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von Michele Soavi




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[Rec]

[Rec]

Ein Film von Jaume Balagueró, Paco Plaza

Im Jahr 1999 haben die jungen Regisseure Daniel Myrick und Eduardo Sánchez mit dem revolutionären „Blair Witch Project“ sowohl einen der erfolgreichsten No-Budget-Filme aller Zeiten, als auch einen noch bis heute andauernden immensen Kult erschaffen. Ein Grund, weshalb der Streifen einen solchen Erfolg an den Kinokassen verbuchen konnte, liegt mit grosser Gewissheit auch an dem Umstand, dass im Vorfeld eine unglaubliche Geschichte im Internet die Runde gemacht hat:

So sei in den gigantischen Wäldern von Maryland das Material einer verschwundenen Crew von Dokumentar-Filmern gefunden und von einem Verleiher aufgekauft worden, welcher dieses letztendlich auch in die Kinos brachte. Es zeigt die jungen Leute, die in der Kleinstadt Burkittsville Nachforschungen über den Mythos einer unheimlichen Hexe anstellen, die in der Gegend ihr Unwesen treiben soll. Schließlich verliert sich die Gruppe im Wald und wird Zeuge einer Reihe unheimlicher Vorfälle, bevor Schreie ertönen, die Kamera zu Boden fällt und der schockierte Zuschauer ohne wirkliche Aufklärung im dunklen Saal zurückgelassen wird.

Natürlich hat sich das Ganze schließlich als ausgeklügelter PR-Gag herausgestellt, der geschickt auf den Voyeurismus der Zuschauer gesetzt hat, indem er sie an angeblich wahren Ereignissen hat teilnehmen lassen.
Dieses Konzept ist zwar nicht grundlegend neu gewe
sen, da der italienische Regisseur Ruggero Deodato bereits 1980 mit dem angeblich semi-dokumentarischen Kannibalen-Film „Cannibal Holocaust (Nackt und Zerfleischt)“ die Kinogänger, Zensurbehörden und Richter schockiert hat, doch die Konsequenz, mit welcher „Blair Witch Project“ einen eigenen Mythos kreiert hat, bleibt bis heute unerreicht.
[Rec][Rec][Rec]
Nun sorgt eine neue Produktion in Genre-Kreisen für Furore, die, wie die genannten Vorgänger, ebenfalls auf den Charakter einer angeblichen Dokumentation setzt, aber sich im Vorfeld nicht gerade bemüht hat, das Ganze den Leuten als real anzupreisen.
Bei dem betreffenden Film handelt es sich um eine moderne Zombie-Geschichte mit dem Titel „[Rec]“, welche von den beiden spanischen Regisseuren Jaume Balagueró und Paco Plaza inszeniert worden ist. Die Story ist denkbar einfach, denn streng genommen gibt es nicht einmal eine im klassischen Sinne:

Eine Reporterin möchte eine Sondersendung über einen typischen Dienst bei einer Feuerwehrwache machen. Dem Zuschauer werden in Interviews einige der Männer vorgestellt, und da es zunächst zu keinem Einsatz kommt, verbringen diese ihre Zeit mit Basketball-Spielchen. Doch aus heiterem Himmel ist es soweit: Das Alarmsignal erklingt, und die Retter rasen mitsamt ihren prominenten TV-Gästen los, um einer alten Frau zu helfen, die in ihrem Apartment eingeschlossen ist.
Was zunächst nach einem Routineeinsatz aussieht, entwickelt sich zu einem scheinbar ausweglosen Albtraum, denn als sie nach dem Aufbrechen der Tür der blutverschmierten Dame Hilfe leisten wollen, geht diese auf einen Feuerwehrmann los und reisst ihm mit ihren Zähnen eine klaffende Wunde in den Hals – scheinbar hat sich in dem Mehrfamilienhaus ein unbekanntes Virus ausgebreitet, das Menschen in gefährliche Bestien verwandelt. Allerdings gibt es nun kein Entkommen mehr aus dem Gebäude, da es von der Gesundheitsbehörde unter Quarantäne gestellt und versiegelt worden ist…
[Rec][Rec][Rec]
Die Regisseure des vorliegenden „[Rec]“ sollten unter Horrorfans eigentlich keine Unbekannten mehr sein: So hat Jaume Balagueró zuvor den äußerst packenden Thriller „The Nameless“ (1999) und den routinierten „Darkness“ (2002) erschaffen, während sich Paco Plaza für den Werwolf-Film „Romasanta“ (2004) mit Julian Sands verantwortlich gezeigt hat.
Allerdings kann man keines ihrer vergangenen Projekte mit dem aktuellen Festival-Hit vergleichen, denn bei „[Rec]“ handelt es sich nach Aussagen der Verantwortlichen vielmehr um den Versuch, einen Albtraum auf möglichst glaubwürdige Weise zu transportieren, anstatt eine komplexe Geschichte zu konstruieren.
Und man muss zugeben: Dieser Ansatz ist ihnen eindrucksvoll gelungen – sogar so sehr, dass Hollywood bereits ein Remake hat drehen lassen, welches dort noch vor dem Original das Licht der Leinwände erblicken wird. Einen Kommentar dazu darf man sich an dieser Stelle sicher sparen…

Obwohl der Streifen inhaltlich, wie schon erwähnt, eigentlich nichts erzählt, was es nicht zuvor schon in Filmen wie Danny Boyles „28 Days Later“ (2002) zu bewundern gab, sind es vor allem die klaustrophobische Stimmung und das authentische Dokumentations-Format, die Genreliebhabern eine Adrenalin-haltige Achterbahnfahrt versprechen, welche gegen Ende sogar noch einen gelungenen Story-Twist bereithält...also doch! Wer allerdings inszenatorische Raffinessen oder grosse schauspielerische Leistungen erwartet, könnte von der Low-Budget-Produktion vielleicht enttäuscht werden!
[Rec][Rec][Rec]
Zumindest ist „[Rec]“ nach unzähligen „Torture-Porns“ trotz einiger blutiger Szenen ein erfrischender Schritt zurück zu den wirklich Gänsehaut-erzeugenden Schockern.
Man darf gespannt sein, was Zombie-Legende George A. Romero mit seinem ebenfalls dokumentarisch angelehnten „Diary of the Dead“ so vorweisen kann - das hier macht schonmal Lust auf mehr…

Eine Rezension von Bastian G.
(15. April 2008)
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Daten zum Film
[Rec] Spanien 2007
([Rec])
Regie Jaume Balagueró, Paco Plaza Drehbuch Jaume Balagueró, Luis Berdejo, Paco Plaza
Produktion Filmax Kamera Pablo Rosso
Darsteller Manuela Velasco, Javier Botet, Manuel Bronchud, Martha Carbonell, Claudia Font, Pablo Rosso, María Teresa Ortega, David Vert
Länge 85 min. FSK ab 18 Jahren
http://www.3l-filmverleih.de/rec/rec_1.html
Deutscher Kinostart: 08.05.2008
Kommentare zu dieser Kritik
Conan der Bibliothekar TEAM sagte am 16.04.2008 um 23:51 Uhr

Ich stimm dir im Grunde zu, nur bin ich in der Bewertung etwas zurückhaltender. Der Film ist wirklich sehr intensiv - ein Effekt, der wohl durch die Machart hervorgerufen wird. Dann das Setting: ein Ort, an dem es kein Entrinnen gibt. Das ist - für aktuelle Verhältnisse in Horrorfilmen - sehr atmosphärisch.

Aber es hat mich dann doch sehr gestört, dass den Regisseuren mal wieder nichts anderes eingefallen ist als blutgierige, kreischende Zombies.
Ich meine: Gääähhhnnn ! ! !
Mal ehrlich, muss man so eine Idee eigentlich so lange reproduzieren und nachmachen, bis man irgend wann schon losschreien könnte, wenn man in Klappentexten das Wort "Zombies" auch nur liest.

Ich hätte es noch wesentlich besser gefunden, wenn man sich eine andere Berohung gesucht hätte. Oder auch mal: Bedrohung nur andeuten...

Genau das macht ja BLAIR WITCH PROJEKT so unglaublich angsteinflößend (für mich auf jeden Fall... gibt ja mittlerweile immer weniger Leute, die den Film überhaupt noch gut finden wollen...). Da wird im ersten Drittel des Films der Zuschauer mit einem bestimmten Konzepten vertraut gemacht (Hexe - Kindermörer - Fluch), die dann die Szenerie assoziativ aufladen, den Rest erledigt dann die Phantasie.

Wäre doch auch mal wieder schön so was zu sehen...
Bastian TEAM sagte am 17.04.2008 um 00:49 Uhr

"Blair Witch Project" bleibt mit Sicherheit der bessere Film, weil einfach innovativer! "[Rec]" ist ein überraschend packender Zombie-Film geworden, der aber die hohe Wertung nicht aufgrund der Kreaturen verdient hat, sondern wegen der bereits erwähnten, beklemmenden Atmosphäre. Es kommt halt immer drauf an, wie man eigentlich ausgelutschte Monster etc. darstellt...so sind z.B. die Vampire in "30 Days Of Night" einfach "creepy as hell";-)
Zombie-mower TEAM sagte am 07.12.2010 um 08:38 Uhr

muss an dieser Stelle gestehen, dass [REC] für mich zu den gruseligsten Filmen gehört, die ich bisher gesehen habe.

Das Konzept, den Zuschauer wirklich bis ins Mark zu erschüttern, geht wie ich finde sehr gut auf. Mit der Präposition der Dreharbeiten für eine zweitklassige TV-Show-Aufzeichnung mit einer drittklassigen Moderatorin und einem naiven Kameramann werden die Erwartungen auf die TV-Sparte runtergestuft. Als dann die ersten Zombie-Attacken auf die Feuerwehrmänner erfolgen sitzt der Schock richtig tief.
Hier funktioniert auch das Stilmittel mit dem Wackeleffekt nicht alles zu zeigen und dem Zuschauer auch Raum für Imaginationsarbeit zu geben sehr gut.

Mehr als die klaustophobische Atmosphäre, die wirklich intensiv einschlägt (da man als tv-reality-shows-erfahrener Zuschauer tatsächlich glaubt unmittelbar etwas Echtem beizuwohnen), hat mich der dramaturgische Aufbau beeindruckt. Natürlich werden die Zombies immer mehr und die verwirrten, ahnunglosen Menschen immer weniger. Aber in [REC] gibt es scheinbar kein Muster, nach dem die Menschen drauf gehen und infiziert werden. Alles passiert willkürlich im Laufe der Panik und des Durcheinanders. Die noch lebenen Charakter stolpern ganz zufällig auch in die richtige Richtung, die zum Aufschluss des Mysteriums der Infektion führt.

Alles geniales Kalkül der Filmemacher. Und wenn dann in den letzten 20 Minuten auch noch der Hintergrund zu den gruseligen Geschehnissen aufgedeckt wird, ist man als Zuschauer endlich im Bilde. Und jetzt legt der Film erst richtig los mit audio-visuellen Angriffen, Panik-Attacken und richtigen Alptraum-Bildern.

Bin endlos beeindruckt. Ein modernes Meisterwerk.

[REC2] aus dem Jahre 2009 macht an der Stelle weiter, wo der Erstling den Zuschauer mit einem Open-Ending entlässt, und baut neue Komponente der Narration ein. Tolles Konzept auch hier, den Aberglauben und die Exorzismus-Schiene auszubauen. Würdige, effektive Fortsetzung. Die Macher beherrschen ihr Handwerk.
travisbickle TEAM sagte am 07.12.2010 um 17:44 Uhr

[REC] macht in der Tat all das richtig, was Paranormal Activity falsch machte. Ich würde an dieser Stelle viereinhalb Sterne vergeben.

[REC] 2 hole ich bei Gelegenheit nach...

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