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Sorry, Haters

Sorry, Haters

Ein Film von Jeff Stanzler

Der Syrer Ashade schlägt sich in New York als Taxifahrer die Nächte um die Ohren, um irgendwie ein bisschen Geld zu verdienen. Das wenige was ihm davon bleibt schickt er entweder in die Heimat oder unterstützt damit Eloise, die Frau seines Bruders, und ihren kleinen Sohn. Eines Nachts steigt Phyllis bei ihm ins Taxi. Diese wirkt einigermaßen verwirrt und niedergeschlagen, lässt sich erst zu einem Haus fahren um ein dort geparktes Auto zu beschädigen, und setzt sich schließlich mit Ashade und Eloise zusammen, um ihre Lebensgeschichten auszutauschen: Phyllis arbeitet als Programmleiterin beim Musiksender Q-Dog-TV, ist aber geschieden und darf ihre Tochter nicht sehen, nachdem ihr Ex-Mann kompromittierende Fotos veröffentlichte und inzwischen mit der (ehemaligen) Nachhilfelehrerin der Tochter zusammen ist. Ashade ist studierter Chemiker, bekommt in den USA jedoch keinen Job, während sein Bruder am Flughafen festgenommen wurde und unter Terrorverdacht (aufgrund eines Mietverhältnisses vor über 10 Jahren) inzwischen zusammen mit seinem erwachsenen Sohn entweder nach Guantanmo oder gleich in den Untiefen syrischer Gefängnisse verschwunden ist. Phyllis ist berührt von Ashades und Eloises Geschichte und versucht beiden zu helfen...

Diese recht ausführliche Inhaltsangabe bezieht sich allerdings nur auf ungefähr die ersten 20 Minuten des Films. Den Rest – und damit auch den Film an sich – zu beschreiben, fällt enorm schwer. Natürlich will man als Rezensent möglichst wen
ig von eventuellen Plottwists verraten, doch in diesem Film passiert bis zum ersten Plottwist nach ungefähr 30 Minuten eben quasi gar nichts. Von daher dürfte diese Rezension deutlich kürzer ausfallen als normalerweise. Dies liegt auch daran, dass eine Bewertung des Films nicht leicht ist: soll ich ihn nun nach dem Vergnügen bewerten, dass ich während der 83 Minuten Laufzeit hatte? Oder vielmehr wie ich ihn in der Rückschau fand, wenn man die Auflösung kennt? Klingt alles sehr kompliziert, doch der Unterschied zwischen beiden Bewertungsmaßstäben ist im Falle von „Sorry, Haters“ tatsächlich signifikant. Ich werde nun trotzdem im Folgenden dies zu erläutern versuchen, natürlich ohne möglichst viel des Films zu spoilern.

„Sorry, Haters“ wirkt zu Beginn wie eine typische Studie zweier einsamer Seelen im Big Apple; ihre Wege kreuzen sich, und sie kommen sich in einer Nacht näher. Sehr gut gespielt von Robin Wright Penn und Abdel Kechiche versucht sich der Film mit seinen scheinbar auf Video und Handheld gedrehten Bildern als fast schon dokumentarischer Blick auf diese beiden Menschen. Während die Ausführung im visuellen Bereich schon fast amateurhaft (oder halt arthousemäßig...) wirkt, kann der kleine Indipendent-Streifen doch einen überraschenden Cast mit einigen bekannten Namen auffahren: neben Wright Penn sind dem geneigten Zuschauer sicherlich auch die Namen Elodie Bouchez oder Sandra Oh bekannt; selbst Fred Durst lässt sich kurz in einer kleinen Nebenrolle blicken. Dabei schlägt der Film einen recht ruhigen Ton und langsames Tempo an, so dass er trotz der kurzen Laufzeit von knapp 83 Minuten sich gerade zu Beginn etwas ziehen kann. Andererseits überrascht der Beginn mit einem friedfertigen Bild des Islam und Darstellung von Muslimen, die zwar mit Problem der Integration zu kämpfen haben, aber die Amerikaner nicht hassen und auch Gebote des Korans jenseits der Hassprediger verfolgen – so bekommt sowohl Ashade von seiner Gemeinde Almosen, als dass er auch an arme Frauen auf der Straßen Almosen gibt.

Kommen wir nun also mal zu dem Twist, den ich bereits öfter erwähnt habe. Das Problem des Filmes: in den ersten 30 Minuten passiert streng genommen nicht viel, außer das wir Phyllis und Ashade kennen lernen. Das hätte man aber auch deutlich kürzer abhandeln können. Danach kommt eben jener Twist, der den Film weg vom ziellosen Drama irgendwo in die Nähe eines Thrillers bewegt (auch wenn man an dieser Stelle den Begriff „Thriller“ doch sehr weit dehnen muss). Dieser Twist kommt allerdings völlig aus dem Nirgendwo; erst 5 Minuten vor Filmende wird dafür eine Erklärung geliefert. Daraus ergibt sich logischerweise folgende Schwierigkeit: der Zuschauer bekommt eine unverständliche Wendung serviert, ohne auch nur ansatzweise eine Erklärung dafür zu bekommen. Bis zu dieser muss er entweder die restliche Laufzeit damit verbringen, die Wendung einfach so zu akzeptieren (was wohl ziemlich unmöglich sein dürfte), oder sich wirklich über den Film zu ärgern, wie scheinbar doof und erzwungen das doch alles ist – mit der Konsequenz, dass der Film sein Publikum an dieser Stelle wohl verliert. Die Erklärung jedoch ist ziemlich gut (wenn auch vielleicht einen Tick weit hergeholt), wodurch sich oben angesprochenes Dilemma verdeutlichen lässt. Bewertet man den Film nach dem Gefallen, den man beim tatsächlichen Schauen empfand, kann er nicht vollends überzeugen. In der Rückschau, also mit dem Wissen über das ganze Geschehen, sieht die Sache dann schon deutlich besser aus. Schwierig.

Ich gebe ihm trotzdem „nur“ 3 Sterne. Einfach deshalb, weil ein simples Umdrehen der Struktur, also erst Erklärung, dann Plottwist, die Sache deutlich verbessert hätte. Sicherlich, dann wäre eine Einordnung in die „Killer-Thriller-Box“ aus dem Hause Filmconfect (an dieser Stelle vielen Dank für das Rezensionsexemplar der Box) noch schwieriger und genredehnender gewesen, als es ohnehin schon grenzwertig ist. Doch mit diesem einfachen Umbau – natürlich verbunden mit einem weniger offensichtlichen „Achtung-Exposition“-Monolog - wäre dem Film deutlich geholfen. So bleibt es also bei 3 Sternen: sehenswert sicherlich wegen Wright Penn und der prinzipiell interessanten Idee, aber auch mit massiven Abzügen verbunden aufgrund der Optik (das mag aber Geschmackssache sein) sowie des eben erwähnten, schlecht konstruierten Aufbau der Geschichte.

Eine Rezension von David Kugler
(15. März 2010)
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Daten zum Film
Sorry, Haters USA 2005
(Sorry, Haters)
Regie Jeff Stanzler Drehbuch Jeff Stanzler
Produktion InDigEnt Kamera Mauricio Rubinstein
Darsteller Robin Wright, Abdel Kechiche, Sandra Oh, Élodie Bouchez, Fred Durst
Länge 86:17 FSK 16
Filmmusik Raz Mesinai
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