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Der 4D-Mann

Der 4D-Mann

Ein Film von Irvin S. Yeaworth Jr.

Günstige Science-Fiction-Filme waren früher tatsächlich mal so eine Art Karrieresprungbrett für manchen zukünftigen Star – und nicht etwa wie heute übler Videothekenschund. Beispielsweise hatte Lee Van Cleef einen kleinen Auftritt in Panik in New York, oder auch Clint Eastwood war in Tarantula in einer Statistenrolle als Pilot zu sehen. Der berühmteste Fall davon ist aber sicherlich Steve McQueen: der spielte nämlich in „Der Blob“ unter der Regie von Irvin S. Yeaworth Jr. und landete damit einen kleinen Kultfilm. Eben jener Yeaworth – gläubiger Pastor, Dokumentarfilmer, Kommunenoberhaupt und späterer Designer des ersten Vergnügungsparks Jordaniens (!) - drehte aber nicht nur „Der Blob“: auch der vorliegende „Der 4D-Mann“ entstand unter dessen Federführung und wurde kürzlich als Nummer 2 der Drive-In-Classics Reihe von Subkultur Entertainment veröffentlicht. Vorhang auf!

Dr. Tony Nelson forscht auf einem unglaublichen Themengebiet: er möchte Gegenstände durch andere massive Gegenstände bewegen können, ohne diese zu zerstören. Eines Nachts fackelt er dabei leider das Labor ab, wird arbeitslos und heuert daher bei der Firma „Fairview“ an. Hier forscht sein Bruder Scott am Carsonit, eine Legierung die undurchdringbar und daher potentiell interessant für das Militär ist. Dummerweise verliebt sich Scotts Assistentin und Love-Interest Linda in Tony! Sc
ott wird immer depressiver und eifersüchtiger, bis er irgendwann Tonys Forschungsprojekt entdeckt und bemerkt, dass er selbst die Fähigkeiten hat, durch Hindernisse zu greifen und laufen. Diese neue Kraft erweckt nicht nur ungeahnte Möglichkeiten, sondern lässt Scott auch noch rapide altern: daher muss er sich neue Lebensenergie bei anderen Menschen holen. Doch wie sollen sein Bruder Tony und Linda jemanden aufhalten, der sich selbst von dicken Wänden nicht stoppen lässt? Ein ungleicher Kampf beginnt...

„Der 4D-Mann“ hat vor allem ein dickes Problem, dass den Filmgenuss dann doch etwas trübt: er ist zu gut und eindeutig nicht spekulativ genug. Das mag etwas absurd klingen, aber leider würde dem Film etwas mehr „Schlock“ tatsächlich gut tun. Yeaworths Werk nimmt sich jede Menge Zeit, um seine Figuren einzuführen und zu charakterisieren. Ein Love-Triangle ist nun wirklich nichts neues in einem Film, auch nicht im Science-Fiction-Genre; ebenso gibt es im 4D-Mann die üblichen Probleme dieses Motivs, wie es etwa ziemlich unklar und überhastet wirkt, dass Linda sich in Tony verliebt. Dies würde ich jedoch nicht ausgerechnet diesem Drehbuch als Schwäche ankreiden, sondern eher dem Zeitgeist der 50er Jahre zurechnen, wo in Filmen dieser Zeit die Frauenfiguren einfach viel schwächer gezeichnet wurden. Andererseits präsentiert uns Yeaworths Streifen ein durchaus interessantes Zusammenspiel der ungleichen Brüder Tony und Scott. Tony, der jüngere und risikofreudigere, brennt schon in der ersten Sequenz ein ganzes Labor nieder, ohne darüber sonderlich betrübt zu wirken; einzig sein Ziel ist für ihn wichtig. Nicht der Sachschaden stört ihn, sondern dass er nun kein Labor mehr zum Forschen hat und arbeitslos auf der Straße steht.
Der 4D-MannDer 4D-MannDer 4D-Mann
Scott dagegen ist deutlich besonnener. Er heuert bei der Firma „Frontview“ des reichen Carson an, wo er wissenschaftliche Aufträge in dessen Namen erledigt: Scott bekommt Geld, Carson Ruhm und Ehre (die deutsche Synchronisation macht aus der Legierung auch viel logischer „Carsonit“ als das „Cargonit“ im O-Ton!). So möchte er auch letztlich Linda heiraten, seine Assistentin mit der er sehr gut klar kommt – eine „sichere Bank“, aber es zeigt sich im ganzen Film eigentlich keinerlei amouröse Beziehung zwischen den beiden. Umso faszinierter ist er dann von seiner neu erworbenen Fähigkeiten des „durch-die-Wände-gehens“, da er endlich etwas kann, was ihn von anderen Menschen abhebt. Doch anfangs will er damit auch nicht mehr als Schabernack treiben, eben kein Risiko ein- und aus sich herausgehen: selbst ein Banküberfall ist eher ein Scherz, da er mit dem gestohlenen Geld nicht wirklich etwas anfängt. Erst als er die Kontrolle über seine Fähigkeit verliert und zunehmend altert, passiert das Unglück. Er tötet aus Versehen einen Menschen und wird vor Schuldgefühlen fast wahnsinnig. Andererseits merkt Scott, dass er weiter töten muss, um mit der Lebensenergie der anderen selbst weiter existieren zu können.

Und hier erlebt der Film dann einen Bruch, der ihm leider nicht gut tut. Wie gesagt: der Film lässt sich enorm viel Zeit für seine Figuren, und erst nach knapp 50 Minuten kommt er zum eigentlichen Thema (bei einer Laufzeit von knapp 82 Minuten!). Dann jedoch wird er zu einem relativ konventionellem „Monster-on-the-loose“-Streifen, dem auch noch überflüssigerweise dieses Vampirthema eingebaut wurde, dass den Film auch nicht wirklich weiterbringt. Diese beiden Hälften wollen sich vom Ton her nicht wirklich vertagen, so dass der erste Teil des Films unter so mancher Länge leidet, der zweite Teil im Gegensatz dazu etwas sehr plump wirkt. Dabei sind die Effekte zwar überwiegend gut gemacht, aber so richtig kreativ geht der Film mit seinem wirklich außergewöhnlichem „Monster“ dann leider auch nicht um. Und wie gesagt: der eingeflochtene Vampirismus (im weitesten Sinne) wirkt dann auch mehr wie ein Anhängsel. Ebenso überflüssig ist der Subplot mit dem ehrgeizigen Wissenschaftler Roy Parker, der eigentlich nur zwei größere Auftritte hat, die aber in gewissem Sinne beide ins Leere führen und ersatzlos hätte gestrichen werden können.

Und ebenfalls im negativem Sinne auffällig ist dann noch der Soundtrack von Ralph Carmichael. Der ist an und für sich nicht schlecht – wenn man Jazz mag. Die Melodien sind äußerst schmissig und gehen gut ins Ohr. Dummerweise hat das aber halt nur sehr wenig mit einem Film zu tun, der dem Science-Fiction- bzw. Grusel-Genre zuzuordnen ist. Anstelle seine Funktion als Filmmusik einzunehmen und die Atmosphäre zu untermauern, torpediert der Soundtrack diese mit seinen beschwingten Melodien. Das ist leider ein ziemlicher Schuss in den Ofen. Da kann auch die Perfomance von Robert Lansing als Scott nicht mehr alles retten. Der spielt nämlich ziemlich fein und kann allein durch sein äußeres die Rolle des Wissenschaftlers „zwischen den Welten“ gut transportieren. Gegen Ende neigt er zwar etwas zu Over-Acting, aber wir reden hier immerhin von einem Film, in dem jemand durch Wände gehen kann, darüber die Kontrolle verliert, aber nie durch seine Kleidung geht oder in den Boden rutscht – wenn ihr versteht, was ich meine. In einer kleinen Nebenrolle als Kind ist übrigens Patty Duke zu sehen, die drei Jahre später einen Oscar als beste Nebendarstellerin gewinnen sollte.

Insofern bleibe ich mit einem zwiegespaltenem Eindruck zurück: „Der 4D-Mann“ ist sicherlich kein schlechter Film, kann sich aber auch nicht richtig entscheiden, was er nun sein will. Der Soundtrack untergräbt die potentiell atmosphärische Kameraarbeit und die zweite Hälfte steht in Kontrast zur sorgfältig ausgearbeiteten Charakterisierung zu Beginn. Insofern kann ich nur 4 Sterne geben, da sich doch einige Längen einschleichen. Die DVD aus dem Hause Subkultur ist aber natürlich wieder sehr empfehlenswert und enthält neben dem Film in „angenehm ältlichem“ Zustand noch diverse Extras und eine sehr schöne Verpackung.

Eine Rezension von David Kugler
(14. April 2011)
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Daten zum Film
Der 4D-Mann USA 1959
(4D Man)
Regie Irvin S. Yeaworth Jr. Drehbuch Jack H. Harris, Theodore Simonson, Cy Chermak
Produktion Fairview Productions, Jack H. Harris Productions Kamera Theodore J. Pahle
Darsteller Robert Lansing, James Congdon, Lee Meriwether, Robert Strauss, Edgar Stehli, Patty Duke
Länge 81:36 FSK
Filmmusik Ralph Carmichael
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