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The Transformers: The Movie

The Transformers: The Movie

Ein Film von Nelson Shin

Ob bei den Simpsons, in Drawn Together oder im Kino: Spätestens seit Michael Bays Inszenierung aus dem Jahre 2007 sind die Transformers - riesige Roboter, die sich in alle möglichen Gegenstände verwandeln können - wieder da. Und wie damals in den Achtzigern kennt sie jedes Kind. Allerdings gibt es auch Dinge, die gerade die jüngeren ZuschauerInnen nicht wissen. Zum Beispiel, dass Michael Bay – wie für ihn typisch – nicht der Erste ist, der dem Konflikt zwischen Autobots und Decepticons einen Spielfilm widmet. Diese Ehre gebührt Nelson Shin, der den wandlungsfähigen Blechbüchsen schon 1986 auf die große Leinwand verhalf.

Der Film setzt nach dem Ende der zweiten Staffel der Serie an – die Decepticons haben den Planeten Cybertron endgültig erobert, die Autobots leisten von der Erde und zwei Monden ihres Heimatplaneten aus Widerstand. Doch ehe sie gegen ihre Erzfeinde mobilisieren können, überfallen die unter ihrem Anführer Megatron eines der Raumschiffe der Autobots, und schaffen es damit beinahe, sich in die Erdenbasis unserer Helden einzuschleichen. Im letzten Moment werden sie bemerkt, gerade noch kann der Verteidigungsmodus von Autobot-City hochgefahren werden. Dennoch scheint die Lage aussichtslos, zu erdrückend ist die Übermacht der Decepticons.

Das Ende scheint nah, als endlich die erhoffte Verstärkung, und mit ihr Optimus Prime, Anführer der Autobots, eintrifft. Der fackel
t nicht lange und greift selbst in die Schlacht ein: Fast im Alleingang schlägt er die Decepticons zurück, unterlegt von feinstem 80er Jahre Rock aus der Feder von Stan Bush. Schließlich trifft er auf Megatron, und die Worte „One shall stand, One shall fall“ lassen bereits anklingen, dass Optimus es diesmal ernst meint. Tatsächlich: Die nächsten paar Minuten hauen sich die beiden Rivalen dermaßen die Stahlbirnen ein, dass es auch heute noch eine Freude ist. Das liegt einerseits an den wunderbaren Dialogen, denen nur das Wörtchen „cheesy“ gerecht werden kann („You, who are without mercy... now plead for it?“), andererseits daran, dass der Kampf einfach „echt“ wirkt. Letzteres lässt sich darauf zurückführen, dass die beiden Kontrahenten, trotz einiger akrobatischer Spielereien, ein wenig schwerfällig wirken – und das sollen sie auch, immerhin handelt es sich hierbei um tonnenschwere Riesenroboter, und nicht um irgendwelche leichtgewichtigen Karatekas.

Der Kampf endet unentschieden. Und zwar nicht, weil sich einer der Beiden zurückzieht, sondern weil sie schwer verwundet, dem Tode nahe, am Boden liegen. Die Decepticons fliehen, und nur dem treuen Starscream verdankt es Megatron, dass er nicht auf der Erde zurückgelassen wird. Die Autobots schaffen ihrerseits Prime ins Innere der Basis.

The Transformers: The MovieThe Transformers: The MovieThe Transformers: The Movie

Und damit sind wir an einer Stelle angelangt, die ich bis heute nicht wirklich überwunden habe: Optimus Prime, einer der größten Helden meiner Kindheit, stirbt. Der Moment, in dem die optischen Sensoren des Stahlkolosses verlöschen, gehört für mich zu den traurigsten Momenten der Filmgeschichte. Einziger Trost bleiben die letzten Worte von Optimus: Er wird in der „Matrix of Leadership“, einem mächtigen Autobot-Artefakt, weiterleben. Diese gibt er gleich auch an Ultra Magnus weiter, zusammen mit dem Hinweis, dass ihr in der dunkelsten Stunde der Autobots ein strahlendes Licht entspringen wird.

Und damit sind wir beim zentralen Problem des Films angelangt: Alles, was wir jetzt zwei Staffeln lang sehen wollten, nämlich den finalen Kampf zwischen Megatron und Prime, ist vorbei – und vom Film sind gerade mal 25 Minuten um. Diese 25 Minuten waren ein fulminantes Feuerwerk an Kämpfen, Explosionen und 80er Jahre Rock, aber eben zu wenig für einen ganzen Film. Und daher bleibt das, was eindeutig der Höhepunkt hätte sein sollen, der dramatische Klimax etlicher Folgen Roboter-Action, nur die Exposition für die eigentliche Handlung.

Die verweist bereits auf das Ableben eines anderen Giganten: Orson Welles, der kurz nach Fertigstellung seines Parts verstarb, lieh dem Killer-Planeten Unicron seine Stimme. Dabei war er schon derart geschwächt, dass das vorhandene Material noch digital nachbearbeitet werden musste. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, klingt das sphärische Robot-Konstrukt, das kleinere Sterne in seinem Weg kurzerhand auffrisst, äußerst bedrohlich. Diese monströse Wesenheit findet dann auch den im All treibenden Megatron – da das Fluchtschiff der Decepticons überlastet war, hat man kurzerhand die Verwundeten rausgeworfen – und verleiht ihm neue Kräfte: Enter Galvatron. Name und Design sind allerdings nicht die einzigen Veränderungen, der Gute bekommt auch eine neue Stimme verpasst, womit der nächste Promi ins Spiel kommt: Leonard Nimoy. Neben Liedern über Bilbo Baggins gibt es halt auch andere Methoden an Geld zu kommen.

Nun geht die Jagd nach der Matrix richtig los, leider nicht ohne einigen sinnloseren Episoden noch ordentlich Platz einzuräumen – irgendwie muss man ja die 80 Minuten vollkriegen. Wirklich erwähnenswert ist schließlich nur noch das große Finale im Inneren von Unicron. Hier kommt nochmal richtig Stimmung auf; zumindest wenn man vom eigentlichen Endkampf absieht. Dieser kann nicht überzeugen, da er im Vergleich zu den anderen Auseinandersetzungen denkbar unspektakulär verläuft, zu ungleich sind die Gegner. Ein klassischer Fall von einem an sich guten Ende mit kleinen Schwächen.

The Transformers: The MovieThe Transformers: The MovieThe Transformers: The Movie

Einen wirklichen Höhepunkt stellen also nur die ersten 25 Minuten dar, alles danach wirkt wie eine überlange Folge der Serie – mit allen Vor- und Nachteilen. Die Nebenhandlungen sind unterhaltsam, aber nur mäßig spannend, und tragen wenig zum eigentlichen Plot bei. Die Charaktere sind gewohnt eindimensional, was im Falle der herrlich stupiden Dinobots lustig, bei den Hauptcharakteren aber enttäuschend ist. Der Soundtrack ist toll, allerdings nicht sonderlich abwechslungsreich. Einzig bei den Animationen lässt sich keine Schattenseite finden, die beeindrucken mich auch jetzt, 23 Jahre später, noch – keine Selbstverständlichkeit.

Im Großen und Ganzen werden Fans der Serie wie ich über die Schwächen hinwegsehen und sich an den Stärken erfreuen, Transformers-Hasser wird auch der Film nicht bekehren.

Eine Rezension von Peter L.
(13. November 2009)
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Daten zum Film
The Transformers: The Movie USA u. Japan 1986
(The Transformers: The Movie)
Regie Nelson Shin Drehbuch Ron Friedman
Produktion Sunbow Productions
Darsteller Orson Welles, Leonard Nimoy, Corey Burton, Peter Cullen, Eric Idle, Frank Welker
Länge 84 min FSK ab 12
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