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Cold Creek Manor - Das Haus am Fluss

Cold Creek Manor - Das Haus am Fluss

Ein Film von Mike Figgis

„Hammerhead will bash your skull and send you to devils throat!“


Mit Erwartungen ist das so eine Sache. Wer sie vor Betreten des Kinosaals hat, ist nicht selten enttäuscht, da sie im Nachhinein nicht erfüllt worden sind. Hat der Zuschauer hingegen gar keine hohen Erwartungen, kann mitunter noch ein solider Gesamteindruck nach Verklingen des Abspanns konstatiert werden. Leider sorgen manche Vorzeichen fast schon automatisch dafür, dass die Erwartungshaltung ins schier Unermessliche gesteigert wird, ohne dass man es als Zuschauer beeinflussen kann. Große Namen werden häufig auch mit großen Filmen in Verbindung gebracht, was unweigerlich im Kopfe der betrachtenden Person die Vermutung zur Folge hat, eine generelle Ursache-Wirkung-Beziehung aus Agierenden und dem filmischen Endresultat bilden zu können. Dass diese Rechnung nicht immer aufgeht, steht auf einem anderen Blatt.


Mike Figgis, der Filmliebhabern vor allem durch sein eindrucksvolles, Oscar-nominiertes Drama „Leaving Las Vegas“ aus dem Jahre 1995 bekannt sein dürfte, wagte sich 2003 zum ersten Mal in seiner Karriere an einen augenscheinlich abgründigen Psycho-Thriller mit großen Namen auf der Besetzungsliste. Das Ehepaar Cooper (Dennis Quaid) und Leah Tilson (Sharon Stone) will hierin mit ihren beiden Kindern Kristen (Kristen Steward) und Jesse (Ryan Wilson) dem stressigen, lauten Leben in der Stadt ent
kommen und erwirbt ein leerstehendes, riesiges und renovierungsbedürftiges Herrenhaus auf dem Lande: das Cold Creek Manor. Das Haus, das über viele Generationen der Familie Massie gehörte, letztlich aber nicht vom Nachkommen Dale (Stephen Dorff) gehalten werden konnte, erweist sich zunächst als echter Glücksgriff. Doch als plötzlich Dale Massie auftaucht, ziehen allmählich dunkle Wolken am Horizont auf. Der junge Mann wurde gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen und bietet der Familie Tilson aus scheinbarer Geldnot heraus an, ihr gegen ein geringes Entgelt bei den Renovierungsarbeiten zu helfen. Schon bald häufen sich seltsame Vorfälle, und der Verdacht fällt natürlich auf den einzig möglichen Verdächtigen: Dale! Der Beginn eines Psychoduells, der schon bald mörderische Züge annimmt. Ist Dale in Wirklichkeit ein verrückter Psychopath? Und was haben die seltsamen Zeichnungen über den sogenannten „Teufelsschlund“ zu bedeuten, die im Haus gefunden wurden? Ein schrecklicher Verdacht keimt in Cooper Tilson, weshalb er beginnt, Nachforschungen anzustellen.


Bitte nicht täuschen lassen! Das, was hier noch wie ein spannender Thriller erscheint, ist in Wirklichkeit nicht mehr als ein trauriges Beispiel dafür, dass Topstars und ein renommierter Regisseur auch mal so richtig daneben greifen können. Die als abgründiger Psycho-Thriller verkaufte Geschichte entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine überaus lahme, langweilige Aneinanderreihung von Szenen, in denen bis zur 60. Minute einfach nichts Spannendes passieren will. Wenn danach dann endlich der erste mysteriöse Vorfall (Schlangeninvasion) vonstatten geht, die Familie Tilson wie aufgescheuchte Hühner hysterisch durch das weitläufige Haus stürmt und Vater Cooper mit weit aufgerissenen Augen und ebensolchem Mundwerk sichtlich aufgewühlt „Bleibt ruhig, keine Panik!“ brüllt, weiß man als Zuschauer jedoch nicht, ob man ob der unfreiwilligen Komik nun lachen oder weinen soll. Der Versuch, Spannung aufzubauen, scheitert hier schon im Ansatz, da die Geschichte von Drehbuch-Autor Richard Jefferies einfach zu platt und simpel ist, um die Charaktere und deren Handeln ausreichend mit Substanz auszufüllen. Viele Handlungen geschehen aus Beweggründen heraus, die einfach nicht offensichtlich sind, so dass gelegentliches Kopfkratzen bei diesem Machwerk fast schon zum guten Ton gehört. Wenig zuträglich sind in jeder Hinsicht zudem die spärlich gesäten Dialoge, die entweder simpel gestrickt sind oder in ihrer nichtssagenden Aussage und der damit transportierten Einfallslosigkeit genauso gut hätten weggelassen werden können, ohne dass es der ohnehin schon mauen Story geschadet hätte.


Zwar gibt sich Dennis Quaid sichtlich Mühe, seine Rolle des mit Sherlock Holmes-Allüren versehenen, tyrannisierten Familienvaters mit Leben zu füllen, und auch Sharon Stone versucht sich ihrerseits als zunächst misstrauische, danach (natürlich) verstehende Ehefrau an diesem fast unmöglichen Unterfangen. Doch beide Schauspieler, sonst eigentlich immer Garant für einen unterhaltsamen Kinoabend, spulen uninspiriert und müde ihren Text ab und unterstreichen damit unbewusst das, was dem Zuschauer schon nach einer halben Stunde klar war: das Drehbuch ist für einen abgründigen Psycho-Thriller einfach zu überraschungsarm, Wendungen oder den obligatorischen Plot-Twist sucht das Auge des immer müder werdenden Betrachters gar vergebens. Dem Rechnung tragend, fällt auch Stephen Dorffs Interpretation des Bösewichts mehr unfreiwillig komisch als packend aus, wenn Dale bei dem obligatorischen Gewitter (wie hätte es auch anders sein können!) wie einst Jack Nicholson in „Shining“ bewaffnet Jagd auf die Familie macht. Der Bösewicht verkommt trotz solider Schauspielleistung Dorffs zu einer regelrechten Witzfigur, der man das obligatorische Scheitern (wer hat auch schon eine Überraschung erwartet?) nicht einmal übel nimmt. Wer sich so benimmt („Quick question. Do you think I'm crazy? Yes or no?“), muss zwangsläufig verlieren. Wer hoch hinaus will, kann mitunter eben tief fallen. Und das tut weh.


Achja, die lieben Erwartungen. Die Zeichen standen eigentlich gut, dass „COLD CREEK MANOR - DAS HAUS AM FLUSS“ zumindest ein solider Schocker werden würde, doch der Wind zum Erfolg drehte sich traurigerweise in die genau entgegensetzte Richtung. Traurig vor allem deshalb, da dieser Film mit seinen unzähligen, ermüdenden Überblendungen wie ein regelrechter Rückschritt in der Filmographie Mike Figgis’ wirkt. Der unter anderem hieraus resultierende Mangel an solidem Spannungsaufbau sorgt dann letztlich auch vollends für das Misslingen des Streifens. Als mindestens ebenso traurig erweist sich auch das Fazit, dass große Namen hinter und/oder vor der Kamera nicht zwingend mit großen Filmen Hand in Hand gehen müssen. Spätestens jetzt sollte man das auch nicht mehr erwarten.

Eine Rezension von Stefan Rackow
(18. Juli 2007)
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Daten zum Film
Cold Creek Manor - Das Haus am Fluss USA, Kanada 2003
(Cold Creek Manor)
Regie Mike Figgis Drehbuch Richard Jefferies
Produktion Mike Figgis, Richard Jefferies, Lata Ryan, Annie Stewart Kamera Declan Quinn
Darsteller Dennis Quaid, Sharon Stone, Stephen Dorff, Juliette Lewis, Christopher Plummer, Dana Eskelson, Kristen Stewart
Länge 118 Minuten FSK ab 16 Jahren
Filmmusik Mike Figgis
Kommentare zu dieser Kritik
a.miko TEAM sagte am 18.07.2007 um 18:09 Uhr

Geschockt konnte man wirklich nur von dem grausigen Drehbuch und der sinnlosen Handlung sein... Dabei waren meine Erwartungen im vorhinein noch nicht mal groß.

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