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Black Sheep

Black Sheep

Ein Film von Jonathan King

Die Brüder Henry und Angus wachsen zusammen auf einer Farm in Neuseeland auf. Durch einen fiesen Streich entwickelt Henry eine Phobie vor Schafen. Jahre später, Angus ist inzwischen Industrieller und Landwirt, kommt Henry zurück und möchte mit seinem Bruder bestimmte Sachen klären. Zeitgleich versuchen zwei Tierschützer die Versuchsschafe aus Angus Betrieb zu retten. Nur dumm, dass sie dabei ein genetisches Experiment stehlen, und das natürlich sogleich in die freie Wildbahn gerät. Aus den Gras kauenden Schafen werden auf einmal wirklich furchteinflößende Kreaturen, nicht nur für Henry...

Neuseeland, das Land aus dem der vorliegende Film stammt, ist nicht nur seit der Herr der Ringe Trilogie von Peter Jackson ein großer Punkt auf der Karte der Filmlandschaft. Eben jener Peter Jackson hatte dort seine Anfänge und drehte zwei Filme, die zum Kult wurden: Bad Taste und Braindead. Beide lassen sich dem Genre der Splatterkomödien zurechnen. Die Splatterkomödie an sich ist eigentlich ein normaler Horrorfilm, der auf möglichst blutige Effekte setzt, und damit seine eigene Absurdität, über die er sich bewusst ist, comichaft überspitzen will. Im Endeffekt ist dieses Genre die filmische Weiterentwicklung alter Comics, wie z.b. Roadrunner und Bugs Bunny. Die Mechanismen sind die selben. Die Grenzen sind inzwischen sehr fließend, und es gibt durchaus einige Filme, die eigentlich Ernst sind, als Fanservice aber auch überhöhte Gewaltszenen einbauen, die zum Schmunzeln einlade
n. Freddy vs. Jason hat das fast in Perfektion durchexerziert. Black Sheep nun will in die Fußstapfen der Legende Braindead treten, und bringt beste Voraussetzungen mit: Neuseeland als Ursprung, professionelle Inszenierung, eine absurde Geschichte um Killerschafe, sowie reichlich Blut. Und doch zeigt Black Sheep in meinen Augen, dass man einen Kultfilm nicht im Vornherein kalkulieren kann. Denn Black Sheep ist kein Nachfolger von Braindead geworden.
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Black Sheep scheitert an der Umsetzung seiner Ausgangslage. Natürlich ist Black Sheep viel weniger eine Zombiegeschichte wie eben jener Braindead, sondern wandelt, der Geschichte entsprechend, auf den Pfaden des klassischen Tierhorrors. Und über weite Strecken, das muss man leider so feststellen, ist der Film auch genau das: ein Tierhorrorstreifen, der den bekannten Formeln folgt. Hier gibt es die klischeehaften Charaktere, den traumatisierten Hauptdarsteller, den fiesen Großindustriellen, die verrückte Wissenschaftlerin, das potentielle Love-Interest, und den mutigen Mitstreiter. Sicherlich sind Tierhorrorfilme unterhaltsame Streifen (Ausnahmen bestätigen die Regel), doch mit Schafen funktioniert das leider nur schwerlich. Hier mangelt es dem Film an einer geschickten Nutzung dieser absurden Situation. Denn Killerschafe, in einem Land das vor Schafen wimmelt, ist prinzipiell eine gute Idee, jedoch ist die Umsetzung dafür viel zu ernsthaft. Es wirkt manchmal schon fast so, als ob hier wirklich ein ernster Film gedreht werden sollte. Aber da Schafe nunmal wenig furchterregend sind, scheitert das ganze leider kläglich. Hier vermisst man absolut die ironische Brechung, die doch eine gelungene Splatterkomödie eigentlich auszeichnet. Es gibt zwar immer wieder schöne Szenen, die durchaus überzeugen können, aber irgendwie steuert der Film hier inszenatorisch in die falsche Richtung.

Später jedoch gelingt es Black Sheep endlich die Weichen richtig zu stellen, und sich auf die Tugenden von Peter Jackson zu besinnen. Wo dieser in Braindead schon zu Beginn eigentlich alle Grenzen aufbricht und einfach ein absurdes Inferno aus Blut, Humor und Slapstick zündet, gelingt dies Black Sheep erst zu spät. Doch das funktioniert dann durchaus ganz gut, es gibt das obligatorische Massaker und natürlich den Kampf gegen den "Endgegner". Allerdings bleibt der Eindruck, vor allem im Vergleich mit dem großen Vorbild Braindead, dass hier mit angezogener Handbremse gefilmt wurde. Die Effekte sind bei weitem nicht so deftig und kreativ wie im Vorbild, und auch die völlig absurden Ideen fehlen in der Dichte von Braindead. Und doch gibt es hier immer wieder tolle Ideen, meine Lieblinge sind ja immer noch die Werschafe. Insgesamt wirkt der Film jedoch zahmer, und die Freigabe ab 18 kann doch schon verwundern. Der Film mag zwar blutig sein, aber er ist nicht schockierend. Und gerade bei Tierhorror zeigte sich die FSK von ihrer liberalen Seite, als pefektes Beispiel sei hier kurz C2-Killerinsekt von Hellbound-Regisseur Tony Randel angeführt: blutigste FX in einem Film rund um Killerzecken - und das ganze Spektakel ist ab 16.

Positiv anrechnen muss man Black Sheep aber sicherlich die absolut professionelle Inszenierung. Der Film ist hervorragend fotografiert, natürlich mit der wunderschönen neuseeländischen Landschaft, die Schauspieler sind für so einen Film ausreichend, nur der Score ist ab und zu ein bisschen sehr klischeehaft. Aber für ein Debütwerk (!) ist das wirklich professionell umgesetzt. Der größte Pluspunkt sind aber sicherlich die Effekte. Verantwortlich dafür ist das Team von WETA, die ja auch schon bei Herr der Ringe ganze Arbeit geleistet haben. Und anstatt wie so oft in diesen Zeiten auf Computertechnik zu setzen, wird hier noch mit wirklich handgemachten FX gearbeitet. Echtes Kunstblut, echte Killerschafpuppen und echte Werschafanimatronics. Mangels Digitaltechnik sind einige FX doch recht durchschaubar in ihrer Ausführung, aber sie sind rein optisch immer überzeugend un wirken in keinster Weise billig. Und für so viel Liebe zum Detail muss man WETA doch applaudieren. Alles in allem angenehm altmodisch, jedoch nicht angestaubt umgesetzt.
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Die Schauspieler und sonstigen Beteiligten sind eigentlich alles unbekannte. Regisseur Jonathan King ist ein unbeschriebenes Blatt und legt hiermit sein Regiedebüt vor. Peter Feeney, der Angus spielt, dürfte der bekannteste von allen sein, er ist momentan in 30 Days of Night zu sehen. Tammy Davis war in Whale Rider zu sehen, und die anderen beiden Hauptdarsteller spielen hier erst in ihrem zweiten Film mit!

Grundlage für diese Rezension ist die Verleih-DVD aus dem Hause Ascot. Das Bild ist wirklich ziemlich hervorragend, Ton gibts auf deutsch und englisch, Extras Verleih-DVD bedingt nichts bis auf eine Trailershow und einen Audiokommentar ohne Untertitel. Demnächst erscheint der Film auch in einer Special Edition. Vielen Dank für die Rezensions-DVD!

Fazit: Black Sheep hätte beste Voraussetzungen als neuer Splatterkomödienkult in die Geschichte einzugehen. Und doch zeigt der Film, dass man sowas nicht kalkulieren kann. Black Sheep scheitert an seiner Inszenierung, die zu Beginn in eine falsche Richtung geht. Ab der Hälfte fängt sich der Film dann jedoch wieder und beginnt Spaß zu machen. Das mag sich schlechter anhören als es wirklich ist, aber die hohen Erwartungen konnte Black Sheep nicht erfüllen.

Eine Rezension von David Kugler
(03. November 2007)
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Daten zum Film
Black Sheep Neuseeland 2006
(Black Sheep)
Regie Jonathan King Drehbuch Jonathan King
Produktion Live Stock Films
Darsteller Nathan Meister, Danielle Mason, Peter Feeney, Tammy Davis
Länge 82:51 FSK 18
http://www.blacksheep-themovie.com
Filmmusik Victoria Kelly
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