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Autobahnraser

Autobahnraser

Ein Film von Michael Keusch

(Deutschland, 2007)


Lieber Oliver Berben,

du hast in deiner Eigenschaft als Film- und Fernsehproduzent, zusammen mit der Produktionsfirma Constantin-Film, im Jahre 2004 diesen schönen Film zu verantworten, der mich (und auch viele andere) damals nicht die Bohne interessierte. Aber heute ist Sonntag und somit auch Zeit für eine der wenig kostbaren Sendeeinheiten, in denen die 9 Live-Schergen und Ratequiz-Schimpansen vom Nepper-Schlepper-Bauernfänger-Fernsehen ihre Klappe halten müssen. Nachdem ich die Wiederholung nun gesehen habe, bleibt folgendes festzuhalten.

Eine Actionkomödie, die viele negative Prädikate auf sich vereinigen könnte. Die Berliner Zeitung sagte damals „hirnverbrannt“ dazu. Nicht unbedingt originell, aber eindeutig treffend. Nach diesem Film wissen wir: Autobahnraser sind cool. Sie fahren die geilsten, heißesten Schlitten und haben auch die geilsten, heißesten Schnitten (Frauen) am Start. Sie schnappen am Ende sogar eine Bande von russischen Autoschiebern, weil die Polizei, Pardon: die Bullen, natürlich zu blöd dazu sind. Das erinnert fatal an Enid Blyton; „Fünf Freunde fangen die Autodiebe“, oder so.

Und übrigens: wie ihr es geschafft habt, den Frauen vergewaltigenden Russen ins Drehbuch zu schreiben, der sich im Rudel über Alexandra Neldel und Henriette Richter-Röhl hermachen will, alle Achtung. Aber da habt ihr damals ja voll ins Schwarze getroffen: der sechzigste Jahrestag des Kriegsendes war in greifbarer Nähe, Russlandfeldzugimpressionen und Flüchtlingstrecks über den Danziger Korridor auf allen Kanälen. ARD und ZDF: bei uns flüchten Sie in der ersten Reihe. Immer dabei: der Russe, der sich für die Rache für Vernichtungskrieg und Massakern der deutschen Wehrmacht ja jetzt doch mal gefälligst zu entschuldigen habe. Da wart ihr total auf der Höhe der Zeit. Gute Vorarbeit, muss man sagen.

Und die Statistiken über Verkehrstote auf deutschen Autobahnen, die nicht gerade selten durch zu dichtes Auffahren, Drängeln und Rasen verursacht werden, sind euch vermutlich auch schnurz gewesen.

Ein Vorschlag zur Güte: das nächste Mal bitte nicht so zaghaft. Wagt euch doch mal an die richtig problematischen Randgruppen dieses Landes. Wie wär´s mit: „Kinderschänder“. Zum Schluss lassen sie einen Tierpornoring auffliegen.

Nicht gut?


P.S.: Konnte es Zufall sein, das kurz danach auf Kabel 1 Manta Manta lief?

Eine Rezension von Gordon Gernand
(16. September 2007)
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Daten zum Film
Autobahnraser Deutschland 2004
Regie Michael Keusch Drehbuch
Produktion Constantin-Film
Darsteller Alexandra Neldel, Luke Wilkins, Thomas Heinze, Henriette Richter-Röhl, Manuel Cortez, Collien Fernandez
Länge 87 Min. FSK ab 12
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