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Casino Royale

Casino Royale

Ein Film von Martin Campbell

James Bond (Daniel Craig) hat sich an die Versen vom Bankier Le Chiffre (Mads Mikkelsen) geheftet, der ein paar finanzielle Probleme hat. Er hat sich nämlich gewaltig an der Börse verspekuliert und deswegen sitzt ihm eine Terroristengruppe aus Afrika im Nacken, die nicht davor zurückschreckt ihn zu lynchen. Durch die finanzielle Not organisiert Le Chiffre ein Pokerturnier der besonderen Art im Séparée eines Casinos. Gewaltige Einsätze stehen auf dem Spiel, und Bond hat die Aufgabe zu gewinnen und seinen Kontrahenten dazu zu bringen Details über seine „Terroristenfreunde“ preiszugeben.
Damit er das nötige Kleingeld nicht zu leichtfertig verspielt, wird eine Vertreterin des britischen Schatzamtes namens Vesper Lynd (Eva Green) auf ihn angesetzt, um ihm auf die Finger zu schauen.

Bond ist zurück und wie man es von der Presse wahrscheinlich schon erfahren hat, ist er nicht nur zurück sondern auch vollkommen generalüberholt.
Der Trend in Hollywood besagt, dass alles etwas realistischer wirken soll. Man will keine übermenschlichen Superhelden mehr haben, für die es ein leichtes ist sich gegen ihre Gegner zu wehr zu setzten, vielmehr verlangt das Publikum einen gewissen Identifikationsfaktor. Batman hat es vorgemacht und war in Fankreisen sowie auch an der Kasse erfolgreich. Weg vom vollkommenen Superhelden, hin zum Realismus ist die Devise.

Das haben sich wohl auch die Macher von der Bondserie gedacht. Nach dem letzten Teil wurde ihnen b
ewusst, dass sie ein neues Konzept brauchten. Entstanden ist ein Film, der nicht wirklich Bondlike ist, eigentlich hat er gar nichts mehr mit der verstaubten Serie zu tun, abgesehen von den schönen Frauen, den schnellen Karren und M (Judi Dench).

Denn der gute James ist nicht mehr der elegante Womanizer mit der Lizenz zum Töten. Er ist ein Greenhorn mit einer gehörigen Portion Arroganz und einem Hang zur Selbstüberschätzung.
Man könnte fast sagen, dass er ein Schläger wenn nicht sogar ein kleiner Prolet ist, aber immer noch einer mit Stil. Schluss mit der kultivierten Sprache, Bond scheut es auch nicht Wörter wie „Schlampe“ in den Mund zu nehmen. Zum allen Überfluss macht er noch einige Fehler, er unterschätzt seine Feinde und tappt in die ein oder andere Falle.

Das lässt die ganze Fangemeinde wohl aufschreien, wie kann man nur so dreist sein und so eine Kultfigur dermaßen durch den Dreck ziehen.
Es war aber bitter nötig, dass der elegante Doppelnull Agent mal einen Tritt in den Arsch bekommt. Denn hier hat Hollywood Recht, man braucht keine Helden mehr, sondern Menschen die beides verkörpern. Einen hochmütigen, unerfahrenen und verletzlichen Charakter, der es aber schafft im Alleingang eine ganze Botschaft zu vernichten.

Falls es jetzt noch irgendeinen Bondfan gibt, der sich von diesen Fakten noch nicht hat abschrecken lassen, der sollte sich aber gefasst machen mit einer Liebesaffäre konfrontiert zu werden.
Nein, nicht so eine wie sie schon x mal gezeigt wurde, welche nur aus Sex und dummen Sprüchen besteht, sondern eine richtige Liebschaft mit allen was dazu gehört.
Liebe, Gefühle und bedauerlicherer Weise einem doch recht schnulzigen Drehbuch. Ich halte es für eine gut Idee, Bond mit einer Frau zu konfrontieren, die genau so gerissen ist wie er und das erste Zusammentreffen ist auch überaus dynamisch, gespickt mit viel Zynismus und überbrodelnden Emotionen. Aber spätestens wenn es zur Sache geht und die Liebeserklärung kommt, versagt das Drehbuch. Ein bisschen weniger Herzschmerz hätte auch dem neuen Bond gut getan.

Aber natürlich wird man ja auch sehr gut entschädigt, denn als Gegenleistung wird einem astreine Action geboten. Von packenden Verfolgungsjagden, über raue Schlägereien, bis hin zu einem einen tollen Showdown am Ende. Bond verteidigt sich lediglich mit einer Pistole und seinen Fäusten. Auch die bekannten Gadgets hat er zu Hause gelassen, aber er kommt sehr gut ohne diesen modernen Schnickschnack aus.
Zu erwähnen wäre dann noch wohl, dass die Aufteilung etwas seltsam geraten ist. Während man die erste Stunde toll unterhalten wird, und man nicht einmal richtig die Gelegenheit hat Luft zu holen, ist der weitere Verlauf nicht all so Action orientiert sondern teilweise langatmig.
Das zweite Drittel wird nämlich hauptsächlich von durchaus spannenden Pokerspielen und der ärgerlichen Romanze dominiert. Erst beim Finale wird wieder geschossen und geprügelt. Bedauerlicherer Weise endet das Spektakel mit einer ziemlich aufgesetzten Schlusspointe.

Die große Frage ist jetzt, ob Daniel Craig wirklich das Zeug dazu hat diesen neuartigen Bond zu verkörpern. Hier haben die Macher ein gutes Händchen bewiesen. Dem schon im Vorhinein kritisierten Craig, gelingt es seine Rolle überzeugend zu spielen. Den smarten Agenten, der gerade den Doppelnull Status ergattert hat und überaus arrogant und hochnäsig durch den Film schreitet, schafft er durchaus sympathisch darzustellen.

Ja, James Bond ist zurück mit einem neuen Hauptdarsteller und einem neuen Konzept. Das Endergebnis ist positiv ausgefallen, denn lässt man mal die Romanze und die Hänger im Mittelteil weg, wird man sehr gut unterhalten.
Auch wenn dieser Film die Menge spalten wird, bin ich heil froh, dass man nicht davor zurückgeschreckt ist sich etwas Neuem zuzuwenden.
Kein Mensch braucht mehr einen charmanten und eleganten Gentleman aus England, von denen gibt’s sowieso genug.

Eine Rezension von Stefan Hornig
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Daten zum Film
Casino Royale USA 2006
(Casino Royale)
Regie Martin Campbell Drehbuch Paul Haggis, Neal Purvis
Produktion
Darsteller Daniel Craig, Judi Dench, Mads Mikkelsen, Eva Green
Länge 145 min FSK ab 12
Kommentare zu dieser Kritik
sagte am 30.11.2006 um 22:45 Uhr

gute kritik...ich glaube den film werd ich mir anschauen
H. Christian Haslecker TEAM sagte am 15.12.2006 um 16:17 Uhr

Ich finde den neuen Bond einen Oberhammer und insgesamt brauchbarer als alle anderen Bönder zuvor - gerade wegen der endlich einmal ernsten Liebesbeziehung.
Aber das ist wahrscheinlich nicht, worauf die meisten Bond-Fans ihr Hauptaugenmerk legen.
Genzel TEAM sagte am 15.12.2006 um 18:47 Uhr

Dear Haslecker, auch in einem früheren Bond-Film gab es schon eine ernste und tragisch endende Liebesgeschichte: In IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT heiratet Bond zum Schluß, aber seine Frau wird auf dem Weg in die Flitterwoche von einem rachsüchtigen Blofeld hinterhältig erschossen. Louis' Armstrongs "We Have All the Time in the World" leitet sehr unglamourös, dafür umso schmerzlicher aus dem Film heraus.
Krokodil sagte am 07.04.2007 um 18:05 Uhr

einer der besten filme, die ich je gesehen habe.
Lia sagte am 24.06.2007 um 20:46 Uhr

Ich fand diesen Film irgendwie zu realistisch mit den Terroristen, die er jagt. D
ie Szene, in der er sich selbst ne Spritze verpasst war schon hart. Keine Spielereien mit irgendwelchen tollen Laseruhren oder unsichtbaren Autos (gut, das war etwas lächerlich). Der Bond war ziemlich cool, fast schon zu cool, irgendwie fehlte die Ironie. Darum gibt es von mir ein "gut".

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