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Star Trek: Beyond

Star Trek: Beyond

Ein Film von Justin Lin


IM ALL GIBT ES KEIN TEMPOLIMIT


„Let`s make some noise!“, sagt Captain Kirk (Chris Pine) an einer bezeichnenden Stelle des Films und bringt damit die im Vorfeld der Produktion aufgekommenen Kontroversen gekonnt auf den Punkt. Ja, der von Justin Lin als Regisseur verantwortete aktuelle Teil im 2009 neugestarteten Star Trek-Universum ist laut, quasi ein „Fast and Furious“ im Weltall, was an einer Stelle des Films sogar leicht ironisiert auf die Spitze getrieben wird. Genügt dies jedoch, um den Film ungesehen schlecht zu reden? Für manch einen vielleicht. Doch das Endprodukt ist mitnichten ein filmischer Totalausfall, sondern kommt vielmehr erstaunlich solide daher und präsentiert beste Sci-Fi-Blockbuster-Unterhaltung unter dem (3D-)Deckmantel des altehrwürdigen Star Trek-Franchise. Ein Überflieger gelingt aber zum nunmehr 50-jährigen Jubiläum der kultigen Original-Serie wiederholt nicht.


Bringt die Zahl 13 wirklich Unglück? Fakt ist: Die Produktionsgeschichte von „STAR TREK: BEYOND“, dem offiziell 13. Film der langlebigen Reihe, liest sich ähnlich turbulent wie das schlussendliche Treiben auf der Leinwand und bietet mit abgesprungenen Regisseuren (Roberto Orci) und einem zu überarbeitenden Drehbuch die volle Bandbreite dessen auf, was eine Hollywoodproduktion schon im früh
en Stadium unter keinem allzu guten Stern erscheinen lässt. Dass der Film letzten Endes dennoch so rund daherkommt, zeigt, mit wieviel Herzblut die Macher vor und hinter der Kamera bei der Sache waren. Gerade die Doppelbelastung von Simon Pegg, der diesmal nicht nur eine der Hauptrollen, sondern nach Ablehnung des ersten Entwurfs auch das Amt des kurzfristig aushelfenden Co-Drehbuchschreibers (mit Doug Jung) bekleidet, kann hier gar nicht hoch genug gewürdigt werden. Angesiedelt irgendwo zwischen Nerdgasm, Hommage und moderner Neuausrichtung gelingt Pegg und Jung das quasi Unmögliche, nämlich eine Geschichte zu erzählen, die den vielen Vorzeichen nach eigentlich niemals hätte erzählt werden dürfen.


Gut, dass sich heutzutage auch noch geirrt werden darf, weshalb wir 120 Minuten lang Zeuge sein dürfen, wie die Crew um Captain Kirk sich auf dem fremden Planeten Altamid wiederfindet, nachdem ihr Schiff in einen zerstörerischen Hinterhalt geraten ist. Ohne zu wissen, wer sie warum angegriffen hat, müssen die einzelnen Mitglieder der U.S.S. Enterprise sich zusammenzurotten, um gegen einen unbekannten Feind zu bestehen, der schon lange auf diesen einen besonderen Moment gewartet zu haben scheint.


Was folgt, sind perfekt getrickste Weltraumschlachten, Feuergefechte und leise Momente der Einkehr, in denen die handelnden Akteure kurz durchschnaufen und ihr Innenleben offenlegen dürfen. Wie in „Star Trek: Into Darkness“ [2013], der zuvor abseits aller Unzulänglichkeiten mit ungeahnter Ernsthaftigkeit und Düsternis von menschlichen Dramen und gebrochenen Helden zu berichten wusste, gelingt dies nun ebenfalls mal mehr, mal weniger gut, lässt dem terrestrischen Stelldichein der Seltsamkeiten aber zumindest immer in genau den richtigen Augenblicken ein gesundes Maß an Erdung zuteilwerden. Und so geraten jene Szenen, in denen der familiäre Zusammenhalt und der Lohn der Freundschaft zelebriert werden, zu teils bittersüßen Momentaufnahmen eines trickreichen Blockbusters, die die traurige Realität in Form des kürzlich tragisch ums Leben gekommenen Chekow-Darstellers Anton Yelchin jedoch nur bedingt überspielen können (so wie der bereits im Februar 2015 verstorbene Ur-Spock-Darsteller Leonard Nimoy erhielt auch Yelchin am Ende dieses Films eine Widmung als letzte, rührende Ehre: For Anton).


Ansonsten überwiegt das bloße Spektakel, das in einer denkwürdigen Sequenz schon einmal die Musik der Beastie Boys bemüht oder Kirk auf ein altes Motorrad (!) umsatteln lässt, um die wohl kurioseste Sci-Fi-Action der jüngsten Vergangenheit einzuleiten. Klingt unpassend, wird von Regisseur Lin und seiner Crew aber derart cool im augenzwinkernden Fast & Furious-Modus inszeniert, dass man nicht weiß, ob man im einen Moment den Kopf schütteln oder doch lieber innerlich applaudieren sollte. „STAR TREK: BEYOND“ ist somit der lebende Beweis dafür, dass ein gesundes Maß an atmosphärischer Dichte und ausgewogener Action selbst Unsinn stilvoll aussehen lassen kann. Der etwas unlogische Showdown, in dem erst alles absolut unheilvoll, dann aber plötzlich doch nicht mehr so schlimm ist, gepaart mit dem etwas blass bleibenden Bösewicht und seiner rasch abgespulten Motivation, gerät hingegen nichtsdestotrotz zu einem kleinen Ärgernis, das sich allzu effekthascherisch präsentiert. Und das will in einem hochbudgetierten Film, der von Natur aus mit sehr opulenten Schauwerten aufwartet, natürlich schon was heißen.


Weitaus positiver hervorzuheben sei dann noch, dass sich eine Nebendarstellerin zwischenzeitlich als klare Szenendiebin erweist und mit Charme, Schlagfertigkeit und Durchsetzungsvermögen ihre Frau steht: Sofia Boutella. Die 34-jährige algerische Tänzerin (Hip-Hop und Breakdance) und Schauspielerin überzeugt als Außerirdische Jaylah, die nicht nur die Crew der Enterprise hier und da nachhaltig zu überraschen weiß. Definitiv eine gelungene Besetzung in Sachen Frauen-Power, von der wir in Zukunft gerne mehr sehen wollen. 2017 spielt sie in „The Mummy“ an der Seite von Tom Cruise erst einmal die titelgebende Mullbinden-Trägerin. Und wir halten bis hierhin zufrieden fest: Auch wenn die Dramaturgie angesichts des Action-Überflusses dann und wann etwas auf der Strecke und der Bösewicht trotz Starpower wenig memorabel bleibt, war die Flotte der Sternenflotte im Ergebnis noch nie flotter unterwegs als hier. Denn Justin Lins „STAR TREK: BEYOND“ ist gerade in der ersten Hälfte ein krachend-atemloser, unterhaltsamer Blockbuster, der kontinuierlich von Schauwert zu Schauwert warpt, die Charakterzeichnung dabei aber nicht aus den reizüberfluteten Augen verliert. Diese Reise geht sicherlich weiter.


Fazit: Sehr solide Weltraum-Action mit minimalem Nostalgie-Faktor, die sich gekonnt ins Jahr 2016 beamt. Macht Laune und gerade optisch allerhand her.


Diese Rezension basiert auf der nachkonvertierten 3D-OV-Fassung des Films, deren Dreidimensionalität aufgrund etlicher dunkler Szenen aber zwischenzeitlich völlig verpufft. Ein wirklicher Mehrwert wird hier somit nicht geboten.

Cover: © Paramount Pictures



Eine Rezension von Stefan Rackow
(21. Juli 2016)
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Daten zum Film
Star Trek: Beyond USA 2016
(Star Trek Beyond)
Regie Justin Lin Drehbuch Simon Pegg, Doug Jung Erster Drehbuchentwurf Roberto Orci, Patrick McKay, John D. Payne
Produktion Paramount Pictures / Bad Robot / Perfect Storm Entertainment / Skydance Productions / Sneaky Shark Kamera Stephen F. Windon
Darsteller Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban, Zoe Saldana, Simon Pegg, John Cho, Anton Yelchin, Idris Elba, Sofia Boutella, Joe Taslim, Lydia Wilson, Deep Roy, Melissa Roxburgh, Anita Brown, Doug Jung, Danny Pudi, Kim Kold, Fraser Aitcheson, Matthew MacCaull, Emy Aneke, Shôichirô Masumoto, Greg Grunberg, u.a.
Länge 120 Minuten FSK ab 12 Jahren
http://www.startrekmovie.com/
Filmmusik Michael Giacchino Titelsong gesungen von Rihanna
Bundesweiter Kinostart: 21.07.2016
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