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Faculty - Trau keinem Lehrer

Faculty - Trau keinem Lehrer

Ein Film von Robert Rodriguez

Six students are about to find out their teachers really are from another planet...

Aliens, die ihren eigenen ausgetrockneten Planeten verlassen mussten, haben sich die Erde als ihre neue Heimat auserwählt. Als Parasiten, die sich in menschlichen Wirten festsetzen und sie dann steuern, übernehmen sie zunächst die Herrschaft über die Lehrerschaft einer Highschool und machen sich dann daran, die Schüler, über sie deren Familien und schließlich die ganze Stadt einzunehmen. Nur eine Handvoll Teenies, die sonst wenig miteinander zu tun haben, erkennen die Gefahr und stellen sich dem Kampf gegen die außerirdischen Invasoren...

Die Story lässt einen ganz typischen Teenie-Horrorfilm erwarten. Und so falsch ist diese erste Einschätzung gar nicht. Zumindest vereint "FACULTY" eine enorme Menge an fast schon obligatorischen Elementen, die in praktisch jedem Horrorfilm wieder zu finden sind. Zunächst sind da die Hauptfiguren, die allesamt Stereotypen einer bestimmten Figurengruppe darstellen: da wäre Casey (Elijah Wood, "Der Herr der Ringe"), der Verlierer, der ständig schikaniert wird und im Grunde ein recht trauriges Dasein führt; des weiteren Stokely (Clea DuVall, "Heroes"), die Außenseiterin, punkig und zu scheinbar keiner Konformität bereit; Stan (S
hawn Hatosy, "Alpha Dog"), der Football-Star der Schule; Delilah (Jordana Brewster, "The Fast and the Furious"), ihres Zeichens Top-Cheerleader und Fashion Queen; außerdem Marybeth (Laura Harris, "Dead Like Me"), die Neue, ein bisschen naiv, aber ein wahrer Sonnenschein und mit aller Welt gut Freund; und schließlich Zeke (Josh Hartnett, "Pearl Harbor"), die erste Adresse für Drogen und falsche Ausweise, eigentlich ein ganz intelligentes Kerlchen, aber eben zu cool für die Schule – daher muss er auch das letzte Jahr wiederholen.
Doch schon bald entwickeln sich die Charaktere weiter. Nein, eigentlich machen sie eine regelrechte 180°-Wende, die aber vorhersehbar ist. Immerhin weiß man auch bereits zu Beginn des Films, welche Pärchen-Konstellationen sich bis zum Abspann ergeben werden.

Was Handlungs- und Szenenaufbau angeht, orientiert sich der Film ebenfalls an altbekannten Mustern. Die von Parasiten befallenen Lehrer verändern sich und nehmen einige nicht-menschliche Eigenarten an, was aber Niemandem aufzufallen scheint (Lehrer sind eben doch ohnehin etwas anders als normale Menschen...). Daher fehlt auch die obligatorische „Ich weiß, dass hier etwas faul ist, aber keiner glaubt mir, denn sämtliche Beweise sind plötzlich verschwunden!“-Situation nicht, genauso wenig wie das übliche plötzlich-verdächtigt-Jeder-Jeden-Spielchen.

Für Cineasten ist es immer wieder ein Vergnügen, Referenzen zu anderen Filmen in einem Leinwandstreifen ausfindig zu machen. "FACULTY" bietet dazu mehr als genügend Gelegenheit. "Die Körperfresser kommen" [1956/1978] und "The Puppet Masters" [1994] dienten offenkundig als Inspirationsquellen und werden im Film für die Ausarbeitung eines Schlachtplans sogar explizit als Ersatz für fehlende Fachliteratur über außerirdische Invasoren herangezogen.
Dann werden diverse Szenen aus John Carpenters "Das Ding aus einer anderen Welt" [1982] kopiert: der Test mit Zekes selbst zusammengebrautem „Glücksstaub“ zur Erprobung, wer ein Alien und wer noch Mensch ist, lehnt sich an Carpenters Test an. Und die Enthauptung einer besessenen Lehrerin, die hier Tentakeln zur Fortbewegung wachsen lässt, wo es in Carpenters Version zusätzliche Beine waren, zollt ebenfalls den früheren Horrorfilmen Tribut. (An dieser Stelle will ich anstandshalber zugeben, dass ich diese letzte Referenz nicht selbst bezeugen kann, da ich mir "Das Ding aus einer anderen Welt" nie zu Gemüte geführt habe. Ich verlasse mich hier auf andere Rezensionen und hilfreiche Kommentare aus der Cineasten-Nachbarschaft. Daher sind zumindest in diesem Absatz alle Angaben ohne Gewähr. ;-) Aber der Vollständigkeit halber sollte diese Referenz schon erwähnt werden).
Die bunt zusammen gewürfelte Truppe aus Individuen, die sich normalerweise großzügig aus dem Weg gehen, nun aber gemeinsam eine ungewohnte Situation durchstehen müssen, sowie der damit verbundene bissige Kommentar zu High School Hierarchien werden in der Regel als Anlehnung an oder gar als Verulkung von "The Breakfast Club" [1985] verstanden.

Und schließlich wären da noch die offenkundigen Querverweise auf einen anderen Kultfilm, die aber vielleicht gerade wegen ihrer Eindeutigkeit nicht Jedem gleich auffallen – wie heißt es so schön: manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht (ich muss jedenfalls zugeben, dass ich sie beim ersten Ansehen noch nicht bemerkt hab). Ich spreche natürlich von den ständigen Anspielungen auf "Terminator 2 – Tag der Abrechnung" [1991]: Zunächst mal haben wir Robert Patrick ("Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI", "Walk the Line"), der in T2 den Bösewicht mimte und hier nun als erster infizierte Lehrer die Invasion in Gang setzt. Er ist nur noch äußerlich ein Mensch, folgt externen Instruktionen und schreckt zur Erfüllung seiner Mission auch vor dem Einsatz von brutaler Gewalt nicht zurück – ganz wie seinerzeit der T-1000. Elijah Woods Figur heißt Casey Conner – Connor war bekanntlich der Name des Gejagten in T2, damals gespielt von Edward Furlong, was wiederum in "FACULTY" der Name des Naturwissenschaftslehrers (Jon Stewart, "Leben und Lieben in L.A.") ist. Puh, da kann einem fast schwindlig werden!

Zitate raten ist ja schön und gut und immer wieder sehr unterhaltsam. Aber leider hat eine übermäßige Orientierung an Filmvorbildern ein Fehlen von wirklicher Innovation zur Folge. Und der Nachteil an der stereotypen Filmkonstruktion ist, dass einige der Schockeffekte und Überraschungsmomente allzu vorhersehbar sind und daher nicht wirklich zünden. Robert Rodriguez ("From Dusk Till Dawn", "Planet Terror") hat daher mit "FACULTY" zwar einen unterhaltsamen, aber eben wenig originellen Vertreter seines Genres geschaffen. Aber der mit einem Augenzwinkern versehenen Rückblick auf die (Horror-) Filmgeschichte ist nichtsdestotrotz sehenswert. Der Film nimmt sich selbst nicht allzu ernst (so ist es ausgerechnet die Schulkrankenschwester, die ihrer Erkältung nicht Herr werden kann). Und allein das beeindruckende Ensemble ist durch seine schiere Anzahl an bekannten Gesichtern und talentierten Akteuren ein Grund, "FACULTY - Trau keinem Lehrer" anzusehen (wobei Elijah Wood den Part des Verlierers so überzeugend darstellt, dass es zumindest im ersten Teil des Films fast weh tut, hinzuschauen).

Eine Rezension von Nicole Goldstein
(12. April 2007)
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Daten zum Film
Faculty - Trau keinem Lehrer USA 1998
(The Faculty)
Regie Robert Rodriguez Drehbuch Kevin Williamson
Produktion Bob Weinstein, Harvey Weinstein, Elizabeth Avellan u.a. (Miramax / Dimension Films) Kamera Enrique Chediak
Darsteller Elijah Wood, Jon Stewart, Famke Janssen, Piper Laurie, Bebe Neuwirth, Robert Patrick, Salma Hayek, Shawn Hatosy, Laura Harris, Clea DuVall, Jordana Brewster, Josh Hartnett, Daniel von Bargen, Usher
Länge ca. 104 Min. FSK 16
Filmmusik Marco Beltrami
Kommentare zu dieser Kritik
Tine sagte am 12.04.2007 um 17:59 Uhr

Ich glaube mit 16 fand ich diesen Film noch ganz gut, aber desto mehr Teenie-Filme man sieht, desto langweiliger wird auch dieser, weil er eben wie alle Teenie-Filme gestrickt ist, nur dass eben noch Aliens drin vorkommen...
Stefan R. TEAM sagte am 12.04.2007 um 21:28 Uhr

Schöne Kritik :) Die Verweise auf T2 sind mir erst jetzt bewusst geworden. Dass mir das nicht schon eher aufgefallen ist...
Anj TEAM sagte am 12.04.2007 um 21:38 Uhr

Das klingt ja lustig, den Film hab ich noch nie gesehen. Irgendwie eine coole Idee, Lehrer nicht nur als Möchtegernmonster, wei beispielsweise in "Teaching Mrs. Tingle", sondern gleich als vollwertige Alien darzustellen! Wir haben es ja schon immer gewusst! Aber Liens sind schließlich auch nur Menschen... oder so ähnlich... :-)
Renee TEAM sagte am 12.04.2007 um 23:18 Uhr

@ Agent_X: ich sag's ja, manchmal sind Wegweiser derart offensichtlich und riesig, dass man mit offenen Augen daran vorbei rennt und sich doch verläuft. Ist mir ja auch so gegangen. Ich brauchte auch erst einen kleinen Anstoß von einer Freundin, bevor ich in die richtige Richtung gefunden hab. :-)

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