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Pain & Gain

Pain & Gain

Ein Film von Michael Bay

Bereits in der Kritik zu „Pacific Rim“ habe ich angesprochen: „Transformers 3“ ist selbst für Michael Bay Verhältnisse über weite Strecken nur schwer erträglich. Nicht nur ist das Drehbuch von Ehren Kruger zu großen Teilen richtig Scheisse, sondern auch die Regie von Michael Bay ergibt sich in unsinnigen Kniffen und den üblichen, durchgestylten Bildern. Und „Transformers 2“ ist als Gesamtwerk noch viel grausamer. Was man aber Bay trotz aller Abneigung anrechnen muss: ihm gelingen oftmals beeindruckende Bilder, und der massive Einsatz von Spezialeffekten kann so manchen Mist doch halbwegs kaschieren. Und was passiert nun, wenn man Bay nur einen Bruchteil seines üblichen Budgets (knapp 1/9 von „Transformers 3“!) zur Verfügung stellt sowie eine Story in die Hand drückt, die quasi keine großflächigen Computer-Effekte braucht? Er dreht tatsächlich seinen besten Film – einen richtig, richtig guten Film darüberhinaus!

Danny Lugo ist Betrüger, Bodybuilder, Fitnesstrainer und hat einen Traum: er will endlich das ganz große Ding landen! Zusammen mit seinem Kumpel und Trainingskollegen Adrian will er seine Träume vom glamourösen Leben verwirklichen. Als er einen neuen Klienten namens Victor Kershaw bekommt, und beim Training erfährt, dass er stinkreich ist, fassen Danny und Adrian einen Plan: sie entführen Kershaw und foltern ihn solange, bis er ihnen
sein gesamtes Hab und Gut überschreibt. Zusammen mit dem Riesen Paul setzen sie den Plan um. Doch Detektiv DuBois ist ihnen alsbald auf den Fersen, und es wird nicht das letzte Verbrechen der Bodybuilder bleiben. Doch vor allem eines steht ihnen im Weg, bevor sie im Geld schwimmen: ihre eigene Dummheit...

Diese unfassbare Geschichte einer Bande von dummen Bodybuildern, voll mit Mord, Folter, CIA-Räuberpistolen-Geschichten, gegrillten Händen und vielem mehr, basiert tatsächlich auf einer realen Begebenheit die Mitte der 90er in Miami geschah. Dabei ist das Geschehen – wenn man sich mit dem Fall beschäftigt – doch ziemlich grimmig, und in dieser unglaublichen Story des Films teilweise sogar zurückgenommen. Natürlich wurden ein paar Dinge geändert und dramatisiert, aber wenn etwa Dwayne Johnson im Freien die Hände der Opfer grillt, blendet der Film tatsächlich einen „Das ist übrigens immer noch eine wahre Geschichte“-Schriftzug ein; fantastisch! Allerdings sind gerade ein paar Figuren geändert bzw. zusammengelegt worden, was aber auch Sinn macht, da es für die Dramatisierung der Geschichte notwendig war – und wunderbar funktioniert. So ist gerade die Figur von Sympathiebolzen The Rock in der wirklichen Geschichte eigentlich nicht so tief ins Geschehen verwickelt. Aber die beiden Hauptakteure Danny und Adrian sitzen tatsächlich immer noch im Todestrakt. Und als einer der wenigen Kritikpunkte ist vielleicht zu nennen, dass der Film die Verbrechen zwar mit den grimmigen Konsequenzen nicht verharmlost, aber die Kriminellen vielleicht doch etwas zu sympathisch zeichnet – was eigentlich auch ein Lob für Drehbuch und Schauspieler ist.

Denn das Drehbuch ist tatsächlich eine der Stärken des Films: der Streifen ist spannend, halbwegs intelligent und vor allem eines: unfassbar komisch! Was die drei Jungs für Sprüche raushauen könnte noch in den nächsten 3 Jahren zu Dauerzitaten werden, und wenn etwa Victor Kershaw eine Polizeibeamtin so richtig dumm von der Seite anmacht, gibt es kein Halten mehr. Dass das ganze dabei nicht zur stumpfen Krimikomödie verkommt ist vor allem der Erzählung zu danken. Immer wieder kommentieren einzelne Figuren das Geschehen und helfen uns so, einen Einblick in ihre Gedankenwelt, ihre Motive, Träume und Gefühle zu bekommen. So gewinnt der Film eine Tiefe, die man nach Ansicht des Trailers sicherlich nicht erwartet hätte. „Pain & Gain“ gelingt es immer wieder, die Bodybuilder als sympathische Trottel zu zeigen, nur um im nächsten Moment die psychopathischen Killer zu präsentieren – was nicht zuletzt an dem äußert tollen Cast liegt. Mark Wahlberg und Anthony Mackie haben ordentlich Muskelmasse zugelegt, und Dwayne Johnson ist ein Berg von einem Mann! Jeder Schauspieler, auch Ed Harris, Bar Paly oder Tony Shalhoub begeistert in seinen Szenen, und gerade Johnson als Trottel, Weichei und Kokain-Junkie macht mich als Fan natürlich ganz besonders glücklich.

Und jetzt noch ein Wort zu Michael Bay: für einen Film mit einer solch irren – aber wahren – Geschichte, in dieser grellen Halbwelt der Muckibuden Miamis in den 90ern, mit all diesen unglaublichen – aber wahren – Wendungen und Details der Geschichte, konnte sich wahrscheinlich kein besserer Regisseur für den Stoff finden! Bays exzessiver Inszenierungsstil passt perfekt zu den massigen Körpern, spärlich bekleideten Damen, protzigen Villen, wohlgeformten Stripperinnen und goldenen Sonnenuntergängen. Und wenn dann der 180 Kilogramm Brocken Dwayne Johson im Trainingsanzug ganz im Stil der 90er ein Skateboard unter dem Baumstammarm mit sich rumträgt, kann man sicher sein: diese Produktion lag den Beteiligten am Herzen, und alle hatte jede Menge Spaß dabei! Denn wer hätte gedacht, dass Michael Bay – der Inbegriff von Actionspektakeln mit jeder Menge hirnlosem Kawumm – einen solch unterhaltsamen Krimi voll schwärzestem Humor vorlegen wird? Welch angenehme Überraschung!

Der wahre Kriminalfall rund um Danny Lugo ging als der erste Fall in die US-Justiz-Geschichte ein, bei dem Silikonimplatante einer Leiche wesentliche Beweismittel waren, um die Täter zu überführen. „Pain & Gain“ geht in meine persönliche Filmgeschichte als erster Bay-Film ein, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann! Famoser Streifen!

Eine Rezension von David Kugler
(28. August 2013)
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Daten zum Film
Pain & Gain USA 2013
(Pain & Gain)
Regie Michael Bay Drehbuch Christopher Markus, Stephen McFeely, Pete Collins
Produktion Paramount Pictures Kamera Ben Seresin
Darsteller Mark Wahlberg, Anthony Mackie, Dwayne "The Rock" Johnson, Tony Shalhoub, Ed Harris, Bar Paly, Ken Jeong
Länge ca. 129 Minuten FSK 16
Filmmusik Steve Jablonsky
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