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All the Boys love Mandy Lane

All the Boys love Mandy Lane

Ein Film von Jonathan Levine

Mandy Lane (Amber Heard) ist die Schulschönheit der örtlichen, typisch amerikanischen Highschool - lange blonde Haare, schlank, sportlich: "All the Boys love Mandy Lane". Ihr bester Freund, auf rein platonischer Basis natürlich, Emmet (Michael Welch) verteidigt sie gegen Annäherungsversuche, da sie mit keinem Jungen etwas anfangen will. Trotz allem versuchen es immer wieder welche, bis es auf einer Party zu einem tragischen Unfall kommt: ein Verehrer holt sich einen Rat bei Emmet ein und verunglückt dadurch. Dieses Ereignis führt dazu, dass Mandy Lane zu Beginn der Ferien mit neuen Freunden in eine abgelegene Farm fährt, um die Ferien zu feiern. Die sechs Jugendlichen und der Farmwächter Garth (Anson Mount) sehen sich jedoch bald einem Killer in der Einöde gegenüber...

"All the Boys love Mandy Lane", der mit seinem Titel tatsächlich schomal die grobe Fahrtrichtung vorgibt, ist ein recht wilder Mix mit Einflüssen aus verschiedensten Genres. Zuvordererst ist er natürlich ein Horrorfilm, am ehesten wohl dem Subgenre des Slasherfilms zuzuordnen. Allerdings gibt es schon hier große Unterschiede, z.B. trägt der Killer keine Maske und die Identität ist recht bald klar. Darüber hinaus streift der Film aber noch andere Subgenres: er ist Highschool-Satire, Teenie-Komödie, Liebesdrama, Coming-of-Age-Film, etc. Der Horroranteil überwiegt jedoch alle anderen. Sehr interessant ist aber schon, wie sich der Film stellenweise anfühlt. Vor allem am Anfang ist das ganze schon seh
r Highschoolromanze, da wird unter den Mädels über ihre Körper gesprochen, während die Jungs beim Anblick von Mandy Lane das Schwärmen anfangen. Der Trailer vermittelt dies eigentlich ganz gut, da der Film zu Beginn doch mehr wie ein Film im Stile von "American Pie" oder "The Breakfast Club" wirkt. Und da ich prinzipiell nie Inhaltsangaben lese, wusste ich zu Beginn tatsächlich nicht, auf was der Film hinaus läuft, sondern nur, dass er als Horrorfilm deklariert wird. Trotzdem habe ich mich hier dazu entschieden, als Genre Horror anzugeben, da die anderen Genres nur Einflüsse sind bzw. nur in vereinzelten Szenen vorkommen.

Wie in der Inhaltsangabe schon ersichtlich (ich habe Details weggelassen um nicht zuviel zu verraten), werden die Jugendlichen von einem Killer in der Einöde attackiert. Die Identität wird schon recht bald enthüllt und es ist sowieso schon vorher eigentlich klar, wer da sein blutiges Handwerk begeht. Blutig ist das Handwerk allemal, die Mordszenen sind weder so ausgewalzt wie in einem Argento-Film, noch sind die mit der leicht ironischen Distanz eines anderen Slasherfilms im Hinblick auf möglichst kreativ-absurde Mordinstrumente inszeniert. Hier ist die Gewalt eher kurz und knackig, immer "realistisch" und grausam. Technisch ist sie kompetent gemacht, richtige Splattereffekte fehlen aber eigentlich, da es wie gesagt eher bodenständig zugeht. Gebrochen wird dieser Stil aber immer wieder von dem Humor des Films. Die Jugendlichen machen eben typische Feriensachen, natürlich reichlich Trinkspiele und immer einen dummen Spruch auf den Lippen. Stellenweise wurde schon sehr viel gelacht im Kino. Inzenatorisches ist das auch eher humoristisch gefilmt. Wenn Mandy Lane mit den anderen, nachdem sie Joggen war, in einem See badet, und sie sich in orange-glühender Sonne mit ihrem wallenden blonden Haar ihrer Klamotten entledigt und ein unschuldiger, weißer Bikini zum Vorschein kommt, ist das durch die Kameraarbeit und Musikuntermalung natürlich der feutchte Jungentraum in Person auf der Leinwand. Jedoch ist sich der Film auch genau darüber bewusst, er bringt den Zuschauer also allein dadurch schon mindestes zum Schmunzeln. Aber wie gesagt, wenn dann die Gewalt zupackt, vergeht den Zuschauern das Lachen, da ging schon mal ein Stöhnen durchs Publikum.

Interessanterweise, zumindest ging es mir so, fühlt sich der Film manchmal wie ein Produkt der 70er Jahre an. Das beginnt schon bei der Optik, die mit hohen Kontrasten und grobkörnigem Filmmaterial arbeitet, über den phänomenalen Soundtrack mit alten Sommerliedern, bis hin zu der Atmosphäre des Farmhauses in der ausgedörrten Umgebung - Erinnerungen an Texas Chainsaw Massacre werden wach. Doch gerade der alte Look des Films bereitet manchmal etwas Probleme, Debütregisseur Levine ist hier manchmal etwas zu verspielt, mit Zeitrafferaufnahmen, schnellen Schnitten usw. Hier wäre weniger mehr gewesen, jedoch eine gute Leistung für einen Neuling. Der Film atmet tatsächlich mehr den Geist der 70er Jahre, als es ein Tarantino oder Rodriguez sich wahrscheinlich nur träumen können, da er nicht nur eine plumpe Kopie einer vergangenen Ära sein möchte. Und gerade darin liegt auch seine Stärke.

Zu den Schauspielern gibt es nicht allzuviel bisher zu sagen. Amber Heard überzeugt in der Rolle der Mandy Lane und ist tatsächlich ein richtig hübsches Mädel. In den ersten 2/3 des Films schaut sie nur gut aus, am Ende darf sie jedoch wirklich anfangen zu schauspielern und das gelingt ihr auch. Die anderen Teenager wissen durchaus zu gefallen, auch wenn ihre Rollen stellenweise Klischees verkörpern. Whitney Able zeigt uns auch als einzige was sie zu bieten hat, aber es rennen noch reichlich andere, gut aussehende Mädels in Bikinis oder Unterwäsche durch den Film - dem Auge des männlichen Zuschauers wird viel geboten, aber auch die Damen dürfen sich an Männern in Badehosen erfreuen. Richtig bekannte Schauspieler gibt es eigentlich nicht, die meisten sind noch recht frisch und waren in einigen Serien zu sehen. Michael Welch hat eine Rolle in "An American Crime", dem "Bruderfilm" zu "Jack Ketchum's The Girl next Door". Die anderen hatten teilweise Kleinstrollen in populären Filmen, aber bekannt ist keiner, schauspielerische Totalausfälle gibts aber auch nicht zu beklagen.

Gesehen habe ich den Film auf dem Fantasy Film Fest 2007 in München. Die Fassung war mit englischem Ton, der an sich gut verständlich ist. Allerdings hätte man etwas Tiefen rausnehmen können, aber was solls. Dafür war er wirklich tierisch laut, mein Sitznachbar ist manchmal richtig zusammengezuckt. Der Film sollte eigentlich nach seinem Überraschungserfolg auf dem Filmfestival in Toronto in die Kinos kommen, wurde jedoch zurückgezogen. Er startet nun im April 2008 in Amerika, und schon im Februar 2008 in Deutschland im Verleih von Senator, wenn mich nicht alles täuscht. Die Sichtung auf dem Fantasy Film Fest bedingt dann auch, dass ich keine Screenshots posten kann, und da ich von Stills nicht viel halte, gibts halt keine Bilder. Einen Trailer zum Film gibts auf der angegebenen Website. Wenn ich den Film erneut gesehen hab, bzw. eine DVD in den Fingern habe, werde ich diese Kritik evtl. erweitern und zu ausbauen. Insofern bleibt es erst einmal bei dieser Kurzrezension.

Fazit: "All the Boys love Mandy Lane" ist ein Knaller! Tierisch unterhaltsam, fast immer spannend, natürlich mit einem Plottwist - selten verflog die Laufzeit so. Abzüge in der B-Note gibts für den Bodycount, der etwas höher hätte ausfallen können, sowie für den stellenweise zu verspielten Look. Herauszuheben ist trotzdem die Inszenierung, der Unterhaltungsfaktor und der brilliante Soundtrack. Ich hatte aufgrund des Hypes hohe Erwartungen. Sie wurden komplett erfüllt. Anschauen!

Eine Rezension von David Kugler
(31. Juli 2007)
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Daten zum Film
All the Boys love Mandy Lane USA 2006
(All the Boys love Mandy Lane)
Regie Jonathan Levine Drehbuch Jacob Forman
Produktion Occupant Films
Darsteller Amber Heard, Anson Mount, Michael Welch, Aaron Himelstein, Edwin Hodge, Whitney Able, Luke Grimes, Melissa Price
Länge FSK
http://mandylane.co.uk/
Filmmusik Mark Schulz
Kommentare zu dieser Kritik
Bastian TEAM sagte am 27.02.2008 um 03:37 Uhr

Für Genrefans ist "Mandy Lane" auf jeden Fall ein recht interessanter Beitrag geworden. Ob der Film allerdings einen neuen Slasher-Hype auslösen wird, bleibt meiner Meinung nach abzuwarten. Gelungen ist er, keine Frage - aber im Vergleich zu den letzten beiden großen Horror-Trendsettern "Scream" & "Saw" fehlt dem Film doch noch das gewisse Etwas. Von der Inszenierung her kann man ihm allerdings keinen Vorwurf machen & der zwischen altmodisch und modern schwankende Look erinnert mich ein wenig an den von Alexandre Ajas Debüt "High Tension".
Im Gegensatz zu z.B. "Scream" bin ich hier nicht so besonders mit den Protagonisten warm geworden (obwohl man natürlich schon verstehen kann, warum die alle so rattig auf die gute Mandy Lane sind;-)). Ich fand die meisten doch recht flach, was mich in Anbetracht eines Slasher-Films zwar nicht so sehr stört, aber halt den ganz großen Wurf ein wenig bremst.
Das ziemlich bösartige Ende dieses "Frauenversteher"(?!)-Films stellt einen dann aber doch noch sehr zufrieden - trotz eher geringem Body-Count.
Für Horrorfreunde wie mich waren das ziemlich unterhaltsame 90 Minuten.
Damocles TEAM sagte am 05.06.2008 um 06:18 Uhr

autobahn bringt den Film am 26.6. ins Kino und es gibt inzwischen eine deutsche Homepage inkl. deutschem Trailer:

http://www.mandylane.de/
Damocles TEAM sagte am 01.07.2008 um 10:35 Uhr

Gestern hab ich den Film zum zweiten Mal gesehen, diesmal auf deutsch.

Und ich bin immer noch schwer begeistert. Wunderbar gefilmt (sogar Spiegel mag den), trotz bekanntem Plottwist noch spannend, und ich glaube, dass bei einer Effektszene nachgebessert wurde, wodurch ein Anschlussfehler bereinigt werden konnte.

Und die Synchro taugt auch, bleibt nur zu hoffen, dass dem Film ein größeres Publikum als gestern (ca. 10 Leute im Cinemaxx Würzburg) zuteil wird.
jacqi sagte am 10.02.2009 um 10:52 Uhr

Einfach schlecht gemacht.

Ich würde den Film nicht empfehlen!
Wir sind totale Horror Fans und haben wirklich schon fast alles gesehen.
Geschmäcker sind verschieden, aber dieser Film ist nicht sehenswert!
Die Story ist billig und auch der ganze Film einfach zum kaputt lachen!
Shikantaza sagte am 26.02.2009 um 10:09 Uhr

Ich war überrascht von dem Film. Gute Schauspieler (in Horrorfilmen eher selten und nach Nispel´s super-peinlichem Freitag-der-13.-Absturz eine Wohltat) vor allem die Hauptdarstellerin, die zudem noch sehr gut ausschaut. Interessant fand ich in dem Zusammenhang das ca. halbstündige Interview mit ihr auf der DVD, in der sie relativ schlau erklärt, wie gutes Aussehen vermarktet wird etc.
Daß manchen Leuten der Gore-Gehalt zu niedrig war, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich denke mal, wäre dieser höher gewesen, hätte es dem Film einiges an Glaubwürdigkeit gekostet.
Ich will nicht zu viel spoilern, aber ich hatte während des ganzen Films das Gefühl, am Schluss werde ein besonderer Clou auf den Tisch gepackt (was sich bestätigte) denn der Film ist einfach viel zu gut und liebevoll gemacht, um einfach der tausendste gewöhnliche Slaher zu sein.
Davon mal abgesehen fand ich die Kameraführung und die Bilder im Film sehr gut, inclusive der teilweise seltsam wirkenden Farben. Auch die Verquickung von Horror, einem Schuss Coming-of-Age-Drama und das Wechseln der Genres fand ich gelungen.
"Mandy Lane" ist auf jeden Fall der beste Horrorstreifen, den ich bis jetzt im Jahr 2009 sah...
travisbickle TEAM sagte am 12.04.2009 um 18:55 Uhr

Habe den Film- glaube ich- drei Mal gesehen und muss sagen, dass er tatsächlich immer wieder Freude macht. Das mit dem geringen Bodycount empfand ich noch nicht mal so sehr als Kritikpunkt, es war der ruhigen Inszenierung einfach angemessen und passte perfekt zum Gesamteindruck.

Wenn man so einige Stimmen von Leuten im Netz liest, die den Film als "langweilig" oder "blutleer" bezeichnen, kann man eigentlich nur den Kopf schütteln. Das sind dann meistens jene, die ein Schlachtfest erwarten und hinterher enttäuscht sind, dass der Blutzoll eben nicht in astronomische Höhen geschraubt wurde. "Mandy Lane" ist ein Horrorfilm für Genre- Gourmets, nicht für Gore- Freaks. Zwar pendeln die Dialoge streckenweise auf "American Pie"- Niveau, allerdings entspricht das dem Zeitgeist und ist lediglich ehrlich.

Hervorragend sind die Stilspielereien von Jonathan Levine, das Herumexperimentieren und Kombinieren von aufpoliertem Hochglanz- Look, gebleichten, gelbstichigen Bildern und dazu das selbstironische Zitieren des 80er- Slashers, dessen Konventionen aber immer wieder gebrochen werden, so dass man nie erahnen kann, was die Protagonisten als nächstes erwartet.

Hinzu kommt eine gehörige Portion ruppiger Charme, den Levine in die kurz gehaltenen Mordszenen packt- die Sitzlehnen im Kino wurden von den Fingernägeln der Zuschauer teilweise arg in Mitleidenschaft gezogen, wie ich beobachten konnte :-)Begleitet wird das Ganze von einem umwerfenden Soundtrack, den ich gedenke mir in absehbarer Zeit sogar zu besorgen.

Und wem das alles immer noch nicht reicht: Amber Heard in der Titelrolle rechtfertigt den Kinobesuch (von männlichen Filmfans) sowieso schon ganz alleine... ;-)

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