüche geklopft.
Schön gesagt, das am Schluss übrigens. :-)
Flo TEAM sagte am 19.11.2009 um 09:41 Uhr

"Ich gebe diesem Film trotzdem die volle Sternchenbewertung, weil doch so viel erschreckende Wahrheit in ihm steckt; weil er zeigt, dass wir gar nicht wissen können, was Menschlichkeit wirklich ist; weil er klarmacht, wie bedeutungslos das Individuum für die Welt doch ist und wie bedeutend ein Mensch doch trotzdem für andere Menschen sein kann."

Genau jener Pathos ist doch das wirklich schlimme an dem Film. Zumindest finde ich es hochgradig bedenklich, solche Fragen an eine hirnlose Effektorgie zu stellen, moralisiert dieser doch auf niedrigstem Niveau.
Anj TEAM sagte am 20.11.2009 um 22:41 Uhr

Dass übertriebener Pathos echt nervt und dass das in diesem Film schon dann und wann der Fall war, sehe ich auch so.

Ansonsten muss ich zugeben, dass ich deinen Kommentar, Flo, nicht so ganz verstanden habe... Was genau meinst du denn damit? Ich fidne es nicht verkehrt, wenn man aus einem Effekt-Orgien-Film eine Botschaft zieht oder eine Moral dahinter ist. Klar kann einem das Moralisierende auf den Zeiger gehen. Aber man kann eben auch mit dieser Moral übereinstimmen und dann ist es vielleicht auch egal, ob man diese durch einen anspruchsvollen sozialkiritschen Hoistorienfilm oder eben durch einen Actionkracher geliefert bekommt.
schlaubi TEAM sagte am 20.11.2009 um 23:59 Uhr

Hehe....er hat fürwahr seine ein, zwei Problemchen der Film. Aber - um nur einen Aspekt des Streifens hervorzukehren - mir sind solche von Humanismus durchtränke Pathos- und Effekteparaden viel lieber als zynische, niveaulose und nicht minder pathetische Militärpropaganda wie Transformers 2.
Flo TEAM sagte am 21.11.2009 um 00:22 Uhr

Als Soziologe geht mir einfach dieser westlich-penetrante überholte Humanismus auf den Senkel. Das ist eine einfache und dadurch - meines Erachtens - bedenkliche Moralvorstellung. Da lobe ich mir einfach die kleineren Gesten.
schlaubi TEAM sagte am 21.11.2009 um 08:33 Uhr

yes I know what you mean. Kleine Gesten sind mir auch allemal lieber.
Renee TEAM sagte am 21.11.2009 um 09:54 Uhr

Natürlich ist es schöner, Zuneigung und Zusammenhalt in kleinen Gesten mitzuerleben als es mit dem Holzhammer eingebleut zu bekommen. Aber wenn es in in Zeiten der Horrorfilm-Fluten eines reisserischen Katastrophenspektakels mit überdeutlich erhobenem moralischen Zeigefingers bedarf, um eine breite Masse an Werte wie Menschlichkeit und Zusammenarbeit zu erinnern, dann ist mir auch die Holzhammermethode sehr recht. Humanismus kann meiner Meinung nach niemals übertrieben sein.
loveissuicde sagte am 21.11.2009 um 12:21 Uhr

Naja, ob durch diesen Holzhammer die Menschheit an ihren ethischen Pflichten arbeiten wird, bezweifle ich stark. Man darf nicht vergessen, daß alle, die nachträglich auf die Arche gerettet worden sind, ebenfalls zahlende Kundschaft war, die eben nur Pech hatte, daß ihre Arche zerstört worden ist. Die einzigen "einfachen Leute" waren die Mannen um John Cusack. Leute ohne Geld hatten keine Chance. Dies versucht der Emmerich-Pathos geschickt zu umspielen...
Flo TEAM sagte am 21.11.2009 um 12:40 Uhr

Das ist noch zwiespältiger, als über einen abstrakten Spendenmarathon eine humanistische Moral einzufordern, weil sie eben ebenso völlig unsensibel für tatsächliche Zusammenhänge ist. Ein Humanismus sollte - selbst wenn er pathetisch formuliert wird - auf einem grsunden Bewusstsein für Unterschiede aufbauen und nicht auf einer katastrophenbedingten Gleichschaltung einer Moral. Deshalb halte ich Emmerich für ein Problem für das Genre des Katastrophenfilms, da in diesem EIGENTLICH mehr moralisches Potential angelegt ist, das aber für die große moralische Geste verschenkt wird.
Renee TEAM sagte am 21.11.2009 um 21:54 Uhr

"Die einzigen "einfachen Leute" waren die Mannen um John Cusack. Leute ohne Geld hatten keine Chance. Dies versucht der Emmerich-Pathos geschickt zu umspielen... "


Nun, ganz so war es ja nicht. Es haben sich nicht alle Leute ein Ticket für die Archen gekauft. Wissenschaftler, Politiker und sonstige Funktionäre sind aufgrund ihrer Qualifikationen ausgewählt worden. Und außerdem versucht der Film eben nicht, das Verkaufen der Tickets für ein Vermögen zu verstecken. Vielmehr wird diese Praxis ganz offen diskutiert und in Form von Adrian und der Tochter des Präsidenten kritisiert. Von umspielen kann ich da nichts erkennen.

Außerdem: es hieß, die Archen hätten ohne die zusätzlichen Milliarden aus den Ticketverkäufen gar nicht fertig gestellt werden können. Man könnte also fast sagen, dass ohne die reichen Mitfahrer Niemand gerettet worden wäre... ;)
travisbickle TEAM sagte am 20.03.2010 um 16:13 Uhr

Der Emmerich, der alte Pfiffikus ;) Hatte ja während des gesamten Films ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Gleichwohl bin ich der Meinung: Hat man EINEN Emmerich-Film gesehen, hat man ALLE gesehen. Eine Sternchenvergabe spar ich mir mal...

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