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The Chaser

The Chaser

Ein Film von Na Hong-Jin

Spätestens seit dem düster-genialen Rachedrama „Oldboy“ (2003) des „J.S.A.“-Regisseurs Park Chan-Wook, welches vor allem durch die Jury-Auszeichnung in Cannes sowie viele lobende Worte aus dem Mund von Fan Quentin Tarantino großes Aufsehen erregt hat, dürfte das (süd-)koreanische Kino auch für Freunde weniger exotischer Filme interessanter geworden sein. Schließlich verfügte das Werk neben einer intelligenten und komplexen Story auch über genügend Sarkasmus und Unterhaltungswert, um nicht als zu verkopfter Intellektuellen-Schinken dazustehen.
Obwohl aus genanntem Land weitere großartige Streifen wie „A Tale Of Two Sisters“ (2003) und „The Host“ (2006) folgten, besaß dennoch keiner der Filme die brutale Durchschlagskraft von „Oldboy“.

2008 schickt sich nun der Newcomer Na Hong-Jin an, mit seinem Drama/Psychothriller „The Chaser“ in die großen Fußstapfen von Park Chan-Wook zu treten – und (um nicht länger um den heißen Brei zu reden) was dabei entstanden ist, muss einfach als ein weiteres koreanisches Meisterwerk bezeichnet werden!
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Direkte Vergleiche aus der Welt des Kinos fallen da auch schwer…vielleicht würde eine Mischung aus Meilensteinen wie Finchers „Sieben“, Manns „Heat“ (beide 1995) und Demmes „Das Schweigen der Lämmer“ (1991) den Film insofern treffend beschreiben, da jedes der genannten Werke ein besonderes Gewicht auf die Entwicklung der Charaktere legt, und sich die Geschichte langsam durch deren Handeln weiter ausbaut.

Da „The Chaser“ im Verlauf der Handlung einige überraschende (und schockierende!) Haken schlägt, soll diese Rezension mit Absicht sehr knapp ausfallen. Es wäre eine echte Schande, im Vorfeld zu viel über den Film preiszugeben, denn wenn der Zuschauer glaubt den Ausgang der Story zu kennen, wird er doch nochmal eiskalt erwischt!

Der frühere Polizist Eom Joong-Ho (Kim Yun-Seok) hat seinen Job an den Nagel gehängt, um nun seine Brötchen als Zuhälter zu verdienen. Dass er auch in dieser Branche nicht in Ruhe seine Beine hochlegen und das Geld abkassieren kann, muss der harte Ex-Gesetzeshüter bald erfahren:
Nach und nach verschwinden einige seiner Mädchen, und so geht er schließlich davon aus, dass diese von einem unbekannten Kunden entführt und weiterverkauft worden sind.
Als kurz darauf ein ihm aufgrund der Telefonnummer verdächtiger Mann ein Mädchen bestellt, schickt Eom Joong-Ho diesem die alleinerziehende Mutter Kim Mi-Jin (Seo Yeong-Hie), die ihrem wütenden Zuhälter bei ihrer Ankunft die Hausnummer des Kunden per SMS zuschicken soll.

Nachdem der Unbekannte (Ha Jung-Woo) mit ihr bei einem abgeschiedenen Haus angekommen ist, gibt die junge Frau vor, kurz duschen zu wollen. Im Bad versucht sie dann die versprochene Nachricht zu senden, doch ihr Handy hat keinen Empfang. Als sie das Fenster öffnen will, muss sie in Panik feststellen dass dieses zugemauert worden ist und sich auf dem Boden Büschel von herausgerissenen Haaren befinden – Frauenhaaren…
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Bereits an dieser Stelle erfolgt schon der Abbruch der Inhaltsangabe, da jedes weitere Wort einfach unnötig den nächsten Spannungsbogen zerstören würde.
Nur soviel: Der einzige ironische Aspekt von „The Chaser“ liegt wie schon zuvor bei Bong Joon-Hos „Memories Of Murder“ auf dem scheinbar völlig unfähigen Treiben der koreanischen Polizei, was den Umgang mit der Kriminalität im Land betrifft.

Ansonsten ist der Film einfach hervorragend inszeniert und erzeugt durch finster-dreckige Bilder eine beängstigende und trostlose Atmosphäre, die der Story die perfekte Kulisse bietet.
Wie bereits erwähnt lebt das Werk aber in erster Linie von den großartigen Darstellern, die sich hinter Hollywood-Mimen bestimmt nicht verstecken müssen.
Wenn „The Chaser“ ein paar Kanten weniger hätte und nicht ganz so kompromisslos vorgehen würde, wäre Na Hong-Jins Erstling nach Meinung des Rezensenten ein klarer Kandidat bei der nächsten Oscar-Verleihung für den besten ausländischen Film.
Trotz seiner Komplexität wirkt der Film nie zerfahren oder überfrachtet; der Regisseur (von dem man in Zukunft bestimmt noch mehr hören wird!) bietet seinem Werk in den zwei Stunden Laufzeit genügend Platz, um sich mit einer Menge Tiefgang zu entfalten und als eines der Meisterwerke des Jahres 2008 dazustehen. Wer die letzte Anmerkung nicht glaubt, sollte sich selbst überzeugen…

Sensible Gemüter müssen im Kino zwar nicht unbedingt die Kotztüte parat halten, aber „The Chaser“ verfügt durchaus über so einige Gewaltszenen, die bestimmt für entsetzte Gesichter sorgen werden. Wenn schließlich der Abspann über die Leinwand flimmert, werden sich die Zuschauer mit einem gemischten Gefühl aus Fassungslosigkeit und Wut aus ihren Sitzen erheben, welches sie auf dem Heimweg garantiert noch nicht verlassen hat.
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Dieses hochspannende Monster von Film sollte man gesehen haben!!

…ach ja: Hollywood plant natürlich ein Remake…

UPDATE 31.10.2008 (David Kugler)


Im Dezember präsentiert uns Ascot Elite und MFA+ diese Reise in die Nacht und die dunklen Abgründe auf deutscher DVD, womit ein Kinostart also scheinbar ausgeschlossen ist.

The Chaser ist sicherlich ein sehr gelungener Film, allerdings hat er durchaus seine Schwächen. Das sind neben den durchaus vorhandenen Ecken und Kanten, was aber entgegen der sonstigen gelackten Inszenierung moderner Thriller durchaus für Sympathie und Seele sorgt, einige Löcher im Drehbuch sowie die Tatsache, dass der Film manchmal sehr platt ist. Denn nicht nur ein Zuhälter und Ex-Cop führt hier die Ermittlungen, sondern auch Kommissar Zufall hat stellenweise ein bisschen zu oft die Finger mit ihm Spiel. Das sind zwar Kleinigkeiten, aber ab und an verliefe der Film doch sehr anders, wären bestimmte Zufälle nicht eingetreten, was das Geschehen manchmal etwas überkonstruiert wirken lässt. Dadurch wird der Film allerdings unberechenbar, was ihm auch zugute kommt, da er wie gesagt einige sehr gelungene Haken schlägt. Kollege Hornig hat auch bereits angesprochen, dass die Kritik an der koreanischen Polizei etwas sehr platt ist (gerade wenn man bedenkt, dass Seoul eine der sichersten Großstädte überhaupt ist), was ich so nur bestätigen kann. Neben der eigentlich intensiv gemeinten Szene mit den schlafenden Polizisten - die bei mir eher aufgrund akuter Unglaubwürdigkeit für Stirnrunzeln gesorgt hat - fällt hier auch das Verhalten der verschiedenen Ermittler gegenüber ihrem ehemaligen Kollegen Joong-Ho manchmal etwas willkürlich aus: von normaler Behandlung eines Zivilisten bis zur deutlichsten Beugung des Rechts ist da alles dabei.

Ebenfalls etwas negativ lege ich dem Film aus, dass er ein paar zu viele Themen anschneidet, ohne diese auch nur in Auswahl komplett darzulegen. Da gibt es den Serienkillerthriller, das Drama, den Justizkrimi, den Selbstjustizkracher und vieles mehr. Insbesondere hätte ich mir hier eine stärkere Betonung der Moralfrage und Rechtsbeugung gewünscht. Auch die Motive des Killers werden nur minimal angeschnitten auch wenn mir hier der Fokus auf die Motive von Joong-Ho sehr gut gefallen hat. Überhaupt ist Joong-Ho eine sehr mutige Figur, da der Zuschauer sicherlich Probleme damit hat, diesem "Helden" zu folgen - was durch den gelungen Kniff auf Schnitte der Opfer gut gelöst wird. Überhaupt ist die Inszenierung zu großen Teilen absolut hervorragend, auch wenn ich die 123 Minuten für etwas zu lange halte. Trotzdem ist The Chaser sicherlich ein absolut sehenswertes Thrillerdrama, der allerdings aufgrund seiner Inszenierungsschwächen nicht wirklich an die Klasse DES koreanischen Thrillers der Neuzeit, Oldboy, herankommt.

Die deutsche DVD hat dafür eine sehr gut gelungene deutsche Synchronisation, die vor allem durch die professionellen Sprecher überzeugen kann. Der Ton ist etwas dumpf abgemischt für meinen Geschmack, überzeugt aber mit gutem Raumklang. Das Bild schwächelt zwar in dunklen Szenen gegen Ende etwas, allerdings bezieht sich diese Wertung auf die Presse-DVD, die ja ohnehin nicht in den Handel kommt. Trotzdem für eine DVD-Premiere eine angemessene Bearbeitung und somit eine Anschaffung wert, denn der Film ist durchaus sehr sehenswert.

Eine Rezension von Bastian G. und David Kugler
(07. August 2008)
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Daten zum Film
The Chaser Südkorea 2008
(Chugyeogja)
Regie Na Hong-Jin Drehbuch Na Hong-Jin, Hong Won-Chan & Shinho Lee
Produktion Showbox Entertainment, Fine Cut, Silk Road Kamera Lee Sung-Je
Darsteller Kim Yun-Seok, Ha Jung-Woo , Seo Yun-hee, Jeong In-Gi, Koo Bon-Woong, Kim Yu-Jung
Länge 123 min. FSK ab 18 Jahren
Filmmusik Kim Jun-Seok & Choi Yong-Rock
Der Film wurde im Rahmen des "Fantasy-Filmfests 2008" in der koreanischen OV mit englischen Untertiteln vorgeführt!
Kommentare zu dieser Kritik
Stefan TEAM sagte am 14.08.2008 um 12:39 Uhr

Hört sich ja sehr euphorisch an.
Wann kommt der denn in die örtlichen Videotheken?
Bastian TEAM sagte am 14.08.2008 um 13:43 Uhr

Hm, keine Ahnung. Erstmal soll er ja noch am 6.11. in die Kinos kommen - allerdings vermutlich eher in kleiner Kopienzahl in die Programmkinos.
Stefan TEAM sagte am 24.09.2008 um 00:34 Uhr

So, hab den Film nun auch endlich gesehen und muss deiner Kritik durchwegs zustimmen. Schonungslos, brutal und kompromisslos wird hier vorgegangen. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken folgt ein tragisches Schicksal dem Nächsten. Obwohl ich Filmen mit konsequenten Handlungsverlauf überhaupt nicht abgeneigt bin, wirds am Ende doch zu dreist. Natürlich könnte man sich hierbei auf den Zufall herausreden, trotzdem bleibt der säuerliche Nachgeschmack von leicht konstruierten Situation vorhanden. Auch wird mit der Polizeikritik ein bissschen zu provokant vorgegangen.
Denn wenn (achtung, kleiner Spoiler!!!) in der wohl tragischsten und aufwühlensten Szene, der Freund und Helfer trotz eingehenden Funkspruch, schlafend im Auto gezeigt wird, ist es mit der platten Kritik am System doch zu viel des Guten.

Trotzdem ist "The Chaser" ein sehenswerter Thriller, knallhart wie die Realität, schmertzhaft wie ein Schlag ins Gesicht.
Damocles TEAM sagte am 31.10.2008 um 17:36 Uhr

Anlässlich der bevorstehenden DVD-Veröffentlichung habe ich die Kritik überarbeitet.

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