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The Beast of Bray Road

The Beast of Bray Road

Ein Film von Leigh Scott

Es ist groß. Es ist haarig. Es hat eine furchtbare Frisur. Und es sorgt für faszinierendes Grauen. Nein, die Rede ist nicht von David Hasselhoff. Der hatte einen hellen Moment und hielt sich clevererweise vom vorliegenden Streifen fern. Gemeint ist vielmehr jene Kreatur, die weithin als Werwolf bekannt ist. Unzählige Legenden ranken sich um dieses Wesen und mindestens ebenso viele Filme von mehr oder weniger pädagogischem Wert haben seit der Erfindung des Kinematographen das Licht der (Heim-)Kinowelt erblickt. Eine der zahlreichen lokalen Varianten des Mythos ist bekannt als die Legende vom „Beast of Bray Road“, einer Kreatur beheimatet in einem Städtchen im U.S.-Bundesstaat Wisconsin, die mal als Bigfoot, mal als Bär-ähnlich und mal eben als Werwolf beschrieben wird. Wenn sich die Berichte über ihr Aussehen auch unterscheiden mögen, so sind sie sich doch in einem einig: die Kreatur sei blutrünstig und überaus gefährlich. Und damit erweist sie sich als ideale Inspiration für die folgende Geschichte aus dem Hause The Asylum:

Nach einem Abend in einer Bar entzieht sich die hübsche Gretchen den Annäherungsversuchen ihres Begleiters und macht sich lieber allein auf den Heimweg, während der Rest ihrer Partytruppe Sperrstunden-gebunden das Feiern an einen anderen Platz verlegt. Unterwegs streikt jedoch ihr Wagen, und während sie auf die rettende Idee oder ein vorbeifahrendes Auto wartet, wird sie von einer monströsen Kreatur angegriffen und ward nicht mehr ges
ehen.

Am nächsten Morgen wird ihr Auto einsam und verlassen am Straßenrand gefunden. Der coole, Kaugummi-kauende Kleinstadt-Officer Phil Jenkins ist der Einzige, der die Blutspuren am Auto bemerkt und die Möglichkeit eines Verbrechens in Betracht zieht. Auf seiner Suche nach der Wahrheit wird er immer wieder von ignoranten Kollegen, die mehr an der nächsten Rippchen-Mahlzeit als an der Aufklärung eines Falles interessiert sind, von Ehefrau-verprügelnden Hinterwäldlern und von überschminkten Bar-Bunnys abgelenkt, doch wie es sich für einen richtigen Hüter des Gesetzes gehört, gibt er nicht auf. Sogar an seinem freien Tag zieht es ihn in die Polizeistation. Und dort erwarten ihn beunruhigende Berichte über getötetes Vieh und ein Monster, das diversen Ortsansässigen über Nacht einen Besuch abgestattet hat. Während Jenkins sich der weiteren Untersuchung der Gerüchte widmet, wittern seine Kollegen Dennis Snarski (kein weiterer Kommentar nötig) und Pamela Fitske, die zufällig auch die Bürgermeisterin des Ortes ist, die Chance, scharenweise Geldesel – auch bekannt als Touristen – in die Gegend zu locken. „Wir verkaufen statt Jagdlizenzen für 10 lumpige Dollar nämlich jetzt Werwolf-Jagdlizenzen für 50!“ lautet die kongeniale Idee. Wenn das bei der nächsten Bürgermeisterwahl mal nicht einen Erdrutschsieg garantiert…

Jenkins trifft unterdessen auf Quinn McKenzie, den Kryptozoologen, der hofft, die örtlichen Geschehnisse für seine Doktorarbeit aufarbeiten zu können. Natürlich ist der pflichtbewusste Officer von diesem weiteren Störenfried in der Stadt erst mal wenig begeistert. Doch als ein paar Wanderer den Kopf der armen Gretchen in den Büschen entdecken und damit schließlich auch der Rest der Polizeifraktion den Ernst der Lage begreift, erweist sich das Fachwissen des Monsterjägers doch als zumindest ansatzweise hilfreich für die Suche nach dem Übeltäter. Auch wenn Jenkins immer noch an seinem gesunden Menschenverstand festhält und als Einziger das Wort „Werwolf“ strikt ablehnt, schließt er sich mit dem Kryptozoologen zusammen. Und zwischen Bar-Schlägereien, Flirtattacken und gelegentlicher Huldigung der wunderbaren Erfindung genannt Alkohol kann die Jagd nach dem vielleicht-Werwolf-vielleicht-hungriger-Koyote nun endlich richtig beginnen…

Was halten wir also von dieser Geschichte? Nun, es gab schon sehr viel schlechtere sogenannte Drehbuchvorlagen, aber loben können wir das vorliegende Werk nun wirklich nicht. Gerade in Sachen dusseliger Dialoge beweist Drehbuchautor und Regisseur Leigh Scott ("Frankenstein Reborn") ungeahnte Kreativität und zeichnet neue Tiefpunkte in der auf Zelluloid gebannten Poesie der menschlichen Sprache nach. Glücklicherweise wird zumindest im schlecht abgemischten O-Ton Vieles von der zugegeben auch nicht viel besseren musikalischen Untermalung übertönt. Aber nein, an dieser Stelle soll nicht alles aufgezählt werden, was an diesem Film misslungen ist, denn nach einer gewissen Anzahl Monster-B-Movies beginnt eine solche Liste unweigerlich, sich zu wiederholen. Sagen wir nur soviel: "THE BEAST OF BRAY ROAD" hält sich an die meisten Genre-Konventionen und zelebriert sie mit Genuss. Einzig Hauptdarsteller Jeff Denton ("King of the Lost World") und Blickfang Sarah Lieving ("Mega Shark vs Crocosaurus") ziehen diese Erfolgsbilanz runter, indem sie als tapferer Lone Ranger und resolute Barkeeperin tatsächlich einen gewissen Anflug von Schauspiel-Qualitäten beweisen und damit das Gesamtbild ruinieren.

Eines muss man den Machern zugestehen: sie verstehen was von Selbstironie. Da baut man den Film auf einer lokal tatsächlich verbreiteten Legende auf (und leitet den Abspann mit den Worten „This Film is dedicated to the Great State of Wisconsin“ ein), und schon kann man ihm ungeniert das „basierend auf einer wahren Geschichte“-Label aufdrücken. „No werewolves were hurt during the production of this screenplay.“ heißt es schließlich Asylum-typisch. War ja alles nicht so ernst gemeint. Wissen wir doch! Und trotzdem: normalerweise bietet ein Filmchen aus der berühmt-berüchtigten „Mockbuster“-Schmiede mehr Grund zur Heiterkeit. Leigh Scotts "THE BEAST OF BRAY ROAD" ist leider einer der weniger lustigen schlechten Streifen. Anders als in so mancher gelungener Film-Gurke macht es hier mehr Spaß, den Film schlecht zu reden, als ihn anzusehen. Miese Horrorfilme sind eben doch nicht alle gleich, variieren in Sachen Trash und Spaß-Faktor. Aber enden tun sie zumindest im Falle von The Asylum immer auf die selbe Art und Weise. Nämlich mit erhobenem Zeigefinger, einem Augenzwinkern und einem gut gemeinten Rat: „Why are you still reading this? Go back to the video store and rent another Asylum film. You know you want to.” Nun, dieses eine Mal ist sich die Rezensentin da nicht mehr ganz so sicher…

Eine Rezension von Nicole Goldstein
(10. Januar 2011)
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Daten zum Film
The Beast of Bray Road USA 2005
(The Beast of Bray Road)
Regie Leigh Scott Drehbuch Leigh Scott
Produktion David Michael Latt, David Rimawi, Sherri Strain (The Asylum) Kamera Steve Parker
Darsteller Jeff Denton, Thomas Downey, Sarah Lieving, Noel Thurman, Matt Kawczynski, Tom Nagel, Joel Hebner
Länge ca. 81 Min. FSK 18
Filmmusik Mel Lewis
Kommentare zu dieser Kritik
Damocles TEAM sagte am 11.01.2011 um 15:55 Uhr

Leigh Scott ist schon sehr interessant.

Der Typ war ja mal Haus-und-Hof-Regisser von The Asylum, hat jetzt eine eigene Produktionfirma die aber auch nur Schotter raushaut.

Andererseits dreht er momentan The Witches of Oz.
"The Witches of Oz follows the exploits of the grown Dorothy Gale, now a successful children's book author, as she moves from Kansas to present day New York City. Dorothy quickly learns that her popular books are based on repressed childhood memories, and that the wonders of Oz are very, very real. When the Wicked Witch of the West shows up in Times Square, Dorothy must find the inner courage to stop her."

Ein recht beeindruckender Cast mit Christopher Lloyd, Sean Astin, Mia Sara, Billy Boyd, Lance Henriksen und Jeffrey Combs.

Und erste Bilder und Teaser sehen wirklich gut aus:
http://www.followtheyellowbrickroad.com/EXCLUSIVECONTENT.html

Ich bin ja gespannt, was das wird. Hat der Herr vielleicht doch Talent?
Renee TEAM sagte am 11.01.2011 um 16:22 Uhr

Ich bin ebenfalls sehr gespannt auf "THE WITCHES OF OZ". Was ich bisher gehört und gesehen habe, macht schon neugierig. Allerdings bewahre ich mir nach "THE BEAST OF BRAY ROAD" eine gesunde Portion Skepsis. Sich positiv überraschen lassen macht mehr Spaß, als enttäuscht zu werden.

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