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Das Vermächtnis der Tempelritter

Das Vermächtnis der Tempelritter

Ein Film von Jon Turteltaub

„Who wants to go down the creepy tunnel inside the tomb first?“

Man sollte überprüfen, ob ein Feuerlöscher in der Nähe ist, wenn man sich mit diesem Mann trifft. Jerry Bruckheimer ist nämlich nicht nur der wohl zur Zeit erfolgreichste Produzent in der Traumfabrik – er war es vor allem, der den Begriff des „Krawumm“-Kinos erst salonfähig machte. Explosionen en masse, Action und Effektebombast noch und nöcher fanden in fast allen von ihm produzierten Filmen (u.a. „Armageddon - Das jüngste Gericht“ [1998] und die „Fluch der Karibik“-Trilogie [2003, 2006 und 2007]) Verwendung und bescherten den Kinobetreibern mehr als erfreuliche Umsätze.


14 Milliarden Dollar ist die stattliche Summe, die Krawallheimers Blockbuster bisher in die Kassen gespült haben, und mit jedem neuen Film – schlechte oder eher verhaltene Kritik seitens der Riege unzähliger Filmkritiker zum Trotz – werden es ein paar Milliönchen mehr. Der Mann, dessen Erfolg mit „Flashdance“ [1983] – dem damals dritterfolgreichsten Film aller Zeiten – begann, scheint zu wissen, wie und wo man Geld möglichst profitabel anzulegen hat. Auch „DAS VERMÄCHTNIS DER TEMPELRITTER“ ist keine Ausnahme von der Regel und avancierte zu einem
der gewinnträchtigsten Blockbuster des Jahres 2004 – trotz eher gemischter Meinungen und allen Unkenrufen zum Trotz, hier läge (wieder einmal) nur ein liebloser Abklatsch von „Indiana Jones“ vor. Sicherlich ist auch dieser Film kein Quell an originellen Einfällen oder gar eine Weiterentwicklung des Actionkinos, denn vieles, wenn nicht gar alles, hat man so oder ähnlich schon in anderen Produktionen gesehen. Trotzdem darf man dieses Werk ruhigen Gewissens als „solide“ Unterhaltung bezeichnen, das ehrlicherweise gar keinen Hehl daraus macht, hier und da einige Anleihen von berühmten Vorbildern übernommen zu haben. Es ist – wie so häufig – eine Frage des Präsentierens.


Doch zunächst soll der Blick kurz auf die zugrunde liegende Geschichte gerichtet werden. Star des Films ist Benjamin Franklin Gates (Nicolas Cage), dessen Familie einst von Charles Carroll, dem letzten überlebenden Unterzeichner der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, einen Schlüssel anvertraut bekam, mit dessen Hilfe angeblich das Geheimnis um den sagenumwobenen Schatz der Tempelritter gelöst werden könne. Schatzsucher Ben erkennt schon relativ schnell, dass die amerikanischen Gründerväter dereinst auf der Rückseite der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung eine Art Karte hinterlassen haben müssen, um den Weg zum Versteck des Schatzes vor den Engländern geheim zu halten. Problem 1 für Gates: um an die Karte zu kommen und das Geheimnis zu lüften, muss er zwangsläufig das Dokument aus dem Nationalarchiv in Washington „entwenden“. Problem 2: auch sein ehemaliger Freund und Financier Ian (Sean Bean), ein gerissener und überaus geldgieriger Geschäftsmann, bekundet Interesse an dem Geheimnis und heftet sich mit seiner Bande an die Fersen des Schatzsuchers. Mithilfe seines Freundes Riley (Justin Bartha) gelingt es Ben schließlich wirklich, die Unabhängigkeitserklärung zu stehlen und Ian zuvorzukommen. Aufgrund des Diebstahls wird auch das FBI unter Leitung des Agenten Sadusky (Harvey Keitel) eingeschaltet, so dass es bald vorbei ist mit dem vormals so angenehmen Leben des Benjamin Gates. Gemeinsam mit Riley, seinem zunächst unentschlossenen Vater (Jon Voight) und der attraktiven Historikerin Dr. Abigail Chase (Diane Kruger) startet Gates eine abenteuerliche Schnitzeljagd durch die Stätten der amerikanischen Revolutionsgeschichte, während die Verfolger im Hintergrund immer näher rücken.


Der 100 Millionen Dollar-Produktion sieht man zweifellos ihr Budget an, denn selten zuvor hat man Washington in derart opulent eingefangenen Bildern verpackt. Generell ist in technischer Hinsicht nichts an dem Abenteuerfilm auszusetzen. Wie anders sollte man es vom Krawallmann Hollywoods auch erwarten? Wenn Nicolas Gage mit spürbarer Spielfreude wie einst Harrison Ford in seiner berühmten Rolle unterirdische Gänge inspiziert, vermag man als Zuschauer zum Teil vergessen, dass das Gezeigte nicht wirklich neu ist. Wie so häufig helfen auch hier bestens aufgelegte Schauspieler (allen voran Cage und der Sidekick Justin Bartha, „The Hangover“ [2009]) wieder einmal über so manche holprige Logik-Falle des Drehbuchs hinweg, das mehr als einmal auf der Schatzsuche etwas konstruiert wirkt.
Auch die Altstars Harvey Keitel („Pulp Fiction“ [1994]) und Jon Voight („Mission: Impossible“ [1996]) liefern mit ihren Performances sehr solide Leistungen ab, während Diane Kruger als hübscher Blickfang herhalten muss (und diese Aufgabe auch mit Bravour meistert, solange nicht die etwas seltsame Synchronstimme über ihre Lippen kommt). Es ist im übrigen dringend davon abzuraten, allzu angestrengt über die aufgedeckten Geheimnisse und die gelösten Rätsel nachzudenken, denn abgesehen von einem halbwegs gefestigt wirkenden Grundgerüst wird man nicht sonderlich Standfestes in der Drehbuch-Gemeinschaftsproduktion ausmachen können. Muss man im Grunde aber auch gar nicht, da auch schon seinerzeit die grandiose „Indiana Jones“-Trilogie nicht immer nur logisch war. So erscheint es vollkommen konsequent, dass ein Film, der die Klassiker als Inspirationsquelle wählte, an diesem Credo festhält.


Denn letzten Endes überwiegt eines: die pure Abenteuerlust, die einem Jeden von uns innewohnt. Der Zuschauer fühlt sich zurückversetzt in eine Zeit, in der Übermut und die Lust, Neues zu entdecken, unser Leben bestimmten: die Kindheit. Wie auf den Kindergeburtstagen der laut umherschreienden Nachbarskinder nimmt jeder – ob Groß oder Klein – plötzlich wieder mit sichtlicher Freude an einer amüsant-spannenden Schnitzeljagd teil, an deren Ende zwar nichts Handfestes als Belohnung wartet, aber eine Erkenntnis im Raume steht, die so manche Ungereimtheit des Films wohlwollend umschifft. Altbekanntes kann durchaus unterhalten, wenn denn die Verpackung stimmt. So pendelt sich „DAS VERMÄCHTNIS DER TEMPELRITTER“ ziemlich genau zwischen 3 und 4 Sternen ein, weshalb am Ende der langen Schatzsuche (wohlwollend) 4 leuchtende Sterne auf fleißige Popcornkino-Entdecker und solche, die es noch werden wollen, warten. Wenn das kein Anreiz ist!



Auch interessant:
"Das Vermächtnis des geheimen Buches“ [2007]

Eine Rezension von Stefan Rackow
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Daten zum Film
Das Vermächtnis der Tempelritter USA 2004
(National Treasure)
Regie Jon Turteltaub Drehbuch Jim Kouf, Cormac & Marianne Wibberley Story Jim Kouf, Oren Aviv, Charles Segars
Produktion Jerry Bruckheimer, Jon Turteltaub Kamera Caleb Deschanel
Darsteller Nicolas Cage, Diane Kruger, Jon Voight, Sean Bean, Harvey Keitel, Christopher Plummer, Justin Bartha
Länge 127 Minuten FSK ab 12 Jahren
http://schatzmarathon.prosieben.de/
Filmmusik Trevor Rabin
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