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Kampf der Titanen (2010)

Kampf der Titanen (2010)

Ein Film von Louis Leterrier

„I'd rather die in the mud with those men than live forever as a god.”

Geschichten von Monstern, phantastischen Fabelwesen, uralten Göttern und mythischen Helden sind schon erstaunlich: Sie unterhalten uns scheinbar auf mühelose und leichte Weise, transportieren dabei aber auch Jahrhunderte alte Weisheiten und Erfahrungen, halten uns unsere ureigenen Ängste vor Augen und diskutieren moralische und ethische Werte. Dass dabei selbst Geschichten aus dem antiken Griechenland noch immer nicht angestaubt sind und stattdessen mit viel Humor und noch mehr effektreicher Action daherkommen können, bewies 2010 Louis Leterriers "KAMPF DER TITANEN", und dies war die Legende, von der er berichtete:

Es herrscht Aufruhr im antiken Griechenland: Die Götter des Olymp sind erzürnt, dass die Ergebenheit der Menschen mit jedem Tag merklich abnimmt. Die Griechen errichten keine Tempel mehr, sondern wagen es sogar, den Göttern offen ihre Missgunst zu zeigen, indem sie immer mehr Ikonen zerstören und ihre Gebete vernachlässigen. Angestachelt von Hades (Ralph Fiennes), dem niederträchtigen Gott der Unterwelt, beschließt Göttervater Zeus (Liam Neeson), ein Exempel zu statuieren und den Menschen zu zeigen, dass solcher Frevel gegen den Olymp nicht ungesühnt bleibt.
So unterbreitet Hades den Menschen in der Hafenstadt Argos die Forderung der Götter, ihnen ein Menschenopfer in Gestalt der schönen Prinzessin Andromeda (Alexa Davalos) darzubieten.
Anderenfalls werde Argos durch den Kraken, ein monströsen See-Ungeheuer aus längst vergangenen Zeiten, dem Erdboden gleichgemacht. Wie es der Zufall will, befindet sich in der Stadt auch der junge Perseus (Sam Worthington), der nach dem Verlust seiner Familie eine ganz persönliche Rechnung mit den Göttern offen hat. An seiner Verachtung gegen die Bewohner des Olymp ändert sich auch dann nichts, als er erfährt, dass er der Sohn des Zeus und damit ein Halbgott ist, und so zieht er zusammen mit einer kleinen Gruppe tapferer Recken los, um bei den allsehenden stygischen Hexen zu erfragen, wie man den Kraken vernichten könnte. Doch es bleibt nicht viel Zeit, und die beschwerliche Reise zu den Hexen ist nur der Beginn eines Abenteuers, in welchem riesenhafte Skorpione zu den kleinsten aller Probleme zählen…

Anders noch als das Original von 1981, das seiner verworrenen Geschichte allzu viel Ernst beimaß und sich ohne jegliche Selbstironie (dafür aber mit recht charmanter Stop-Motion-Technik) zum Ende vorkämpfte, weiß der "KAMPF DER TITANEN" von 2010 jederzeit das Richtige mit seiner eigenen und ungleich actionreicheren Variante des antiken Heldenmythos anzufangen. Sicherlich ist das Drehbuch der Neuauflage, an dem immerhin drei Autoren arbeiteten, nach wie vor nicht das Maß aller Dinge, begeht aber auch nicht den Fehler, sich zu sehr auf die „vergötterten Intrigen“ zu versteifen. Vielmehr räumt die Geschichte ihren Helden viel Raum dafür ein, sich in tricktechnisch opulent choreographierten Auseinandersetzungen mit mal mehr, mal weniger phantastischen Gegnern zu beweisen. Zwar fällt die Kamera in diesen Momenten teils arg wackelig aus, gewährt jedoch immer noch genug Überblick über das Geschehen, als dass man ihr dieses Manko sonderlich übel nehmen könnte.

Der "KAMPF DER TITANEN" macht durch die flott-dynamische Inszenierung des "The Transporter"-Regisseurs Louis Letterier seinem Namen – abgesehen von der Tatsache, dass abermals keine Titanen, jedenfalls nicht nach ursprünglichem mythologischen Verständnis, vorkommen – alle Ehre und lässt dem Zuschauer kaum Zeit zum Luftholen. Manch einer mag das vielleicht als unoriginell oder gar berechnend abtun, aber man sollte dabei auch immer bedenken, dass wir uns hier in waschechten Blockbuster-Gefilden befinden, die sich effektiv von ihrer besten, sprich: actionreichsten Seite präsentieren. Dass die Geschichte neben dem ganzen Trubel nicht über ein „solide“ hinauskommt – geschenkt. Denn das sah bereits beim Original nicht anders aus. Der "KAMPF DER TITANEN" des neuen Jahrtausends macht im Grunde zweierlei, indem er einige Schnitzer des Vorgängers mit ordentlich Bombast feinfühlig glättet, dabei aber seinerseits zwangsläufig einige Krater verursacht. Ein verzeihliches Manko, da dort, wo gehobelt wird, immer auch Späne anfallen.

Eine dreiste Kopie liegt mit Letteriers Götter-Action also keinesfalls vor. Vielmehr atmet der Film selbst in seinen mit modernster Tricktechnik ausgestatteten Kampfeinlagen jederzeit den Geist des charmant-urigen Originals, wenngleich nunmehr digitale Bits und Bytes die ehemals mühsame Handarbeit ersetzen, um der Götterwelt Hochglanz zu verleihen. Und die leicht antiquiert anmutende Geschichte von 1981, deren Dialoge bereits damals zwischen bedeutungslos und sinnfrei pendelten, wurde immerhin in ihren Grundzügen übernommen, darüber hinaus aber deutlich dem Kurzweil-Verständnis der Neuzeit angeglichen. So wurde etwa Andromeda, die vor 30 Jahren noch die weibliche Hauptrolle innehatte, kurzerhand zu einer Randfigur des Geschehens degradiert und durch die tough-geheimnisvolle Io (Gemma Arterton) ersetzt, eine gänzlich neue Person. Ein weiteres Beispiel sei Acrisios’ Tochter, die im Remake die Stelle seiner Frau einnehmen durfte. Am auffälligsten dürfte aber die Tatsache sein, dass Perseus ein komplett neues Motiv für seine gefährliche Reise spendiert bekam und nun auch mutig gegen seinen göttlichen Vater rebellieren durfte.

Es ist demnach eine recht einfache Rechnung, die erstaunlich gut aufgegangen ist: Die Neuauflage hat aus dem filmischen Vorbild all das extrahiert, was ein größtmögliches Potenzial versprach, addierte ein paar neue Faktoren und kam so in der Summe auf ein actionreiches Spektakel, das trotz seiner uralten Geschichte des neuen Jahrtausends würdig ist. Zu keinem Zeitpunkt versucht der Film, so etwas wie dramaturgische Tiefe zu heucheln, sondern verlässt sich einzig auf seine wahre Stärke: mit ein wenig Selbstironie, einer Prise modernstem Trash, viel Humor und noch mehr bildgewaltigem Krawall aufzutrumpfen, ohne sich dabei wirklich ernst zu nehmen. Kurzum: Louis Leterriers "KAMPF DER TITANEN" ist nicht mehr, aber auch keinesfalls weniger als höchst unterhaltsames Popcorn-Kino, das aus diesem Umstand überhaupt keinen Hehl macht.

Auch interessant: "Zorn der Titanen" (2012)

Eine Rezension von Nicole Goldstein und Stefan Rackow
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Daten zum Film
Kampf der Titanen (2010) USA 2010
(Clash of the Titans)
Regie Louis Leterrier Drehbuch Travis Beacham, Phil Hay & Matt Manfredi
Produktion Dale Alexander Carnegie, William Fay, Jon Jashni, Thomas Tull (Warner Bros. Pictures, Legendary Pictures u.a.) Kamera Peter Menzies Jr.
Darsteller Sam Worthington, Ralph Fiennes, Gemma Arterton, Liam Neeson, Mads Mikkelsen, Liam Cunningham, Nicholas Hoult, Pete Postlethwaite, Alexa Davalos, Jason Flemyng, Hans Matheson, Ashraf Barhom, Mouloud Achour, Natalia Vodianova, Ross Mullan, Robin Berry, Graham Hughes, Luke Evans, Elizabeth McGovern, Vincent Regan, Polly Walker
Länge ca. 102 Min. FSK 12
http://clash-of-the-titans.warnerbros.com/
Filmmusik Ramin Djawadi
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