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Sturzflug ins Paradies

Sturzflug ins Paradies

Ein Film von Noel Quiñones

Nach einer halbwegs glücklichen Notlandung inmitten einer Bananen-Plantage irgendwo auf einer Insel begegnet der Pilot Clay den Einheimischen, die auch ohne unerwartete Neulinge in ihrer Mitte mit genügend Veränderungen zu kämpfen haben: Mercedes wurde von ihrem Mann verlassen und steht nun kurz vor einer erneuten Heirat, diesmal mit Plantagenbesitzer Frank. Dabei scheint es, als würde sie eine Vernunftehe eingehen, wohl, um ihrem Sohn Gabriel die verlorenen Vaterfigur zu ersetzen. Der Junge seinerseits ist von den Plänen seiner Mutter gar nicht begeistert und befindet sich auf ständigem Konfrontationskurs mit Frank. Clays Ankunft verändert die komplizierten Verhältnisse in dieser Dreierkonstellation zumindest anfänglich nicht gerade zum Guten.
Gabriel und seine Freunde sind unterdessen auf der Suche nach einem geheimnisvollen Schatz, der alten Geschichten zufolge unter einem Fluch liegen soll. Ein alter Mann ist ihnen aber zuvorgekommen und hat die Truhe, in welcher sie den Schatz vermuten, bereits an sich genommen. Und gleichzeitig muss sich Gabriel auch noch mit den Überraschungen und Schwierigkeiten einer ersten aufkeimenden Liebe herumschlagen...

Der Beginn des Films und damit der Einstieg in die Geschichte ist mehr als gelungen. Amüsant, heiter und bestückt mit den ersten buchstäblich magischen Momenten bildet er einen vielversprechenden Auftakt. Glücklicherweise kann der Rest des Films die nun aufgebauten Erwartungen auch größtenteils erfüllen. Un
terhaltsam, humorvoll und bezaubernd erzählt er eine Geschichte voller Gefühl, Tragik und Magie. Der Zuschauer wird vorerst im Dunkeln gelassen was den Zusammenhang einiger Erzählstränge betrifft, und vor allem die Antwort auf die Frage, was es nun wirklich mit dem geheimnisvollen Schatz auf sich hat, bleibt lange Zeit verborgen – vielleicht sogar zu lange, denn eine wirkliche Auflösung gibt es nicht. Dafür werden einige andere Entwicklungen vorangetrieben, die der Zuschauer nahezu von Beginn an erwartet hat – wie beispielsweise die kleine, obligatorische und scheinbar nicht vermeidbare Romanze zwischen Clay und Mercedes oder der glückliche Durchbruch in den konfliktgeladenen Versuchen der Annäherung zwischen Frank und Gabriel.

Gerade das Spiel der Jungschauspieler ist erfrischend unbeschwert und trotzdem vor allem in den tragischen Momenten beeindruckend intensiv. Die erwachsenen Akteure sind dagegen mitunter etwas farblos. Entgegen der offiziellen Darstellerliste, welche üblicherweise Dean Cain, der vor allem als Titelheld in der TV-Serie "Superman - Die Abenteuer von Lois & Clark" bekannt wurde, in der Rolle des notgelandeten Piloten Clay als Hauptakteur ausweist, übernehmen Kristian de la Osa und seine Figur des jungen Gabriel die eigentliche Hauptrolle des Films, und dies mit erstaunlicher Leichtigkeit und Souveränität. Das soll jedoch nicht heißen, dass Dean Cain zu einem Nebendarsteller reduziert wird, nur eben, dass der Fokus eigentlich nicht wirklich auf seiner Figur liegt. Er ist mehr so etwas wie ein unerwarteter Eindringling in die Beziehungen der Inselbewohnern, der die vorherrschenden Konstellationen durcheinanderbringt, letztendlich jedoch als Mittelsmann und Wegweiser fungiert, welcher die Evolution hin zur Lösung der bestehenden Konflikte vorantreibt. Dabei entwickeln er sich selbst aber nicht allzu viel weiter. Nichtsdestotrotz kann Dean Cain vor allem sein komisches Talent beweisen und sorgt so für einige heitere, aber auch sorgsam gezeichnete und gefühlvolle Momente.

Ganz furchtbar dagegen ist der deutsche Titel. Abgesehen davon, dass man vermarktet als "STURZFLUG INS PARADIES" bestenfalls einen Schmachtfetzen, schlimmstenfalls einen Softporno erwartet, und "Flight of Fancy", wie er im Original weitaus treffender heißt, weder das eine noch das andere darstellt, ist der Titel auch irreführend im Hinblick auf die Entwicklung der Geschichte. Denn schließlich stellen wir recht früh fest, dass die Insel keineswegs ein sorgenfreies Paradies ist, weder für ihre Bewohner noch für den unerwarteten Neuankömmling. Und auch wenn sich gegen Ende des Films viele Probleme in Wohlgefallen auflösen, sind es doch die eher Inselbewohner als er selbst, die letztlich von Clays unfreiwilligem Besuch profitieren. Immerhin wissen wir als Zuschauer nicht, ob und wie er seine Probleme schließlich zu bewältigen vermag, zumal wir ohnehin über die genaue Natur dieser Schwierigkeiten und Ängste im Unklaren gelassen werden.
Der Originaltitel ist scheinbar mit weit mehr Bedacht gewählt worden, beschreibt er doch treffend die kindliche Träumerei, die geistigen Höhenflüge, bei denen Gabriel mit dem Flugzeug zu kommunizieren glaubt und sich selbst in den Wolken umerziehen sieht. Der kanadische Titel "Facing Fears" ist ebenfalls um Vieles passender als die deutsche Variante, da sich Clay und Gabriel (ebenso wie manch anderer Inselbewohner) diversen Ängsten und Konflikten stellen müssen, wenn sie sich auch im Verlauf des Films unterschiedlich weit in der Lösung ihrer Probleme vorarbeiten.

Die Musik von Brahm Wenger gibt nicht allzu viel Neues her, die meisten Stücke glaubt man alle zumindest in ganz ähnlicher Weise schon einmal in einem anderen Film gehört zu haben. Aber sie fügen sich gut ein und erfüllen pflichtbewusst ihren Teil zum Aufbau der filmeigenen Atmosphäre. Eine wunderbar sanft gesungene Version von Stings Klassiker „Fields of Gold“ ist ebenfalls ein altbekanntes, jedoch gleichzeitig ein neuartiges Stück, da es erstens unerwartet und zweitens in neuem Gewand die Ohren des Zuschauers bezaubert.

Mitunter ist der Erzählfluss leider etwas holprig geraten, sodass einige Passagen langatmig erscheinen, während in anderen Szenen die Entwicklung der Geschichte überhastet fortschreitet. Nichtsdestotrotz ist "STURZFLUG INS PARADIES" alles in allem sehr unterhaltsam und zeitweise sogar wahrhaft magisch. Für einen angenehm gefühlvollen Filmabend dürfte jedenfalls gesorgt sein.

Eine Rezension von Nicole Goldstein
(30. Mai 2007)
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Daten zum Film
Sturzflug ins Paradies USA 2000
(Flight of Fancy)
Regie Noel Quiñones Drehbuch Mark Kemble, Noel Quiñones, Tom Musca
Produktion Tom Musca, Morris Ruskin u.a. (Shoreline Entertainment / Echo Lake Productions) Kamera Henner Hofmann
Darsteller Dean Cain, Kristian de la Osa, Talisa Soto, Miguel Sandoval, Carmen Moreno, Juan Piedrahita
Länge ca. 96 Min. FSK 6
http://www.shorelineentertainment.com/movies/FlightOfFancy.html
Filmmusik Brahm Wenger
Gewinner des Hollywood Discovery Award in der Kategorie 'Best Latin Feature'
Kommentare zu dieser Kritik
Tine sagte am 31.05.2007 um 07:54 Uhr

Den Film kenne ich noch nicht und hab auch eigentlich noch nie was davon gehört. Zumindest denke ich das. Möglicherweise habe ich mal den Titel gelesen und mir irgendwas Langweiliges darunter vorgestellt. Die deutschen Übersetzungen finde ich fast immer furchtbar. Ich bin dafür einfach immer die englischen Originaltitel zu lassen; sieht man ja z.B. auch wieder bei Fluch der Karibik wie praktisch das wäre...
Aber vielen Dank für den Tipp! Sobald mir der Film über den Weg läuft, werde ich ihn anschauen. Leider bin ich von dem meisten Filmen mit Dean Cain nicht sehr begeistert, aber dieser scheint doch recht lustig zu werden.

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