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Dracula

Dracula

Ein Film von John Badham

1897 ist die Welt ein dunkler Ort, zumindest in der Fantasie Abraham "Bram" Stokers, der eine der gruseligsten und zugleich romantischsten Legenden der Neuzeit in Journalform auf Papier bannt. Tagebücher, Briefwechsel und Telegramme beschreiben, wie zunächst der Londoner Anwalt Jonathan Harker nach Transsylvanien reist, um mit dem geheimnisvollen Grafen Dracula Geschäfte zu machen. Wie die Tochter seines Freundes an einer mysteriösen Krankheit stirbt. Wie sich Harkers Verlobte, Wilhelmina, auf magische Weise zu dem dunklen Grafen hingezogen fühlt.

Bereits zu Anfang seines Films tut sich Regisseur John Badham keinen Gefallen. Er lässt die komplette Vorgeschichte zu Draculas Reise nach London völlig außer Acht. Seine düstere, streckenweise in schwarz-weiß gefilmte Adaption beginnt mit der Ankunft des Schiffes, das die gefährliche Fracht nach London bringt. Bevor das Schiff an der Küste zerschellt, versuchen Matrosen eine sarggroße Kiste über Bord zu werfen - warum? Klarerweise könnte man davon ausgehen, dass ohnehin jeder weiß, was passieren wird. Badham bringt seine Zuschauer allerdings um ein gutes Stück Gruselqualität, indem er uns direkt einen - äußerst zahm wirkenden - Wolf auf den Hals hetzt, der im allgegenwärtigen Nebel verschwindet und auf dem Schiff einen Haufen Leichen zurück lässt. Seltsamerweise scheint dieser Umstand nur kurz zu stören.

Lucy Seward (Kate Nelligan), Tochter des Irrenhausleiters von Whitby, findet den einzigen Überlebe
nden - Graf Dracula (Frank Langella). In dieser Szene bringt John Badham ein Element ins Spiel, dass sich durch die gesamte Verfilmung zieht: Hände. In Großaufnahme. Badham zieht gewissermaßen eine zweite Ebene in den Film ein. Er lässt im Wortsinn die Hände sprechen - und drückt in diesen Bildern viel mehr Energie und Leidenschaft aus als im gesamten Rest. Trotzdem funktioniert diese Ebene nur mäßig, weil die Nahaufnahmen im Erzählfluss wie Fremdkörper wirken, die genausogut aus einer anderen Geschichte stammen könnten.

Zurück im Haus von Anstaltsleiter Dr. Jack Seward (Donald Pleasence) wird Vertrauten der Geschichte schnell klar, dass Drehbuchautor W. D. Richter zumindest zwei gravierende Fehler unterlaufen sind: Nicht Wilhelmina (Jan Francis) - "Mina" - ist Jonathan Harkers (Trevor Eve) Verlobte, sondern Lucy. Und außerdem lautet der Nachname Minas ausgerechnet Van Helsing. Dieser Umstand bringt jedoch keinerlei Vorteile. Dr. Abraham Van Helsing (Sir Laurence Olivier) wird erst zu Hilfe geholt, als seine Tochter Mina bereits tot - oder eher untot - ist.

Die Geschichte geht nun den bekannten Gang, wenngleich mit vertauschten Rollen und einigen Holperern. Milo Rennfield (Tony Haygarth) ist weder verrückt noch klar, weder Diener noch Gejagter. Obschon in Bram Stokers Vision eine der Schlüsselfiguren, die als erste die Gefährlichkeit des Meisters erkennt, degradiert Badham die Rolle zu farblosem Beiwerk. Apropos Farbe: Der Wechsel zwischen Schwarz-Weiß-Sequenzen, sehr blasser und teilweise stärkerer Farbe mag - sauber und konsequent durchgezogen - den Erzählfluss leiten. In diesem Fall bleibt Verwirrung zurück - und der unwillkürliche Griff zur Fernbedienung, um die Farbeinstellungen des Fernsehers zu korrigieren.

Unter dem Strich bleibt ein blutarmes Werk mit wenig Biss. Anstatt seine Fangzähne zu zeigen, zieht es Frank Langella vor, seine Opfer zunächst einmal in Grund und Boden zu starren. Positiv zu erwähnen bleibt die grandiose Filmmusik von Oscar-Gewinner John Williams, die zumindest streckenweise über das tendenziell lieblose Spiel der Akteure hinweghelfen kann.

Eine Rezension von Anita Klingler
(06. November 2009)
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Daten zum Film
Dracula USA/Großbritannien 1979
(Dracula)
Regie John Badham Drehbuch W. D. Richter
Produktion Marvin Mirisch, Walter Mirisch, John Badham
Darsteller Frank Langella, Laurence Olivier, Kate Nelligan, Trevor Eve, Donald Pleasence
Länge 105 min FSK 16
Filmmusik John Williams
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