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Die Geheimnisse der Spiderwicks

Die Geheimnisse der Spiderwicks

Ein Film von Mark Waters

„Did I hit someone?”
„Yes! Thank you!”


Es scheint nur derer drei zu geben, mag man meinen. Filme um Narnia-Chroniken, Hobbits auf Ringjagd und den weltweit erfolgreichsten Zauberschüler haben den Blick auf das Fantastische in den letzten Jahren unbewusst eingeschränkt, indem sie eine feste Größe kreierten, die auch noch Jahre nach ihrem jeweiligen Erscheinen alles andere Vergleichbare in den Hintergrund drängt. Zugegeben: alles stimmt dabei nicht so ganz, schaffen es doch immer wieder einige wenige glückliche Genrevertreter aus eigener Kraft, dem Schatten zu entkommen und ins Licht der Aufmerksamkeit zu huschen.


„Überraschungs-“ oder „Achtungserfolg“ heißt es dann meistens lapidar – wahrscheinlich einzig, um die Übermacht der drei Großen zu betonen. Wenn ein Film Potenzial hat, sollte aber ruhig ein Blick über den Tellerrand des Fantastischen geworfen werden. Denn dass es bisweilen gerade kleinere Produktionen sind, die noch Herz aufweisen, dessen Fehlen man eben nicht mit Multimillionen-Dollar-Budgets kaschieren kann, steht außer Frage. So war es im letzten Jahr beispielsweise „Der Sternwanderer“, der – vergleichsweise günstig produziert – eine mitreißende Geschichte voller Sinn, Verstand und
Leidenschaft erzählte. Gemessen an den Einspielergebnissen eines Harry Potter war jenes des Fantasy-Märchens wenig überraschend eher bescheiden, dennoch konnte letzteres als Erfolg verbucht werden. Und das, obwohl es kein Epos vom Schlage einer Tolkien-Verfilmung war. Wird der Thron der großen Drei etwa allmählich wackelig?


Denn auch in diesem Jahr schickte sich ein fantastischer Film an, Gewinn abzuwerfen. Für 90 Millionen Dollar recht teuer produziert, erblickten „DIE GEHEIMNISSE DER SPIDERWICKS“ („The Spiderwick Chronicles“) das Licht der Welt, basierend auf der erfolgreichen, bisher sechsteiligen Jugendbuchserie der Autorin Holly Black und des Illustrators Tony DiTerlizzi, deren Band 1 im Jahr 2003 erschien. Mark Waters’ („Girls Club - Vorsicht Bissig“ [2004]) Leinwandadaption beinhaltet dabei nicht mehr und nicht weniger als fünf (!) Bände der Reihe („Eine unglaubliche Entdeckung“, „Gefährliche Suche“, „Im Bann der Elfen“, „Der eiserne Baum“ und „Die Rache der Kobolde“), und da liegt dann auch schon der sprichwörtliche Hase im Pfeffer, aber dazu später mehr. Umreißen wir zunächst einmal die grobe Geschichte des Films:

Die Geheimnisse der SpiderwicksDie Geheimnisse der SpiderwicksDie Geheimnisse der Spiderwicks

Um mit ihrer Familie einen Neuanfang zu wagen, zieht Helen Grace (Marie-Louise Parker) mit ihren drei Teenagerkindern Mallory (Sarah Bolger) dem rebellischen Jared und dem schüchternen Simon (Doppelrolle für Freddie Highmore, „Wenn Träume fliegen lernen“ [2004]) in das leerstehende Haus ihres Vorfahren Arthur Spiderwick (David Strathairn), irgendwo nahe eines Waldes im Nirgendwo. Richard (Andrew McCarthy), der Mann von Helen, hat sie für eine andere sitzen lassen, dies seinen Kindern aber nie sagen können. Zurückgezogen in der Einöde hofft Helen nun, dass bessere Zeiten anbrechen. Wenn sie gewusst hätte, welches Unheil der Umzug nach sich ziehen würde, hätte sie sich diesen Entschluss aber bestimmt gründlich überlegt. Denn der eigensinnige Jared entdeckt eines Tages auf dem Dachboden des alten Hauses ein seltsames Buch, das den Namen „Handbuch der magischen Geschöpfe“ trägt. Ohne viel auf die sich darauf befindliche Warnung zu geben, es nicht zu öffnen, schlägt er es auf – und findet sich alsbald in einer Art Welt wieder, die für die Augen anderer unsichtbar mitten in der unsrigen existiert!


Plötzlich tummeln sich Wichte, Gnome, Feen und Kobolde um das schauerliche Anwesen, und Jared erkennt, dass das entdeckte Buch die Arbeit seines Ur-Ur-Großvaters Arthur Spiderwick war, der diese geheime Welt entdeckt und ihre Besonderheiten katalogisiert und niedergeschrieben hat. Natürlich glaubt ihm sonst zunächst niemand die fantastische Wahrheit. Doch als seltsame Dinge rund ums Haus geschehen und sich der unheimliche Mulgarath (Nick Nolte) anschickt, das Buch für seine finsteren Weltherrschaftszwecke in die trolleigenen Klauen zu bekommen, wendet sich das Blatt. Mit Schrecken muss Familie Grace nämlich feststellen, dass die Fabelwesen bislang nur durch eine Art Bannkreis davon abgehalten wurden, das Spiderwick-Haus zu betreten. Entweder bleiben die Graces geschützt im Haus – oder sie wagen den Schritt über den Kreis, hinein in eine Welt, in der im Geheimen schon eine bedrohliche Armee darauf wartet, den Bann des Kreises für immer zu durchbrechen.

Die Geheimnisse der SpiderwicksDie Geheimnisse der SpiderwicksDie Geheimnisse der Spiderwicks

92 Minuten zeigt die Laufzeitangabe, als der letzte Ton des gelungenen Soundtracks von James Horner verklungen ist, und man sieht, obwohl man es nicht wahrhaben möchte, richtig. Fünf Bücher in knappe 80 Minuten Laufzeit ohne Abspann zu verpacken, zeugt von Mut, zweifelsohne, aber nicht immer wird Mut belohnt. So ist schon recht schnell klar, dass dieser Film deutlich auf ein junges Zielpublikum zugeschnitten ist (obwohl die DVD die 12er-Plakette trägt, was wohl einzig den Extras und Trailern geschuldet ist, besitzt der Film eine Freigabe „ab 6 Jahren“), das sich nicht an der gerafften, simplen Geschichte stört. Temporeich geht es zu, ohne Zeit zum Verschnaufen, schließlich gilt es, viel in wenig Zeit zu erzählen. Unterhaltsam ist das fantastische Treiben dabei zu jedem Zeitpunkt, Langeweile kommt nicht einmal im Ansatz auf. Dafür sorgt neben der überaus trickreichen Inszenierung ohne allzu viel CGI-Bombast vor allem die sympathische Jungdarsteller-Riege rund um die fechtende Sarah Bolger und den vielseitigen Freddie Highmore, der sich – hier in einer Doppelrolle – nach Tim Burtons Ausflug in die Schokoladenfabrik des Johnny Depp noch einmal in fantastische Gefilde gewagt hat. Es ist ihr Film, woran auch ein großer Name wie Nick Nolte nichts zu ändern vermag. Der Mime wird sogar schon nach relativ kurzer Zeit durch ein CGI-Monstrum ersetzt, das dann aber immerhin noch mit seiner Stimme respektive Synchronstimme bedrohliche Worte von sich geben darf. Gut gebrüllt, Mulgarath.


Womit auch schon der letzte Kritikpunkt ansteht. Obwohl auf ein junges Publikum gemünzt, besitzt der Film einige wirklich gruselige Einstellungen, teilweise sogar überraschend brutale, die nicht unbedingt für Sechsjährige geeignet sind. Dies nur als kleine Warnung zum Schluss. Dass das Geschehen für Kinderaugen schließlich nicht zu sehr ausartet, verhindert nur der leicht ironische Unterton, dem die beiden putzig animierten CGI-Sidekicks Thimbletack (Stimme: Martin Short / Michael Pan) und Hogsqueal (Stimme: Seth Rogen / Dennis Schmidt-Foß) Rechnung tragen. Vor allem letzterer schießt mehr als nur einmal den Vogel ab (dies bitte wörtlich nehmen!).

Die Geheimnisse der SpiderwicksDie Geheimnisse der SpiderwicksDie Geheimnisse der Spiderwicks

Und was haben wir heute nun gelernt? Manchmal lohnt es sich durchaus, einen Blick über den Tellerrand zu riskieren und auch kleineren Filmen im Fantasygenre eine Chance zu geben. Zu diesen zählt insbesondere der spannende und schnörkellos inszenierte „DIE GEHEIMNISSE DER SPIDERWICKS“. Wer also kurzweilige Unterhaltung ohne viel Anspruch, dafür aber umso mehr Action wünscht und sich nicht an der knapp bemessenen Laufzeit stört, dürfte nicht enttäuscht werden. Sollen doch die Großen weiterhin groß bleiben, verwurzelt auf dem Thron der Fantasy hockend, und sich die Welt von oben angucken. Von etwas weiter unten hat man nämlich manchmal auch eine gar nicht mal so schlechte Sicht. Zudem ist die Luft dort auch bedeutend besser.

Eine Rezension von Stefan Rackow
(26. August 2008)
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Daten zum Film
Die Geheimnisse der Spiderwicks USA 2008
(The Spiderwick Chronicles)
Regie Mark Waters Drehbuch Karey Kirkpatrick, David Berenbaum, John Sayles, nach den Büchern von Tony DiTerlizzi & Holly Black
Produktion Mark Canton, Larry J. Franco, Ellen Goldsmith-Vein, Albie Hecht, Karey Kirkpatrick, Julia Pistor Kamera Caleb Deschanel
Darsteller Freddie Highmore, Mary-Louise Parker, Nick Nolte, Sarah Bolger, Andrew McCarthy, Joan Plowright, David Strathairn, Seth Rogen, Martin Short, Jordy Benattar
Länge ca. 92 Minuten FSK ab 12 Jahren
http://movies.universal-pictures-international-germany.de/diegeheimnissederspiderwicks/
Filmmusik James Horner

Rezensionsmuster freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Paramount.
Kommentare zu dieser Kritik
Stefan R. TEAM sagte am 22.07.2010 um 19:19 Uhr

Free-TV-Premiere heute um 20.15 Uhr auf Sat1.

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