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Das Waisenhaus

Das Waisenhaus

Ein Film von Juan Antonio Bayona

Nach Guillermo del Toros mehrfach preisgekröntem Fantasy-Drama-Meisterwerk „Pans Labyrinth“ kommt nun mit „El Orfanato“ (so der Originaltitel) ein neuer beachtenswerter Genrebeitrag aus dem spanisch-sprachigen Raum. Es handelt sich dabei um das Spielfilmdebüt des ehemaligen Musikvideo-Regisseurs Juan Antonio Bayon, welches zudem von dem bereits erwähnten del Toro produziert worden ist – man kann an dieser Stelle festhalten, dass der demnächst mit „Hellboy 2“ wieder im Kino präsente Regisseur auch als Produzent beim Fördern neuer Nachwuchstalente ein goldenes Händchen besitzt. Denn obwohl „Das Waisenhaus“ inhaltlich nicht unbedingt neue Pfade betritt, so ist er doch handwerklich nahezu perfekt inszeniert und bastelt bekannte Genre-Versatzstücke so geschickt zusammen, dass der Zuschauer über die gesamte Spieldauer gebannt auf die Leinwand starrt.

Laura (Belén Rueda, „Das Meer in mir“) kehrt mit ihrem Mann Carlos (Fernando Cayo) und ihrem kleinen, schwerkranken Sohn Simón (Fernando Cayo) in das alte Waisenhaus zurück, in welchem sie als Kind aufgewachsen ist. Sie möchte das Gebäude, welches in einer malerischen Gegend am Meer liegt, wieder eröffnen und sich dort um behinderte Kinder kümmern. Simón erzählt seit einiger Zeit, dass er Kontakt zu zwei Kindern habe, welche seine Eltern allerdings nie zu G
esicht bekommen haben. Da es häufiger vorkommt, dass einsame Kinder sich imaginäre Freunde schaffen, macht sich das Ehepaar zunächst deshalb keine Sorgen und geht sogar auf das vermeintliche Spiel ihres Sohnes ein.

Bei einem Spaziergang am Strand läuft Simón in eine Höhle und berichtet danach seiner Mutter, dass er darin ein weiteres Kind mit dem Namen Tomas getroffen habe und fragt sie ob dieser sie zum Spielen besuchen dürfe. Natürlich tut Laura auch diese „Begegnung“ als Einbildung ihres Sohnes ab und stimmt dementsprechend zu. Ab diesem Tag ereignen sich merkwürdige Dinge: Zunächst stellt sich die zwielichtige alte Benigna (Montserrat Carulla) dem Ehepaar vor, die vorgibt, damals selbst in dem Waisenhaus gearbeitet zu haben und sich nun um soziale Belange kümmere. Diese weiss auch von Simóns Krankheit und dass er in Wahrheit von Laura und Carlos adoptiert worden ist.
Das WaisenhausDas WaisenhausDas Waisenhaus
Als die beiden eines Nachts von draußen Geräusche hören, gehen sie im Schuppen nachsehen und entdecken dort die mit einem Beil bewaffnete Benigna, die nach ihrer Entdeckung die Flucht ergreift. Das Paar ist sich daraufhin einig, dass mit der unheimlichen Frau etwas nicht stimmt und stellt Nachforschungen an, bei welchen es herausfindet dass sie tatsächlich früher in dem Haus für die Kinder verantwortlich gewesen ist. Auch Simóns „Einbildungen“ werden immer extremer und so beginnt er mit seinen „unsichtbaren“ Freunden Spiele zu spielen, bei welchen er versteckte Gegenstände im Haus suchen muss. Als Lauras Geduld in dieser Hinsicht am Ende ist, schreit Simón sie an dass er wisse dass er adoptiert sei und aufgrund seiner Krankheit nicht mehr lange zu leben habe und dass er dies von Tomas erfahren habe.

Während des Eröffnungsfestes des Waisenhauses spitzt sich die Lage zu, als Laura Simón nach einem Streit schlägt und dieser davonläuft. Kurz darauf wird sie von einem maskierten Kind attackiert, welches sie im Bad einschließt und verschwindet. Sie glaubt ihrem Sohn nun dass er sich Tomas nicht eingebildet hat – doch Simón ist spurlos verschwunden und das Ehepaar macht sich auf die verzweifelte Suche nach ihm, welche gleichzeitig zu einem düsteren Geheimnis führt…

Nachdem der Kinogänger sich in letzter Zeit mit einer ständig steigenden Splatter-und Gewaltspirale im Horrorbereich konfrontiert gesehen hat, stellt „Das Waisenhaus“ eine Rückkehr zu den atmospärischen und schaurigen Geistergeschichten dar, die knisternde Spannung auch gekonnt ohne ratternde Kettensägen oder Hirn-beschmierte Hackebeile erzeugen konnten. Und obwohl im Horrorgenre in vergangener Zeit durchaus einige großartige Filme (z.B. „The Descent - Der Abgrund des Grauens“ oder jüngst „Der Nebel“) entstanden sind, hat wohl keiner dieser Kandidaten eine wohligere Gänsehaut erzeugt als das hier vorliegende Werk. Wie schon erwähnt, ist die Story an sich nicht sonderlich innovativ und könnte grob als Mischung aus „The Sixth Sense“ (1999), „The Others“ und Guillermo del Toros „The Devil´s Backbone“ (beide 2001) beschrieben werden. Der Film ist allerdings dermaßen gut in Szene gesetzt, dass man ihn mit ein wenig mehr Eigenständigkeit ohne weiteres als ein Meisterwerk bezeichnen könnte.
Das WaisenhausDas WaisenhausDas Waisenhaus
Die im Zentrum der Geschichte stehende Laura wird von Belén Rueda ganz fabelhaft dargestellt, aber auch Fernando Cayo und der junge Fernando Cayo überzeugen in ihren Rollen und helfen dem Zuschauer dabei, in den langsamen aber dabei – ganz wichtig! - nicht langweiligen Erzählstil einzusteigen. Im Prinzip kann man dem Film in Sachen Inszenierung wirklich keinen einzigen Vorwurf machen: Das Timing sitzt perfekt, die Bilder von Kameramann Óscar Faura sind vor allem bei den Landschaftsaufnahmen eine wahre Pracht und auch die stimmungsvolle Musik von Fernando Velázquez untermalt vortrefflich die fast durchweg melancholische Atmosphäre der Geschichte.

So ist „Das Waisenhaus“ in seiner Heimat auch ein großer Erfolg an den Kinokassen gewesen und man sollte den Regisseur Juan Antonio Bayona in Zukunft wohl gut im Auge behalten – schließlich ist das Debüt seines „Mentors“ Guillermo del Toro, die innovative „Vampir“-Geschichte „Cronos“ (1993), auch nicht gleich dessen beste Arbeit gewesen und wenn Bayona weiter so macht, könnte er bald zu den Großen des Genres gehören! Die Wertung des Films ist deshalb auch mit einer klaren Tendenz nach oben zu sehen.

Was im Übrigen hierzulande mal wieder erstaunlich ist, ist die Einstufung des Films von Seiten der „Freiwilligen Selbstkontrolle“: Inzwischen zählt ja auch in Deutschland das sogenannte „Parental Guidance“-Prinzip, was bedeutet, dass man sich bereits als 6-jähriger mit seinen Eltern einen ab 12 Jahren freigegebenen Streifen ansehen darf. Auch „Das Waisenhaus“ hat diese Freigabe bekommen, was in gewisser Weise schon bedenklich ist. Zwar kommt der Film mit einer sehr geringen Gewaltdarstellung aus, aber er verfügt durchaus über recht heftige Schreckmomente und auch der Gänsehautfaktor ist um einiges höher als bei manchen Genrebeiträgen mit „FSK 16“ oder gar „FSK 18“-Plakette. Für ein 6-jähriges Kind ist er gänzlich ungeeignet – nur als Ratschlag für manche Eltern!
Das WaisenhausDas WaisenhausDas Waisenhaus
Ansonsten stellt „Das Waisenhaus“ für Freunde gruseliger und garantiert nicht stumpfer Unterhaltung eine definitive Empfehlung dar!

Eine Rezension von Bastian G.
(02. März 2008)
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Daten zum Film
Das Waisenhaus Mexiko, Spanien 2007
(El Orfanato)
Regie Juan Antonio Bayona Drehbuch Sergio G. Sánchez
Produktion Warner Bros. Pictures de España, Wild Bunch, Televisió de Catalunya (TV3), Telecinco Kamera Óscar Faura
Darsteller Belén Rueda, Fernando Cayo, Roger Príncep, Mabel Rivera, Montserrat Carulla, Andrés Gertrudix, Edgar Vivar, Geraldine Chaplin
Länge 105 min. FSK ab 12 Jahren
http://www.daswaisenhaus.de/
Filmmusik Fernando Velázquez
Deutscher Kinostart: 14.02.2008
Kommentare zu dieser Kritik
Anj TEAM sagte am 02.03.2008 um 09:37 Uhr

Für mich war der Film eher langweilig und teilweise unfreiwillig komisch. Die eine kleine Gewaltszene (in der der maskierte Junge seine Mutter schubst) dafür umso ekliger (so Szenen mit Fingernägeln finde ich unerträglich!).
Das Ende wiederum war spitze! Sehr sehr originell; ich habe im Nachhinein noch mit meinen Freunden im bereits hellen Kino gehockt und alle fragwürdigen Stränge, die es im Film gab, mittels des Endes aufgeklärt. Auch den Tod lauras einmal von einer anderen Seite (nämlich von der Welt der Toten aus darzustellen) hat mir sehr gut gefallen.
jacqi sagte am 10.02.2009 um 10:53 Uhr

war nicht schlecht, aber auch kein Brüller

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