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Chrysanthemen-Bande

Chrysanthemen-Bande

Ein Film von Ignacio F. Iquino

Über diese Blumen freut sich unter Garantie kein Bankangestellter.

Denn wo die Chrysanthemenbande zuschlägt bleibt kein Zaster mehr im Tresor. Von den Brüdern Owen, Frank und Cliff, alle drei bezeichnenderweise abtrünnige Sprösslinge eines Polizisten, angeführt, ist die Bande mit dem blumigen Namen bekannt dafür vor nichts zurückzuschrecken. Beim letzten Coup ist das Glück jedoch nicht mehr auf ihrer Seite.
Es kommt zu einem Gefecht mit der Polizei. Trotz Verlusten in den eigenen Reigen gelingt den Gangstern die Flucht. In einem nahe gelegenen Puff finden sie Unterschlupf und verbarrikadieren sich. Zunächst haben Sie mit den Nutten ihren Spaß, doch schielt jeder auf die frisch erbeutet Kohle. Unweigerlich kommt es zu Rivalitäten und der Vater von Owen- ja genau, der Polizist- ist entschlossen seine gesetzlosen Söhne zur Rechenschaft zu ziehen.
Ignacio F. Iquinos Film ist immerhin mal ein 70er Jahre Trash-Actioner, der in den 30ern spielt.

Wobei die Mechanismen eigentlich die gleichen sind, wie bei einem erfolgreicheren Genre italo-spanischer Herkunft: dem Spaghetti Western.
Nur sind diesmal die Hüte kleiner und statt dem Colt haben die schweren Jungs nun eine Tommy Gun im Anschlag. Interessanterweise spielt ein Ex-Bulle, der sich jetzt als Cowboy verdingt eine nicht unwesentliche Rolle und die Flucht geht nach Mexiko zu unfreundlichen Bandidos.
Und noch eine weitere Parallele gibt es zu den B-Italowestern der damal
igen Zeit: denn Genre-Stammgast Fernando Sancho ist mit von der Partie und spielt das, was er immer spielt: den derben und brutalen Halunken.

Okay der Film ist so trashig wie nur irgendwie möglich.
Die Schauspieler sind großteils fürchterlich und die Dialoge grenzwertig, ja geradezu hirnrissig.
Der Film ist von Beginn an eher die Karikatur eines Thirties-Reißers –wobei die Parodie wohl nicht beabsichtigt ist. Man fühlt sich eher an die Tschauner Bühne oder Laientheater erinnert.

Verwunderlich, dass sich Ernesto Gastaldi der sonst für Genreperlen wie „Der Killer von Wien“ von Sergio Martino das Skript verfasste auch für „Die Chrysanthemen-Bande“ verantwortlich zeichnet.
Denn neben der hanebüchenen „heist gone wrong“-Handlung enthält der Streifen nach eine seltsam schnulzige Familientragödie, in der der Vater von Gewissenkonflikten geplagt ist und seine Adoptivtochter ein Auge auf den bösen Owen wirft.
Überhaupt ist der Film mit Motiven überfrachtet. Einer der Brüder hat einen Knacks-da hat man dann die Psychoschiene inklusive Flashback auch noch abgehakt.

Jede zweite Szene ist eine Sexszene oder zumindest wackelt ein Hintern durchs Bild oder eine der Damen öffnet ihre Bluse .
Vermutlich gab ´s deshalb und auch wegen der leicht blutigen Schießereien die 18er Freigabe.
Allein die Sterbeszenen sind den Film wert, so unrealistisch und überzogen bissen Halunken im Schundfilm der 70er selten ins Gras.

Die Gangster wirken zudem selten gefährlich, sondern vielmehr peinlich und lächerlich.
Genau das ist es aber, was den Film dann (zumindest für den Hardcore-Trash Seher) interessant macht.
Denn in der knappen Spielzeit von 83 Minuten wird einem aufgrund der haarsträubenden Einfälle garantiert nicht langweilig. Der Eurokult-Fan bekommt mit der neuen DVD-Version der Chrysanthemenbande aus dem Hause Savoy/Sunfilm also einen hoch-obskuren Streifen, der bei einem netten Abend für Lacher sorgt.

So kann der Trashfreund eventuell noch einen Stern hinzu geben. Wer jedoch einen ernsthaften 30er Jahre Gangsteractioner sucht, kann einen weiten Bogen um Iquinos Machwerk machen.
Alle anderen erfreuen sich an Stilblüten der Marke „geiler Wasserkopf“.
Darüber was sich nun genau hinter der im Film erwähnten „Osterhasenstellung“, die Fernando Sancho einer der käuflichen Damen im Bordell/Unterschlupf zeigen will, verbirgt, wird der Zuseher allerdings im Dunkeln gelassen…….

Credit und Copyright Coverfoto/Coverimage:
Savoy
Sunfilm

Eine Rezension von Anatol Holzbauer
(15. November 2009)
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Daten zum Film
Chrysanthemen-Bande Italien/Spanien 1970
(La banda de los tres crisantemos)
Regie Ignacio F. Iquino Drehbuch Ignacio F. Iquino, Juliana San José de la Fuente, Lou Carrigan,Ernesto Gastaldi,
Produktion
Darsteller Dean Reed, Fernando Sancho
Länge 86 Min FSK 18
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