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Ator II - Der Unbesiegbare

Ator II - Der Unbesiegbare

Ein Film von Joe D'Amato (= Aristide Massaccesi)

Oh
mein
Gott!

Ist der erste Teil noch ein Stück Film das vor Inkompetenz nur so schreit, erreicht Teil 2 ganz neue Höhen. Plan 9 wird ja gemeinhin als der schlechteste Film der je gemacht wurde bezeichnet, allerdings haben diese Leute wohl nie den zweiten Ator gesehen. Dieser erreicht eine trashige Qualität, die ich nach dem in dieser Hinsicht schon famosen Erstling für unerreichbar gehalten hätte. Bei Ator 2 stimmt schlicht und ergreifend fast gar nichts, selbst eine gelungene Sequenz wie die mit den blinden Schmieden und dem Schattenkampf aus dem Erstling kann man mit der Lupe suchen. Woran das liegt? Nunja, sicherlich diesmal nicht am Drehbuch, denn:

According to the director, the film was made without a script and almost entirely improvised. There was not enough time to write one as O'Keeffe had been contracted to star in a certain number of films for D'Amato by a certain date, meaning this film was rushed into production and shot in only two weeks.

Es gab schlicht und ergreifend keines!
Um was gehts also in einem drehbuchlosen 80-minütigen Barbarenklopper:
Ator is back in action. Er lebt mit seinem asiatisch anmutenden Freund Thong in einer Höhle, nachdem er durch jahrelanges Training unbesiegbar wurde (ähm, ja). Sein Lehrmeister Akron
as entdeckt das "Strahlen", eine Erfindung, die der Menschheit entweder Wohl oder Verderben bringen könnte - kein Wunder, dass der böse Zor dahinter her ist und flugs Akronas überfällt um das Geheimnis aus ihm rauszupressen. Akronas sexy-hexy Tochter Mila flüchtet und ruft Ator zu Hilfe. Ator kennt Zor noch aus der Vergangenheit, da auch Zor ein Schüler Akronas war, und auf gehts in die wunderbare Welt des wirklich üblen Trash!
Ator II - Der UnbesiegbareAtor II - Der UnbesiegbareAtor II - Der Unbesiegbare
Was den Zuschauer erwartet wird schon nach wenigen Minuten klar. Ein Off-Sprecher, der sich als Akronas herausstellt, erzählt uns von Höhlenmenschen 1000 Jahre vor unserer Zeit, während die Legende um Ator entstand. Die Höhlenmenschen machen was Höhlenmenschen so machen, ums Feuer rumhängen, grunzen und auf rohem Fleisch kauen (warum bratet ihr das nicht?). Auch damals gab es schon die Saat des Guten und des Bösen, so dass wir erstmal einen zweiten Stamm in die Höhle rennen sehen und etwas Neanderthaler-Mayhem bekommen. Was das nun mit der Geschichte zu tun hat, soll uns auch nicht interessieren. Gleichzeitig gab es aber auch schon "Zivilisationen wie unsere", und wir sehen eine Burg, wo sich gleichmal unser Sprecher Akronas, der - fassen wir das nochmal fürs Protokoll zusammen - mit uns spricht, aber selbst eine wichtige Person der Handlung ist und trotzdem etwas von "1000 Jahre vor unserer Zeit" faselt. Nunja. Das bereitet uns auf die folgenden Anachronismen, Logiklücken und Schwachmatigkeit dieser Ausgeburt des Trashes doch ganz gut vor.

Neben Höhlenmenschen präsentiert uns der Film noch Samuraikrieger, primitive Dörfler, Verschnitte von Mongolen, die Kunst des Drachenfliegens (und ich meine keinen Fantasy-Drachen mit Feueratem, sondern so nen richtigen Sportgleiter) bayerische Schlösser (!), Komparsen mit Sonnenbrillen (!!) und nicht zuletzt schneidet Joe D'Amato noch ein bisserl Stock-Footage einer Atombombe (!!!) in den Film - soviel zum "Strahlen", das Akronas entdeckt hat. Dazwischen gibt es das übliche Durch-den-Wald-Gelaufe in einer Langatmigkeit, die selbst deutsche Amateursplatterfilme selten erreichen, sowie endlose Märsche durch Höhlensysteme. D'Amato beschränkt sich hier auf ungefähr drei Locations, die man grob als Wald, Höhle, und Steinkonstruktion beschreiben könnte. Gerade bei der Höhle versucht D'Amato nicht einmal den Eindruck zu erwecken, dass es sich eigentlich um - wenn ich mich richtig erinnere - vier verschiedene Höhlensysteme handelt. Als Sahnehäubchen gibt es eine extra Portion Stock-Footage, für die sich selbst Billigheimer wie Jim Wynorski oder Fred Olen Ray schämen würden. Die reichen von Flugaufnahmen des Yellowstone Nationalparks über romantische Schlösser in Bayern (inkl. bayerische Fahne!) bis hin zu Filmschnippseln aus dem Erstling. Und gerade bei der Rückblende auf den Erstling wird auch gleichmal kompletter Unsinn erzählt und die Geschehnisse absolut sinnverfälschend zusammengefasst - ob das die deutsche Synchro ist, oder D'Amatos Unvermögen lasse ich mal offen.

Auf technischer Seite gibts dann eine absolut grenzdebile Riesenschlange, gegen die die Spinne aus dem ersten Teil oscarverdächtig wirkt. Das gute Ding ist so passiv, dass sich Ator selbst einwickeln muss. Explosionen werden teilweise mit Stock-Footage aus Science-Fiction Streifen dargestellt (!), und neben der famosen Atomexplosion gegen Ende sorgen absolut offensichtliche Reifenspuren in der Schlusssequenz noch einmal für viel Freude. Die Tatsache mit dem fehlenden Drehbuch wird auch sehr offensichtlich gezeigt, so dass D'Amato auch kein Problem hat, Ator und Mila quasi aus der heißen Luft Schiesspulver und Sprengstoff zu erschaffen. Und wenn man schon kein Drehbuch hat, sollte man am Ende kein Gelaber von "Ator, du darfst den Oberbösewicht nicht töten, das wäre Mord. Wir müssen ihn vor ein Gericht stellen!" einbauen, denn mal ehrlich: nachdem Ator sich durch zahlreiche Menschen und Dämonen geschnetzelt hat, würde so ein Satz auch mit einem, zumindest anwesendem, Drehbuch in einem italienischen Barbarenheuler so überhaupt nicht funktionieren.
Ator II - Der UnbesiegbareAtor II - Der UnbesiegbareAtor II - Der Unbesiegbare
Ihr seht schon, wenn ich alle Mängel an diesem Film aufzählen würde, ich würde morgen noch dran sitzen. Daher sei nur gesagt, dass Ator 2 ein Trashfest der allerobersten Kajüte ist, allerdings überhaupt nicht drinking-game geeignet, da man dann wohl nach knapp 20 Minuten klinisch tot wäre. Hier stimmt einfach gar nichts, was den Film aber gleichzeitig irgendwie großartig macht, oder um es mit den weisen Worten von Dr.Acula zu sagen:
Entertainment completely by accident.

Der Film ist ebenfalls in der Barbarenbox von MIG erschienen. Eigentlich gilt hier das gleiche wie für den ersten Teil: Bild und Ton gehen für die Preisklasse (ob jetzt Film oder DVD dürft ihr euch aussuchen) in Ordnung, erneut ist der Film wohl geschnitten. Dank der Crew von MST3K konnte ich mir die englische Schnittfassung unter dem Titel "Cave Dwellers" zu Gemüte führen, die in manchen Dingen länger, in manchen Szenen kürzer ist, was aber alles nicht der Rede wert erscheint. Trashfans und solche die meinen schon alles gesehen zu haben können beruhigt zugreifen.

Eine Rezension von David Kugler
(01. November 2008)
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Daten zum Film
Ator II - Der Unbesiegbare Italien 1984
(Ator l'invincibile 2)
Regie Joe D'Amato (= Aristide Massaccesi) Drehbuch Joe D'Amato
Produktion Royal Film Traders Kamera Joe D'Amato
Darsteller Miles O'Keeffe, Lisa Foster, David Brandon, Charles Borromel, Kiro Wehara
Länge 82:20 FSK 16
Filmmusik Carlo Rustichelli
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