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Transporter 3

Transporter 3

Ein Film von Olivier Megaton

Ach, was sind schon Regeln? Klar, eigentlich sind sie sinnvoll, weil sie einen vor brenzligen Situationen bewahren können, in denen man sonst seinen Hintern riskiert hätte. Aber manchmal ist der eigene Hintern gar nicht so wichtig, schon gar nicht, wenn ein viel hübscheres Exemplar sich direkt neben einem in das Leder des Beifahrersitzes schmiegt und von langen Beinen, schlanker Taille und einem Gesicht mit geheimnisvollen Augen umgeben ist. Na, da kann man doch ruhig doch mal zumindest nach dem Namen fragen…

Der Grund dafür, dass Ex-Elitesoldat Frank Martin (eine verdammt coole Sau: Jason Statham) seine eigenen Regeln (wieder einmal) über den Haufen wirft und sich wider besseres Wissen seine zu transportierende Ladung genauer anschaut, ist, dass es sich bei seiner Fracht diesmal um die mysteriöse Valentina (Natalya Rudakova) handelt, die außer ihrem Vornamen und einem russisch klingenden Akzent zunächst einmal nichts von sich preisgibt.
Eigentlich hatte sich Frank ja vorgestellt, dass die größte Aufregung, die er an einem Tag erleben würde, die sei, wie sich sein väterlicher Freund und Polizeiinspektor Tarconi (François Berléand) neben ihm in einem kleinen Boot mit einem am Angelhaken zerrenden Fisch abplagt. Doch als eines Abends sein Kumpel und ebenfalls Transportfahrer Malcolm (David Atrakchi) samt Auto in Franks Wohnzimmer kracht, ist es mit der Ruhe vorbei. Frank muss fortan Malcolms Job übernehmen und die geheimnisvolle Valentina durch Europa kut
schieren. Damit beide keine Dummheiten anstellen, wird ihnen jeweils ein Armband umgelegt, dass explodiert, sobald sie sich mehr als 25 Meter vom Auto entfernen.
Eine korrupte Müllentsorgungsgesellschaft, der zwielichtige Geschäftsmann Jonas Johnson (Robert Knepper) und eine Unterschrift, die von dem ukrainischen Umweltminister Leonid Vasilev (Jeroen Krabbé) erpresst werden soll, machen das Chaos perfekt und Frank hat ordentlich zu tun, um nicht nur seine eigene attraktive Rückseite zu retten…

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Das kommt einem doch alles irgendwie bekannt vor… Aber das ist schon okay so, denn Innovation und 180-Grad-Wendungen sind nicht die ersten beiden Dinge, die man vom dritten „Transporter“-Teil erwartet hätte (nichtsdestotrotz wäre beides natürlich nicht schlecht gewesen und hätte für ein paar mehr Überraschungen gesorgt). Zum Glück orientiert sich der dritte Teil aber eher am ersten – „The Transporter“ – als an dem Sequel „Transporter - The Mission“. (Nebenbei sei hier einmal angemerkt, dass die deutsche Betitelung von Filmen in diesen drei Fällen ziemlich inkonsequent ist: Mal steht vor dem „Transporter“ noch ein bestimmter Artikel, mal wird die Fortsetzung mit einem Untertitel gekennzeichnet, mal einfach nur mit einer Nummer. Das hätte man eigentlich ein bisschen einheitlicher gestalten können, à la „The Transporter“, „The Transporter 2“, „The Transporter 3“ oder „Transporter“, „Transporter – The Mission“ und „Transporter: The Mission (again)“ oder so…)

Wie im ersten Teil spielt auch „Transporter 3“ zumindest am Anfang wieder in Frankreich und versetzt das Geschehen in eine farbenprächtige Umgebung und nicht in ein hässliches Großstadtgrau wie im zweiten Teil. Der Trip von Marseille über München und Budapest nach Odessa tut sein übriges und sorgt wieder für ein paar schöne Bilder, durch die die temporeichen Verfolgungsjagden noch beeindruckender wirken.

Die Leistungen der Darsteller sind bunt zusammengewürfelt und ergeben insgesamt ein eher mittelmäßiges Bild. Jason Statham spielt seine Figur des Actionhelden gewohnt cool, aber nicht ohne Charme und Mitgefühl und rundet die Rolle des Frank Martin somit zu einem sympathischen, aber knallharten Typen ab, der seine nett anzusehenden Kloppereien mit einem Fünkchen Humor versüßt.

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Absolute Neuentdeckung ist Natalya Rudakova, eine russische Friseurin, die in „Transporter 3“ ihr Schauspieldebüt gibt. Ihre Leistung ist passabel, wenngleich ihre Figur im Laufe des Films an Tiefe verliert, was sehr schade ist. Zu Beginn schafft es die Schauspielerin eindrucksvoll, ihrer Figur der Tochter des Umweltministers glaubhaft tiefe Verzweiflung und Unergründlichkeit einzuhauchen. Ohne die Stirn auch nur ansatzweise in Falten zu ziehen oder tränenreich zu schluchzen gibt sie dem Zuschauer von Anfang an das Gefühl, dass mehr hinter ihrer Rolle steckt als nur die Funktion eines sexy „Bondgirls“ zu erfüllen. Ihr markantes Aussehen tut sein übriges. Natalya Rudakova ist kein Model von der Stange, denn zu ihren traumhaften Körpermaßen gesellen sich ein von Sommersprossen besprenkeltes Gesicht und eine feurigrote Kurzhaarfrisur. Leider ist es Natalya Rudakova nicht vergönnt, das Niveau ihrer Rolle zu halten, denn schon nach kurzer Zeit muss Valentina sich Drogen einwerfen, mit Wodka betrinken und völlig sinnlos-abgedreht werden. Das war’s dann mit der Tiefe ihrer Figur. Von einer Sekunde auf die andere ist Valentina nur noch eine dämliche Witzfigur, was kurzzeitig leider auf Frank abfärbt, da sie es gerade in diesem Zustand schafft, einen besseren Draht zu ihm zu finden. Nachdem dann Valentina irgendwann ausgenüchtert ist, wird der Zuschauer von weiteren zickigen Teenagerdämlichkeiten verschont, wenngleich die Figur leider nicht zu ihrer ursprüngliche Tiefe zurückfinden darf. Schade! In der Tochter eines einflussreichen Politikers, die zunächst auf Ibiza Abstand und Freiheit sucht und dann durch halb Europa verschleppt wird, um als Druckmittel für ihren Vater hinzuhalten, hätte eigentlich viel mehr Potenzial gesteckt.
Ein nettes Mittel der Filmreihe ist es, in jedem Teil den ruhigen, symapthisch-lustigen Inspektor Tarconi mitspielen zu lassen, was für Kontinuität sorgt und eine Verbindung zwischen den Teilen sorgt, die sonst nur in ihrer Hauptfigur Frank bestanden hätte.
Bösewicht Johnson hingegen wirkt etwas farblos, ohne jegliche Tiefe und Besonderheiten. Robert Knepper spielt hier in befriedigendem Maße seine Rolle ab, allerdings ohne ihr ein wenig Würze zu verleihen. Naja. Vielleicht wollte man auch einfach sicherstellen, dass das Hauptaugenmerk nach wie vor auf dem Protagonisten liegt.

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Die Martial-Arts-Szenen sind – wie zu erwarten war – erste Sahne und bleiben in ihrer Gestaltung denen der ersten beiden „Transporter“-Teile treu. Ganz klar – da hat wieder Action-Choreograph Cory Yuen seine Finger im Spiel, die auch schon bei den ersten beiden Teilen nicht untätig waren. So ganz neu sind die Kampfszenen von daher aber auch nicht und das typische Stilmittel, wie sich Frank während eines Kampfes geschickt aus seinen Klamotten windet, um damit seine Gegner zu erdrosseln, ist nicht mehr so überraschend, wie es beim Original vielleicht noch war. Insofern man aber alle drei Filme nicht direkt hintereinander guckt und nicht alles Moves auswendig kennt, sind die Actionszenen aber dennoch spannend und unterhaltsam. Seltsam ist allerdings das Gefühl, dass es von diesen Szenen in „Transporter 3“ verhältnismäßig wenig gibt und der Film ab und zu vor sich hindöst, wodurch er – ganz vorsichtig und leise gesagt – auch zeitweise ein bisschen langweilig ist. Der Romantik ist hier doch manchmal etwas zu viel des Guten. Zwar ist auch jeder noch so harte Actionkracher nichts ohne ein bisschen Gefühl, allerdings muss man dem Genre zuliebe aber sehr aufpassen, nicht allzu häufig emotionale Szenen einzustreuen, da dies schnell inflationär wird und schlicht und einfach nervt. Weniger ist in diesem Fall mehr. Was im zweiten Teil etwas zu kurz kam, wird im dritten etwas zu häufig gebraucht. Bestes Vorbild ist da wieder einmal das Original „The Transporter“, da hier die Romantik keck und luftig-leicht eingestreuselt wurde, ohne zu gefühlsduselig zu werden.

Alles in allem ist „Transporter 3“ aber toll anzusehende Popcornunterhaltung, die zwar mit wenig Überraschung, aber wie gewohnt mit ordentlich und aufwändig inszenierter Action aufwartet und am besten Kino vor großer Leinwand zu genießen ist. Der Look des Films ist zum dritten Mal sein größtes Plus und bringt visuell alles mit, was das Actionherz begehrt. Etwas mehr Logik und anhaltende Tiefe hätten aber auch hier wieder einmal nicht geschadet und lassen einem erneut das Fazit, dass es hier viel mehr Potenzial gegeben hätte, als eigentlich genutzt wurde.

Eine Rezension von Anja Strilek
(11. Januar 2009)
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Daten zum Film
Transporter 3 Frankreich, USA 2008
(Transporter 3)
Regie Olivier Megaton Drehbuch Luc Besson, Robert Mark Kamen
Produktion Luc Besson, Steve Chasman Kamera Giovanni Fiore Coltellacci
Darsteller Jason Statham, Natalya Rudakova, François Berléand, Robert Knepper, Jeroen Krabbé, Timo Dierkes
Länge 100 min FSK 12
Filmmusik Alexandre Azaria
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