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Fast & Furious

Fast & Furious

Ein Film von Justin Lin

von Asokan Nirmalarajah

Wenn etablierte Filmstars nach einer längeren Pause zu den Kinoerfolgsserien zurückkehren, die ihren Ruhm begründet haben, dann gibt es grundsätzlich immer zwei Versionen derselben Geschichte zu erzählen. Die erste, offizielle Version findet sich für gewöhnlich in den Presseheften des Verleihs und hört sich immer gleich an: Die Realisierung der Fortsetzung scheiterte bislang lediglich an einem guten Drehbuch, das alle Beteiligten gleichermaßen zufrieden stellte. Die zweite, inoffizielle Version lässt sich oft aus den Karrieren der Hauptdarsteller ableiten: Eine Reihe kommerzieller Misserfolge begünstigte die plötzliche Rückbesinnung des namhaften Stars auf die Rolle, die seiner Karriere überhaupt ihren Höhenflug ermöglichte, ganz gleich wie hastig zusammengekleistert der Film und wie einfallslos das dem zugrunde liegende Drehbuch auch wirken mag. Nach den Leinwandikonen Mel Gibson (Lethal Weapon 4, 1998), Arnold Schwarzenegger (Terminator 3: Rise of the Machines, 2003), Bruce Willis (Live Free or Die Hard, 2007), Sylvester Stallone (Rocky Balboa, 2006, und Rambo, 2008) und Harrison Ford (Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull, 2008) besinnt sich auch Vin Diesel seiner Wurzeln und kehrt mit Fast & Furious (2009) zu dem Film-Franchise zurück, durch den er
als neuer Hollywood-leading man erstmals Milliongagen verlangen konnte.
Fast & FuriousFast & FuriousFast & Furious
Als ungemein charismatischer Hauptdarsteller des Überraschungshits The Fast and the Furious (2001) berühmt geworden, verzichtete Diesel zunächst auf die Teilnahme an der ersten Fortsetzung 2 Fast 2 Furious (2003), um sich seinen zwei anderen Film-Franchises zu widmen. Doch sowohl xXx (2002) als auch The Chronicles of Riddick (2004) blieben weit hinter den kommerziellen Erwartungen zurück. Nach einem netten kleinen Kurzauftritt im kaum beachteten dritten Teil The Fast and the Furious: Tokyo Drift (2006) tritt er im nunmehr vierten Film der Actionfilmreihe (Teil 5 und 6 sollen angeblich schon in Planung sein) wieder als Protagonist auf. Und siehe da: Während Tokyo Drift sang- und klanglos in der Videothek verloren ging, hat Fast & Furious weltweit bereits über 200 Millionen Dollar eingespielt und Diesels in letzter Zeit schwächelnden Karriere (siehe Babylon, A.D., 2008) den mehr als notwendigen Aufschub gegeben. Merke: Never change a winning team.

Das dachte sich wohl auch Erfolgsproduzent Neal H. Moritz, der die vier Hauptdarsteller des Originals zusammentrommelte, um eine Fortsetzung zu machen, die die Ereignisse des zweiten Teils weitestgehend ignoriert und sich zeitlich vor dem dritten Teil verortet. Die Handlung ist ebenso schnell erzählt wie vergessen: Der Mord an einer gemeinsamen Freundin führt die einstigen Freunde/Feinde Dominic Toretto (Vin Diesel), einen ehemaligen Lastwagenräuber, und Brian O’Conner (Paul Walker), einen unorthodoxen FBI-Agenten, wieder zusammen. Gemeinsam schleusen sie sich als besonders schnell fahrende Drogenkuriere in die Bande eines Drogenbarons ein, um an dem Mörder ihrer Freundin Rache zu üben. In diesen Rachefeldzug involviert sind auch Torettos Freundin Letty (Michelle Rodriguez) und seine Schwester Mia (Jordana Brewster), die früher mit Brian liiert war…
Fast & FuriousFast & FuriousFast & Furious
Was es mit der fraglichen Person auf sich hat, für die Toretto sein Leben aufs Spiel setzt, sei hier mal nicht verraten, um die einzige wirkliche Überraschung des Films nicht vorwegzunehmen. Leider findet sich diese Handlungsentwicklung, die Vin Diesel nach eigenen Aussagen dazu bewogen hat, wieder in der Filmserie mitzuspielen und sich sogar als Co-Produzent zu betätigen, bereits innerhalb der ersten zwanzig Minuten des Films. Der Rest des Films ist dann das, was man bislang immer von dieser Filmreihe erwarten durfte: aufgedonnerte Luxusautos, spärlich bekleidete Frauen, die sich in Zeitlupe zur Rap-Musik zwischen Edelkarosserien räkeln, rasant geschnittene Wettrennen und Verfolgungsjagden und reichlich homosoziales Geplänkel zwischen den zwei ungemein virilen Hauptdarstellern. Das Problem dabei ist nur: Der Rachefeldzug von Toretto ist im Vergleich zu den überraschend amüsanten, weil selbstironischen Vorläufern eine richtige Spaßbremse. The Fast and the Furious war nichts anderes als ein drolliges Drive-In-B-Movie für das 21. Jahrhundert. Der Film war ein halbernstes Remake eines halbernsten Hollywood-Thrillers namens Point Break (1991), in dem statt Banken raubenden Surfern Lastwagen raubende Automechaniker auftraten, die privat oft und gerne illegale Straßenrennen veranstalteten. Auch 2 Fast 2 Furious nahm die Absurdität ihrer Ausgangsprämisse eher zum Anlass, sich im sonnendurchflutetem Miami dem grellen Exzess von knappen Bikinis und glänzenden Oberarmmuskeln zu verschreiben.

Fast & Furious ist hingegen ein merkwürdig ernster, humorloser Langweiler, der das bewährte Erfolgsschema nicht variiert, sondern in einer sonderbar selbstwichtigen Ernsthaftigkeit versacken lässt. Auch die ermüdenden Rennszenen bleiben seltsam bleiern und zeigen dem Zuschauer wenig Neues oder Aufregendes, nur noch mehr und mehr Schnitte, die aber nicht wirklich als belebend zu bezeichnen sind. So muss der Zuschauer für anderthalb Stunden Vin Diesel dabei zuschauen, wie er betrübt in die Ecke starrt. Das ist auf Dauer extrem langweilig und gab es schon mal in dieser Form: Der Film hieß A Man Apart (2003) und war ein Flop. Hätte man ihn im Titel mit den Wörtern Fast und Furious geschmückt, hätte er sicherlich mehr Kasse gemacht.

That's the power of the movie franchise!

Eine Rezension von Asokan Nirmalarajah
(21. April 2009)
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Daten zum Film
Fast & Furious USA 2009
Regie Justin Lin Drehbuch Chris Morgan
Produktion Universal Pictures Kamera Amir M. Mokri
Darsteller Vin Diesel, Paul Walker, Michelle Rodriguez, Jordana Brewster, John Ortiz, Sheila Larken
Länge 107 FSK 12
http://www.fastandfuriousmovie.net/
Filmmusik Brian Tyler
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