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Die Nacht der unheimlichen Bestien

Die Nacht der unheimlichen Bestien

Ein Film von Ray Kellogg

„Sag JA zu Tierhorror“ - heute wildern wir dann doch mal im Gebiet von Kollegin Strilek und nehmen uns mal Tiere vor, die man gemeinhin nicht mit mörderischen oder gar „unheimlichen Bestien“, wie uns die deutsche Titelschöpfung suggeriert, verbindet: die gemeine Spitzmaus ist mit ihrem durchschnittlichen Körpergewicht von 3-18 Gramm (danke Wikipedia!) nun nicht gerade die größte Gefahr für den Menschen – selbst ihr giftiger Speichel kann uns nichts anhaben. Doch auch wenn uns die deutsche Synchronisation ständig was von Ratten erzählen möchte, es ist nunmal eine Tatsache: selbst die Spitzmaus ist für billig produzierten Horror der ausgehenden 50er Jahre nicht zu absurd, und somit dürfte „The Killer Shrews“ einer der wenigen Vertreter des Soricidae-Schlocks (so der lateinische Name) sein. Es ist also mal wieder Zeit, in der phantastischen Reihe „Galerie des Grauens“ aus dem Hause Anolis zu – nunja – wühlen!

Captain Sherman ist zusammen mit seinem Bootsjungen Rook unterwegs zu einer einsamen Insel, um die dort ansässigen Wissenschaftler mit neuen Vorräten zu versorgen. Schon auf der Hinfahrt kündigt sich ein Sturm an, so dass bald klar wird, dass die beiden auf der Insel übernachten müssen, um wieder sicher den Heimweg antreten zu können. Doch die Nichte von Dr. Craigis, Ann, wirkt völlig verängstigt und will nicht noch eine Nacht auf der Insel verbringen. Bald wird klar, an was Craigis und sein Kollege Dr. Baines forschen: um das Problem der Überbevölkerung zu l
ösen, haben sie verschiedene Genexperimente an Spitzmäusen (oder halt Ratten...) durchgeführt. Der alkoholabhängige Jerry (keine Ahnung was dem seine Berufsbezeichnung wäre) hat im Suff ungefähr 200 der inzwischen hundsgroßen Bestien freigelassen, die mittlerweile die ganze Insel leergefuttert haben – eben bis auf unsere Torfnasen, die sich also noch diese eine Nacht verbarrikadieren und ihrer Haut erwehren müssen...

„The Killer Shrews“ stellt die erste echte Regiearbeit des Effektespezialisten Ray Kellogg dar (der übrigens nichts mit den Cornflakes zu tun hat) und wurde wohl back-to-back mit „The Giant Gila Monster“ gedreht, welcher es bei der imdb auf grandiose 2.8 bringt – aber selbst „Die Nacht der unheimlichen Bestien“ schaffts nur auf 3.1 und wurde sogar im Mystery Science Theater 3000 geehrt, aber wie so oft bei der imdb gilt auch hier: so mies ist der Film nicht. Und dafür sorgt dann auch nicht zuletzt die deutsche Synchronisation, die ganz vorzüglich ist, und nicht nur von Ratten redet sondern noch manch anderen grandiosen Unsinn verzapft! Der exzellente Plan der Wissenschaftler: indem man die Menschen verkleinert (also körperlich!), benötigen sie weniger Nahrungsmittel, so dass das Problem der Überbevölkerung beseitigt werden kann. Zugegeben, das behauptet er auch in der englischen Fassung, aber das deutsche „Luftziegel“ als Erklärung warum sich die Monster so einfach durch die Wände kauen können, ist dann doch zum schießen. Ganz in guter Mercator-Filmverleih-Tradition gibt es auch hier wieder einen extra Vorspann für die deutsche Version, diesmal einen (Opern-?)Song der die einleitenden Credit-Texttafeln unterlegt, aber irgendwie so gar nicht zum Film passen will. Ganz wunderbar sind dann auch noch ein paar Sprüche des Alkoholikers Jerry, der nicht nur besoffen die Ratten freigelassen hat, sondern auch mit Ann den ein oder anderen Konflikt austragen darf.
Die Nacht der unheimlichen BestienDie Nacht der unheimlichen BestienDie Nacht der unheimlichen Bestien
Und wo wir schonmal das wunderbare Wort der „Luftziegel“ eingeführt haben, wären wir auch schon bei der Ausstattung des Films. Die Einrichtung des Labors mit „trist“ zu beschreiben wäre noch geschmeichelt. Die statische Kamera fokussiert meistens die örtliche – immerhin gut ausgestattete – Bar um die sich die Hauptdarsteller in statischen Dialogen tummeln und sich munter an Requisiten festhalten, seien es Pfeifen, Brillen oder Gläsern. Was als Anmerkung zu einem ganz wunderbaren Detail führt, als Jerry nichts in der Hand hat, und deshalb Sherman das volle Glas aus der Hand nimmt, es auf Ex kippt, und ihm wieder gibt, während dieser gerade einen Dialog hat. Die Wände sind voller Flecken, in endlosen Wiederholungen gehen Menschen durch Türen, und einen mexikanischen Wachmann gibt es auch noch, der aber genauso wie Rook als anderer „Exot“ nur eine Aufgabe hat: Kanonenfutter sein. Ebenso trist ist die einzige Damenrolle im Film, gespielt von Ingrid Goude, Miss Schweden und Vize Miss World. Diese hat bis auf gut auszusehen nichts, aber auch gar nichts zu tun, und ist eben eine klassische Damsel-in-Distress, die nur im Film ist, um vom Helden gerettet zu werden.

Dafür ist die Besetzung der Rollen aber weitestgehend interessant: Ken Curtis, der Jerry spielt, war immerhin zeitweise der Schwiegersohn von Regielegende John Ford. Dr. Craigis wird von Baruch Lumet gespielt, der – man ahnt es – der Vater von Sydney Lumet ist! Gordon McLendon als zweiter Wissenschaftler erinnert mich nicht nur frappierend an Anthony Wong, sondern hat den Streifen als stinkreicher Radiomogul aus Texas auch noch produziert, was den Herren Kessler im Audiokommentar dann auch zu der Überzeugung bringt, dass die Außenaufnahmen des „Labors“ eine Radiostation von McLendon zeigen. Der Cast besteht aber ohnehin nur aus sieben Leuten, so dass die ganze Sache sehr übersichtlich wird. Übersichtlich sind auch die Effekte: die Monster in Nahaufnahme sind Handpuppen die aussehen wie, eben, Handpuppen. In Ganzkörperbildern doubeln dann verkleidete Hunde mit jeder Menge künstlichem Fell, Gummischwänzen und Latex für die „Killer Shrews“. Geneigter Leser, du kannst es dir denken: die verkleideten Hunde sehen ebenfalls aus wie verkleidete Hunde.

Was aber nichts macht! „Die Nacht der unheimlichen Bestien“ ist meilenweit entfernt ein guter Film zu sein. Die Effekte sind mies, die Inszenierung gerade in Dialogszenen zum einschlafen (zugegebenermaßen, die Spannungsszenen bekommt Regisseur Kellogg einigermaßen hin), die Ausstattung karg, und die Schauspieler klammern sich an Requisiten und betreten in endlosen Wiederholungen den immer gleichen Raum in der immer gleichen Kameraeinstellung. Aber zusammen mit der deutschen Synchronisation und nicht zuletzt mit der wie immer fantastischen DVD aus dem Hause Anolis in der „Galerie des Grauens“ ist Ray Kelloggs Spitzmausheuler ein ziemliches Fest für Freunde des charmanten Trash!

Eine Rezension von David Kugler
(28. März 2010)
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Daten zum Film
Die Nacht der unheimlichen Bestien USA 1959
(The Killer Shrews)
Regie Ray Kellogg Drehbuch Jay Simms
Produktion Hollywood Pictures Corporation Kamera Wilfred M. Cline
Darsteller James Best, Ingrid Goude, Ken Curtis, Gordon McLendon, Baruch Lumet
Länge 66:08 FSK 16
Filmmusik Harry Bluestone, Emil Cadkin
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