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Ant-Man and the Wasp

Ant-Man and the Wasp

Ein Film von Peyton Reed


EIN UNBEDEUTENDER JEMAND


Da hat er doch glatt den Infinity War geschwänzt. Asche auf dein Haupt, Ant-Man. Während die einen mutmaßten, dass Marvel bei der mittlerweile schieren Fülle an Charakteren schlicht den Überblick verloren und den gerne mal im geschrumpften Zustand agierenden Helden aus der zweiten Reihe im wahrsten Sinne des Wortes übersehen haben könnte, präsentiert uns Regisseur und Wiederholungstäter Peyton Reed in seiner Fortsetzung zum erfrischend kleinartigen „Ant-Man“ [2015] eine gar nicht mal so dumme Antwort auf die Frage, warum Scott Lang (Paul Rudd) im großartigen 2-Milliarden-Dollar-Hit von vor drei Monaten nur durch Abwesenheit glänzte.
 

Die Antwort ist: Film 1 nach Thanos` Jagd auf die Infinity-Steine spielt – zumindest für 99,9% der Handlung – vor diesem einschneidenden Ereignis und nachThe First Avenger: Civil War“ [2016], ist also im Grunde im Zusammenspiel mit dem ersten „Ant-Man“-Abenteuer der dritte Teil einer Trilogie über den ameisenhaften Aufstieg eines Gelegenheitsgauners, der aus Mangel an Alternativen beim MCU mitmischt. Als einer der Guten. Und für seine Tochter, die ihren Superhelden-Dad
dy vergöttert. Dumm nur, dass unser Held zwei Jahre nach den Ereignissen in Deutschland (siehe den Leipziger Flughafen-Vorfall in „Civil War“) immer noch unter Hausarrest steht. Ant-Mans Verletzung des sogenannten Sokovia-Abkommens hat dem sympathischen Helden also mehr geschadet als geholfen, einen Ruf zu erlangen. Aber ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Und so harrt Scott dem Tag, an dem er seine lästige Fußfessel endlich wieder abstreifen kann. Dass dieser jedoch früher kommt, als gedacht, hätte er sich wohl nicht ausgemalt, vor allem nicht, in welcher Gestalt er auftritt. Aber da sitzt er auch schon mit seinen einstigen Freunden Hank Pym (Michael Douglas) und Hope (Evangeline Lilly) in einem geschrumpften LKW, der mit Vollgas in ein neues Abenteuer von gigANTischen Ausmaßen düst. Denn anscheinend besteht die geringe Chance, dass Hopes Mutter den damaligen Vorfall, durch den sie in der sogenannten Quantum Realm verschollen ist, überlebt haben könnte...


Wer sich gerade wie bestellt und nicht abgeholt vorkommt, muss nicht an sich selbst zweifeln. Denn die soeben vollzogene zeitliche Einordnung von „ANT-MAN AND THE WASP“ ist nicht Grundvoraussetzung für einen spaßigen Kinoabend, so dass jeder, der auf ein oder zwei Anspielungen verzichten kann, gerne sein Ticket für den Film lösen kann. Die von Hauptdarsteller Paul Rudd und vier weiteren Drehbuchautoren erdachte Geschichte ist quasi selbsterklärend und steuert vorhersehbar einem Finale entgegen, das zumindest bis zum einläutenden Abspann keinerlei großartigen Nachhall verbreitet. Aber wehe, wehe, wenn ich nach dem Ende sehe...! Marvel-Jünger erheben sich ja sowieso erst dann aus ihren Kinosesseln, wenn der allerletzte Name des Abspanns über die Leinwand gewandert ist, aber es sei hiermit nochmal ausdrücklich betont: Sitzenbleiben lohnt sich bei Marvel immer, denn sonst entgeht einem womöglich die ein oder andere Mid- respektive Past-Credit-Szene, was im Falle von „ANT-MAN AND THE WASP“ für diejenigen unter uns, die auch nur ein bisschen was auf Kontinuität und innere Vernetzung geben, fatal wäre. Denn was uns hier kredenzt wird, rettet den schwer unterhaltsamen Film davor, als ein weiterer solider Blockbuster ohne nennenswerte Bedeutung abgestempelt zu werden. Unterschätzt nie die Kleinen.
 

Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten, wohl aber nochmal das herausgestellt, was soeben schon anklang: „ANT-MAN AND THE WASP“ ist ein Spaß-Film, und als solcher funktioniert er vorzüglich: Die Geschichte von der Suche nach Hank Pyms verschollener Frau und Hopes Mutter ist hinsichtlich der Ausgangslage und der letztlich filmischen Ausgestaltung herrlich gaga und wird nur von den ständigen Frotzeleien zwischen Scott und Hope übertrumpft, die als Heldengespann anfangs nicht miteinander, aber auch nicht ohne den jeweils Anderen auskommen. Teamarbeit muss man halt können. Da gerät der Quasi-Schurke des Films (mehr wäre in der Tat ein als Lüge verpackter Spoiler) schon mal ins Hintertreffen, aber hey: geschrumpfte Hochhäuser und Verfolgungsjagden im Matchbox-Stil auf offener Straße bekommt man ja auch nicht alle Tage vor die Augen. Noch dazu in einem formidablen 3D, das die visuellen Reize des Films gekonnt hervorhebt (pun intended).


Der Ton dieser Rezension macht es hoffentlich schon deutlich: „ANT-MAN AND THE WASP“ nimmt sich zu keinem Zeitpunkt so richtig ernst. Und das ist gut so. Denn alles andere würde aufgesetzt wirken. So halt- wie belanglos präsentiert sich das abermals raffiniert getrickste Abenteuer, welches nach dem Ernst der letzten, 19. Marvel-Verfilmung schlicht das Beste aus ihrer Trash-Prämisse zieht – und damit alles richtig macht. Denn wenn schon Scott erkennt, dass heutzutage anscheinend jedes wissenschaftliche Problem dadurch erklärt werden kann, dass man ein so viel- wie nichtssagendes „Quantum“ davorsetzt, ist dies Meta-Humor der besten Sorte, die die Lächerlichkeit einzelner Aspekte selbstironisch preist, ohne den Film jedoch selbst ins Lächerliche zu ziehen. „ANT-MAN AND THE WASP“ ist vielmehr der Prototyp einer mit Herz und auch ein wenig Hirn ausgestatteten Liebeserklärung an ein Kinogenre, das gerne allzu zwanghaft oder einfach nur überambitioniert hübsch gezeichnete Comicbilder auf die Leinwand zu transportieren versucht und nicht selten hübsch daran scheitert. Unser Ant-Man-Abenteuer denkt nicht viel nach, ist aber in dem, was es mit geradezu kindischer Freude erzählt, derart gut, dass man irgendwann keinen Gedanken mehr an die dann doch recht einfallslose Geschichte verschwendet und sich einfach nur berieseln lässt. Kino, das Spaß macht, keinem wehtut und am Ende, also nach dem eigentlichen Film-Ende, zum Paukenschlag ausholt, der mal eben die Karten für den noch unbetitelten „Avengers 4“ neu mischt und wild über Möglichkeiten des Story-Fortgangs spekulieren lässt.


Fazit: „ANT-MAN AND THE WASP“ ist ein im Grunde belangloser Spaß-Film mit dann doch nicht zu leugnendem Belang für das MCU. Irgendwie genial.


Das bisherige MCU, bei uns ausführlich rezensiert:

Iron Man“ [2008], „Der unglaubliche Hulk“ [2008], „Iron Man 2“ [2010], „Thor“ [2011], „Captain America: The First Avenger“ [2011], „The Avengers“ [2012], „Iron Man 3“ [2013], „Thor – The Dark Kingdom“ [2013], „Captain America 2: The Return of the First Avenger“ [2014], „Guardians of the Galaxy“ [2014], „Avengers: Age of Ultron“ [2015], „Ant-Man“ [2015], „The First Avenger: Civil War“ [2016], „Doctor Strange“ [2016], „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ [2017], „Spider-Man: Homecoming“ [2017], „Thor: Tag der Entscheidung“ [2017], „Black Panther“ [2018], „Avengers: Infinity War“ [2018]


Cover: ©Marvel Studios 2018


Eine Rezension von Stefan Rackow
(30. Juli 2018)
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Daten zum Film
Ant-Man and the Wasp USA 2018
Regie Peyton Reed Drehbuch Chris McKenna, Erik Sommers, Paul Rudd, Andrew Barrer, Gabriel Ferrari
Produktion Marvel Studios Kamera Dante Spinotti
Darsteller Paul Rudd, Evangeline Lilly, Michael Pena, Michael Douglas, Hannah John-Kamen, Laurence Fishburne, Randall Park, Walton Goggins, T.I., David Dastmalchian, Abby Ryder Fortson, Michelle Pfeiffer, Judy Greer, Bobby Cannavale, u.a.
Länge 118 Minuten FSK ab 12 Jahren
https://www.marvel.com/antman
Filmmusik Christophe Beck
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