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Im Blutrausch des Satans

Im Blutrausch des Satans

Ein Film von Mario Bava

Ohne Zweifel ist der 1980 verstorbene italienische Regisseur und Kameramann Mario Bava ein echter Kino-Visionär gewesen.

Sein Spiel mit Bildeinstellungen und Farben auf der Leinwand ist auch heute noch einzigartig und viele seiner Werke haben als Inspirationsquelle für andere bekannte Filmemacher wie Sean S. Cunningham („Freitag der 13.“), Tim Burton („Sleepy Hollow - Köpfe werden rollen“) oder Joe Dante („Das Tier“) hergehalten.

Nicht zuletzt verdankt ein ganzes Sub-Genre seine Geburt Bava: Die Rede ist natürlich von den sogenannten Gialli, einer ureigenen Form brutaler italienischer Thriller, die nicht selten die Grenze zum Horrorfilm überschreiten, und deren wohl berühmtestes Aushängeschild der bei mannBEISSTfilm schon vielfach gelobte Dario Argento („Deep Red“, „Suspiria“) ist.

Bei „Bay Of Blood“, so der wohl geläufigere, englische Titel des vorliegenden Films, handelt es sich um ein schwer in eine bestimmte Kategorie einzuordnendes Werk. Im Kern würde man es wohl dem Krimi-Genre zuteilen, obwohl es auch durchaus sa
tirische Elemente beinhaltet, die sehr konservativen Zuschauern sauer aufstoßen könnten. Was aber noch zusätzlich viele Freunde der „unbeschwerten“ Spannung abschrecken könnte, sind die für 1971 ziemlich deftigen Splattereinlagen…Schauspiel-Ikone Christopher Lee („Der Herr der Ringe: Die Gefährten“) soll Gerüchten zufolge damals sogar aus Protest gegen die explizite Gewalt den Kinosaal verlassen haben.
Im Blutrausch des SatansIm Blutrausch des SatansIm Blutrausch des Satans
Die Geschichte beginnt mit der im Rollstuhl sitzenden Gräfin Federica Donati (Isa Miranda), die sich im Besitz eines gigantischen Grundstücks direkt an einer Bucht befindet.
In der Nacht wird die alte Frau auf grausame Weise von einem zunächst unbekannten Mann (Giovanni Nuvoletti) an einem Strick erhängt. Kurz nachdem der Mörder einen gefälschten Abschiedsbrief der Toten hinterlegt hat, wird auch dieser aus dem Hinterhalt ermordet.

Tage später treibt sich eine Vielzahl von Leuten auf dem Besitz herum:
Nachbarn, Verwandte und ein Grundstücks-Makler sind gekommen, und sie alle haben eigene Pläne mit dem Nachlass der Gräfin. Zum eigenen Unglück befindet sich außerdem eine Gruppe Heranwachsender an dem Ort, um ein wenig die Natur zu genießen und zu feiern.
Doch die oberflächliche Idylle trügt, denn der Mörder duldet keine weiteren Konkurrenten und Störenfriede auf dem Land…

Im Vergleich zu anderen Bava-Filmen wie „Die Stunde wenn Dracula kommt“ (1960), „Blutige Seide“ (1964) oder „Die drei Gesichter der Furcht“ (1963), von dessen englischem Titel „Black Sabbath“ sich die gleichnamige Band ihren Namen geliehen hat, stellt „Bay Of Blood“ ein nicht ganz so populäres Werk des Meisters dar.
Trotzdem genießt der Film einen besonderen Stellenwert im Genre-Kino, da er als eine Inspirationsquelle zu einem ungleich bekannteren Schocker gedient hat, nämlich dem „Slasher“-Klassiker „Freitag der 13.“. Allerdings darf man nun beim Anschauen von „Bay Of Blood“ keine Story mit einem irren, maskierten Killer erwarten, der speziell Jagd auf Teenager macht. Parallelen sind eher bei der Gestaltung der Atmosphäre und der Darstellung der brutalen Mordszenen auszumachen.

Nun wirkt auch der Aufbau des Films zunächst ein wenig konfus. Es gibt eine recht beachtliche Zahl an Protagonisten, die allesamt ein wenig zwielichtig erscheinen, weshalb dem Zuschauer eine echte Identifikationsfigur verwehrt bleibt. Wie allerdings bereits in der Einleitung geschrieben, ist das Werk nicht bloß ein normaler Krimi mit dem Ziel, den Mörder am Ende zu identifizieren, sondern enthält auch unterschwellig eine große Portion pechschwarzem Humors, der aber erst beim zweiten Ansehen richtig zur Geltung kommt. Denn dann weiss der Zuschauer erst, worauf die Giallo-artige erste Hälfte letztendlich hinausläuft.
Im Blutrausch des SatansIm Blutrausch des SatansIm Blutrausch des Satans
Was bei „Bay Of Blood“ besonders hervorsticht, ist der großartige Look, der zwar weniger bunt als bei „Blutige Seide“ ausgefallen ist, aber dem Film dennoch eine besondere Stimmung verleiht.
Und auch auf diverse Aufnahmetricks verzichtet Mario Bava (der hier auch als Kameramann fungiert hat) natürlich nicht. So haben auf dem Set eigentlich nur drei Bäume gestanden, die aber durch das Talent des Meisters so eingefangen worden sind, als ob sich das Geschehen in einem dichten Wald abspielt. Für andere Szenen, in denen gar keine Bäume vorhanden gewesen sind, hat Bava seine Kamera zwischen vorgehaltene Zweige gelenkt, um erneut einen Wald-Effekt zu erzielen – ein Trick, der nach Aussage von Crew-Mitgliedern beim Dreh so komisch ausgesehen hat, dass es am Set oft zu hysterischen Lach-Attacken gekommen ist.
Außerdem konnte aus Kostengründen kein teures Equipment verwendet werden, weshalb Bava die Kamerafahrten mithilfe eines einfachen Kinderwagens ausgeführt hat.
Dass trotz dieser Umstände alles im Film so professionell abgedreht ausschaut, spricht erneut für das italienische Film-Genie.

Eine andere Sache, die bei „Bay Of Blood“ mehr auffällt als bei jedem anderen Mario Bava-Film, ist die auch heute noch recht drastisch wirkende Darstellung von Gewalt.
So gibt es Szenen zu sehen, die fast identisch auch im ersten und zweiten Teil der „Freitag der 13.“-Reihe vorzufinden sind. Dabei muss aber bedacht werden, dass der vorliegende Streifen fast 10 Jahre (!) vor Cunninghams-Kultfilm entstanden ist - von vielen Fans wird er inzwischen auch als der „Großvater des Slasher-Films“ bezeichnet.

Als kleine Zusatzinformation sei noch angemerkt, dass das Werk über mehr Alternativtitel verfügt als jeder andere Film – Beispiele dafür sind „Bloodbath Bay Of Death“, „Twitch Of The Death Nerve“ und sogar „The Last House On The Left, Part II“...
Im Blutrausch des SatansIm Blutrausch des SatansIm Blutrausch des Satans
Ein echter Genre-Klassiker.

Eine Rezension von Bastian G.
(20. Februar 2009)
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Daten zum Film
Im Blutrausch des Satans Italien 1971
(Reazione a catena)
Regie Mario Bava Drehbuch Mario Bava, Filippo Ottoni & Giuseppe Zaccariello
Produktion Nuova Linea Cinematografica Kamera Mario Bava
Darsteller Claudine Auger, Luigi Pistilli, Claudio Camaso, Anna Maria Rosati, Chris Avram, Leopoldo Trieste, Laura Betti, Brigitte Skay, Isa Miranda, Paola Montenero, Guido Boccaccini, Roberto Bonanni, Giovanni Nuvoletti
Länge 84 min. FSK -
Filmmusik Stelvio Cipriani
Englischer Titel: "Bay Of Blood"
Kommentare zu dieser Kritik
Riddick77 sagte am 25.06.2010 um 12:21 Uhr

Bay of Blood hab ich damals bei einer Filsammler-Börse zufälligerweise erstanden. Er war in einer limitierten Redemption-Box und ein echter hingucker. Als ich ihn dan angeschaut habe ist mir erstmal der drastische Härtegrad aufgefallen, welcher dem Enstehungsjahr untypisch ist. Allerdings sollte man nicht den Fehler machen und den Film darauf zu reduzieren.Es ist nämlich ein kleines Schmankerl was man als Genre-Freund gesehen haben sollte. Ich kann den Film nur guten Gewissens empfehlen.............
LG
Riddick

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