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Max Payne

Max Payne

Ein Film von John Moore

Mit Max Payne schuf der finnische Spieleentwickler Remedy Entertainment 2001 einen richtigen Klassiker unter den Computerspielen. Der Erfolg und die Beliebtheit der mittlerweile zwei Spiele (Max Payne 2 – The Fall of Max Payne erschien 2004) gründen sich auf wohl auf drei wesentliche Aspekte des Spiels. Zum einem spielte man mit Detective Max Payne eine coole, äußerst charismatische und zugleich tragische Figur, deren Vergangenheit und Erlebnisse in eine faszinierend düstere Handlung verpackte worden sind, die die Entwickler selbst als "Film Noir Story“ bezeichnt haben. Zum anderen wurde das Gameplay durch den Bullet-Time-Modus erweitert, der dem Spieler ermöglichte das Spielgeschehen zu verlangsamen, um so besser auf die Angriffe der zahlreichen Feinde reagieren zu können. Eine Verfilmung schien daher nur eine Frage der Zeit zu sein. Da Computerspieladaptionen dank Uwe Boll (Alone in the Dark, Schwerter des Königs - Dungeon Siege, Far Cry) im Augenblick auch Hochkonjunktur haben, konnte man gestrost auf den Geldtransporter aufspringen. Xavier Gens hat zudem mit Hitman bewiesen, dass bei einer Adaption durchaus ein gelunges Filmpendant herauskommen kann. Weitere Versuche stehen mit Metal Gear Solid (2009), Street Fighter: The Legend of Chun-Li (2009), Prince of Persia (2010) und Splinter Cell (2010)
in Zuknuft ebenfalls an.

Durchwühlt man ein wenig diverse Internetforen, gerät man schnell zwischen die Fronten zwei sich stark bekriegender Fraktionen. Die einen haben das Spiel nicht gespielt, und finden John Moores Film durchaus unterhaltsam und gelungen. Die anderen sind große Fans des Spieles, und würden Herrn Moore im Bullet-Time-Modus mit Sicherheit gerne ein paar Kugel um die Ohren jagen. Es soll aber auch Spieler geben, denen der Film gefallen hat bzw. Nicht-Spieler, die den Film einfach nur schrecklich fanden. Gerüchten zur Folge soll es sogar Spieler geben, denen schon das Spiel nicht gefallen hat. Diese werden vermutlich einen weiten Bogen um diesen Film machen.

Es liegt vielleicht in der Natur von Adaptionen. Egal welcher Art sie auch sein mögen, das Original ist immer besser, detaillierter oder – wie in diesem Fall – gewaltreicher. Anders als man es vielleicht von den Spielen her gewohnt ist, pflastern am Ende des Films keine geschätzten 600 Leichen Max Paynes Weg. Wer darüber nicht hinwegsehen kann, kann sich immer noch mit John Rambo trösten. Auch die Handlung ist im Spiel um viele Nebenstränge und Figuren reicher, was sie weit weniger platt und simpel erscheinen lässt, als das, was von ihr in der Verfilmung übrig geblieben ist. Nun ist Kürzen natürlich eine legitime Angelegenheit, wenn einem zum Erzählen der gleichen Geschichte deutlich weniger Zeit zur Verfügung steht, als es dem Original vergönnt war. Unerfreulich wird es jedoch, wenn vor lauter Kürzungen nur noch eine bizarr durchlöcherte Storyleiche übrig bleibt. Doch wollen wir uns natürlich auch nichts vormachen. Die Handlung des Spiels bot nicht viel Neues, sondern bediente sich verschiedener Elemente und Motive aus dem Genre des Film Noirs.
Max PayneMax PayneMax Payne
Der New Yorker Cop Max Payne (Mark Wahlberg) kommt nur wenige Minuten zu spät, um den Mord an seiner Frau und seiner neugeborenen Tochter zu verhindern. Zwei Angreifer kann er zur Strecke bringen, ein dritter entkommt unerkannt. Der Fall wird schnell zu den Akten gelegt, da die Täter vermeintlich schon zur Rechenschaft gezogen worden sind. Max Payne gibt sich mit der offiziellen Version nicht zufrieden, wechselt zu einer Cold-Case-Unit und ermittelt auf eigene Faust weiter. Als im Laufe der Ermittlungen sein ehemaliger Partner Alex Balder (Donal Logue), sowie eine junge Frau (Olga Kurylenko) ermordet aufgefunden werden, gerät er unter Druck. Nicht nur die Schwester der Ermorderten, Mona Sax (Mila Kunis), eine Auftragskillerin, hält Payne für den Verantwortlichen. Nun muss Max nicht nur seine Familie rächen sondern auch noch seine Unschuld beweisen. Die Spur führt ihn zu dem Gangsterboss Jack Lupino (Amaury Nolasco), der mit einer neuartigen Droge namens Valkyrie handelt, der Droge, unter deren Einfluss die Mörder seiner Familie gestanden haben. Lupino scheint aber nur ein weiteres Puzzleteil von vielen zu sein …

Hier zeigt sich, dass Kürzen und Wegfallenlassen ganzer Figuren und Handlungsstränge nicht nur eine immense Verantwortung bedeuten sondern leider oft auch schlicht und einfach voll danebengehen kann. Oft zählt vielmehr die Art und Weise, wie man eine Geschichte erzählt. Wenn sie gelungen ist, lässt man sich auch zum hundertsten Mal die Geschichte des tragischen Helden, der Vergeltung für das erlittene Unrecht sucht, vorsetzen.

Dass die Adaption eines actionlastigen Computerspiels nicht auch einen actionreichen Film ergibt, wird uns mit Max Payne unübersehrbar vor Augen geführt. Dies nennt man künstlerische Freiheit und dagegen ist im Grunde nicht viel einzuwenden. Leider wird dem Zuschauer kein Ersatz für die fehlende Action geboten. Die Figuren bleiben allesamt farblos, uninteressant und sind in sich nicht stimmig. Eine Auseinandersetzung mit ihnen sowie eine Entwicklung derselben findet nicht statt. Stattdessen sorgen unzählige lahme Dialoge für eine wiederholte Inspektion der eigenen Uhr. Der sich einstellenden Langeweile wollte man wohl mit dem Einstreuen spontaner, unerklärlicher Verhaltensänderungen einiger Figuren begegnen. Anstatt jedoch Sherlock Holmes zu spielen und vergeblich auf Dr. Watson zu warten, wünscht man sich lieber ein paar schön choreographierte und stilsichere Actionsequenzen herbei. Solche – zumindest etwas dieser Art – kommen gegen Ende des Films auch vor, tragen aber eher zur Langeweile bei, als dass sie sie vertreiben. Man muss sich mit schwarzen, durch die Gegend schwirrenden Engeln begnügen, die durch die Einnahme der Droge Valkyrie halluziniert werden. Effektvoll und unnötig zugleich. Einzig und allein die gelungene, an das Spiel erinnernde Schießerei zwischen Max Payne und einem SWAT-Team, in der auch die Bullet-Time zum Einsatz kommt, lässt durchscheinen, dass durchaus Potenzial vorhanden war. Auch die Kulisse des Films vermag es, die dichte Atmosphäre des Spieles in Ansätzen widerzuspiegeln. Ein Trost oder gar eine Entschädigung ist das dennoch nicht.

Bevor man seine Zeit und sein Geld an einen derart uninspirierten und lieblosen Film verschwendet, kann man sich lieber die beiden Computerspiele zu Gemüte führen. Sollte man keine frohe Spielernatur sein, wird man ohne weiteres auch überleben, ohne Max Payne und seine tragische Geschichte zu kennen.
Max PayneMax PayneMax Payne


Eine Rezension von Anja Mikolajek
(10. November 2008)
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Daten zum Film
Max Payne USA 2008
(Max Payne)
Regie John Moore Drehbuch Beau Thorne
Produktion Abandon Entertainment, Collision Entertainment, Depth Entertainment, Dune Entertainment, Firm Films, Foxtor Productions Kamera Jonathan Sela
Darsteller Mark Wahlberg, Mila Kunis, Ludacris, Beau Bridges, Chris O'Donnell, Donal Logue, Olga Kurylenko, Amaury Nolasco
Länge 100 Minuten FSK 16
http://www.maxpayne-derfilm.de
Filmmusik Marco Beltrami, Buck Sanders
Deutscher Kinostart ist am 20.11.2008.
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