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Blutiger Schweiß

Blutiger Schweiß

Ein Film von Michele Massimo Tarantini

Major Altieri wird nach Mailand versetzt. Der Experte für Waffen stößt schon bald auf eine unangenehme Verbindung verschiedener Verbrechen: bei mehreren schweren Straftaten wurde ein nagelneues Maschinengewehr benutzt, das selbst die Armee nur seit kurzer Zeit hat – und theoretisch auch exklusiv besitzen sollte. Zusammen mit dem harten Polizeiinspektor Tosi macht er sich auf die Suche nach den Hintermännern. Dabei riskieren nicht nur beide Männer ihr Leben, auch Altieris Freundin Anna findet sich bald zwischen den Fronten wieder. Und die Größen des organisierten Verbrechens sitzen wie immer ganz oben...

Man sieht: wir ziehen wieder die Schlaghosen an, schultern die Waffen und begeben uns in den düsteren Untergrund italienischer Großstädte; it's Poliziesci-Time bei Mann beisst Film. Heute schlagen, rasen und schießen sich in den Hauptrollen Henry Silva (Der Berserker) und Antonio Sabato (Seven blood-stained Orchids) durch Mailand, nicht etwa unter der Leitung des Genrekönners Umberto Lenzi, sondern vielmehr hält Michele Massimo Tarantini die Fäden in der Hand, der ja auf dieser Seite bisher mehr mit Erotikklamotten aufgefallen seien dürfte – aber selbst die waren, für das Genre, zumindest ganz in Ordnung. Daher ist es kaum verwunderlich, dass bei den beiden Leading Men und dem einigermaßen kompetenten Regisseur „Blutiger Schweiß“ z
umindest ganz gute Genreware für zwischendurch ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und da es reichlich Action gibt, und die Geschichte per se auch nicht uninteressant ist, kann man den Film durchaus anschauen. Ein Klassiker des Genres ist er dann aber doch nicht.

Das liegt sicherlich auch in der Regie Tarantinis begründet. Sagen wir so: Die Handlung ist äußerst übersichtlich, Nebenstränge gibt es kaum, und auch die großen Überraschungen sind nicht wirklich vorhanden. Nur ist die Erzählweise Tarantinis leider sehr umständlich und holprig. Da werden pseudo-Voice-Overs verwendet, die genauso gut Dialoge sein könnten, unnötige Charakterisierungen thematisiert (Tosi fährt in seiner Freizeit Rennwagen, was aber gar nichts zur Sache tut), und muntere Zeitsprünge vollführt. Altieris schwere Verletzungen scheinen genauso schnell zu verheilen, wie auch Anna sich in ihn verliebt; nur werden die Zeiträume für den Zuschauer nicht wirklich verdeutlicht. Auch ist das Drehbuch über weite Strecken nunmal sehr einfallslos. Ein häufiges Problem bei diesen Filmen ist, dass die eigentliche Ermittlungsarbeit vernachlässigt wird. Hier bekommt der Zuschauer und Altieri dann einfach oft Brocken serviert, dass Tosi neue Informationen bekommen hat. Woher er die hat, bleibt im Dunkeln. Das wirkt sehr unelegant und zweckmäßig, stört aber den Filmfluss jetzt nicht unbedingt.
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Doch darauf soll es nun nicht vollständig ankommen. Denn die Action, ein integraler Bestandteil eines ordentlichen Poliziesci, ist ziemlich anständig. Von Schießereien, über Explosionen bis zu ausführlichen Jagden auf Motorrädern fährt Tarantini ein ziemlich beeindruckendes Arsenal an Set-Pieces auf; das Budget scheint vorhanden gewesen zu sein. Es wird oft blutig gestorben, Menschen überfahren und Restaurants in die Luft gejagt, womit „Blutiger Schweiß“ seinem Originaltitel „Poliziotti violenti“ zu Ehren gereicht. Und die beiden Stars Henry Silva und Antonio Sabato sind richtig gut besetzt, gerade Silva kauft man die Rolle des harten Militärhundes vollends ab, und dass, obwohl er prinzipiell einer der Guten ist! Sabato markiert den abgeklärten Inspektor auch durchaus überzeugend, kann dabei jedoch nicht so begeistern wie etwa ein Maurizio Merli. Für den Erotikfaktor ist dieses Mal Silvia Dionisio (kürzlich hier bei Horror-Sex im Nachtexpress) vertreten, die auch ihre blanken Brüste präsentieren darf, allerdings in einer unschönen Szene.

Wenn dann also Tarantini das Rumgeirre durch die Episodenhaftigkeit der Geschichte auf sich beruhen lässt und sich endlich an der Hauptstory um die verschwundenen Waffen konzentriert, nimmt der Film endlich ordentlich Fahrt auf und beschert dem Zuschauer einige hervorragende Actionszenen sowie die altbekannte grimmige Atmosphäre. Tosi darf natürlich ebenso zynische Sprüche vom Stapel lassen („Ein Schwein weniger.“, als er einen Verdächtigen erschießt) wie auch unbeteiligte Passanten ihr Leben durch blutige Einschusslöcher aushauchen dürfen – interessant, dass die eigentlichen bad guys meistens ohne Blutverlust sterben. Dafür darf sich die Zivilbevölkerung auch rächen und quasi Lynchjustiz an einem von Altieri gestellten Handtaschendieb begehen. Ja, in Tarantinis Mailand lauert die Gewalt an jeder Ecke, hier steht er dem großen Meister Lenzi in wenig nach. Und das Ende ist dann selbst für italienische Polizeifilme sehr düster und hat mich überrascht. Insgesamt also ein äußerst gewalttätiger und grimmiger Film, ohne jedoch den Werken von Lenzi in dieser Kategorie das Wasser reichen zu können.

Als gelungenes und vor allem temporeiches Poliziesco-Futter für zwischendurch kann man den Film also auf jeden Fall empfehlen. Zwar nichts für Einsteiger, aber wer mit dem Genre schon Erfahrung gesammelt hat, kann hier einen Blick riskieren. Wenn Tarantini erst einmal anfängt, sich auf die eigentliche Story zu besinnen macht der Film jede Menge Freude, und gerade den Fans von Henry Silva sei der Streifen ans Herz gelegt. Anspruchlose, aber harte und unterhaltsame Kost für Freunde italienischer Polizeifilme; man kann seine Zeit auch schlechter verschwenden.
Eine besondere Erwähnung sollte noch der gelungene Soundtrack von Guido und Maurizio De Angelis finden. Der erinnert mit seinen Schreien auf der Tonspur bei Gewaltszenen nämlich irgendwie an die Musik von GOBLIN. Das hat man in dem Genre auch nicht oft.

Eine Rezension von David Kugler
(13. November 2009)
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Daten zum Film
Blutiger Schweiß Italien 1976
(Poliziotti violenti)
Regie Michele Massimo Tarantini Drehbuch Adriano Belli, Franco Ferrini, Sauro Scavolini, Michele Massimo Tarantini
Produktion Kamera Giancarlo Ferrando
Darsteller Henry Silva, Antonio Sabato, Silvia Dionisio, Ettore Manni
Länge 89:53 FSK
Filmmusik Guido De Angelis, Maurizio De Angelis
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