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The Ward - Die Station

The Ward - Die Station

Ein Film von John Carpenter

Jüngere Kinogänger werden mit dem Namen John Carpenter vermutlich wenig bis gar nichts mehr anfangen können.

„Ach ja, ich glaube, das ist dieser Typ, der den ersten von diesen langweiligen 'Halloween'-Streifen gedreht hat?!“, wird ihnen vielleicht noch als abfälliger Kommentar über einen der (wenn nicht sogar den) spannendsten und einflussreichsten Regisseure der Siebziger und Achtziger über die Lippen kommen.

Leider lässt sich tatsächlich festhalten, dass es in den vergangenen Jahren verdächtig still um die 63-jährige Filmikone geworden ist.

Sein letzter, reichlich zerfahrener, Spielfilm „Ghosts Of Mars“ liegt inzwischen stolze zehn Jahre zurück und lediglich zwei Kurzeinträge in die Masters Of Horror-Reihe (der gelungene „Cigarette Burns“ sowie der ungleich schwächere „Pro-Life“) haben die Hoffnung der Fans auf ein späteres Leinwand-Comeback des Meisters aufrecht erhalten.
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„The Ward“ nennt sich nun schließlich Carpenters Rückkehr ins Kino-Rampenlicht – ein Werk, das der Regisseur auf dem letztjährigen TIFF per charismatischer Videobotschaft als „old school horror movie by an old school director“ seinem Publikum vorgestellt hat.

Mit einer atmosphärischen Eingangssequenz werden zunächst wohlige Erinnerungen an die Anfangstage der Legende geweckt:
Die subjektive Kamera überquert zu den unheilvollen Geräuschen schwerer Schritte den finsteren Korridor einer psychiatrischen Klinik.

Vor einem Zimmer, neben welchem der Name Tammy an einer Tafel angeschlagen steht, macht sie Halt und blickt durch ein Fenster auf die sich darin befindliche, völlig verängstigte Patientin herab.
Hände ergreifen aus dem Hinterhalt den Hals der jungen Frau und brechen ihr das Genick.

Der riesige weisse Schriftzug „John Carpenter's The Ward“ leitet anschließend einen elegant umgesetzten Vorspann ein, während welchem historische Bilder von der Behandlung „Irrer“ in Zeitlupe zu Scherben zerbrechen.

Fans wird hier schon auffallen, dass der Regisseur ausnahmsweise mal nicht zusätzlich einen markanten Soundtrack beigesteuert hat, sondern diesen Posten Mark Kilian („Machtlos“) überließ, welcher jedoch – das als Entwarnung – ganze Arbeit mit seinen verträumten Klängen leistet.

Wie man dann durch eine Einblendung erfährt, ist die folgende Geschichte im Jahre 1966 angesiedelt.

Die junge Kristen (Amber Heard, „All the Boys love Mandy Lane“) wird von der Polizei vor einem Farmhaus aufgegriffen, welches sie zuvor in Brand gesteckt hat.

Sie schlägt um sich, wehrt sich gegen ihre Verhaftung – und wird schließlich in jene Klinik eingewiesen, in welcher sich der zuvor beschriebene Mord ereignet hat...

Leider muss der Rezensent – welcher sich selbst seit seiner Kindheit als grosser John Carpenter-Fan bezeichnet – zugeben, dass sich „The Ward“ nach seinem soliden Start als allzu austauschbarer Horrorthriller entpuppt, der zudem das sonst so sichere Gespür des Regisseurs für eine subtile Bedrohung weitgehend außen vor lässt und dieses gegen laute und teils blutrünstige Schockeffekte eingetauscht hat.

Eigentlich ist bereits zu Beginn klar, in welche Richtung die Reise gehen wird:
Da ist die unter Amnesie leidende Hauptfigur Kristen, ein nerviges Grüppchen weiterer Patientinnen, das sinistre Klinikpersonal und ein mordender Unhold, um den sich ein internes Geheimnis rankt – eine solche Personenkonstellation sieht man im Genrekino bestimmt nicht zum ersten Mal, und wer mal an die letzten ähnlich gestrickten Storys zurückdenkt, wird nicht nur relativ treffsicher voraussagen können, hinter welcher Ecke sich der nächste Schreck versteckt, sondern sich sogar von der finalen „Auflösung“ eher angeödet als überrascht zeigen.
The Ward - Die StationThe Ward - Die StationThe Ward - Die Station
„The Ward“ fehlt es neben einem interessanteren Grundkonzept außerdem an sympathischen oder zumindest kantigen Charakteren.

Kristen weist zwar durchaus einen Carpenter-typischen, rebellischen Dickkopf auf, allerdings erschöpft sich dieser hier in einer zickigen Aufmüpfigkeit gegen die Pfleger und Schwestern der Einrichtung.

Die übrigen Figuren sind dann so blass und schablonenhaft gezeichnet, dass man sie in dem Werk kaum als Individuen wahrnehmen kann und sie eher als ein schwammiges Gebilde potentieller Opfer vor sich sieht.

Als größtes Problem des Films stellt sich jedoch der obligatorische Bösewicht heraus:
Abgesehen vom erwähnten Anfang existiert in „The Ward“ kein wirklicher Moment, in welchem dieser echte Angst oder Nervenkitzel beim Zuschauer auslöst.

Meist kündigt ein lautes Getöse dessen Auftritt spektakulärer an, als sich das Ergebnis letztlich darstellt – ein Sturm im Wasserglas.
Diese uninteressante Geistergestalt steht zumindest in keinem Vergleich zu den vielen, durch ihre mysteriöse Aura gerade effektiven, Unholden aus früheren Werken des Regisseurs.

Ein unheimlicher Mythos, wie er bei Michael Myers, den auf Rache sinnenden Seeleuten oder gar dem Vampirfürsten Valek präsent war, fehlt hinter diesem Wesen völlig.

Auch wenn „The Ward“ recht stimmungsvoll in dem von John Carpenter stets favorisierten Cinemascope-Format eingefangen worden ist, erweist sich das meiste, was über die puren Bilder hinausgeht, als enttäuschend müde Fingerübung für den ursprünglichen Spannungs-Garanten.

Wie auf Autopilot spult der Meister nun die alte Story von der Flucht aus der unheimlichen Anstalt ab und kann (oder mag) dieser nicht den erhofften Glanz echter Inspiration verleihen.

Wer das Thema gern wirklich packend und modern aufbereitet sehen möchte, sollte zumindest lieber zu Brad Andersons „Session 9“ (2001) greifen...

Gerade für einen echten Fan tut es weh, diese abschließenden Worte zu verfassen:
Der einstige Leinwand-Held hat mit seiner neuesten Arbeit vielleicht keinen wirren Totalausfall wie „Ghosts Of Mars“ abgeliefert, aber gibt sich dafür schlicht mit einem absolut mittelmäßigen 08/15-Schocker zufrieden, über welchen man sich vermutlich nur halb so sehr ärgern würde - wüsste man nicht, dass der verantwortliche Regisseur eigentlich zu weit mehr als diesem Spukstündchen im Stande gewesen wäre.
The Ward - Die StationThe Ward - Die StationThe Ward - Die Station
„Old school horror by an old school director“ sieht zumindest anders aus...

Eine Rezension von Bastian G.
(20. Mai 2011)
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Daten zum Film
The Ward - Die Station USA 2010
(The Ward)
Regie John Carpenter Drehbuch Michael Rasmussen & Shawn Rasmussen
Produktion FilmNation Entertainment, Premiere Picture, Echo Lake Productions, A Bigger Boat, Modern VideoFilm, North by Northwest Entertainment Kamera Yaron Orbach
Darsteller Amber Heard, Mamie Gummer, Danielle Panabaker, Laura-Leigh, Lyndsy Fonseca, Mika Boorem, Jared Harris, Sean Cook, D.R. Anderson, Susanna Burney, Sali Sayler, Sydney Sweeney, Jillian Kramer, Milos Milicevic, R.J. Hampton
Länge 88 min. FSK ab 18 Jahren
http://www.theward.de/
Filmmusik Mark Kilian
Deutscher Kinostart: 29.09.2011 Die Rezension basiert auf einem freundlicherweise bereitgestellten Screener (© Concorde Filmverleih GmbH)
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