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Bait - Haie im Supermarkt

Bait - Haie im Supermarkt

Ein Film von Kimble Rendall


HAI-NOON IN AUSTRALIEN. Dass man beim alljährlich praktizierten Sommerschlussverkauf / Sale mitunter einen guten Fang machen kann, wissen Schnäppchenjäger nur zu gut. Zu dumm nur, wenn plötzlich ein kleiner australischer Film daherkommt und dieses Statement allzu wörtlich nimmt. Denn in "BAIT", der noch den vielsagenderen Untertitel Haie im Supermarkt trägt, übernehmen fischige Beißer das Terror-am-Grabbeltisch-Ruder und lassen kurzerhand den zahlenden Kunden zum Schnäppchen des Tages werden.


Stille Wasser sind ja bekanntlich tief und beherbergen meist mehr Gefahren, als unsereins glauben mag. Doch seit Steven Spielbergs "Der weiße Hai" [1975], der etliche Nachahmer an Land zog, ist das Grauen aus der Tiefe längst nicht mehr derart spannungsfördernd wie anno dazumal. Die ikonische Heckflosse, bedeutungsschwangere Kamerafahrten aus der Haiperspektive, ahnungslose Schwimmer im seichten, sicher geglaubten Gewässer – man hat es schlichtweg zu häufig gesehen, als dass damit noch wohlige Schauer evoziert werden könnten. Insofern kann man "BAIT" schon einmal hinsichtlich einer Sache keinen Vorwurf machen, nämlich der, dass er nicht ernstlich darum bemüht wäre, eine an sich ausgelutschte Prämisse in ein neues, weil innovativ-abstruses Konzept zu kleiden.


So bricht der Horror im vorliegenden Film gleich in zweierlei Weise über die kalt erwischten
Menschen herein. Zum einen wird die Stadt durch einen Tsunami fast vollständig zerstört; zum anderen sorgt dieser mit seinen Wassermassen dafür, dass ungeliebte Gäste in Form von zwei riesigen weißen Haien in ein geflutetes Einkaufszentrum gelangen und den dort sowieso schon um ihr Leben kämpfenden Menschen den ungewollten Aufenthalt noch ein wenig spannender gestalten. Einfälle muss man haben. Und ob man's nun glaubt oder nicht: Bis zu einem gewissen Punkt geht die gewagte Rechnung, einen Hai-Film der etwas anderen Art zu präsentieren, durchaus auf und lässt wiederholt die gute Idee hinter dem vermeintlich doofen Untertitel erkennen. Nur verfällt der eigentlich recht spaßige Film demgegenüber leider allzu oft und völlig unnötig in altbekannte Klischees, die den Free-Willy-Sprung über das Mittelmaß letztlich verhindern und "BAIT" stattdessen eine schmerzliche Bauchlandung spendieren, die unsereins nach den ersten noch recht verheißungsvollen Minuten so nicht erwartet hätte.


Ja, richtig gehört: Der schon vom Titel her trashig anmutende "BAIT" ist so doof nicht und wieder einmal ein mehr oder minder gelungenes Paradespiel dafür, dass einen der äußere, nicht unbedingt von Vorurteilen freie Schein gehörig täuschen kann. Denn der wilde Mix aus Katastrophenthriller, klaustrophobischem Kammerspiel und Hai-Schocker passt erstaunlicherweise besser zusammen als so manche Paarung der letzten Zeit und sieht sich freundlicherweise gar nicht erst dazu bemüßigt, den tierischen Horror noch durch diverse kranke Genpool-Mischungen aufzupeppen, die jeden Biologen in blankes Entsetzen versetzen würden. Hier sind die Haie einfach nur normale Haie. Punkt. Agressiv-hungrig zwar, aber ansonsten frei von jedweden Kreuzungen, wie sie sich sonst auch nur ein überkreativer und unter Zeitdruck arbeitender Drehbuchautor ausdenken kann. Der Tsunami als Ursache und die anschließenden Supermarkt-Hai-Attacken als blutige Wirkung stehen als Plot-Elemente jeweils für sich und bringen einen gesunden Anteil Realismus ins kurzbeißige Geschehen, der glücklicherweise meilenweit von den filmischen Untiefen respektive kreativen Höhenflügen eines "Sharknado" [2013] entfernt ist. Na, geht doch.


Zudem sind die verwendeten Computeranimationen teils erstaunlich gut gelungen, was im Low-Budget-B-Horror-Bereich erfahrungsgemäß keinesfalls selbstverständlich ist. Gerade die unzähligen Wasserspiegelungen auf den ordentlich animierten CGI-Haien, die bedrohlich um ihre festsitzende Beute kreisen, wurden richtig gut umgesetzt und lassen über den ein oder anderen missglückten Shot (von der leider völlig vergurkten Kamerafahrt am Ende einmal abgesehen) wohlwollend hinwegsehen. Man ist ja kein Unmensch. Womit wir auch schon beim nächsten Stichwort wären. Denn als wären Haie nicht schon genug Anlass zur Sorge, findet sich auch noch ein waschechter Gangster unter den eingeschlossenen Menschen, dessen eigentlicher Plan nunmehr gehörig ins Wasser gefallen ist. Hier verspielt der Film leider schon eine gehörige Menge an Potential, wenn sich der von "Nip/Tuck"-Star Julian McMahon verkörperte Bösewicht allzu schnell zum Gutmensch wandelt und seine eigentliche Intention auf den Boden der verschenkten Möglichkeiten sinken lässt. Man kennt das ja: Plötzlich müssen natürlich alle Verbliebenen zusammenhalten, menschliche Opfer gebracht und der Haiplage schnellstmöglich der Garaus gemacht werden. Der geneigte Zuschauer weiß ab diesem Zeitpunkt freilich schon längst, wie hier der Hai schwimmt. So sieht sie also aus, des Genre-Standards fette Beute.


Und hier liegt dann auch der Hauptkritikpunkt des Films, der ihn letztlich allzu knapp unter dem Durchschnitt platziert: Außer der Ausgangslage ist nämlich nichts wirklich neu an "BAIT - HAIE IM SUPERMARKT", der sich ansonsten ungeniert an dem festbeißt, was spaßige Trash-Monster vom Schlage eines "Deep Blue Sea" [1999] und Konsorten schon vor Jahren ausmachte. So geben sich kreischende Blondchen, denen ihre Schuhe wichtiger als ihr Leben zu sein scheinen, ein abermals illustres Stelldichein mit den üblichen Spontanhelden, die in bester John-Woo-Gedenk-Zeitlupe sowohl über sich als auch jeden Logikanspruch hinauswachsen, um den zwei Haien Feuer zwischen den Kiemen zu machen (sich geradezu aufdrängende Frage: Warum nicht gleich so?!). Wem das alleine für einen vergnüglichen DVD-Abend mit Freunden und Verpflegung reicht, dem sei dieser durchaus partytaugliche Film wohlwollend ans Herz gelegt. Alle anderen sollten jedoch zumindest eines ihrer aufmerksamen Augen zudrücken, um das gelegentlich aufblitzende Potential inmitten der dargebotenen Standard-Kost entsprechend würdigen zu können. Ein Fazit, das ausnahmsweise nicht nur als Warnung, sondern zugleich auch als Empfehlung zu verstehen ist, was ja, sind wir ehrlich, nicht allzu häufig geschieht.


Fazit: Nicht ausschließlich Fisch noch vorwiegend Fleisch: Der in Anbetracht des geringen Budgets zum Teil recht ordentlich getrickste "BAIT - HAIE IM SUPERMARKT" bemüht sich anfangs noch nach Leibeskräften, nicht zur herkömmlich-trivialen Hai-Schlachtplatte zu verkommen. Nur leider verfällt der Hai-Schocker danach zusehends in altbekannte Muster und bis zum Knochen abgekaute Klischees, die vorgenanntes Bestreben genüsslich in der Luft zerreißen. Alles beim Alten, also. Übrig bleibt somit lediglich ein weiterer harmloser Reißer von der Stange. Ein Schelm, wer hierin eine gut versteckte Allegorie auf den sich alltäglich repetierenden Wahnsinn beim Ladenschluss zu erkennen vermag...


Eine Rezension von Stefan Rackow
(03. August 2013)
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Daten zum Film
Bait - Haie im Supermarkt Australien, China 2012
(Bait)
Regie Kimble Rendall Drehbuch Shayne Armstrong, Duncan Kennedy, John Kim, Shane Krause, Justin Monjo, Russell Mulcahy
Produktion Bait Productions / Media Development Authority (MDA) / Pictures in Paradise / Blackmagic Design Films / Blackmagic Design / Story Bridge Films Kamera Ross Emery
Darsteller Alex Russell, Phoebe Tonkin, Xavier Samuel, Julian McMahon, Sharni Vinson, Cariba Heine, Alice Parkinson, Richard Brancatisano, Chris Betts, u.a.
Länge 90 Minuten FSK ab 16 Jahren
Filmmusik Joe Ng, Alex Oh
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