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von Wisit Sasanatieng




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The Village - Das Dorf

The Village - Das Dorf

Ein Film von M. Night Shyamalan

Viele hassen es, die ewigen Werbeclips zu sehen, wenn sie doch eigentlich nur gemütlich ins Kino gehen wollten, um sich einen schönen Film anzuschauen. Aber viele wiederum lieben es, Filmvorschauen zu sehen, die Teil der Werbung sind. Vor allem, wenn eine Vorschau so Feuer und Flamme macht wie die von „The Village – Das Dorf“. Da lebt doch tatsächlich eine kleine Gemeinde eingesperrt in einem Tal, weil der Wald, der ihr Dorf um gibt, voll von gruseligen Monstern ist, die von der Farbe rot aggressiv werden und deren Revier nicht betreten werden darf. ‚Okay’, denken sich die Bewohner, ‚wir betreten ihren Wald nicht, dann kommen sie auch nicht in unser Tal und lassen uns in Ruhe.’ Alles schön und gut – aber was ist, wenn man mal doch etwas von außerhalb braucht?

„The Village – Das Dorf“ ist ein mystischer Gruselfilm, der sich kaum mit anderen Filmen seines Genres vergleichen lässt, höchstens mit denen des Regisseurs, denn „The Village – Das Dorf“ trägt eindeutig die Note von M. Night Shyamalan. So begibt sich der Zuschauer in eine ruhige, aber unterschwellig spannungsgeladene Welt, in der eigentlich gar nicht so viel passiert. Mit rasanter Action und blutigem Nervenkitzel braucht man hier nicht zu rechen, wo also kommt dann die Spannung her?

Zum einen gibt es da die wunderbare Musik, die mit leisen, aber unheilschwangeren Tönen, die an die stetige Bedrohung, mit der die Dorfbewohner leben, erinnert. So werden zum Beispiel auch, wenn die Dörfler mal wieder einen ruhigen Tag zu verleben gedenken und gemeinsam ihr Mittagsmahl einnehmen, immer mal wieder gern ein paar röhrende, durchdringen Laute eingespielt, die aus dem Wald zu kommen scheinen und darauf schließen lassen, dass es sich bei den Monstern um ein paar mächtig große Geschöpfe handeln muss, denen man besser nicht zu Nahe kommt.
Zum anderen gibt es plötzliche Wechsel von sehr ruhigen, beinahe friedvollen Szenen zu schnellen, spannungsgeladenen Vorgängen, die so schnell verschwinden, wie sie aufgetaucht sind. So kommt der Zuschauer sicherlich ins Zittern, als die blinde Yvi in der Eingangstür ihres Haus stehend ihre Hand ins Freie streckt und darauf wartet, dass ihr geliebter Lucius zu ihr kommen wird, um sie zu beschützen, obwohl draußen die Monster umherwandeln und die Dorfbewohner ins Angst und Schrecken versetzen. Yvis fehlendes Augenlicht ist auch im Laufe des Films immer wieder ein Spannungsträger, vor allem, als sie allein durch die verbotenen Wälder streift, weil sie dringend Medizin von außerhalb besorgen muss. Umkehren geht nicht, da der verwundete Lucius sonst sterben würde und weitergehen erweist sich als schwierig, da hinter jedem Baum das nächste Monster lauern könnte, das Yvi jederzeit angreifen würde.
Der Horror in diesem Film lebt also vielmehr von bösen Vorahnungen und der Angst, dass jederzeit etwas Schlimmes passieren könnte und nicht von entsetzlichen und grauenvollen Bildern, die man in anderen Filmen des Genres tatsächlich zu Gesicht bekommt.

Ein weiteres Plus von „The Village – Das Dorf“ sind die fabelhaften Darsteller, denen jeweils ihre Rolle wie auf den Leib geschnitten scheint.
Da gibt es zum einen Joaquin Phoenix, der die Rolle des Lucius, eines introvertierten, schweigsamen und sehr ernsten, liebevollen jungen Mann, spielt, der kaum Text hat und sich als selbstverständlicher Beschützer von Yvi etabliert. Besonders toll ist seine Mimik und was Joaquin Phoenix damit anstellt – und vor allem nicht anstellt, als ihm Yvis emotionsgeladene Schwester eine überschwängliche Liebeserklärung macht.
Adrien Brody spielt einen geistig zurückgebliebenen Mann, der wie ein Kind ausgelassen Verstecken spielt und nichts von dem Übel draußen in den Wäldern mitzukriegen scheint. Plötzlich aber kehrt er eine von Eifersucht zerrissene, bösartige Seite nach außen, um kurz darauf wieder in die Rolle eines kleinen Jungen zu fallen. Der Wechsel zwischen bösartig und verletzlich kommt noch häufiger vor und wird von Adrien Brody gekonnt gemeistert.
Nicht zuletzt glänzt hier Bryce Dallas Howard, die ein blindes Mädchen spielt, das trotz seiner Behinderung tapferer ist als so mancher Mann aus dem Dorf und die übersinnliche Fähigkeit hat, die Aura eines besonderen Menschen zu sehen.
The Village - Das DorfThe Village - Das DorfThe Village - Das Dorf
Was die Geschichte abrundet, ist der Schnitt. So gibt es eben keine schnellen Perspektivenwechsel, sondern die Kamera verharrt lange Zeit in einer Einstellung, so dass man sich voll auf das Spiel der Darsteller einlassen kann. Was die Kamera einfängt, sind wundervolle Bilder und Farben, wunderschöne Naturaufnahmen und sehr stimmungsvolle Hintergründe, die den Großteil der Atmosphäre schaffen.

Ein Manko an „The Village – Das Dorf“ ist das kaum glaubwürdige Ende, bzw. die Erklärung die das Geheimnis des Dorfes aufdeckt. Leider kommt man hier als Zuschauer nicht umhin zu denken, dass der Film etwas in die Realitätsferne abschweift. Schade um die gute Idee. Den Überraschungseffekt erlebt man aber trotz alledem!

Wie man den Film letztendlich findet, hängt wohl sehr davon ab, was man erwartet hat. Vorschau und Werbung versprachen einen Horrorfilm, dabei ist „The Village – Das Dorf“ in erster Linie ein Liebesgeschichte, die eben in einer etwas anderen Umgebung spielt. „The Village – Das Dorf“ ist ein sehr gefühlvoller und mit Liebe zum Detail gedrehter Film, der von wunderschönen Bildern, stimmungsvoller Musik und einzigartigen Darstellern lebt.

Eine Rezension von Anja Strilek
(25. Februar 2007)
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Daten zum Film
The Village - Das Dorf USA 2004
(The Village)
Regie M. Night Shyamalan Drehbuch M. Night Shyamalan
Produktion Sam Mercer, Scott Rudin, M. Night Shyamalan
Darsteller Bryce Dallas Howard, Joaquin Phoenix, Adrien Brody, Sigourney Weaver
Länge 108 min FSK 12
Kommentare zu dieser Kritik
Tine sagte am 25.02.2007 um 15:33 Uhr

Ich fand bei dem Film das Ende am besten. Ich liebe es, wenn man am Ende erkennt, dass eigentlich alles anders ist als man denkt.
Anj TEAM sagte am 25.02.2007 um 15:39 Uhr

Ja klar, der Überraschungseffekt war da, aber es bleiben viele Fragen offen: Wie kann es sein, dass so viele Menschen einfach verschiwdnen, und in einem geheimen Dorf leben, von dem niemand weiß? Nur, weil die Wälder unter Naturschutz stehen und nicht betreten werden dürfen, müsste man doch wissen, dass es da ein Dorf gibt. Und wie haben die Typen, die dahin geflohen sind, es überhaupt geschafft, in etwa 20 Jahren ein komplettes Dorf aufzubauen ohne dabei Hilfe von außen anzufordern?
Renee TEAM sagte am 25.02.2007 um 16:05 Uhr

Eine "ruhige [...] Welt, in der eigentlich gar nicht so viel passiert" ist genau das Stichwort. Mir war es eher ein bißchen zu ruhig. Der Stil von Shyamalan schafft es bei mir eher selten wirkliche Spannung aufzubauen. Aber tatsächlich war es allein die Performance von Joaquin Phoenix wert, den Film bis zum Ende anzuschauen.
Tine sagte am 25.02.2007 um 16:09 Uhr

Naja, zwischenzeitlich fand ich es auch nicht so umwerfend spannend, aber ein gutes Ende macht bei mir einiges wieder gut und dann find ich immer den Film klasse. Genauso wie ein Film blöd ist, wenn das Ende nicht so toll ist. Ein gutes Ende ist für mich ziemlich wichtig für einen guten Film.
Florian TEAM sagte am 25.02.2007 um 17:19 Uhr

"The Village" ist sogar einer meiner Lieblingsfilme, ich sehe ihn allerdings eher als ein sozialkritisches Drama. Menschen laufen vor ihren Problemen davon, flüchten sich in eine "Heile Welt", die sie ihrerseits nur durch Angst und Terror aufrechterhalten können. Es geht dabei um Schuld und die Erkenntnis, dass gute Absichten und Zwangsbeglückung großen Schaden nach sich ziehen können. Schließlich holt ja die Vergangenheit, welche die Gründer des Dorfes zu verdrängen suchen, am Ende durch den versuchten Mord alle wieder ein.

Vielleicht schreib ich auch einmal eine Rezension zu dem Film und stell sie hier in den Kommentar. Allerdings erst wenn ich ihn wieder einmal gesehen habe.
Florian TEAM sagte am 25.02.2007 um 17:22 Uhr

Nachtrag: der Trailer zum Film war einfach wieder einmal voll daneben und irreführend. Das fällt für micht unter Publikumsverarschung (Pardon my French).
Eine utopisches, feinsinniges Drama als Horrorfilm zu verkaufen ist nicht in Ordnung.
Anj TEAM sagte am 25.02.2007 um 18:23 Uhr

Deswegen sind die Leute ja auch mit völlig falschen erwartungen ins Kino gegangen und waren dann zum großen Teil enttäuscht.
Stefan R. TEAM sagte am 26.02.2007 um 10:42 Uhr

Ich muss gestehen, auch ich bin in der Erwartung in den Film gegangen, einen Horrorfilm zu sehen. Da ich aber im Vorfeld gehört hatte, dass man nicht unbedingt dem Trailer glauben sollte und unvoreongenommen den Film sehen sollte, war ich nicht seht überrascht, als am Ende alles "ganz anders" war. Ich würde den Film auch eher als sozialkritisches Drama mit einem Schuss Mystik beschreiben. Im Großen und Ganzen ein guter Film!

Stefan_R.
Anj TEAM sagte am 26.02.2007 um 15:56 Uhr

Naja, es wurden ja wie gesagt nicht alle enttäuscht, denn auch ich bin ja mit dem Glauben isn Kino gegangen, jetzt einen megagruseligen Film mit Kinderfressenden Monstern zu sehen. So wars nicht, aber trotzdem oder gerade deshalb ist "The Village" für ein wahnsinnig toller Film geworden. Ich habe, nachdem cih die Rezension beendet hatte, auch beschlossen, mir den Soundtrack zu kaufen, denn der ist wirklich einmalig.
Stefan R. TEAM sagte am 26.02.2007 um 16:15 Uhr

Stimmt, alleine der Vorspann untermalt mit der Musik von James Newton Howard wirkte im Kino richtig klasse. Vor allem, da der Bass richtig aufgedreht war ;-)
Tine sagte am 26.02.2007 um 16:31 Uhr

Ich hatte Glück, weil ich den Trailer gar nicht gesehen habe (zumindest nicht bewusst) und daher nicht mit falschen Erwartungen in den Film gegangen bin, sondern mit meiner lieben Schwester, die ihn so toll fand, dass sie ihn mit mir ein zweites Mal sehen musste!
Florian TEAM sagte am 26.02.2007 um 17:07 Uhr

Hab den Film das erste Mal mit meinen Geschwistern angesehen, und die haben ständig gemeckert, weil's kein Horrorfilm ist.
Hab ihn daher erst auf DVD so richtig genießen können und geheult wie ein Schloßhund :-)
Natürlich hat die Liebesgeschichte zu viel Pathos, aber in diesen Film kann ich einfach eintauchen und alles um mich vergessen. Die Flucht in eine vermeintlich andere Zeit, die dann doch keine ist, die traurige Stimmung und vorallem die Ruhe, die man in Filmen von heute nur noch selten findet (z.B. in "The Others"... das hat schon was und liefert eine tolle Atmosphäre.
Auch die Dialoge sind sehr interessant:
"Sometimes we don't do things we want to do so that others won't know we want to do them."
Alice Hunt: "And what makes you think that he has feelings for me?"
Lucius Hunt: "The way he never touches you"


(konnte die Zitate auf die Schnelle nur auf Englisch finden)

Der melancholische Soundtrack trägt wesentlich zur Qualität von "The Village" bei. Die Violonsoli sind übrigens von Hillary Hahn.
Anj TEAM sagte am 26.02.2007 um 17:13 Uhr

Und deine Sternchen? ;-)

Ansonsten: Du sagst es, genau das empfinde ich bei dem Film auch!
Florian TEAM sagte am 26.02.2007 um 17:15 Uhr

Die Sternchen sind eh schon oben, aber hier nocheinmal.
Tine sagte am 26.02.2007 um 18:03 Uhr

Ich find ja, der heimliche Star dieses Films ist der Darsteller von "Horace" aus Dr. Quinn.
schlaubi TEAM sagte am 27.02.2007 um 10:45 Uhr

Ich sehe das auch so wie Florian. Das Dorf ist Amerika. Die Gründerväter ziehen sich aus einer kaputten, dunklen, bösen Welt in eine heile Welt zurück und schaffen eine unsichtbare Bedrohung, erzeugen Angst, um diese heile Welt aufrecht zu erhalten. So wie Amerika nach dem 11. September. Die Unschuld wird in dem Moment verloren, in dem man versucht sie zu bewahren - ein sehr starkes Bild wie ich finde.
Mir gefällt auch die Erkennntins, dass sich die Welt ihren Weg bahnt, dass das Dunkle, Böse, Negative im Menschen nicht ausgesperrt werden kann, es gehört einfach zu uns dazu. Fast wie Erwachsenenwerden. Im Film ist es halt die Eifersucht, die zum Unglück führt.
Ich fand "The Village" unendlich stark, ganz großes Kino, dass den Twist am Ende braucht, um seinen Punkt zu machen (deshalb hab ich damals auch die Kritik nicht verstanden, das Ende wäre aufgesetzt) und den Soundtrack hat ja auch schon jemand lobend erwähnt.
Anj TEAM sagte am 27.02.2007 um 13:49 Uhr

Das mit dem Soundtrack muss wohl ich gewesen sein ;-)

Ich weiß nicht, ob du aus meiner Rezension gelesen hast, das Ende wäre aufgesetzt. Bei mir war es nur einfach so, dass ich am Ende zu viele Fragezeichen im Kopf hatte und zu viel "Das geht doch gar nicht!"
Florian TEAM sagte am 27.02.2007 um 14:26 Uhr

Das ist ja genau die reizvolle Utopie, dass es nicht geht, wenn auch aus ganz anderen Gründen.
Es gefällt mir an Shyamalan mit welcher Selbstverständlichkeit er einige seiner Filme, wie z.B. auch das Märchen "Das Mädchen aus dem Wasser" erzählt. Ob das in "The Village" nun möglich ist oder nicht scheint mir auch sekundär zu sein, vielmehr gefällt mir die bereits angesprochene Kernaussage und Shyamalans differenziertes aber insgesamt doch positives Menschenbild.
In das "Mädchen aus dem Wasser" kommt dieses Bild sehr gut zur Geltung. Da wäre die tragische Figur des Hausmeisters, Cleveland, der alles was ihm lieb war verloren hat. Trotzdem glaubt er noch immer an das Gute in der Welt und möchte, dass sie gerettet wird.
Zitat:
Mr. Leeds: Does man kind deserved to be saved?
Cleveland Heep: What?
Mr. Leeds: Man?
Cleveland Heep: [pauses] Yes

schlaubi TEAM sagte am 27.02.2007 um 16:00 Uhr

Also, mit dem "Mädchen aus dem Wasser" tu ich mich schwer. Viel Ambition, aber voll daneben gegangen. Aber da möcht ich eh eine Rezemsion für hier schrieben. Wenns mir keiner wegschnappt voher ;-)

Und der Satz zu dem aufgestetzen Ende, das war eher auf die Kritiken damals zum Filmstart bezogen, da gabs viele Stimmen, die das so beurteilt haben.
Florian TEAM sagte am 27.02.2007 um 16:34 Uhr

Da musst Du schnell sein mit "Das Mädchen aus dem Wasser" :-)
Nein ich hab nicht vor in nächster Zeit eine Rez. darüber zu schreiben, da müsste ich ihn mir erst auf DVD kaufen und noch einmal ansehen.
Anj TEAM sagte am 01.03.2007 um 18:45 Uhr

Ich habe den noch gar nicht gesehen, dabei st der ja auch von Shyamalan und sogar mit Bryce Dallas Howard. Aber der hat so schlechte Kritiken bekommen... wird Zeit, dass einer von euch mal hier etwas dazu schreibt :-)

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