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Tarzan

Tarzan

Eine Serie von Peter Lang, Steve Loter

Seit der Veröffentlichung von Edgar Rice Burroughs’ „Tarzan“ gab es in der Filmindustrie kein Halten mehr. Zu fantastisch, originell und spannend bot sich die Romanvorlage für zahlreiche Umsetzungen auf der Kinoleinwand und der Mattscheibe zu Hause, wobei wohl die bekanntesten Werke die frühen Hollywood-Abenteuer rund um den Ungaren Johnny Weißmüller als kurzhaariger, blasser Dschungelkönig und die herzerwärmende, moderne Walt-Disney-Version „Tarzan“ zu sein scheinen. Die Geschichte, wie ein im Urwald aufgewachsener Edelmann plötzlich mit der Zivilisation konfrontiert wird, indem er auf die englische Lady Jane trifft und sich in sie verliebt, bot immer wieder Anreiz genug, über Jahrzehnte hinweg die verschiedensten Film- und Serienfassungen auf den Markt zu bringen. Was aber passiert, wenn man den Spieß umdreht und Tarzan selbst in die Großstadt verfrachtet und ihn dort auf seine Jane treffen lässt? Genau dieser Grundidee nimmt sich die 2003 veröffentlichte, hierzulande wohl kaum bekannte Serie „Tarzan“ an und verwandelt sie in unterhaltsame, spannende und romantische Episoden.

Bei einem Routineeinsatz trifft die hartnäckige Polizistin Jane Porter auf John Clayton, der ihr das Leben rettet, den Tod ihres Verlobtem aber scheinbar verschuldet und nicht nur damit das Leben der jungen Frau völlig auf den Kopf stellt. Der vor zwanzig Jahren bei einer Dschungelexpedition im Urwald zurückgela
ssene, weil tot geglaubte Junge John wird von einer Horde Affen aufgezogen und wächst völlig ohne menschlichen Kontakt in der afrikanischen Wildnis auf. Zwei Jahrzehnte später wird er schließlich doch gefunden und zurück in seine ursprüngliche Heimat New York gebracht, wo er in die Obhut seines milliardenschweren Onkels Richard Clayton kommt. Dieser leitet die „Greystoke Industries“, ein Familienunternehmen, dass er durch das plötzliche Auftauchen von John gefährdet sieht. Die einzige Lösung scheint zu sein, John zu zivilisieren und zu kontrollieren, weswegen er ihn bei sich unter fadenscheinigen Gründen der treuen Fürsorge festhält. John allerdings flieht vor seinem kaltherzigen Onkel und findet Unterschlupf bei seiner Tante Katherine, die ihn mit mehr Zuneigung empfängt als ihr Bruder. Aber auch von Katherine büchst John immer wieder aus, um Jane zu sehen, ihr bei ihren Ermittlungen zu helfen und sie ein ums andere mal zu beschützen und ihr Leben zu retten. Das Gefühlschaos, in das er sie damit stürzt, kann er selbst kaum begreifen.

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Auch wenn die Grundidee auf Burroughs’ Bestseller beruht und auch die Hauptcharaktere und Namen auf diesem basieren, ist doch nicht nur einiges, sondern eben das meiste an dieser Serie völlig neu. Ein alter Stoff wurde praktisch völlig aufpoliert und der modernen Fernsehwelt angepasst. Somit sieht man hier Tarzan sich nicht mit Liane von Baum zu Baum sondern mit bloßer Körperkraft von einem Hochhaus zum nächsten Wolkenkratzer schwingen, stetig mit wildem Blick, gebückter Haltung und nackten Füßen. „Tarzan“ ist in dieser Version eine actionreiche Kriminalserie, der es an Spannung nicht mangelt und in der auch die Romantik nicht zu kurz kommt.

Zweiteres ist ein absoluter Pluspunkt der Serie. Jeder, der die Geschichte rund um den Affenmenschen kennt, weiß, dass Tarzan und Jane zusammen gehören und als das Symbol für ein perfekt zueinander passendes, wenn auch ungleiches Pärchen schlechthin gelten. Dennoch nimmt sich die Serie Zeit, ihre beiden Protagonisten zusammenfinden zu lassen und steigert somit die Spannung und die Intensität der Beziehung, die Jane Porter und John Clayton zueinander entwickeln. Da Jane zu Beginn der Geschichte ihren Verlobten verliert, wäre es unauthentisch und übertrieben, sie in der nächsten Szene turtelnd in Tarzans Armen zu finden. So aber fühlt man richtig mit, wenn Jane völlig verwirrt von ihren eigenen Gefühlen zu John und ihrem Exfreund nicht weiß, wo sie eigentlich hin will und nur in Ausnahmesituationen innige Berührung mit John zulässt. Die vielen Beinahe-Kussszenen, die es im Laufe der Serie gibt, sind deshalb unglaublich intensiv; man spürt förmlich Janes inneren Kampf. Was Bollywoodfilme schon beweisen, wird einem hier auch wieder näher gebracht: Eine Geschichte braucht keine Küsse und stetigen, intensiv körperlichen Kontakt, um romantisch zu sein. Vielmehr sind es Blicke, die zwei Menschen einander zuwerfen, kurze Berührungen oder liebevolle Dialoge, die einen rot werden und schmunzeln lassen.

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Travis Fimmel ("Restraint - Wenn die Angst zur Falle wird)", ursprünglich ein australisches Jeans- und Unterwäschemodel, verkörpert die Rolle des John „Tarzan“ Clayton so gut, als sei sie ihm auf den Leib geschneidert. Dass es sich hierbei um keine oberflächliche Charakterfigur handelt, beweist er, indem er Naivität und Unschuld mit wilder Brutalität und Leidenschaft verknüpft und diese in einer Figur vereint. Stimmungen wie Unsicherheit, Verzweiflung, Zärtlichkeit und Rage wechseln bei ihm beinahe schlagartig und es ist bewundernswert, dass dies authentisch vom Schauspieler verkörpert werden kann.
Die auf Hawaii geborene Sarah Wayne Callies, die Darstellerin der Jane Porter, ist trotz ihrer Attraktivität und ihres hübschen Gesichts zum Glück kein typisches Püppchen, das seine Rolle nur wegen des tollen Aussehens bekam. Callies verkörpert glaubhaft eine junge, aber dennoch toughe Polizistin, die im Job zwar nahezu unmenschliches leistet, ihr Privatleben auf der anderen Seite aber kaum auf die Reihe kriegt. Unbedingter Sympathieträger ist auch noch Nebendarsteller Miguel A. Núñez Jr., der Janes Polizeipartner und guten Freund Sam Sullivan spielt und oftmals eine Brücke zwischen Rationalität und Emotion bildet. Auf der einen Seite besorgt um seine beste Freundin lehnt er Kontakt zu John ab, der beide Polizisten in Schwierigkeiten bringen kann, erkennt aber auf der anderen Seite Janes tiefe Gefühle für John und auch dessen Absicht, Jane nur beschützen und helfen zu wollen.

Bekanntere Akteure sowie vor als auch hinter der Kamera dürften Mitch Pileggi, der Walter Skinner aus "Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI" und in "Tarzan" der fiese Onkel John Claytons, und Eric Kripke sein, der an sieben der acht Folgen mitschrieb und auch bei den Storys zu "Supernatural" seiner Kreativität freien Lauf ließ.

Besonders Fans von „Superman – Die Abenteuer von Lois und Clark“ dürfte „Tarzan“ gut gefallen, erkennt man doch einige, wenn auch kleine Parallelen wieder. Bei Kennern von Superman einschneidendste Szene dürfte diejenige sein, in der Tarzan mit einem kurzen Sprung Janes Wohnung durch das offene Fenster in einem hohen Stockwerk eines Wolkenkratzers verlässt, sie sich daraufhin (und das im Folgenden nicht nur einmal) aus dem Fenster lehnt und sehnsuchtsvoll nach ihm Ausschau hält, er aber wie vom Erdboden verschwunden zu sein scheint. Auch lebt die beruflich starke, privat aber etwas konfuse Jane so wie Lois Lane anfangs mit ihrer jüngeren Schwester zusammen, die der älteren weise Ratschläge zu geben versucht, und verliebt sich in einen Mann, der nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Wirklich einziges Manko der Serie „Tarzan“ ist ihre Kürze. Nach nur acht Folgen war leider nicht nur Schluss mit der ersten Staffel, sondern auch mit der kompletten Reihe. Trotz Recherche sind dabei nur offene Fragen als wirkliche Antworten darauf zu finden, warum die Serie nicht fortgesetzt wurde, hatte sie doch Zuschauerzahlen in Millionenhöhe und somit ziemlichen Erfolg. Schade ist auch, dass es Deutschen Serienliebhabern kaum möglich sein wird, selbst mal einen Blick auf die neuste Realserie von „Tarzan“ zu werfen, denn trotz Ausstrahlung in vielen europäischen Ländern wie Finnland, Schweden, Ungarn, Bulgarien und Frankreich flimmerte hierzulande „Tarzan“ nie über die Mattscheibe. Es bleibt zu vermuten, dass dies eventuell an der zu aufwändig erscheinenden Synchronisation liegen könnte, da zumindest vor allem die skandinavischen Länder Serien und Filme ohne diesen Aufwand einfach mit Untertiteln ausstrahlen. Weiterhin gibt es auch keine erhältliche US- oder UK-Variante einer DVD-Box, sodass man schon einiges anstellen muss, um vielleicht doch noch einen Blick auf diese Serie werfen zu können. Dieser Aufwand würde sich dann aber in jedem Fall lohnen, da man mit einer effektreichen, qualitativ hochwertigen und vor allem unheimlich romantischen Realserie eines zeitlosen, uns allen bekannten Helden belohnt wird.

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Eine Rezension von Anja Strilek
(09. März 2008)
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Daten zur Serie
Tarzan USA 2003
(Tarzan)
Regie Peter Lang, Steve Loter Drehbuch Leonard Dick, Lynne E. Litt, Eric Kripke, Mike Werb u.a.
Produktion Eric Kripke, Mere Smith u.a. Kamera William Engel
Darsteller Travis Fimmel, Sarah Wayne Callies, Miguel A. Núñez Jr., Mitch Pileggi, Lucy Lawless, Douglas O'Keeffe, Leighton Meester, Fulvio Cecere
Länge ca. 43 min pro Folge FSK
Filmmusik Jason Derlatka, Jon Ehrlich
Kommentare zu dieser Kritik
Renee TEAM sagte am 04.08.2008 um 15:55 Uhr

So, inzwischen hab ich meine Neugier gestillt und die mir die gesamte, doch so umfangreiche^^ Serie angesehen, und bin insgesamt recht angetan. Ein paar Schönheitsfehler gibt es allerdings schon. Zunächst ist mir gerade im Pilot alles ein wenig zu hektisch, die Geschichte wird mitunter zu schnell, fast schon abgehackt erzählt. Auffällig ist außerdem, dass in den ersten 3 bis 4 Folgen der Fokus eigentlich auf Jane liegt. Dafür, dass John alias Tarzan immerhin die Titelfigur der Serie ist, konzentriert sich für mich die Erzählung zu Beginn viel zu wenig auf ihn. Zwar ändert sich das spätestens zur Halbzeit der Serie, aber in der Zwischenzeit hat sich Jane als so starke Figur etabliert, dass es schwer fällt, dem Wechsel auf Tarzan als Mittelpunkt der Erzählung zu folgen. Jane ist als Figur sehr gut geschrieben worden und Sarah Wayne Callies bringt die nötige starke Ausstrahlung auf den Bildschirm, um diese Rolle zu verkörpern. Daneben verblasst Travis Fimmel fast ein bißchen. Zumindest muss er sich gehörig anstrengen, um die gleiche Aufmerksamkeit wie seine eigentlich als Co-Star angedachte Kollegin zu erhalten. Aber letztlich schafft er es in der zweiten Hälfte doch noch, sich als ebenbürtig zu beweisen, wenn seine Rolle endlich ausgebaut wird und sich die Gewichtung zwischen den Charakteren entsprechend angleicht. Auf jeden Fall ergeben sowohl die beiden Hauptfiguren als auch ihre Darsteller ein starkes Duo, dem ich gern zugesehen hab.

Ein bißchen seltsam ist mitunter die Darstellung des Tarzans geraten, der mir ab und an wie ein Superman-Verschnitt vorkam. Grandiose Kletterfähigkeiten sind eine Sache, fast schon übermenschlich anmutende Helden-Kräfte wie aus einem Comic entsprungen eine andere. Dass er Jane einarmig und ohne jegliche Anstrengungen hochziehen kann wirkt spätestens an dem Punkt seltsam [Achtung, Spoiler^^], an dem er es nicht mal mit ihrer Unterstützung schafft, Michael vor dem Sturz in die Tiefe zu bewahren. Sie kann er mühelos allein mit einer Hand festhalten und hochziehen, ihn aber nicht einmal mit Hilfe? Da könnte man fast auf die Idee kommen, er hätte Michael absichtlich fallen lassen, um endlich freie Bahn bei Jane zu haben. Aber das wäre ja vollkommen untypisch für seine Figur. Also ist der Versuch, sich des Nebenbuhlers zu entledigen und den Weg für Jane und John freizumachen, von den Drehbuchautoren ein wenig unglücklich ausgeführt worden. Das Resultat allerdings ist gelungen, denn wie in der Rezi erwähnt ist die nun folgende Anspannung sowohl zwischen den beiden als auch in Janes Innerem das, was die zweite Hälfte der Serie nachhaltig und in mitreißender Weise bestimmt.

Alles in allem hat das Anschauen der 8 Folgen aber großen Spaß gemacht und es ist schade, dass wir nicht zu sehen bekommen, was noch aus der Geschichte hätte werden können, wäre ihr ein längeres Leben vergönnt gewesen. Potenzial wäre jedenfalls vorhanden gewesen.
Anj TEAM sagte am 05.08.2008 um 17:43 Uhr

Also dass Tarzan Jane an einem Arm hocziehen kann, ihren Verlobten aber nicht, mag merkwürdig und wie ein fehler erscheinen. Wenn man nach einer erklärung suchen will, fällt einem sicher aber eine ein: Nämlich dass Jane wie ein Fliegengewicht aussieht und ihre Verlobter gut 30 Kilo mehr auf die Waage bringen könnte.

Dass der Fokus zunächst auf Jane liegt und dann später erst auf Tarzan ist mir nicht so sehr aufgefallen. Ich fand es nur eher auffällig, dass dieser Serien-Tarzan von der urspürnglichen Figur kaum noch etwas mitbringt. Er erscheint in der Serie ein bisschen zu sehr angepasst, spricht die Sprache zu perfekt (obwohl das auch schon in der literarischen Vorlage der Fall war, dass Tarzan unglaublich schnell wieder die englische und soagr französische Sprache lernte) und kommt zu schnell mit allem sehr gut klar.
Dass er an die Superman-Figur erinnert, sit mir auch aufgefallen und hab ich ja auch in der Rezension erwähnt. Die Serie ist wirklich auch ungefähr so aufgebaut wie die über die Abenteuer von Lois und Clark.

dass ich über Mängel in der Serien gut hinwegsehen konnte, liegt wahrscheinlich daran, dass sie einen unglaublichen Zauber auf mich ausgewirkt hat. Diese Wirkung kann ich selten komplett erklären, es bleibt immer noch ein bisschen Magie, die man eben nicht erklären kann. Kaum eine Serie hat mich so sehr in ihre Welt entführt und nicht mehr losgelassen wie eben "Tarzan".
Renee TEAM sagte am 05.08.2008 um 18:20 Uhr

Stimmt, John wirkte recht angepasst. Aber andererseits auch wieder nicht, wenn man sein von Unschuld, fast schon Naivität geprägtes Handeln bedenkt. Oder dass er mit sich so wenig mit richtigen Klamotten anfreunden kann, Schuhe absolut nicht mag.^^

Hochinteressant fand ich, was ich vor einiger Zeit in einem Interview mit Eric Kripke zum Thema "Tarzan" entdeckt hab. Der Meister selbst sieht sein Werk inzwischen wohl in einem etwas anderen Licht:


>>Here're my feelings on Tarzan: I'll
stand behind the pilot. It has a beginning, middle,
and -- the problem -- it ends. I was hungry to have
anything in production, so I wrote a 50-page story
that ended. Then it got made and I had something in
production and it was all my dreams come true. They
said to me, "Let's do 12 more." I said, "Uh, wait!
What's the story?" So, Tarzan was a hell ride in every
way, and we only did eight before they wisely put us
out of our misery. But I think Warner Bros.
appreciated that I stood proudly on the deck of the
Titanic with my violin and just played away. I never
tried to dress as a woman and get off the boat… I just
went right down with that ship.<<
(CS Weekly, Mai 2008)


Merkwürdig, dass er selbst so gar nicht begeistert davon ist, was er hier erschaffen hat. Aber was dabei rauskommt, wenn der Mann tatsächlich richtig zufrieden mit seiner Arbeit ist, haben wir ja auch schon feststellen dürfen... ;) *gg*

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