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28 weeks later

28 weeks later

Ein Film von Juan Carlos Fresnadillo

28 Wochen, nachdem ein seltsames Virus in Großbritannien aufgetaucht ist und viele der Inselbewohner zuerst in blutrünstige Zombies verwandelt und anschließend dahingerafft hat, wird ein Teil von Englands Hauptstadt, „District One“, zur sauberen Zone erklärt und re-bevölkert. Betreut von amerikanischen NATO-Truppen und medizinischen Einheiten kehren geflohene Londoner zurück in ihre Heimat – unter ihnen auch Don, der glaubt, seine Frau Alice einst an die Zombies verloren zu haben, und dessen Kinder Andy und Tammy.
Um zu ihrem alten Haus zurück zu kehren, mogeln sich Andy und Tammy an den Soldaten vorbei und gelangen hinaus aus „District One“ und hinein in die noch verbotenen Zonen Londons, wo sie schließlich ihre todgeglaubte Mutter wiederfinden. Wie hat Alice überlebt? Der Schlüssel zu einer Antwort sind ihre unterschiedlich farbigen Augen; ein Merkmal, das auch Andy geerbt hat. Als Don seine Frau küsst und anschließend zum Zombie mutiert, ist klar, dass Alice zwar immun gegen das „Rage“-Virus war, selbst aber Überträgerin dessen ist.
Und so bricht die Krankheit wieder aus und zwingt Andy und Tammy zur erneuten Flucht…

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In Spannung und Schnelligkeit steht das Sequel dem ersten Teil „28 days later“ sicherlich in kaum etwas nach. Das liegt vor allem auch daran, dass die flüchtenden noch-nicht-Infizierten nicht nur einen Gegner haben. Da sind zwar auf der einen Seite die Zombies, die nun sogar tagsüber auf Beutezug gehen können, und von denen auch noch der mutierte Vater der Kids die Oberbestie schlechthin ist, hat er doch so eine gewisse Aversion gegen menschliche Augen (detaillierter will ich darauf an dieser Stelle nicht eingehen, um die Rezension möglichst jugendfrei zu halten). Auf der anderen Seite jedoch gibt es auch die Bestie Mensch, die sich hier als klarer Feind entpuppt. So bekommen schließlich die NATO-Soldaten den Auftrag, auf alles zu schießen, was sich bewegt, ohne Rücksicht auf vielleicht noch zu rettende Menschen. Diese unmenschlich erscheinende Politik kommt wahrscheinlich auch einem nicht-Filmfan bekannt vor. Kontrollverlust mit anschließender Schadensbegrenzung belaufen sich letztendlich meistens auf die Frage, ob und wie viele man schließlich opfert, um die Masse zu retten. Somit scheint es hier auch den Vorgesetzten der amerikanischen Soldaten die sicherste und vor allem einfachste Lösung zu sein, die gesamte Insel dem Erdboden gleich zu machen. Was sind schon eine Handvoll Leben gegen die Verbreitung des Virus’ auf der ganzen Welt?

Auch an der schauspielerischen Leistung ist soweit nichts auszusetzen. Hauptsächlich das sportliche Engagement dürfte vor allem den jungen Darstellern hoch anerkannt werden, halten sie doch schließlich die Zuschauer mit ihren ständigen Renn-Szenen in Atmen und den Film in Schwung.

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Aufgrund des sehr guten ersten Teils und der dramaturgischen Werkzeuge, denen sich „28 weeks later“ hier bedient, könnte man von einem vielversprechenden Film ausgehen. Leider ist aber die Basis, auf die sich die gesamte Story stützt, so dermaßen wackelig und brüchig, dass sie die ganze Handlung bestimmt und abwertet. Ein Film, und sei es Fantasy oder Science Fiction, muss den Anspruch haben, in sich realistisch und nachvollziehbar zu sein. Von Anfang an kann man nur den Kopf darüber schütteln, wie selten dämlich das Fundament zu „28 weeks later“ konstruiert ist. Auch mit Augen zukneifen und gutem Willen, über die Schwachstellen hinwegzusehen, kommt man nicht umhin, alles für kompletten Blödsinn abzutun.

Beispiele? Wo soll man da anfangen? Zunächst einmal ist da ja die Idee der Wiederbevölkerung Londons. Ganz recht, Londons, nicht Englands und schon gar nicht Großbritanniens. Was bitte bringt die Bevölkerung einer Stadt, die inmitten eines toten Landes auf einer ausgestorbenen Insel liegt? Wer möchte überhaupt dahin zurück? Immerhin geht es hier um ein gefährliches Virus, dem man noch keinerlei Medikation entgegen setzen kann, und welches unweigerlich zum Tod führt. Einfach nur ein paar Wochen abzuwarten, bis der letzte Zombie verhungert ist, und dann die Stadt zu bevölkern, als sei nichts gewesen, ist doch unglaublich dumm, oder nicht? 28 Wochen ist es gerade mal her, dass das Virus das erste Mal ausgebrochen ist. In der Zwischenzeit hat man weder eine Behandlung dieser „Rage“-Erkrankung entwickelt, noch das einst verseuchte Gebiet vollständig gereinigt. Man bietet den Zurückkommern lediglich einen Stadtteil, mit (wie man stolz verkündet) einem Krankenhaus und einem Supermarkt(!). Und im gleichen Atemzug erklärt man den Mutigen Exilengländern, dass sie sich vor wilden, verseuchten Tieren vorsehen sollen. Hallo? Da fragt man sich doch, ob das ganze nur ein dummer Scherz ist.
Mal davon abgesehen, dass „District One“ so unglaublich gut (!) bewacht ist, dass es selbst zwei Teenager schaffen, daraus zu entkommen, hätte es von Anfang an klar sein müssen, dass es irgendwann irgendwer schaffen würde – und sei es nur aus Dummheit – in die Sperrzone Londons vorzudringen und alle anderen erneut in Gefahr zu bringen. Da man so gut wie nichts über das Virus weiß, wie kann man davon ausgehen, dass nicht noch überall Ansteckungsgefahr herrscht? Seien es bissige Viecher, verunreinigtes Wasser, blutige Wände…
Und wenn man schon eine solche Selbstmordaktion plant, warum schickt man dann in der ersten Gruppe der Zurückkehrer gleich auch noch zwei Kinder mit? Mal abgesehen von der Gefahr stellt sich doch die Frage, welche Möglichkeiten ein abgesperrter, von schussbereiten Soldaten bewachter Stadtteil ohne Schule, Lehrkräfte, Gleichaltriger bieten kann.
Die gesamte Wiederbevölkerungsaktion ist somit so wahnsinnig dumm und sinnlos, dass es schon fast wehtut. Eine erneute Katastrophe ist von Anfang an vorprogrammiert.

Das Ende ist zusätzlich auch noch sehr unbefriedigend. (Achtung: SPOILER!). Klar wäre ein Happy End in so einer Art von Film wohl eher unangebracht, man sehnt sich viel mehr nach einem teilweise offenen Ausgang, nach mystischem Unterton oder einfach nur der Gewissheit: Das Virus ist bekämpft – aber nicht für immer. Stattdessen wird der Zuchauer hier mit einer belastenden Endgültigkeit konfrontiert. In der letzten Szene sieht man hungrige Zombies durch Paris rennen – und die sind garantiert nicht auf der Suche nach Baguette und Milchkaffee. Deutlich wird also: Die Welt ist im Eimer. Infizierte werden Europa und Asien überrollen und diesmal dürfen sich wohl die Inseln über ihr abgeschottet sein freuen und sich beispielsweise Japan, Australien, Sylt und Föhr in Sicherheit wiegen. … Es sei denn, es kommt wieder mal ein buntäugiger Halbstarker auf die Idee, die Vernichtung der Menschheit international publik zu machen.

… und wenn es einige Glückliche dennoch schaffen sollten, von der Eurasischen Platte evakuiert zu werden, bleibt nur zu hoffen, dass diesmal etwas länger mit der Wiederbevölkerung gewartet wird. Vielleicht 28 Monate?

Eine Rezension von Anja Strilek
(10. Februar 2008)
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Daten zum Film
28 weeks later Großbritannien 2007
(28 weeks later)
Regie Juan Carlos Fresnadillo Drehbuch Rowan Joffe, Juan Carlos Fresnadillo
Produktion Andrew Macdonald, Danny Boyle
Darsteller Harold Perrineau, Rose Byrne, Jeremy Renner, Catherine McCormack, Mackintosh Muggleton
Länge 99 min FSK 18
Filmmusik John Murphy
Kommentare zu dieser Kritik
Renee TEAM sagte am 10.02.2008 um 22:07 Uhr

Was die seltsame Idee mit der Wiederbevölkerung eines Stückchens Erde inmitten nicht einzuschätzender Gefahren angeht, gehe ich voll mit der Rezension mit. Hab ich auch absolut nicht nachvollziehen können. Ebensowenig wie die lachhaften Sicherheitsvorkehrungen. Das genaue Gegenteil sind dann die aberwitzigen Massentötungsaktionen, die auf den erneuten Ausbruch des Virus folgen. Gegen die Soldaten am Rande des Wahnsinns wirken die Infizierten weit weniger angsteinflössend, geradezu harmlos. Was mich hier ganz besonders gestört hat, ist die stereotype Figurendarstellung. Abgesehen von ein, zwei Ausnahmen werden die Mitglieder der US-Einheiten als hirn- und morallose Kampfmaschinen dargestellt. Mit solchen unüberlegten Verallgemeinerungen konnte ich noch nie etwas anfangen.

Abgesehen davon war der Filmabend aber nicht vollkommen ruiniert, schließlich wartet "28 weeks later" doch mit einer gehörigen Portion Spannung auf. Zumindest reichte diese gelegentlich dazu, mich von den Unstimmigkeiten und Unsinnigkeiten in Geschichte und Inszenierung abzulenken. Hätte also noch schlimmer kommen können.
Anj TEAM sagte am 10.02.2008 um 22:56 Uhr

Ich stimme dir in allem fast vollständig zu. Leider ließ mich aber der Gedanke an diese sinnlose Wiederbevölkerung den ganzen Film über nicht los und ich fragte mich ständig "Warum? Warum?" Klar sind so Hetzjagden und ständig auftauchende Gruselzombies oder eben brutale Soldaten ein gehöriger Spannungspusher, allerdings schaffen sie es eben nicht, über die ganzen UNegreimtheiten hinweg sehen zu lassen.
Anj TEAM sagte am 10.02.2008 um 22:56 Uhr

Ich stimme dir in allem fast vollständig zu. Leider ließ mich aber der Gedanke an diese sinnlose Wiederbevölkerung den ganzen Film über nicht los und ich fragte mich ständig "Warum? Warum?" Klar sind so Hetzjagden und ständig auftauchende Gruselzombies oder eben brutale Soldaten ein gehöriger Spannungspusher, allerdings schaffen sie es eben nicht, über die ganzen UNegreimtheiten hinweg sehen zu lassen.
Bastian TEAM sagte am 11.02.2008 um 09:16 Uhr

Ok, hier gehen unsere Meinungen völlig auseinander. Ich fand den richtig gut, endlich mal ne Fortsetzung die den 1. Teil bei weitem übertrifft. Einer der besten Horrorfilme der "neuen Welle"!
seba sagte am 13.02.2008 um 04:18 Uhr

Ich war durch diese klasse Rezension vorgewarnt. Und dadurch hat das "Augen auf und durch" gut funktioniert - weil ich nicht darauf gewartet habe, dass der Film noch irgendwann in sich logisch wurde.

So konnte ich einen rasanten Film genießen, der mit großartigen Bildern, einigen sehr witzigen Ideen (Spoiler: z.B. Helikopter vs. Zombies, Das Ende von Doyle... /Spoiler)
und einem 1a Score aufwartet. Klare Punktabzüge für die total sinnlose Story.

Eigentlich ein gigantischer Action-Shooter, beim Zuschauen wirkt alles wie ein großes Spiel - Marathon-Man lässt grüßen. Und von Imogen Poots (Tammy) wird man sicher noch hören...
Anj TEAM sagte am 13.02.2008 um 18:21 Uhr

Ohne die Imogen beleidigen zu wollen, hat die mir während des Films am meistens Angst gemacht, obwohl sie ja kein Zombie war... Diese stechenden blauen Augen und der psychotische Blick sind irgendwie... gewöhnungsbedürftig...
seba sagte am 13.02.2008 um 19:05 Uhr

Da stimme ich Dir zu. Und genau deswegen ist die Imogen ja super. (Alleine die Szene zum Schluss am Heli - Gold wert.)
Anj TEAM sagte am 13.02.2008 um 21:27 Uhr

Hm, kann mich nicht mehr so genau erinnern... außer dass die eben in den Heli gestiegen ist. Was war denn da so besonders?

Und was meisnt du, warum die Imogen noch so bekannt wird? Weil sie weiter in Monsterfilmen spielen wird? ;-)
seba sagte am 15.02.2008 um 09:27 Uhr

Hier nur noch Spoiler....

Naj, Imogen/Tammy versteckt ja das infizierte Brüderchen hinter ihrem Rücken und schleust ihn so in den Heli. Und der Blick dabei, und die ganze Haltung... schon krass.

Fragt man sich schon so ein bisschen, was daran gespielt und was daran echt ist.
Für mich ganz klar die eigentliche Hauptperson im ganzen Film.

P.S.: herzlichen Glückwunsch zum einjährigen... ;)
Zombie-mower TEAM sagte am 16.06.2008 um 15:15 Uhr

bin meiner Bildungslücke in puncto neue Horror(Zombie)filme gestern mit "28 Weeks Later" einigermaßen entgegen beigekommen; und ich muss sagen ich fand "28 Weeks" berauschend, bildgewaltig und umwerfend;

die Story sehe ich gar nicht so wichtig in diesem Film; der Film überzeugt durch ganz andere Elemente: z.B. durch die zahlreichen diversen Wechsel der Point of Views, die verschiedene Zugänge zur Handlung ermöglichen (zuerst steht der Vater und schuldgeladene Ehemann Don im Fokus, dann seine beiden Kinder, die das neu errichtete London erkunden und die neue Zivilisation noch mit naiven Augen sehen, dann die Laborwissenschaftlerin, die dem Zuschauer ein straffes Overview über die medizinische Erklärung des neuen Phänomens des Rage-Virus präsentiert und dann der Sniper-Elitesoldat, der den Survival-Aspekt der Handlung eröffnet und der pragmatischste Typ von allen ist) - durch diese Herangehensweise wird die Handlung nie fade oder eintönig, sondern in einer gut funktionierenden Eigendynamik; eine tiefere Individualisierung der Chraktere hätte dabei das Erzähltempo verlangsamt und wäre dem Horrorthriller-Chrakter des Films nicht sehr dienlich gewesen
was mir zudem noch positiv aufgefallen ist ist die straffe Erzählweise, die dennoch nichts wesentliches auslässt, und von einer sehr gelungenen audiovisuellen Wucht getragen wird.
Der hohe Gewaltpegel (z.B. die erwähnten Augenszenen, Helikopterpropeller, die letalen Präzisions-Schüsse der Sniper) unterstützt nochmal die gut entwickelte Dramaturgie und Bilderwucht;

auch und besonders der Soundtrack vermag die Stimmung sehr gekonnt zu manipulieren - insbesondere der Anfang ist in seiner Konstraststärke (zu langsamem Intro und klaustophobischer Invasion der Holzhütte durch die Infizierten) unglaublich gut gelungen; und insgesamt fand ich es sehr stimmig, dass der Grundton pessimistisch/kalt und ernüchternd war; die Soundeffekte haben auch die schnellen Schockszenen äußerst effektiv untermalt (mich störte bei dem Film lediglich die großen akustischen Unterschiede zwischen den ruhigen, erzählerischen Momenten und den Parts der Zombieattacken, bzw. der militärischen Gegenangriffe; wenn man den Film auf entsprechender Tonlautstärke hört, sind die adrenalingeladenen Szenen einfach zu laut);

insgesamt hängt mir das Thema Zombies in den neuen Horrorfilmen schon zum Hals raus (da halte ich mich lieber an die ersten Filme der 70er von George R. Romero) - oft enthalten die neuen Zombiefilme nicht die subtile sozialkritische Note Romeros, dessen Untote gleichzeitig auch ein sarkastischer Kommentar an die Konsumgesellschaft der 70er gewesen sind;
heute sind die Untoten einfach nur stellenfreie Gegner - eine Krankheit, die ausgerottet werden muss und refklektieren höchstens die Gewaltbereitschaft und den Sadismus der menschlichen Natur (ein kritischer Subtext ist da weniger zu finden);
"28 Weeks Later" bildet für mich in inhaltlicher Hinsicht nun auch keine Ausnahme gegenüber der "neuen Welle", ist dafür umso überzeugender auf technischer audiovisueller Ebene und stellt dabei auch den gelungenen "Dawn of the Dead" von Zack Snyder stark in den eigenen Schatten
auch ein großes Plus des britischen Films ist, dass dieser nicht mit einer so geleckten Optik wie die amerikanischen Vertreter aufkommt - "28 Weeks" ist schnell, brutal, dreckig und kompromisslos und das durchgehend konsequent

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