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Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe

Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe

Ein Film von Leander Haußmann

"Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe" ist ein bunter und skurriler Film voller kreativer Ideen, die er leider nicht alle richtig zusammen bringt, sich aber zur rechten Zeit immer wieder auf seinen Kern und sein Herz, nämlich die Liebesgeschichte, besinnt zu der Element of Crime einen superben Soundtrack spielen. Am Ende biegt er irgendwie alles so hin, dass man befriedigter entlassen wird, als man sich zuvor 90 Minuten lang gefühlt hat.

Aber alles der Reihe nach. Robert Zimmermann (Tom Schilling) ist Computerspieldesigner und lebt seit 25 Jahren damit, dass ihm jeder sagt, er trage Bob Dylans bürgerliche Namen. Er bastelt gerade an einem Ego-Shooter, der leider an der coolsten Stelle noch eine wenig hängt. Deshalb muss das eilig repariert werden, denn eine chinesische Firma will das Spiel kaufen und sein Chef ist deshalb nervös und dementsprechend nervend. Kurz vor einem Geschäftstermin patzt ihm sein tollpatschiger Mitbewohner (der sich mit der Liebe nicht auskennt und deshalb regelmäßig Kontaktanzeigen aufgibt) Ketchup auf den neuen Anzug und Robert muss in die Schnellreinigung. Dort arbeitet Monika (Maruschka Detmers) und als Robert sie sieht ist um ihn geschehen. Er verliebt sich auf den ersten Blick. Dass Monika gut 20 Jahre älter ist als er und seine Mutter sie könnte, berührt Robert gar nicht. Er weiß, sie ist atemberaubend und wunderschön und er liebt sie.
Robert Zimmermann wundert sich über die LiebeRobert Zimmermann wundert sich über die LiebeRobert Zimmermann wundert sich über die Liebe
Doch wo er sich Hals über Kopf in die Liebe stürzt, geht sie zuerst auf Distanz. Der Alterunterschied lässt sie zögern und außerdem hat sie einen pubertierenden Sohn auf den sie achten muss. Bald aber findet sie Gefallen an dem jungen Mann, der sich mit Händen und Füßen um sie bemüht. Nur hat Robert auch diverse andere Baustellen. Sein schon erwähnter nervöser Chef, die plötzliche Trennung seiner Eltern, seine lesbische Schwester, die sich von einem Freund "aushelfen" lässt, weil sie ja von ihrer Freundin kein Kind bekommen kann und eine Ex-Freundin (Julia Dietze), die über die Abfuhr wegen einer Älteren nicht erfreut ist und natürlich gehörig dazwischenfunkt. Alles Dinge um die sich Robert nicht so richtig kümmern kann, denn er will nur Monika.

All diese Handlungsstränge werden von Haußmann als eigene Welten inszeniert, in und zwischen denen Robert sich bewegt, ohne in einer fehl am Platze zu sein, aber auch ohne so wirklich in eine hineinzupassen. Die Computerspieldesigner und damit auch Roberts Apartment bewegen sich in einem eher kargen Szenenbild mit den Farben weiß, grau und etwa schwarz. Monikas Schnellreinigung, Wohnung und Kleidung dagegen ist bunt, in warmen Farben und proppenvoll mit Gegenständen. Ihre Welt könnte auch Wes Andersons Kopf entsprungen sein. Die Eltern wiederum leben in einer alten, noblen Villa, in der zwar alles glänzt aber auch die Langweile eingezogen ist.

In diese skurrile Szenerie passt ein Cameoauftritt von Art Garfunkels Sohn James ebenso hinein wie die romantisch-tänzelnde Musik von Element of Crime mit Sven Regeners leicht verqueren Texten. Es verleiht dem Film eine schöne Leichtigkeit und funktioniert vor allem in den Sequenzen mit Robert und Monika wunderbar. Die Liebesgeschichte, die Haußmann traum- und märchenhaft gestaltet, gelingt ihm auch am besten. Tom Schilling als verliebter, etwas tollpatschiger Jüngling, der seine Gefühle und seine Zuneigung kaum unter Kontrolle halten kann und regelmäßig im unpassendsten Moment damit herausplatzt, ist unendlich sympathisch und oft zum Schreien komisch. Maruschka Detmers versprüht Charme und Sinnlichkeit allein durch ihren Blick und es besteht kein Zweifel warum Robert sich in sie verliebt. Da wundert man sich dann auch weder über eine bollywoodeske Sixties-Flowerpower Tanzeinlage noch über das klassische Ständchen im Regen vorm Balkon.
Robert Zimmermann wundert sich über die LiebeRobert Zimmermann wundert sich über die LiebeRobert Zimmermann wundert sich über die Liebe
Die Welt der Computerspieldesigner funktioniert zumindest als bewußter, krasser Gegensatz, mit sein kalten Farben, seinen stressigen Figuren und der Dauerbeschallung durch Ego-Shooter Sounds (Maschinengewehrgeballer und Schreie), trotzdem will man eigentlich immer mehr von Robert und Monika sehen. Am schlimmsten daneben geht der Strang um Roberts Familie, der allerdings mit Trennung der Eltern, Schwangerschaft und Fehlgeburt das größte emotionale Gewicht trägt. Überhaut sind Fehlgeburten im solchen Filmen selten eine gute Idee, denn wie soll man danach die Kurve zur Leichtigkeit wieder kriegen? Cameron Crowe ist in "Singles" auch darüber gestolpert, hier hat das Ganze einzig die Funktion zwei Figuren wieder zusammen zu führen, danach wird nicht mehr darüber geredet - eine weise Entscheidung.

Immer wieder kommen natürlich die Hinweise auf Bob Dylan, sowie auf "Die Reifeprüfung", was allerdings nicht nötig gewesen wäre, denn die beiden Film haben sehr wenig miteinander zu tun. Das große Thema dieses Films ist die Liebe. Haußmann zeigt uns eine Menge Spielarten der Liebe und fügt so auch am Ende alles doch noch zusammen, was eine Gratulation verdient.

Es sind also das Ende und die beiden Hauptdarsteller, die einen "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe" mögen und weiterempfehlen lassen. Und wer sich auf der DVD dann noch das üppige Bonusmaterial ansieht (die üblichen Interviews und Making-Ofs, aber auch ein eventuell nicht ganz ernst gemeintes Regieseminar von Leander Haußmann) kann dem Film ohnehin nicht mehr böse sein.

Eine Rezension von Chris S.
(02. April 2009)
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Daten zum Film
Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe Deutschland 2008
Regie Leander Haußmann Drehbuch Gernot Gricksch
Produktion Claus Boje, Detlev Buck, Sonja Schmitt, Jeanette Würl Kamera Jana Marsik
Darsteller Tom Schilling, Maruschka Detmers, Julia Dietze
Länge 102 min. FSK
Filmmusik Element of Crime
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